Bibliotheksangst beschreibt Unsicherheiten und Ängste, die bei der Nutzung von Bibliotheken auftreten können. Während das Phänomen international bereits vielfach untersucht wurde, lagen für Deutschland bislang keine entsprechenden Studien vor. Mithilfe von Fokusgruppeninterviews wurde in einer Bachelorarbeit untersucht, ob Bibliotheksangst auch bei Bibliotheksstudierenden in Deutschland auftritt, wie sie sich äußert, welche Faktoren ihr Erleben beeinflussen und ob es Unterschiede zwischen öffentlichen und wissenschaftlichen Bibliotheken gibt. Die Ergebnisse zeigen, dass Bibliotheksangst auch bei Bibliotheksstudierenden in Deutschland vorkommt. Jedoch sind nicht alle von diesen Unsicherheiten oder Ängsten betroffen; manche empfinden im Umgang mit Bibliotheken überwiegend positive Gefühle. Wichtige Einflussfaktoren sind die Atmosphäre in der Bibliothek, die räumliche Gestaltung und Architektur, die Vertrautheit mit der jeweiligen Bibliothek sowie das Bibliothekspersonal. Wissenschaftliche Bibliotheken werden tendenziell eher mit Unsicherheiten verbunden als öffentliche Bibliotheken. Vorerfahrungen und Kenntnisse erleichtern einerseits die Bibliotheksnutzung, führen aber andererseits bei manchen Befragten zu einem erhöhten Druck, sich als Bibliotheksstudierende besonders gut auskennen zu müssen. Die Ergebnisse bieten eine Grundlage, um Unsicherheiten von Nutzer*innen besser zu verstehen und gezielte Maßnahmen zur Verringerung von Bibliotheksangst abzuleiten.
Library anxiety refers to feelings of uncertainty and anxiety that can arise when using libraries. While this phenomenon has been widely studied internationally, no comparable research has been conducted in Germany so far. For a bachelor thesis, focus group interviews were used to investigate whether library anxiety also occurs among library science students in Germany. It explores how library anxiety manifests itself, which factors influence their experiences and whether there are differences between public and academic libraries. The findings indicate that library anxiety is also present among library science students in Germany. However, not all of them are affected by these feelings of insecurity or anxiety; some associate libraries primarily with positive emotions. Key factors influencing participants’ experiences include the atmosphere in the library, the spatial design and architecture, familiarity with the respective library and the library staff. Academic libraries tend to be associated with more uncertainty than public libraries. Prior experience and library-related knowledge are seen to facilitate library use, but can also create pressure among some participants, who may feel expected to possess an especially high level of library expertise because they study library science. The findings provide a foundation for better understanding patrons’ uncertainties and developing targeted measures to reduce library anxiety.
Schlagwörter: Bibliotheksangst, Studierende, Bibliotheksstudium, Bibliothekswissenschaft, Informationswissenschaft, Deutschland
Der Begriff der Library anxiety – im Deutschen üblicherweise als „Bibliotheksangst“ wiedergegeben – wurde 1986 von Constance A. Mellon geprägt; das Phänomen war aber bereits früher beobachtet worden. Mellon führte eine zweijährige Studie an einer US-amerikanischen Universität durch, in der 6.000 Studierende in tagebuchähnlichen Einträgen ihre Erfahrungen und Gefühle bei der Bibliotheksnutzung schilderten. Es zeigte sich, dass 75 bis 85 % der Befragten dabei Ängste empfanden. Die Studierenden wurden durch die Ängste daran gehindert, benötigte Recherchen effektiv durchzuführen oder diese überhaupt zu beginnen. Die Ängste führten auch zu Hemmungen, das Bibliothekspersonal um Hilfe zu bitten. Viele Studierende wussten entweder gar nicht, wie die Bibliothek zu benutzen sei, oder fühlten sich bei der Nutzung inkompetent, während sie davon ausgingen, dass alle anderen Studierenden über entsprechende Kompetenzen verfügten. Die eigene Inkompetenz wurde als etwas Beschämendes empfunden, was verheimlicht werden müsse – eine Nachfrage beim Personal würde die Inkompetenz offenbaren.1 Qun G. Jiao und Anthony J. Onwuegbuzie definierten Bibliotheksangst 1996 als “an uncomfortable feeling or emotional disposition, experienced in a library setting, (…) characterized by ruminations, tension, fear, feelings of uncertainty and helplessness, negative self-defeating thoughts, and mental disorganization, which debilitate information literacy”.2
Aufbauend auf Mellons Theorie entwickelte Sharon L. Bostick 1992 die Library Anxiety Scale (LAS), um Bibliotheksangst in quantitativer Form zu messen. Dabei werden fünf Dimensionen berücksichtigt: Barrieren im Umgang mit dem Bibliothekspersonal, affektive Barrieren (d. h. Gefühle der Unzulänglichkeit und Angst), Wohlbefinden in der Bibliothek, Wissen über die Bibliothek sowie technische Barrieren (z. B. beim Umgang mit Computern und Kopierern). Die Skala umfasst 43 kurze Aussagen, die diesen Dimensionen zugeordnet sind.3 Diese werden in Form eines Fragebogens präsentiert, wobei Antworten auf einer fünfstufigen Likert-Skala gegeben werden können (von “strongly disagree” bis “strongly agree”).4
Auf diesen beiden Arbeiten bauen zahlreiche spätere Untersuchungen auf. Besonders intensiv wurde Bibliotheksangst von Qun G. Jiao und Anthony J. Onwuegbuzie bei Studierenden und Post-Graduierten untersucht.5 Für Studien in anderen Ländern wurde die LAS verschiedentlich angepasst, u. a. für Israel6, Kuwait7, Polen8, China9, Griechenland10 und Kroatien11. Für Deutschland liegt bisher keine entsprechende Studie vor. Ebenso wurde bisher kaum untersucht, ob Bibliotheksangst auch bei Personen vorkommt, die in einem bibliothekarischen Studiengang studieren.12 Man könnte annehmen, dass Bibliotheksstudierende aufgrund ihrer Kenntnisse aus dem Studium und praktischer Vorerfahrungen (z. B. aus einer vorangegangenen Ausbildung zu Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste, FaMI) im Umgang mit Bibliotheken sicher sind und keine Bibliotheksangst empfinden. Denkbar wäre aber auch, dass Bibliotheksstudierende einen besonders hohen Druck erleben und das Gefühl haben, bei der Bibliotheksnutzung besonders kompetent sein zu müssen.
Das Thema der Bibliotheksangst wurde in einer im Sommer 2025 an der Hochschule der Medien (HdM) in Stuttgart entstandenen Bachelorarbeit aufgegriffen.13 Die Idee, dafür nicht Studierende beliebiger Studiengänge zu betrachten, sondern spezifisch Bibliotheksstudierende, war in der Vorbereitungsphase entwickelt worden, da diese Zielgruppe aufgrund ihrer Vorerfahrungen, der intensiven Beschäftigung mit dem Thema „Bibliothek“ im Studium und ihrem Interesse daran besonders spannend erschien. Entsprechend wurde in der Bachelorarbeit untersucht, ob Bibliotheksangst unter Bibliotheksstudierenden an deutschen Hochschulen und Universitäten vorkommt, wie sie sich äußert und in welchen Situationen sie auftritt. Zudem wurde betrachtet, ob studienbedingte Vorerfahrungen und die Erwartungshaltung an Studierende eine Rolle spielen. Auch mögliche Unterschiede im Erleben von Bibliotheksangst zwischen öffentlichen und wissenschaftlichen Bibliotheken wurden thematisiert. Ein Vergleich zwischen Bibliotheksstudierenden und Studierenden anderer Studiengänge wäre ebenfalls interessant gewesen, konnte jedoch im Rahmen der Bachelorarbeit nicht geleistet werden.
Da insbesondere individuelle Wahrnehmungen, Erfahrungen, Gefühle und Ursachen im Zusammenhang mit der Bibliotheksnutzung erfasst werden sollten, wurde ein qualitativer Ansatz gewählt. Um möglichst vielfältige Erfahrungen und Perspektiven gleichzeitig zu erfassen, wurden keine Einzel-, sondern Fokusgruppeninterviews durchgeführt. Die Methode ermöglicht es den Teilnehmenden, sich miteinander auszutauschen, aufeinander zu reagieren, sich zu ergänzen oder auch zu widersprechen – wodurch ein dynamisches Gespräch entstehen kann, das tiefere Einblicke in persönliche Erlebnisse und Sichtweisen erlaubt.
Es wurden drei Fokusgruppen mit insgesamt 20 Bachelor-Studierenden in unterschiedlichen Fachsemestern gebildet. Von diesen studierten 8 an der HdM, 7 an der Technischen Hochschule Köln (TH Köln), 3 an der Hochschule Hannover (HsH) und je 1 an der Humboldt-Universität zu Berlin (HU Berlin) und der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig). Zwei Fokusgruppen bestanden aus Teilnehmenden mehrerer Hochschulen, eine bestand nur aus HdM-Studierenden.
Die Rekrutierung der Proband*innen erfolgte mittels eines offen gehaltenen Anschreibens, das sowohl positive als auch negative Gefühle in der Bibliothek thematisierte.14 Zur Erhöhung der Motivation wurden unter den Teilnehmenden zwei Einkaufsgutscheine verlost. An der HdM konnten potenzielle Teilnehmende über die persönlichen Kontakte der Verfasserin der Bachelorarbeit erreicht werden, an den anderen Studienorten wurde das Anschreiben von Lehrenden der jeweiligen Hochschule über E-Mail-Verteiler versendet.
Wichtig bei der Beurteilung der Ergebnisse ist, dass es sich bei den befragten Studierenden nicht um eine repräsentative Stichprobe handelte. Die einzige Voraussetzung für die Teilnahme war das Studium in einem Bachelor-Bibliotheksstudiengang an einer deutschen Hochschule. Zudem handelte es sich mit insgesamt 20 Personen um eine vergleichsweise geringe Anzahl an Befragten. Insofern kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Ergebnisse anders ausgefallen wären, wenn die Gruppen mit anderen Studierenden besetzt gewesen wären. Jedoch wurden in allen drei Fokusgruppen ähnliche Erfahrungen von Teilnehmenden thematisiert. Dies lässt vermuten, dass es sich dabei nicht nur um Gefühle weniger Einzelpersonen handelt.
Für die Erarbeitung des Interviewleitfadens lieferte die LAS zwar Anregungen, erwies sich aber nur teilweise als passend. So bilden manche der Aussagen wie „Viele Bücher in der Bibliothek sind veraltet“ oder „Die Bibliothek besitzt keine Zeitschriften oder Bücher, die ich benötige“ eher allgemeine Hürden der Bibliotheksnutzung ab, die für die Forschungsfrage nicht relevant waren. Auch wird die Online-Nutzung selbst in den neueren modifizierten Skalen kaum berücksichtigt. Und schließlich lässt die LAS mit ihren festen Aussagen wenig Raum, um persönliche Erlebnisse oder Gefühle ausführlich zu beschreiben. Der Interviewleitfaden sah nach dem Einstieg und einer Vorstellungsrunde Fragen in fünf Bereichen vor: zu Recherche, Online-Nutzung und möglichen Vermeidungsstrategien; zu Besuchen in physischen Bibliotheken; zu Unterschieden zwischen öffentlichen und wissenschaftlichen Bibliotheken; zum Bibliothekspersonal sowie zur Identität als Bibliotheksstudierende.15 Wichtige Aspekte aus dem Interviewleitfaden, die in der LAS nicht vorkommen, waren die Fragen zur Online-Nutzung, zu Gefühlen bei der Nutzung öffentlicher Bibliotheken und speziell zur Rolle als Bibliotheksstudierende.
Die drei Fokusgruppengespräche wurden online per Zoom durchgeführt und dauerten je ca. 90 Minuten. Aufgrund der potenziellen emotionalen Sensibilität des Themas wurde bei der Gesprächsführung besonderer Wert auf eine respektvolle, offene Atmosphäre gelegt. Die Gespräche verliefen sehr gut. Alle Teilnehmenden beteiligten sich aktiv und teilten offen ihre Gedanken, Erfahrungen und Gefühle – auch wenn diese unangenehm waren oder den Aussagen der Vorredner*innen widersprachen. Die Aufzeichnungen wurden mit dem frei zugänglichen Online-Tool TurboScribe16 transkribiert. Die Transkripte wurden anschließend manuell überprüft, korrigiert und anonymisiert.17 Die Auswertung folgte dem Verfahren der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring;18 die Kategorien wurden teilweise deduktiv, teilweise induktiv gebildet.
Im Folgenden werden die wichtigsten Ergebnisse der Bachelorarbeit in komprimierter Form präsentiert.19 Grundsätzlich zeigten die Gespräche, dass Bibliotheksangst auch unter deutschen Bibliotheksstudierenden von Bedeutung ist. Oft sprachen die Studierenden allerdings nicht von „Angst“, sondern nutzten Wörter wie sich „unwohl“ oder „unsicher“ fühlen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass nicht alle Befragten Unsicherheiten oder Ängste im Zusammenhang mit Bibliotheken empfinden. Einige beschrieben ihre Gefühle im Umgang mit Bibliotheken vielmehr als positiv.
Ebenso wurde deutlich, dass in der älteren Literatur zur Bibliotheksangst oft recht stark pauschalisiert wird. In Studien auf Basis der LAS werden die einzelnen Komponenten typischerweise als „Barrieren“ bezeichnet und automatisch der Bibliotheksangst zugeordnet. Legt man die in Kap. 1 angegebene Definition zugrunde, dann ist freilich nicht jede Barriere bei der Bibliotheksnutzung zugleich ein Zeichen von Bibliotheksangst – zumindest nicht bei allen. Ein Beispiel dafür ist die Abfrage, ob die Regeln in der Bibliothek als zu streng empfunden werden.20 Manche der Befragten beschrieben tatsächlich, dass sie durch als streng empfundene Regeln verunsichert würden und Angst hätten, etwas falsch zu machen. Für andere ist derselbe Aspekt jedoch nicht mit Angst verbunden, sondern stellt schlicht ein Ärgernis dar. Eine klare Grenze zwischen alltäglichen Barrieren bei der Nutzung von Bibliotheken und Bibliotheksangst im engeren Sinne ist deshalb nicht immer leicht zu ziehen.
Ein Thema in den Fokusgruppen war, wie die Studierenden Literaturrecherchen empfinden. Dabei wurde deutlich, dass einige der Befragten zu Beginn oder während des Bearbeitungsprozesses prokrastinieren. Die genannten Ursachen sind teilweise allgemeiner Natur – z. B. Motivationsprobleme oder die Notwendigkeit eines Zeitdrucks, um ins Arbeiten zu kommen – und sind nicht speziell auf Bibliotheksangst zurückzuführen. Manche der Befragten mögen Recherche schlichtweg nicht: „Weil ich es halt einfach nicht gerne mache, was total dumm ist als Bibliothekarin, dass ich nicht gerne recherchiere, aber ich habe da keinen Bock drauf und versuche es zu vermeiden“. Aus der Prokrastination ergeben sich aber oft unangenehme Gefühle, z. B.: „Also ich kann richtig schwer anfangen damit. Ich habe da auch immer ein richtig schlechtes Gefühl“. In der bisherigen Forschung wird ein wechselseitiger Zusammenhang zwischen Prokrastination und Bibliotheksangst beschrieben: Prokrastination kann ein Auslöser von Bibliotheksangst sein, gleichzeitig kann die Bibliotheksangst selbst dazu führen, dass die Recherche vermieden oder hinausgezögert wird.21 Andere Personen berichteten, dass sie grundsätzlich direkt mit der Recherche beginnen würden und sehr motiviert seien, die Aufgabe anzugehen; teilweise mache ihnen dieser Part Spaß.
Eine weitere Ursache für die Prokrastination ist die Angst vor einer zu umfangreichen oder zu niedrigen Quellenlage. Eine geringe Anzahl an Quellen kann zu Demotivation führen. Umgekehrt fühlen sich viele der Studierenden überfordert, wenn es sehr viel Literatur gibt. Das Gefühl von Überforderung kann sowohl im digitalen Raum als auch im Bibliotheksgebäude entstehen, etwa wenn der Medienbestand sehr groß ist oder aufgrund der Raumaufteilung sehr groß wirkt. So wurde berichtet: „Das ist einfach die Masse an Wissen, an Geschichten, die es da drin gibt, und die ich alle noch nicht kenne, die mich manchmal so erschlägt irgendwie, wo ich mich dann unsicher fühle und mich frage und mir denke: Gehöre ich hier überhaupt hin? Ich kenne ja den Großteil der Werke hier gar nicht. Ist das etwas, was ich verpasst habe, was ich noch irgendwie nachholen muss? Also manchmal fühle ich mich ziemlich überfordert.“
Viele der Befragten gaben an, Online-Quellen gegenüber analogen Medien zu bevorzugen. Dies stellt jedoch keine Form der Vermeidung dar, um nicht in die Bibliothek gehen zu müssen, sondern beruht überwiegend auf den praktischen Vorteilen digitaler Literatur. Dazu zählen vor allem die Durchsuchbarkeit von Dokumenten, der zeit- und ortsunabhängige Zugriff sowie die Möglichkeit, mit dem PDF zu arbeiten: „Man kann halt Sachen drin markieren, kopieren, sich digitale Klebezettel dranhängen, also eigentlich alles Mögliche.“ Andere Teilnehmende wiederum bevorzugen das Arbeiten mit Printmedien, da sie diese als übersichtlicher empfinden und besser damit umgehen können. Viele, die aufgrund der Vorteile E-Medien für ihre wissenschaftliche Arbeit bevorzugen, greifen beim Lesen von Unterhaltungsliteratur auf Printmedien zurück.
Kann auf eine Quelle nicht oder nur umständlich zugegriffen werden (z. B. wegen einer Paywall), führt dies häufig zu Frustration und ggf. zum Verzicht darauf, falls mehrere Zugangswege scheitern. Ein solcher Verzicht ist jedoch nicht auf Bibliotheksangst zurückzuführen, sondern ein Beispiel für allgemeine Hürden der Bibliotheksnutzung. Ebenso wurde nicht über Gefühle von Unwohlsein bei der Nutzung von Magazinbestand oder Fernleihbestellungen berichtet.
Ein zentraler Faktor für die Befragten ist die Atmosphäre in der Bibliothek. Mehrere Studierende berichteten davon, gerne in Bibliotheken zu gehen und diese zu mögen. Vor allem beim Besuch neuer Einrichtungen beschrieben Teilnehmende aber auch Hemmungen oder das Gefühl, nicht dazuzugehören und nicht dort sein zu dürfen, z. B.: „Wenn ich in eine Bibliothek gehe, die ich nicht kenne, (…) da habe ich immer so das Gefühl, ich gehöre da nicht hin, ich darf mich da nicht aufhalten.“ Für viele macht die Bibliothekssparte einen Unterschied, was vor allem an der unterschiedlichen Nutzungsintention zu liegen scheint: Wissenschaftliche Bibliotheken (WBs) richten sich an eine bestimmte Zielgruppe und werden nur im Kontext des Studiums besucht, öffentliche Bibliotheken (ÖBs), die grundsätzlich allen offen stehen, in der Freizeit zur Unterhaltung. „Ich möchte mich hier entspannen, ich möchte hier runterkommen, das ist meine Freizeit. Ich gucke, was ich hier lesen kann, was ich spannend finde und nicht dieser Druck von (…) ich brauche jetzt irgendwas für die Uni.“ Insgesamt wird die Atmosphäre an ÖBs als angenehmer und einladender empfunden, was teilweise auch an positiven Erfahrungen aus der Zeit vor dem Studium liegt. WBs wurden im Vergleich als strenger und weniger zugänglich beschrieben. Auch Stille und strikte Regeln wurden von einigen als bedrückend empfunden, z. B.: „Es war wirklich in den Unibibliotheken (…) dieses Gefühl von, ich will um Gottes Willen kein Geräusch machen. Es ist sehr ruhig, ich finde das sehr drückend, diese Stille.“ Einige Befragte betonten jedoch, dass für sie der Bibliothekstyp keinen Unterschied mache. So meinte eine Person, dass man sich „auch in einer großen öffentlichen Bibliothek total verloren fühlen“ könne, und eine andere wies darauf hin, dass sie auch ÖBs erlebt habe, die „einen total strengen Ton hatten“, und WBs, „wo es eher lockerer ist“.
Architektonisch gelungene und schön eingerichtete Bibliotheken werden nachvollziehbarerweise besonders geschätzt. Für eine Person war etwa die Nutzung einer WB mit viel Sichtbeton mit Gedanken an „was eher Düsteres, (…) eher so bedrückend“ verbunden, während sie eine andere WB, „die so ein bisschen mehr Licht hat“, mit positiveren Gefühlen assoziiert. Der erste Eindruck wird als prägend beschrieben: „Wie wirkt denn der Raum, wenn man da jetzt so reingeht? Also sieht man da gleich von der Tür aus jemanden oder ist das irgendwie ein bisschen einschüchternd?“ Ein Teilnehmer beschrieb seine Erfahrung in einer Stadtbibliothek: „Da macht man irgendwie erst mal so eine alte richtig knarzende Holztür auf und geht dann da rein. Und wenn man drin ist, noch mal drei Treppenstufen hoch und dann sieht man erst Personal. Also da kommt man sich auch am Anfang erstmal ein bisschen irgendwie verloren vor.“ Manche Personen empfinden kleinere Bibliotheken als angenehmer und große Bibliotheken als unübersichtlich: „Es ist eine große Bibliothek, vielleicht nochmal mit mehreren Stockwerken, ist es vielleicht auch schwierig, da was zu finden. Dann fühlt man sich schon unsicher, da jetzt rumzugehen.“ Auch ein klares Leitsystem und eine gute Beschilderung sind wichtig: „Wenn ich dann auf den ersten Blick nicht irgendwie erblicken kann, wie ich wo was finde, dann fängt die erste Unsicherheit an.“
Eine große Rolle spielt die Vertrautheit mit der jeweiligen Bibliothek, der angewendeten Systematik und den organisatorischen Abläufen. Entsprechend ist für viele der erste Besuch einer Bibliothek schwierig: „Ich fühle mich auch grundsätzlich immer etwas unwohl, wenn ich ein neues Bibliotheksgebäude betrete (…), einfach weil ich tatsächlich nicht alle Systematiken (…) im Kopf habe“. Dazu kommt bei einigen eine weitere Angst: „Man will ja auch nicht so unsicher wirken. Man will ja auch nicht, dass es andere irgendwie bemerken, (…) man will halt so nicht auffallen, dass man sich nicht auskennt in der Bibliothek irgendwie“. Daraus ergibt sich bei vielen der Wunsch, möglichst viele Informationen schon vorab erhalten zu können: Wenn auf der Website „schon viel Informationen zu den Abläufen, (…) vielleicht auch ein Lageplan oder irgendwas ist, würde mir das schon helfen, da einfach mit mehr Sicherheit reinzugehen“. Auch die Option eines virtuellen Rundgangs wurde angesprochen sowie vor Ort beispielsweise ein Lageplan und Informationen direkt am Eingang. Das Gefühl des Unwohlseins lässt typischerweise nach, je besser sich die Betroffenen in der Bibliothek auskennen. Auch empfinden keineswegs alle Befragten Unwohlsein – selbst, wenn die Bibliothek neu für sie ist und sie die Abläufe nicht kennen.
Als bevorzugten Arbeitsort gaben die Teilnehmenden der Interviews entweder zu Hause, die Bibliothek oder beides an. Diejenigen, die lieber zu Hause arbeiten, berichteten davon, dass sie die Atmosphäre in Bibliotheken als unangenehm – z. B. „gruselig“ und „komisch“ – empfänden. Sowohl Stille als auch typische Bibliotheksgeräusche wie das Rascheln von Papier können als störend und die Konzentration beeinträchtigend wahrgenommen werden. Manchen Teilnehmenden ist es unangenehm, von anderen wahrgenommen zu werden und gleichzeitig andere durch ihr Dasein zu stören: „Ich traue mich gar nicht, irgendwie was zu machen, weil ich halt die Leute um mich herum auch nicht stören will.“ Andere erleben die Arbeitsatmosphäre in der Bibliothek hingegen als angenehm. Der stille Raum, in dem alle anderen ebenso wie sie selbst arbeiten, gibt ihnen ein Arbeitsgefühl, durch das sie sich besser konzentrieren können: „Wenn ich in die Bibliothek gehe, dann ist das wie, ich gehe zur Arbeit, dann ist es, was ich machen muss da, dann mache ich das auch.“
Das Bibliothekspersonal wird als ein wichtiger, teilweise sogar als der wichtigste Bestandteil einer Bibliothek beschrieben, der auch nicht durch Künstliche Intelligenz o. Ä. ersetzt werden könne, z. B.: „Ich fände es ganz furchtbar, wenn da nur noch irgendwelche Roboterdinger, PC, also sowas stehen würde. Weil ich finde, gerade durchs Gespräch, da kommt ja schon noch ganz viel zustande (…), wenn das wegfallen würde, da würde man schon viel verlieren.“
Das Auftreten und die Ausstrahlung des Bibliothekspersonals beeinflussen deshalb maßgeblich, ob sich die Besucher*innen willkommen und wohlfühlen. Der erste Eindruck ist besonders wichtig. Eine Person erläuterte ihre Erfahrung, „dass der Erstkontakt meistens auch sehr prägend ist und der Eindruck, ob eine Bibliothek jetzt freundlich ist oder nicht, eben auch stark mit dem Erstkontakt steht und fällt“. Als positiv wird Personal empfunden, das eine offene und freundliche Haltung zeigt und etwa „mit einem Lächeln“ da steht oder „guten Morgen sagt“; auch eine gut sichtbare Infotheke ist wichtig.
Wirkt das Personal eher unfreundlich, schlecht gelaunt oder sehr beschäftigt, führt dies bei einigen zu Verunsicherungen. Sie gehen dann nur sehr ungern oder auch gar nicht auf die Bibliothekar*innen zu: „Wenn man dann halt an der Theke schon so jemanden sitzen sieht, der, wenn man den was fragt, einen total böse anguckt, bin ich dann immer schon ein bisschen eingeschüchtert und frage lieber nichts mehr.“ Teilweise wurden auch prinzipielle Hemmungen beschrieben, bei Problemen auf das Bibliothekspersonal zuzugehen, z. B.: „Obwohl ich ja weiß, dass es denen ihr Job ist und die dafür da sind (…), dass ich sage, ich will die ja jetzt nicht stören.“ Auch von negativen Erfahrungen wurde berichtet, z. B.: „Da hatte ich den Eindruck, sie denkt, ich bin blöd, weil ich das jetzt nicht hinkriege, obwohl ich da jetzt noch nie war.“ Das Gefühl des Unwohlseins kann so weit gehen, dass Teilnehmende lieber auf ein benötigtes Buch verzichten als eine*n Mitarbeiter*in um Auskunft zu bitten. Eine Befragte erläuterte, dass es für sie meist kein Problem sei, jemanden zu fragen. An einem schlechten Tag aber „würde ich tatsächlich auch das Gebäude wieder verlassen, ohne dieses Buch, wenn ich einfach nicht den Mut habe, jemanden anzusprechen“. Eine Person berichtete von ihrer Erfahrung in einer kleinen Bibliothek, wo sie sich vom Personal „immer beobachtet gefühlt“ habe und befürchtete, man werde „vielleicht auch danach beurteilt, was man ausleiht“.
Andere Teilnehmende hingegen beschreiben positive Erlebnisse mit Bibliothekspersonal und empfinden es als selbstverständlich, sich bei Fragen an die Mitarbeitenden zu wenden: „Wenn ich das nicht weiß, habe ich da persönlich auch keine Hemmungen nachzufragen, weil ich ja auch weiß, das ist der Job von den Leuten da, wenn ich was nicht finde, dann frage ich nach.“ Auch eigene berufliche Praxiserfahrung kann dabei eine Rolle spielen, z. B.: „Ich arbeite selber in einer Bibliothek und finde es toll, wenn einfach Leute auf mich zukommen und dann ihre Fragen loswerden.“ Über angenehmen Austausch mit dem Personal wird beispielsweise so berichtet: „Ich würde auch fragen, ich mag aber auch menschliche Interaktion, also ich habe damit kein Problem. Und in der Regel kann es ja auch witzig sein, interessant, man lernt was, ein bisschen schnacken. Warum nicht?“
Alle Teilnehmenden der Interviews brachten einschlägige Vorerfahrungen und Kenntnisse im Bibliotheksbereich mit. Sie besuchten entsprechende Kurse im Studium und verfügten über Praxiserfahrung, etwa durch eine vorhergehende FaMI-Ausbildung, durch Nebenjobs oder Praktika.
Dies führt bei einem Teil der Befragten zu einem starken Leistungsdruck, da sie das Gefühl haben, sich als Bibliotheksstudierende besonders gut auskennen zu müssen – selbst dann, wenn sie eine Bibliothek zum ersten Mal besuchen. Eine Person formulierte es so: In einer WB „zögere [ich] teilweise wirklich nachzufragen (…), wo irgendwas steht, weil ich denke mir, hey, du hast doch sieben Semester Informationswissenschaften studiert. Du müsstest doch wissen, wie das alles hier funktioniert.“ Eine andere Person ergänzte: „Egal wie schnell ich das finden würde, es wäre trotzdem nicht schnell genug, (…) es ist einfach nur so ein Leistungsdruck, den man sich da vielleicht macht oder den ich mir mache.“ Weiter berichtete sie von einem „Gefühl, beurteilt zu werden“; „niemand sieht mir jetzt ja an, dass ich Informationswissenschaften studiere, aber trotzdem ist das irgendwie so dieser Leistungsgedanke, (…) ich studiere das, ich muss jetzt ja auch wissen, wo das Buch steht.“ Sie habe „noch nie jemanden in einer Wissenschaftlichen Bibliothek was gefragt“. Eine andere Person betonte, Bibliotheken zu mögen, aber trotzdem einen Druck zu spüren wegen des Gefühls, „dass ich mich da immer super auskennen müsste. Und wenn das dann nicht der Fall ist, dann fühle ich mich unsicher, bisschen schlecht.“ Besonders hoch kann der Druck sein, wenn man in einer Bibliothek als Bibliotheksstudierende*r bekannt ist: „In unserer Bibliothek (…) bin ich auch manchmal so ein bisschen unsicher, die Leute da zu fragen, weil die wissen, dass ich meinen Studiengang studiere, (…) und dann fühle ich mich dann manchmal so ein bisschen blöd, wenn ich nachfrage. Also ich weiß, dass sie nicht so denken, dass sie irgendwelche Urteile machen oder so, aber ich fühle mich dann im ersten Moment auch schon ein bisschen komisch, wenn ich dann nachfrage.“ Ähnlich äußerte sich eine andere Person: „Wenn die [Mitarbeitenden] jetzt nicht wissen, dass ich FaMI bin und angehende Bibliothekarin, dann habe ich da auch weniger Schiss vor (…). Aber wenn ich jetzt bei mir in der Bibliothek anfragen müsste, weil ich zum Beispiel bei der Recherche nicht weiterkäme, dann wäre ich echt so, willst du die jetzt wirklich fragen, willst du das tun?“
Einige der Befragten verspürten einen besonderen Druck jedoch nur am Anfang des Studiums. Andere sagten, dass die Vorkenntnisse ihre Gefühle bei der Bibliotheksnutzung positiv beeinflussen würden, so wie es eine Person ausdrückt: „Alleine durchs Studium kennt man die Abläufe und die Systeme (…) und dadurch wird es halt einfach einfacher und natürlich nimmt es dann auch Hemmungen, um Bibliotheken zu besuchen und als Informations- und Aufenthaltsort auch so zu nutzen“. Auch waren viele der Studierenden selbst schon an der Informationstheke tätig und können sich daher gut in die Rolle des Personals hineinversetzen. Dies wurde z. B. so formuliert: „Aber wenn da so dann in diesen drei Auskunftsstunden zehn Leute überhaupt kommen, dann ist man ja eigentlich schon dankbar für jede Anfrage, egal welcher Natur. Und das nimmt schon die Angst.“ Andere Teilnehmende berichteten, dass ihnen bewusst sei, trotz des Studiums nicht alles wissen zu können und dass sie daher bei der Bibliotheksnutzung keine Hemmungen verspürten.
Wie die Interviews mit Studierenden aus fünf Hochschulen gezeigt haben, kommt Bibliotheksangst bei Bibliotheksstudierenden in Deutschland durchaus vor. Jedoch sind nicht alle Befragten davon in gleicher Weise betroffen und manche auch gar nicht – sie äußerten vor allem positive Gefühle und Gedanken im Umgang mit Bibliotheken. Auch kann ein und dieselbe Situation sowohl Angst als auch Freude auslösen. So freuen sich einige der Studierenden darüber, neue Bibliotheken kennenzulernen, während sich andere in einer fremden Bibliothek fehl am Platz fühlen. Überdies ist es nicht automatisch auf Bibliotheksangst zurückzuführen, wenn die Bibliothek vor Ort nicht genutzt wird; dies kann auch andere Ursachen haben (z. B. die bevorzugte Nutzung von Online-Ressourcen aus praktischen Gründen).
Die Atmosphäre in der Bibliothek ist ein ausschlaggebender Faktor für die Gefühle der Studierenden. Sie wird insbesondere durch das Personal, die räumlichen Gegebenheiten und die Gesamtwirkung des Raums sowie die Stille beeinflusst. Eine zu große Informationsmenge kann überfordernd wirken – sowohl vor Ort als auch im digitalen Raum. Aber auch die Nutzungsintention und das Wissen über eine Bibliothek haben einen Einfluss auf das Wohlbefinden. Tendenziell ist eine geringere Angst bei der Nutzung von ÖBs zu beobachten als bei der von WBs. Vorkenntnisse und Vorerfahrungen erleichtern einerseits die Bibliotheksnutzung, führen aber andererseits bei manchen Befragten zu mehr Unwohlsein: Diese verspüren einen gewissen Druck, sich als Bibliotheksstudierende besonders gut in Bibliotheken auskennen zu müssen.
Welche Folgerungen lassen sich aus den Ergebnissen für die Praxis ziehen – nicht nur mit Blick auf Bibliotheksstudierende, sondern auch auf andere Nutzer*innen? Insbesondere sollten alle Bibliothekar*innen über die Existenz von Bibliotheksangst Bescheid wissen und dafür sensibilisiert werden. Kenntnisse über Bibliotheksangst können dabei helfen, das Verhalten und die Bedürfnisse mancher Nutzer*innen – die sich z. B. schwer damit tun, an der Informationstheke zu fragen – besser zu verstehen, ihre Unsicherheiten nachzuvollziehen und gezielter darauf einzugehen. Dazu kann auch gehören, Nutzer*innen selbst auf das Thema Bibliotheksangst aufmerksam zu machen, damit diese ihre Gefühle einordnen können – und dadurch vielleicht auch Wege finden, besser damit umzugehen.
Unterschwellig ist das Phänomen sicher vielen Kolleg*innen aus ihrer Praxis bewusst; es sollte jedoch auch explizit in der allgemeinen Fachdiskussion, bei der Ausbildung von FaMIs und in bibliothekarischen Fortbildungen sowie in den Lehrveranstaltungen einschlägiger Studiengänge thematisiert werden. Nicht zuletzt können betroffene Bibliotheksstudierende dadurch erfahren, dass ihre Gefühle nichts Ungewöhnliches sind und nichts, wofür sie sich schämen müssten. Alleine das Wissen, mit solchen Angstgefühlen nicht alleine zu sein, könnte dabei helfen, Bibliotheksangst zu verringern.
Darüber hinaus sollten Bibliotheken prüfen, ob bzw. wie sie durch gezielte Maßnahmen die Bibliotheksangst von Nutzer*innen verringern und deren Wohlbefinden fördern können. Viele Aspekte, die in den Interviews angesprochen wurden, sind zwar allgemein bekannt – etwa dass freundliches und zugewandtes Personal oder ein gutes Leitsystem die Zufriedenheit der Nutzer*innen erhöhen. Doch kann der Blick auf das Thema Bibliotheksangst dazu motivieren, an solchen Punkten weiterzuarbeiten – beispielsweise an der Optimierung der Raumgestaltung, dem Standort von Informationstheken, der Beschriftung von Regalen oder der Platzierung von Hinweisschildern und anderen Informationen.
Um das Entstehen von Bibliotheksangst zu vermeiden, können auch Punkte an Bedeutung gewinnen, die sonst nur als „nice to have“ eingeschätzt werden. So kann es Betroffenen beim ersten Besuch einer Bibliothek sehr helfen, wenn sie sich im Vorhinein möglichst umfassend auf der Website informieren können, beispielsweise durch einen Lageplan oder einen virtuellen Rundgang durch die Bibliothek. Man kann sich dann schon vorab – unbeobachtet und in der Sicherheit des eigenen Zuhauses – mit den Räumlichkeiten vertraut machen.
Die Untersuchung von Bibliotheksangst unter Bibliotheksstudierenden hat aufschlussreiche Ergebnisse erbracht. Das qualitative Forschungsdesign hat dabei deutliche Vorteile gegenüber den klassischen Fragebogen-Studien gezeigt. Weitere qualitative Untersuchungen zu Bibliotheksangst bei anderen Gruppen von Nutzer*innen wären wünschenswert. Eine interessante Frage wäre zudem, ob auch Bibliothekar*innen, die bereits in der Berufspraxis stehen, in bestimmten Situationen (z. B. in einer für sie neuen Bibliothek) Formen von Bibliotheksangst erleben.
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