Gemeinsame Baukommission des Deutschen Bibliotheksverbands und des Vereins Deutscher Bibliothekarinnen und Bibliothekare

Jahresbericht 2021

Die Arbeit der Kommission stand einerseits unter dem Zeichen des Wechsels der Amtsperiode und andererseits unter dem Zeichen der Pandemie: während die Kommissionsmitglieder versuchten, mit Beratung und Fortbildung Bibliothekarinnen und Bibliothekaren bei den ständig wechselnden Anforderungen des Präsenzbetriebs und der räumlichen Bedingungen zur Seite zu stehen, mussten sie zeitgleich in ihren eigenen Bibliotheken entsprechende kurzfristige Veränderungen umsetzen, die sowohl bauliche als auch organisatorische Aspekte der Raumnutzung betrafen (z. B. Luftaustausch, Zugangskontrolle, Wegeführung, Nachverfolgung, Abstandsmaßnahmen für Lesesaalplätze).

Mitgliederwechsel durch die neue Amtsperiode ab Mitte 2021

Olaf Eigenbrodt, Oliver Kohl-Frey und Susanne Kandler schieden allesamt nach zwei Amtszeiten im Juni aus. Pandemiebedingt war leider eine persönliche Verabschiedung der engagierten Alt-Mitglieder und besonders der Vorsitzenden Susanne Kandler nicht möglich. Aus der „alten“ Kommission hatten sich die Mitglieder Ulrike Brunenberg-Piel (ULB Düsseldorf), Michael Mönnich (KIT Karlsruhe) und Alice Rabeler (ULB Bonn) erfolgreich für eine weitere Amtszeit beworben.

Die neue Kommission konnte sich, ebenfalls pandemiebedingt, erst im September konstituieren. Im Rahmen eines Präsenztreffens in Marburg, das auch den Anlass bot, die gelungene neue Universitätsbibliothek ausführlich zu besichtigen, lernten sich die neuen Mitglieder im Beisein von Konstanze Söllner persönlich kennen – gute Voraussetzung für eine inspirierende Zusammenarbeit in der neuen Amtsperiode.

Als neue Mitglieder rückten Lena Berg (LMU München), Tatjana Mrowka (USB Köln) und Ilona Rohde (UB Marburg) nach1. Ende des Jahres konnte außerdem Jonas Fansa (ZLB Berlin) als Gast gewonnen werden, um die ÖB-Perspektive stärker einzubinden, nachdem für die neue Amtsperiode leider keine Bewerbungen aus diesem Bereich eingegangen waren.

Aktivitäten der Baukommission

Die Baukommission tagte 2021 sechsmal, davon nur einmal in Präsenz. Im Mittelpunkt der ersten Jahreshälfte stand die Vorbereitung und Durchführung der Podiumsveranstaltung „Covid 19-Pandemie: Konsequenzen für den Bibliotheksbau“ am 16.06.2021 auf dem Bibliothekartag in Bremen. Hier ging es um Fachexpertise zu Lüftungsfragen (Andreas Palm, Uni Düsseldorf), Lösungen für die Wegeführung, Zugangskontrolle und andere organisatorische Aspekte des Corona-Betriebs (Tatjana Mrowka, USB Köln), virtuelle Lesesäle (Sandra Freiburghaus, Uni St. Gallen) sowie die Eröffnung des Neubaus der UB Chemnitz unter Pandemiebedingungen (Wolfgang Lambrecht, TU Chemnitz). Das Thema „Corona und die Folgen für Bibliotheksbauten“ wird ähnlich auch auf dem Bibliothekskongress in Leipzig 2022 aufgegriffen und danach ein zusammenfassender Bericht zu dem Thema veröffentlicht werden.

Im Juni 2021 konnte endlich die reich bebilderte Schilderung der überaus anregenden Exkursion zu innovativ gestalteten Bibliotheken in die Niederlande publiziert werden.2 Mindestens so wichtig waren aber Herrn Mönnichs regelmäßige Postings zu neuen Bibliotheksbauten auf dem Kommissionsblog „Bibliotheksbauten“.3 Den häufigen positiven Rückmeldungen nach zu urteilen, scheint die Baukommission mit diesem Blog eine gute Reichweite zu erzielen.

In der zweiten Jahreshälfte widmete sich die Kommission vorrangig der Planung der Fachveranstaltungen für 2022. Dies betraf zum einen die Konturierung der Podiumsdiskussion zum Thema „Informelle Lern- und Arbeitsplätze in Zeiten des mobilen digitalen Alltags“, hier vor allem die Rekrutierung von Kurzreferaten zu interessanten neuen Praxisbeispielen4. Zum anderen lief die Planung an für eine Exkursion nach München im Mai 2022, zu der die UB der LMU München und die Baukommission gemeinsam einladen.5 Im Rahmen der Veranstaltung ist die Besichtigung mehrerer neuer und neu umgebauter Bibliotheken sowie anderer Anbieter von attraktiven Arbeitsmöglichkeiten vorgesehen. Der Fokus liegt auf Aufenthaltsqualität für diverse, flexible Arbeitsszenarien, auch unter dem Aspekt der Nutzerpartizipation, sowie der Verschränkung von physischem und digitalem Raum.

Die angedachte Exkursion in die Schweiz konnte aus Gründen der Corona-bedingten Einschränkungen nicht im Berichtszeitraum durchgeführt werden und wurde verschoben auf 2023.

Auch 2021 gab es eine Vielzahl von Anfragen an die Baukommission, in denen Unterstützung zu bibliotheksbaulichen Fachfragen erbeten wurde. Das Spektrum reichte von Fragen zur Formulierung von Ausschreibungen über technische Details bei Fahrregalanlagen oder Selbstverbuchern bis hin zu der Bitte, sich architektonische Entwürfe anzusehen und der Bibliothek zu helfen, die Planung zu optimieren. Immer wieder ging es auch um Fragen nach einzelnen Baurechtsnormen und Fördermitteln – hier kam die Baukommission angesichts länderspezifisch unterschiedlicher Regelungen dann leider schnell an ihre Grenzen. Die Zunahme der Anfragen im Berichtsjahr zeigt dennoch, dass die Baukommission als Anlaufpunkt gebraucht wird, ihre Aktivitäten sichtbar sind und die Mitglieder als kompetente Ansprechpartner wahrgenommen werden.

Alice Rabeler, Vorsitzende der Gemeinsamen Baukommission von dbv und VDB

Zitierfähiger Link (DOI): https://doi.org/10.5282/o-bib/5816

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1 Präsentation der Mitglieder der Baukommission vgl. Rabeler, Alice: „Gemeinsame Baukommission von DBV und VDB: Vorstellung der Mitglieder der Amtszeit 2021-2024“. DOI: <https://doi.org/10.5282/o-bib/5770>

2 „Eine Exkursion der gemeinsamen Baukommission von VDB und dbv nach Rotterdam und Umgebung“, DOI: <https://doi.org/10.5282/o-bib/5710>

4 BID Kongress Leipzig, Programm 1.6.2022