Nr. 3 (2025)
DOI: 10.5282/o-bib/6189

Bibliothekarischer Brückenschlag

Rückblick auf die deutsch-tschechische Partnerland-Initiative

1. Einleitung

Alle drei Jahre benennt Bibliothek & Information Deutschland (BID) anlässlich des Bibliothekskongresses ein Partnerland, das in den folgenden drei Jahren im Mittelpunkt der internationalen Aktivitäten des Verbands steht. Die offizielle Präsenz dieses Landes beim Kongress markiert den Auftakt der sogenannten Partnerland-Initiative, deren Ziel es ist, die fachlichen Beziehungen zwischen den Bibliothekswesen beider Länder nachhaltig zu intensivieren.

Durch Fachaufenthalte, Studienreisen, gegenseitige Kongressteilnahmen sowie gemeinsame analoge und digitale Veranstaltungen wird ein Rahmen geschaffen, in dem Bibliothekslandschaften, Arbeitsweisen und Fachkulturen einander nähergebracht und aktuelle Themen gemeinsam diskutiert werden können.

2022 startete das Partnerland-Programm mit der Tschechischen Republik, im Jahr 2025 endete es mit dem Bibliothekskongress in Bremen. Nachdem Lettland das östliche Nachbarland nun abgelöst hat, werfen wir einen Blick zurück auf die vergangenen drei Jahre.1

2. Von der Kongresspräsenz zur strategischen Partnerschaft

Seit 2007 präsentieren sich im Dreijahresrhythmus Partnerländer auf den Bibliothekskongressen. Den Auftakt machte Dänemark, gefolgt von Spanien im Jahr 2010 und der Türkei im Jahr 2013. Bereits während der Zusammenarbeit mit der Türkei entstand 2011 die Idee, das ursprünglich auf den Kongress begrenzte Format weiterzuentwickeln und in eine dreijährige Partnerschaft zu überführen.

In einer gemeinsamen Erklärung bekräftigten beide Seiten, regelmäßige Aktivitäten zwischen bibliothekarischen und informationswissenschaftlichen Einrichtungen beider Länder durchzuführen. Ziel war es, durch fachlichen Austausch und gegenseitige Beratung in aktuellen Fragen das Bibliotheks- und Informationswesen beider Länder weiterzuentwickeln. In der Pilotphase wurden unter anderem eine Studienreise türkischer Fachkräfte nach Deutschland organisiert, eine gemeinsame Onlinepräsenz aufgebaut und wechselseitige Kongressbesuche realisiert.

Um eine breitere Vernetzung mit dem Partnerland zu ermöglichen, wurde beschlossen, künftige Programme jeweils mit dem Bibliothekskongress zu beginnen und über einen Zeitraum von drei Jahren zu gestalten. In diesem Rahmen folgten als Partnerländer die Vereinigten Staaten von Amerika (2016), die Niederlande (2019) und schließlich die Tschechische Republik (2022).

Der inhaltliche Austausch mit dem Partnerland beginnt bereits im Rahmen des Bibliothekskongresses. Das Partnerland hat die Möglichkeit, sich mit einem Stand in der Firmenausstellung zu präsentieren und aktiv zum Kongressprogramm beizutragen.

Die Tschechische Republik präsentierte sich 2022 mit einem umfangreichen Stand, der vielfältige Einblicke in die nationale Bibliothekslandschaft bot. Darüber hinaus bereicherte sie das Kongressprogramm durch Fachbeiträge zu Themen wie Open Science2, Bibliotheken als Treiber gesellschaftlichen Wandels3, Perspektiven für Web Archive Data Research4, Diversität im Bibliothekswesen5 und Maschinelles Lernen.6

3. Organisatorisches Fundament der Partnerschaft

Die Partnerland-Initiative stützte sich auf eine gemeinsame Vereinbarung, die von Repräsentant*innen der jeweiligen bibliothekarischen Verbände unterzeichnet wurde. Für die deutsche Seite übernahm Sabine Homilius, Präsidentin von BID (2019–2025), die Unterzeichnung. Für die Tschechische Republik zeichnete Tomáš Řehák, Vorsitzender des tschechischen Bibliotheksverbands SDRUK, verantwortlich.

In der Vereinbarung wurden zentrale Ziele für die dreijährige Kooperation definiert: die Stärkung der Verbindung zwischen dem deutschen und dem tschechischen Bibliothekswesen, die Förderung des fachlichen Austauschs sowie der Aufbau nachhaltiger und beidseitig gewinnbringender Partnerschaften zwischen Institutionen und Einzelpersonen. Zur Koordination dieser Ziele wurden nationale Arbeitsgruppen in beiden Ländern eingerichtet, ergänzt durch eine gemeinsame länderübergreifende Arbeitsgruppe.

Zur Umsetzung der Ziele wurden folgende Maßnahmen vereinbart: regelmäßige Beiträge in Fachpublikationen beider Länder, gemeinsame Online-Veranstaltungen, Studienreisen und Fachaufenthalte, das jährlich thematisch ausgerichtete Programm Librarian in Residence (LiR) sowie die Entwicklung eines gemeinsamen Logos zur einheitlichen Außendarstellung der Initiative.

Obwohl das Projekt institutionell bei BID verortet ist, oblag die fachliche Koordination der deutschen Arbeitsgruppe dem Arbeitsbereich Internationale Kooperation des Kompetenznetzwerks für Bibliotheken (knb). Die Arbeitsgruppe setzte sich zusammen aus Entsandten von BID und BI International (BII), Vertreter*innen des Goethe-Instituts sowie weiteren Akteur*innen aus der deutschen Bibliothekslandschaft. Monatliche virtuelle Treffen dienten der Projektplanung und dem Austausch. Die Ergebnisse flossen in regelmäßige bilaterale Online-Treffen mit den tschechischen Kolleg*innen ein.

Die Mitarbeit in den Arbeitsgruppen erfolgte, abgesehen von der inhaltlichen Koordination durch knb und der Unterstützung durch die Geschäftsführung von BID/BII, auf ehrenamtlicher Basis. Finanziert wurden die Aktivitäten durch Mittel des Goethe-Instituts (u. a. Deutsche Bibliothekar*innen ins Ausland (DeBiA)), Zuschüsse von BII, den Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds sowie auf tschechischer Seite durch Förderungen von SDRUK und ERASMUS+.

4. Begegnungen, Fachaufenthalte und gemeinsame Themen

Die Partnerland-Initiative mit der Tschechischen Republik begann im Jahr 2022 und somit nach der Corona-Pandemie. Während das Programm mit dem vorherigen Partnerland, den Niederlanden, unter Reiseeinschränkungen litt und viele Austausche auf virtuelle Formate verlegt oder vollständig abgesagt werden mussten, war das neue Programm von solchen Unwägbarkeiten nicht betroffen.

Aus Deutschland wurden insgesamt sechs Personen im Rahmen des Formats Librarian in Residence in die Tschechische Republik entsandt. Während dieser Aufenthalte lag der fachliche Fokus auf den Themen Deutsch-tschechische (Bibliotheks-)Partnerschaften (2022), Medienkompetenz 2.0 (2023) und Digital Citizenship (2024). Im Gegenzug besuchten im Jahr 2024 tschechische Kolleg*innen deutsche Gastbibliotheken mit dem Schwerpunkt auf medialer und digitaler Kompetenz. Sechs Bibliotheksmitarbeitende absolvierten jeweils einwöchige Praktika. Bereits 2022 hatte eine Kollegin aus Pilsen innerhalb von fünf Tagen sieben Bibliotheken im Bayerischen Wald besucht und eine weitere Kollegin verbrachte zwei Wochen in der Stadtbibliothek Pirna. Ergänzend reiste ein tschechischer Bibliothekar außerhalb des LiR-Programms eigenständig und unterstützt durch ein Stipendium von BII nach Köln.

Von deutscher Seite aus wurden zwei Studienreisen in die Tschechische Republik organisiert: 2023 besuchte eine Gruppe von 14 Bibliotheksmitarbeitenden öffentliche Bibliotheken in Ústí nad Labem, Olomouc, Havlíčkův Brod und Prag und nahm am tschechischen Bibliothekskongress in Olomouc teil. Dabei trugen einige Teilnehmende spontan einen Beitrag zum Programmpunkt „Young“ bei. Begleitet wurde die Gruppe von zwei tschechischen Kolleginnen. 2024 folgte eine weitere Reise mit 14 Teilnehmenden aus wissenschaftlichen Bibliotheken, die akademische Einrichtungen in der Tschechischen Republik besuchten. Auf tschechischer Seite reisten 2023 vier Bibliothekar*innen im Rahmen einer selbst organisierten Studienreise nach Süddeutschland, finanziert durch ein Stipendium von BII. Im Mai 2024 folgte eine größere Delegation von rund 50 Kolleg*innen, die unter anderem Bibliothekseinrichtungen in München und Reutlingen besuchten.

Der tschechische Bibliotheksverband SDRUK lud darüber hinaus jährlich eine deutsche Keynote-Sprecherin zum tschechischen Bibliothekskongress ein und übernahm 2024 die Finanzierung der Teilnahme zweier deutscher Stipendiat*innen.7 Umgekehrt lud BID vom Bibliothekskongress 2022 bis 2025 insgesamt 21 tschechische Kolleginnen und Kollegen zur Teilnahme in Deutschland ein. Nicht nur zum Auftakt in Leipzig bereicherten diese das Programm, auch bei den BiblioCons in Hannover und Hamburg waren sie mit Beiträgen vertreten, etwa zu Themen wie „Kreative Werkstätten als Unterstützung der Medien- und Technologieausbildung für Community Building“ oder „Bibliotheksdaten in Wikimedia-Projekten“8. Ein besonderes Highlight bildete die Podiumsdiskussion beim Bibliothekskongress 2025 in Bremen: Expert*innen aus dem alten und neuen Partnerland diskutierten gemeinsam mit einer deutschen Vertreterin unter der Moderation von Karen Schmohl, der designierten Präsidentin von BID, über Herausforderungen bibliothekarischer Arbeit unter politischem Einfluss.

Einige Mitglieder der beteiligten Arbeitsgruppen trafen sich 2023 und 2024 zusätzlich zu den monatlichen virtuellen Treffen auch persönlich. 2023 fand das Treffen in Weiden in der Oberpfalz, 2024 in Chomutov statt. Neben dem intensiveren fachlichen Austausch ermöglichte dies auch Besuche von Bibliotheken im deutsch-tschechischen Grenzgebiet.

Im Frühjahr 2025 führten BID und SDRUK eine zweiteilige Webinar-Reihe zum Thema Barrierefreiheit in Bibliotheken durch. Beim ersten Termin berichteten deutsche Kolleg*innen über Erfahrungen und Impulse, die sie aus Austauschformaten in der Tschechischen Republik in ihre Heimatinstitutionen mitgenommen hatten. Unter anderem stellten sie ein gemeinsam erarbeitetes Empfehlungspapier vor. Ergänzend wurde die inklusive Arbeit der Pfennigparade9 in München präsentiert. Beim zweiten Termin gaben rund zehn tschechische Kolleg*innen Einblicke in das breite Spektrum barrierearmer Bibliotheksarbeit, darunter die Zertifizierung „Handicap Friendly Library“, digitale Werkzeuge für Menschen mit besonderen Bedürfnissen sowie Finanzierungsmöglichkeiten. Über 80 Personen nahmen virtuell an der Veranstaltungsreihe teil.

Insgesamt nahmen über 150 Personen aktiv an Präsenzformaten des Austauschs teil. Bibliotheken aus insgesamt 43 Städten in Deutschland und der Tschechischen Republik engagierten sich, indem sie Kolleg*innen im Rahmen von Fachaufenthalten und Studienreisen empfingen. Die tatsächliche Zahl der beteiligten Personen lag jedoch deutlich höher, da in den gastgebenden Einrichtungen ganze Teams und Häuser Gespräche und Hospitationen ermöglichten und so in vielfältiger Weise vom Programm profitierten.

5. Lernen, Vernetzen, Inspirieren – Stimmen aus dem Partnerland-Programm

Die Zusammenarbeit mit dem tschechischen Bibliotheksverband gestaltete sich überaus angenehm. Durch die engagierte Kooperation mit den Kolleg*innen im Nachbarland konnten zahlreiche Austauschformate geplant und erfolgreich umgesetzt werden. Ausschlaggebend war dabei auch die spürbare Motivation der tschechischen Seite, voneinander zu lernen: einerseits mit großem Interesse an Entwicklungen in deutschen Bibliotheken, andererseits mit dem Wunsch, den deutschen Kolleg*innen zu zeigen, was Bibliotheken in der Tschechischen Republik leisten. Ein eindrucksvolles Beispiel dafür war das Webinar zum Thema Barrierefreiheit, bei dem die tschechischen Kolleg*innen einen umfassenden Überblick über den Status quo in ihrem Land gaben. Insgesamt war die Partnerland-Initiative mit der Tschechischen Republik geprägt von regem Austausch, engagierten Teilnehmenden aus beiden Ländern und einem neu gewonnenen gegenseitigen Respekt für die Arbeit der jeweils anderen.

Eine formelle Evaluation der Fachaufenthalte, Kongressbeteiligungen und Studienreisen fand, abgesehen von einer Umfrage unter den Teilnehmenden der Studienreise 2023, nicht statt. Erfolg und Kritik lassen sich daher vorwiegend aus informellen Rückmeldungen ableiten. Dennoch ergibt sich aus Gesprächen, Interviews und Beiträgen ein insgesamt sehr positives Bild: Die Teilnehmenden berichteten durchweg davon, dass sie in hohem Maße von den Austauschformaten profitiert haben.

So berichtete eine Teilnehmerin des LiR-Programmes, dass „viele der Themen, die aktuell in deutschen Bibliotheken eine Rolle spielen, auch in Tschechien diskutiert werden“.10 Dadurch ergäben sich „viele Anknüpfungspunkte und Themen, zu denen sich ein Austausch zwischen tschechischen und deutschen Bibliotheken anbietet“.11 Eine weitere Teilnehmerin zog am Ende ihres Aufenthaltes folgende Bilanz: „Der Aufenthalt in Tschechien hat sich für mich mehr als gelohnt. (…) Es war ein wunderbarer kollegialer Austausch, von dem ich lange zehren werde.“12

Teilnehmende der Studienreise 2023 beschrieben ihre Erfahrung als „beeindruckend“13 und „lehrreich“14, sowie als „wertvolle[n] Austausch“.15 Die Teilnahme an der tschechischen Bibliothekskonferenz in Olomouc wurde von einer Stipendiatin als „inspirierend“16 beschrieben.

Ein umfassenderes Fazit zog eine Teilnehmerin der Studienreise 2024: „Die Einblicke in den Bibliotheksalltag eines anderen Landes und der Erfahrungsaustausch mit dem Kollegium können eine tolle Inspiration für zukünftige Projekte in der eigenen Einrichtung sein. Weiterentwicklung ist - da bildet das Bibliothekswesen keine Ausnahme - untrennbar mit zwischenmenschlichem Erfahrungsaustausch verbunden und es ist großartig, dass durch Mobilitätsprogramme (…) Vernetzungsmöglichkeiten geschaffen werden und wir als Bibliothekare die Chance erhalten, Teil dieses Austauschs zu sein.“17

Besonders hervorzuheben sind zwei neue, intensivierte Bibliothekspartnerschaften, die im Zuge der Partnerland-Initiative entstanden sind: Die Bibliotheken in Ústí nad Labem und Chemnitz haben während der Programmphase ihre Zusammenarbeit ausgebaut und kooperieren an gemeinsamen Projekten.18 Darüber hinaus initiierte ein Bibliothekar aus Nymburk während eines Aufenthalts in Neuruppin eine aktive Kooperation zwischen den Bibliotheken beider Partnerstädte.19 Die Partnerland-Initiative gab hier wichtige Impulse für eine nachhaltige Zusammenarbeit über die Grenzen hinweg.

6. Von Tschechien nach Lettland: Perspektiven der Partnerland-Initiative

Nach drei weiteren Jahren Partnerland-Aktivitäten lässt sich feststellen: Das Format ist weiterhin erfolgreich. Es bietet die Möglichkeit, sich intensiv mit einem Partnerland und dessen Bibliothekswesen auseinanderzusetzen, enge Kooperationen aufzubauen und zugleich neue Perspektiven auf die eigene bibliothekarische Praxis zu gewinnen. Auch mit dem neuen Partnerland Lettland sollen diese Ziele verfolgt werden.

Grundlage für eine gelingende Zusammenarbeit im Rahmen der Partnerland-Initiative sind engagierte und verlässliche Partnerinstitutionen. In der Tschechischen Republik übernahm diese Rolle eine zentrale Ansprechperson beim tschechischen Bibliotheksverband SDRUK. Sie koordinierte nicht nur die Projektaktivitäten vor Ort, sondern stand auch in engem Austausch mit BI International und dem Bereich Internationale Kooperationen des Kompetenznetzwerks für Bibliotheken (knb).

Gleichzeitig sind auch einige Herausforderungen zu berücksichtigen. So äußerten potenzielle Teilnehmende im Vorfeld wiederholt Bedenken hinsichtlich möglicher Sprachbarrieren. Diese Befürchtungen bestätigten sich jedoch nicht: Viele tschechische Kolleg*innen verfügen über sehr gute Deutschkenntnisse, und deutsche Teilnehmende berichteten, dass sich der Austausch auch auf Englisch problemlos gestalten ließ. Nicht selten unterschätzten sie dabei im Vorfeld ihre eigenen Sprachkompetenzen. Es ist davon auszugehen, dass sich auch mit dem neuen Partnerland Lettland ähnliche Erfahrungen machen lassen. Daher sei ausdrücklich dazu ermutigt, sich auf Fachaufenthalte und Studienreisen einzulassen auch bei etwaigen sprachlichen Unsicherheiten.

Eine größere Herausforderung stellt hingegen die finanzielle Situation dar. Steigende Kosten und der Wegfall bisheriger Fördermöglichkeiten erschweren die Umsetzung künftiger Programme. Viele Aktivitäten im Rahmen der Partnerland-Initiative mit der Tschechischen Republik wurden durch DeBiA-Mittel des Goethe-Instituts gefördert, die derzeit nicht mehr zur Verfügung stehen. Andere Formate konnten über den Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds oder Mittel aus dem ERASMUS+-Programm realisiert werden, etwa die Teilnahme tschechischer Bibliotheksmitarbeitenden am LiR-Programm in Deutschland. Auch für zukünftige Vorhaben bieten diese Förderwege weiterhin Potenzial.

Insgesamt ist die Partnerland-Initiative mit der Tschechischen Republik als voller Erfolg zu bewerten. Sie hat gezeigt, wie durch gezielte fachliche Austauschformate, persönliche Begegnungen und institutionelle Kooperationen ein nachhaltiger Mehrwert für beide Seiten entstehen kann. Das Programm ermöglichte nicht nur wertvolle Einblicke in die bibliothekarische Praxis des Partnerlandes, sondern förderte auch die internationale Vernetzung, die Weiterentwicklung eigener Arbeitsansätze sowie das gegenseitige Verständnis für unterschiedliche Rahmenbedingungen und Herangehensweisen.

Besonders hervorzuheben ist, dass sich aus den Begegnungen nicht nur kurzfristige Impulse, sondern auch langfristige Partnerschaften und Projekte entwickelt haben. Die hohe Motivation der Teilnehmenden, das große Engagement der beteiligten Institutionen sowie die Offenheit im fachlichen Dialog belegen, dass die Ziele der Initiative (Austausch, Kooperation und gegenseitige Inspiration) in hohem Maße erreicht wurden.

Angesichts dieser positiven Erfahrungen erscheint es mehr als lohnend, das Format weiterzuführen. Die Bibliothekswelt profitiert in Zeiten gesellschaftlicher, technologischer und politischer Veränderungen in besonderem Maße von internationalen Perspektiven. Die Partnerland-Initiative bietet hierfür einen erprobten, wirkungsvollen Rahmen und verdient eine langfristige Verankerung in der internationalen Bibliotheksarbeit.

Anmerkungen

1 Dieser Beitrag bezieht sich auf den Beitrag der Autorin unter dem Titel „Deutsch-Tschechische Partnerland-Initiative – was war, was bleibt, was kommt? Fazit über 3 Jahre intensiver Zusammenarbeit der Partnerland-Initiative 2022-2025“ am 25.06.2025 beim 9. Bibliothekskongress 2025 (zugleich 113. BiblioCon) in Bremen.
2 Janíček, Milan: Open Science as a New Opportunity for Czech Academic Libraries. 110. Deutscher Bibliothekartag in Leipzig 2022 = 8. Bibliothekskongress in Leipzig, 24.05.2022, https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:0290-opus4-178921.
3 Kubíček, Tomáš: Tschechische Bibliotheken als Instrumente des ständigen sozialen Wandels. 110. Deutscher Bibliothekartag in Leipzig 2022 = 8. Bibliothekskongress in Leipzig, 24.05.2022, https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:0290-opus4-180869.
4 Foltýn, Tomáš; Haškovcová, Marie: Centralized Interface for Extracting Big Data from Web Archives – New Perspectives for Web Archive Data Research. 110. Deutscher Bibliothekartag in Leipzig 2022 = 8. Bibliothekskongress in Leipzig, 24.05.2022, https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:0290-opus4-178852.
5 Petrak, Anne Heaton: Beyond Politically Correct – Developing an Affirming, Compassionate, and Empowering Culture for Diversity Research. 110. Deutscher Bibliothekartag in Leipzig 2022 = 8. Bibliothekskongress in Leipzig, 24.05.2022, https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:0290-opus4-178953.
6 Žabička, Petr: Machine Learning in Czech Libraries – OCR for Early Printed and Handwritten Documents Research. 110. Deutscher Bibliothekartag in Leipzig 2022 = 8. Bibliothekskongress in Leipzig,24.05.2022, https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:0290-opus4-178609.
7 Auch 2025, und somit über das Programm hinweg, finanziert SDRUK die Teilnahme von zwei Bibliothekar*innen aus Deutschland an der Konferenz.
8 Vgl. Jansová, Linda; Maixnerová, Lenka; Š´tastná, Petra: Library Data in Wikimedia Projects: Case Study from the Czech Republic, in: o-bib. Das Offene Bibliotheksjournal, 11 (4), 2024, S. 1-19, https://doi.org/10.5282/o-bib/6081.
10 Rohwedder, Lisa: Librarian in Residence in Tschechien von 21.-25. November 2022, bi-international.de, 22.12.2022, https://bi-international.de/wp-content/uploads/2023/02/Bericht-Librarian-in-Residence-Tschechien_Lisa-Rohwedder.pdf, Stand: 21.08.2025.
11 Ebd.
12 Keßler, Nadine: Librarian in Residence in Tschechien 2024. Brünn, Pilsen und Prag. Neun Bibliotheken in drei Städten, bi-international.de, 21.11.2024, https://bi-international.de/wp-content/uploads/2024/11/Bericht_Librarian-in-Residence-in-Tschechien-2024_Kessler.pdf, Stand: 21.08.2025.
13 Wrosz, Paulina; Sprenz, Tina: Studienreise Tschechien. Tag 5, BI International, 28.09.2023, https://bi-international.de/studienreise-tschechien-tag-5/, Stand: 21.08.2025.
14 Schultz, Margareta: Studienreise Tschechien. Tag 4, BI International, 27.09.2023, https://bi-international.de/studienreise-in-die-tschechien-tag-4/, Stand: 21.08.2025.
15 Schöller, Hannah: Studienreise Tschechien. Tag 2, BI International, 26.09.2023, https://bi-international.de/studienreise-tschechien-tag-2/, Stand: 21.08.2025.
16 Baumann, Eva: Bericht Tschechische Bibliothekskonferenz in Olomouc. 09.09.–12.09.2024, bi-international.de, 16.12.2024, https://bi-international.de/wp-content/uploads/2024/11/Bericht-Bibliothekskonferenz-in-Olomouc-2024_Baumann.pdf, Stand: 21.08.2025.
17 Mücke, Linda: Studienreise Tschechische Republik 2024, bi-international.de, 30.12.2024, https://bi-international.de/wp-content/uploads/2024/12/Bericht-Studienreise-Tschechische-Republik-2024_Linda_Muecke.pdf, Stand: 21.08.2025.
18 Chemnitz-Ústí nad Labem City Sisterhood Library Partnership,
https://www.librarynextdoor.net/news/#:~:text=Chemnitz%2DÚstí%20nad%20Labem%20City%20Sisterhood%20Library%20Partnership, Stand: 21.08.2025.
19 Tschechischer Bibliotheksverband e. V.: Mediale und digitale Kompetenz in deutschen Bibliotheken, Prag 2024, https://www.librarynextdoor.net/wp-content/uploads/2024/07/medialni_gramostnost_DE_03.pdf, Stand: 21.08.2025.

Jacqueline Banford, Bibliothek und Information Deutschland (BID), Berlin, https://orcid.org/0009-0009-7610-0554

Zitierfähiger Link (DOI): https://doi.org/10.5282/o-bib/6189

Dieses Werk steht unter der Lizenz Creative Commons Namensnennung 4.0 International.