Liebe Leser*innen,
nach der BiblioCon 2024 in Hamburg traf sich die bibliothekarische Community vom 24. bis 27. Juni 2025 wieder in einer Hansestadt – diesmal in Bremen. Beim 9. Bibliothekskongress – zugleich 113. BiblioCon – stellten die veranstaltenden Verbände mit dem Motto #BibliothekenEntschlossenDemokratisch ganz bewusst die Rolle von Bibliotheken als Orte demokratischer Bildung, kultureller Vielfalt und sozialer Teilhabe in den Mittelpunkt.
Die BiblioCon, dieses Mal als Bibliothekskongress, veranstaltet vom Dachverband Bibliothek & Information Deutschland (BID) in Kooperation mit den beiden Personalverbänden VDB – Verein Deutscher Bibliothekarinnen und Bibliothekare und Berufsverband Information Bibliothek (BIB), erwies sich erneut als die zentrale bibliothekarische Veranstaltung im deutschsprachigen Raum. Mit insgesamt 3.796 angemeldeten Teilnehmer*innen, davon 432 aus dem Ausland, trug sie ganz wesentlich zum fachlichen und persönlichen Austausch in der Community bei.
Die Organisator*innen hatten im Vorfeld mit einem Call for Papers um Einreichungen von Vortrags- und Veranstaltungsvorschlägen bis Dezember 2024 gebeten. Im Frühjahr 2025 folgten Aufrufe zur Einreichung von Postern sowie zu Beiträgen für die Reihe #Freiraum25. Diese bietet die Möglichkeit, mit kurzem zeitlichen Vorlauf aktuelle Themen zu präsentieren. Thematisch sollten sich alle Beiträge an den nachfolgenden Themenkreisen orientieren:
Themenkreis 1: Demokratie gestalten
Themenkreis 2: Bibliothek als Organisation und Umfeld
Themenkreis 3: Perspektivwechsel – Bibliotheken, Kooperationen und Partnerschaften
Themenkreis 4: Bibliotheken – Services und Angebote
Themenkreis 5: Digitalität und KI
Themenkreis 6: Kulturgut und Kulturdaten erhalten und aktivieren
Wie schon in den Vorjahren, so hatte auch dieser Call zahlreiche Einreichungen zur Folge, aus denen seitens des Programmkomitees ein umfangreiches und vielfältiges Programm zusammengestellt wurde. Insgesamt gab es ca. 300 Veranstaltungen bzw. Veranstaltungsblöcke, darunter 71 Sessions in den Themenkreisen, 73 Hands-on Labs, 38 öffentliche Arbeitssitzungen, 34 Veranstaltungen im #Freiraum25 und 14 Podiumsdiskussionen.
Im Vorfeld der Tagung wurde – wie es schon seit 2014 Tradition ist – von o-bib dazu eingeladen, ausformulierte Texte mit Bezug zu den Veranstaltungen für den virtuellen Tagungsband einzureichen.1 Im Call wurden ausgearbeitete Beiträge in den folgenden zwei Formaten erbeten:
auf Vorträgen beruhende Fachaufsätze mit wissenschaftlichem Anspruch, die auch die einschlägige Fachliteratur aufgreifen (mit Peer Review)
auf Vorträgen beruhende Praxisberichte, z.B. Darstellungen einzelner Projekte oder spezifischer Entwicklungen an einer bestimmten Bibliothek (mit Review durch die Herausgebenden von o-bib)
Bei der Auswahl der zur Veröffentlichung angenommenen Beiträge sollten dabei jene Praxisberichte bevorzugt werden, die innovative, besonders gelungene oder anderweitig bemerkenswerte Lösungen oder Entwicklungen vorstellen, die längerfristige Relevanz haben und über den Kreis der Spezialist*innen hinaus von breiterem Interesse sind. Vorgestellte Projekte sollten sich bereits in einem fortgeschrittenen Stadium befinden oder abgeschlossen sein. Als ein weiteres Auswahlkriterium sollte – auch mit Blick auf den redaktionellen Aufwand des ehrenamtlich agierenden o-bib-Teams – die textuelle und sprachliche Qualität der Beiträge herangezogen werden.
Mit diesen Spezifizierungen wurde auf die Vielzahl der im Vorjahr eingegangenen Beiträge insbesondere in den Rubriken Praxisberichte und Veranstaltungsberichte reagiert. Auf die Veröffentlichung von Veranstaltungsberichten, Berichten bzw. Zusammenfassungen zu Sessions, Workshops, Podiumsdiskussionen etc. wurde diesmal bewusst verzichtet, zumal es dafür auch andere Möglichkeiten zur Veröffentlichung gibt.
Die Reaktionen auf diesen Call waren ungebrochen positiv, sodass knapp 50 Beiträge – schwerpunktmäßig Praxisberichte – zur Veröffentlichung angemeldet wurden. Aus diesen wurden ca. 40 ausgewählt und die Autor*innen zur Einreichung von Texten eingeladen.
Auch wenn nicht alle diese Beiträge letzten Endes tatsächlich eingegangen sind, so werden doch ca. 35 Beiträge zur Bremer Tagung in o-bib veröffentlicht werden können. Ein Großteil davon erscheint in der hier vorliegenden Ausgabe 4/2025. Einige konnten sogar schon in Ausgabe 3/2025 veröffentlicht werden und weitere werden in der Ausgabe 1/2026 folgen. Wie im vergangenen Jahr werden aus pragmatischen Gründen die fachwissenschaftlichen Beiträge nicht mehr in einer gesonderten Rubrik „Kongressbeiträge“, sondern in der allgemeinen Rubrik „Aufsätze“ geführt. Bei allen Beiträgen wird der Bezug zur jeweiligen Veranstaltung mittels einer entsprechenden Fußnote dokumentiert.
Erneut wurde eine Reihe englischsprachiger Beiträge eingereicht, was für eine zunehmend internationale Orientierung der Autor*innen bzw. auch der BiblioCon insgesamt spricht. Die o-bib-Redaktion kann bei der redaktionellen Bearbeitung dieser Texte inzwischen auf zusätzliche Unterstützung zurückgreifen: Seit dem Spätsommer 2025 entlastet eine Anglistin in der Funktion einer Assistentin der Chefredaktion die ehrenamtlich tätigen Redakteur*innen und Herausgebenden von o-bib.
Neben den Beiträgen mit Bezug zum Bibliothekskongress 2025 erscheinen in dieser Ausgabe weitere Fachaufsätze, Praxis- und Tagungsberichte, die Mitteilungen der DFG, ein Bericht der VDB-Baukomission sowie eine Rezension.
Dank des ehrenamtlichen Einsatzes unseres Redaktionsteams und der Mitarbeitenden im Referat Elektronisches Publizieren der LMU-Bibliothek konnte und kann Ihnen, liebe Leser*innen, diese Ausgabe von o-bib zur Verfügung gestellt werden. Allen beteiligten Kolleg*innen sowie den externen Gutachter*innen sei deshalb an dieser Stelle explizit für ihr großes Engagement sowie die investierte Zeit und Mühe sehr herzlich gedankt! Sie alle haben auf unterschiedliche Art und Weise, aber in jedem Fall ganz wesentlich dazu beigetragen, die Bremer BiblioCon in dieser Form dauerhaft zu dokumentieren.
Für das o-bib-Team