Zu Artikeldetails zurückkehren Bericht der Vorsitzenden des VDB – Verein Deutscher Bibliothekarinnen und Bibliothekare – über das Vorstandsjahr 2019/2020, zu erstatten auf der Mitgliederversammlung in der zweiten Jahreshälfte 2020
Aus dem Verein deutscher Bibliothekarinnen und Bibliothekare e.V.

Bericht der Vorsitzenden des VDB – Verein Deutscher Bibliothekarinnen und Bibliothekare – über das Vorstandsjahr 2019/2020, zu erstatten auf der Mitgliederversammlung in der zweiten Jahreshälfte 2020

Vorstand, Vereinsausschuss und Mitgliederversammlung

Die letzte Mitgliederversammlung des VDB fand turnusgemäß am 20. März 2019 während des Bibliothekskongresses in Leipzig, zugleich 108. Deutscher Bibliothekartag, statt. Das Protokoll der Mitgliederversammlung wurde auf der Website des VDB veröffentlicht. Die Mitgliederversammlung 2020 wird in der zweiten Jahreshälfte stattfinden, die Einladung ergeht rechtzeitig.

Die Aufgaben des Vorstands im Berichtszeitraum waren wie folgt verteilt:

  • Konstanze Söllner: Kommissionen, BID
  • Klaus-Rainer Brintzinger: o-bib, BID
  • Anke Berghaus-Sprengel: Landes- und Regionalverbände
  • Ulrike Golas: Schatzmeisterin
  • Lydia Koglin: Schriftführerin
  • Burkard Rosenberger: Webmaster
  • Ulrike Scholle: Öffentlichkeitsarbeit, Verbandsteil o-bib
  • Ewald Brahms: Internationale Kontakte
  • Heidrun Wiesenmüller: kooptiertes Vorstandsmitglied, verantwortlich für o-bib

Der Vorstand kam im September 2019, März und April 2020 zu Sitzungen zusammen, im März und April aufgrund der durch die Corona-Pandemie verursachten Einschränkungen in Rahmen von drei Videokonferenzen.

Themen der Vorstandssitzungen

Neben den verschiedenen Aufgaben des VDB, die regelmäßig im Vorstand beraten wurden, standen auch weitere Themen auf der Tagesordnung, die an dieser Stelle kurz erwähnt werden sollen. Entschieden wurde etwa über die Nutzung des Eventmanagementtools Eveeno (eveeno.com). Die ersten Rückmeldungen in einer Testphase waren positiv – sowohl für die veranstaltenden Kolleginnen und Kollegen als auch für die Schatzmeisterin wird die Arbeit deutlich erleichtert. Die Verwendung des Tools wurde deshalb vom Vorstand allen Kommissionen und Landes-/Regionalverbänden empfohlen.

Veränderungen gab es auch bei der vom VDB betriebenen Open-Access-Zeitschrift o-bib. Das offene Bibliotheksjournal. Beschlossen wurde auf Vorschlag des Herausgebergremiums eine veränderte Erscheinungsweise für o-bib (s.u.).

Themen der Vereinsausschusssitzung

Dem Vereinsausschuss als weiterem Gremium des VDB gehören neben dem Vorstand die Vorsitzenden der Kommissionen und der Regional- bzw. Landesverbände an. Er ist für die strategische Ausrichtung des Verbands verantwortlich. Am 10./11. Januar 2020 fand auf Einladung des VDB eine gemeinsame Vereinsausschusssitzung mit dem Vereinsausschuss des BIB in Erlangen statt. Berichte der Vorstände sowie eine Zusammenfassung der bisher stattgefundenen Kooperationsgespräche standen am Anfang der Sitzung. Weiterhin gab es verschiedene Diskussionsimpulse zu den Themen AG Personalgewinnung der BID (Engelkenmeier, Scholle), Forschungsnahe Dienste (Mersmann, Söllner, Stille), Neuerungen im TV-L (Fritz) und FaMI-Ausbildungsordnung (Fröhlich). Die beiden Vereinsausschüsse bekräftigten, bei der Neufassung der „Arbeitsvorgänge in Bibliotheken“ für den Bereich des TV-L zusammenzuarbeiten. In den „Arbeitsvorgängen“ soll beispielhaft aufgezeigt werden, welche konkreten Bibliothekstätigkeiten welche Tätigkeitsmerkmale erfüllen. Einerseits sollen Bibliotheken damit größtmögliche Flexibilität bei der Auslegung unbestimmter Rechtsbegriffe behalten – im Interesse der Entstehung neuer Aufgabenfelder und der Anziehung von Personal mit zusätzlichen Qualifikationen. Andererseits soll Vorsorge getroffen werden, dass seitens der personalbearbeitenden Stellen bundesweit die Eingruppierung von Beschäftigten möglichst einheitlich gehandhabt wird. Nachteilig ist die schlechte, sich weiterhin an der alten Entgeltordnung orientierende, häufig unflexible Stellenausstattung von Wissenschaftlichen Bibliotheken. Dies erschwert die Personalgewinnung, obwohl der TV-L seit dem 1. Januar 2020 die passenden Werkzeuge für die Eingruppierung bietet.

Gedenken an verstorbene Mitglieder

Seit der letzten Mitgliederversammlung sind aus den Reihen unserer Mitglieder die folgenden Todesfälle bekannt geworden:

Dr. Sigrun Eckelmann   * 20.02.1952   † 29.05.2019

Dr. Marron Fort   * 24.10.1938   † 17.12.2019

Siegfried Franke   * 04.01.1944   † 10.12.2019

Dr. Friedrich Geißelmann   * 14.08.1943   † 17.11.2019

Wilhelm Jacob   * 14.06.1933   † 02.06.2020

Dr. Hans-Ulrich Kamke   * 04.08.1952   † 09.05.2019

Dr. Tibor Kesztyüs   * 22.03.1933   † 14.04.2019

Christine Korff   * 06.02.1952   † 14.04.2019

Dr. Jochen Kranert   * 08.07.1937   † 24.09.2019

Dr. Konrad Marwinski   * 16.01.1934   † 22.07.2019

Dr. Hans-Jürgen Scholz   * 02.06.1934   † 06.04.2020

Dr. Hans Schultze   * 16.12.1929   † 19.10.2019

Dr. h.c. Walter Schulz   * 16.04.1955   † 22.03.2019

Dr. Ingeborg Stolzenberg   * 13.02.1929   † 04.12.2018

Dr. Konrad Wickert   * 21.05.1938   † 08.05.2019

Der VDB gedenkt seiner verstorbenen Mitglieder regelmäßig in der jährlichen Mitgliederversammlung.

Mitglieder und Finanzen

Der Verein zählte mit dem Stichtag 31. Dezember 2019 1.743 Mitglieder. 2019 konnten 80 neue Mitglieder gewonnen werden. Dem standen 66 Austritte gegenüber. Nach einem guten Jahr 2017 und dem äußerst starken Jahr 2018 blieb die Mitgliederentwicklung somit das dritte Jahr in Folge positiv. Auch weiterhin bleiben viele Mitglieder dem VDB weit über ihr Dienstende hinaus treu. Im internen Bereich der VDB-Website Mein VDB können Mitglieder Informationen zu Neumitgliedern abrufen, sofern diese der Weitergabe an andere VDB-Mitglieder zugestimmt haben. Vierteljährlich werden außerdem Informationen zu Neumitgliedern, beruflichen Veränderungen sowie verstorbenen Mitgliedern als Anhang zur Zeitschrift o-bib an die Mitglieder des VDB verschickt.

Der VDB bezieht seine Finanzkraft im Wesentlichen aus den Beiträgen seiner Mitglieder. Die Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen betrugen im Jahr 2019 insgesamt 92.989,32 EUR und lagen geringfügig niedriger als im besonders starken Vorjahr, jedoch höher als 2017. Die Finanzsituation des Vereins ist unverändert stabil. Einnahmen in Höhe von 129.127,34 EUR standen Ausgaben in Höhe von 137.173,59 EUR gegenüber, wobei die Umsatzsteuer für 2017 und 2018 i.H.v. 9.500 Euro erst in 2019 gezahlt wurde. Insgesamt wurden Steuern in Höhe von 22.292,53 EUR entrichtet. Die größten Posten bei den Ausgaben nach der Steuerzahlung waren Ausgaben für den Bibliothekskongress in Leipzig, Beiträge für Bibliotheksverbände, Kosten für Fortbildungen, für Publikationen (o-bib), für die Mitgliederverwaltung sowie Ausgaben der Kommissionen des VDB. Die Fortbildungen des VDB erwirtschafteten 2019 wiederum ein geringes Plus. Ausgenommen davon ist das Mentoring-Programm, das für die Mentees kostenfrei ist, so dass auch keine Einnahmen erzielt werden. Für das Mentoring-Programm entstanden Kosten in Höhe von 3.296,28 EUR.

Jahrbuch der deutschen Bibliotheken 2019/2020

Die Redaktion des Jahrbuchs der deutschen Bibliotheken 2019/2020 wurde im Herbst 2019 planmäßig abgeschlossen. Erstmals konnte mit dem Verlag vereinbart werden, dass der Institutionenteil des Jahrbuchs im Open Access erscheint. VDB-Mitglieder werden in den Personenteil aufgenommen, wenn sie der Aufnahme nicht explizit widersprochen haben (Opt-out). Insgesamt waren es zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses 1.772 Mitglieder, ein Widerspruch zur Datenanzeige wurde von 36 Mitgliedern ausgesprochen, ins Jahrbuch aufgenommen wurden 1.736 Mitglieder. Nicht-VDB-Mitglieder werden nur dann in den Personenteil aufgenommen, wenn sie der Aufnahme explizit zugestimmt haben (Opt-in). Dies waren 451 Personen, so dass die Anzahl der im Jahrbuch aufgenommenen Personen insgesamt 2.187 betrug. Nach Abschluss der Redaktionsphase wurden durch den Webmaster Burkard Rosenberger, der die beim VDB aufgelegten Jahrbuch-Personendatenbanken administriert, Daten vereinheitlicht (z.B. bei der Benennung von Hochschulabschlüssen, Institutionsnamen etc.). Die dann fixierten Daten wurden nach mehreren Korrekturläufen zusammen mit den weiteren redaktionellen Anteilen an den Verlag Harrassowitz weitergegeben, der das Jahrbuch der deutschen Bibliotheken seit 1902 herausgibt. Der Personenteil des Jahrbuchs kann von Mitgliedern, die der Anzeige nicht widersprochen haben, wie immer im internen Bereich der VDB-Website unter Mein VDB eingesehen werden. So reibungslos die Redaktionsphase und die Verhandlungen über den Open-Access-Anteil verlaufen waren, so schwierig gestaltete sich die Zustellung durch den Kommissionsbuchhandel. Durch einen nicht aufzuklärenden Verarbeitungsfehler bei den Adressdaten, verursacht wohl beim Etikettendruck durch den Kommissionsbuchhandel, wurde ein Großteil der Jahrbücher fehlerhaft adressiert. Zwei Nachversandaktionen zogen sich bis in den April; zu diesem Zweck wurde durch den Webmaster eigens ein Webformular auf der VDB-Website angelegt, damit die VDB-Mitglieder ihre Reklamationsdaten nicht bei einer Fremdfirma abgeben mussten. Der Verlag Harrassowitz kam dem VDB im Ergebnis bei der Abrechnung der Druckkosten deutlich entgegen, so dass zumindest eine indirekte Kompensation bei den für das Jahrbuch eingesetzten Mitgliedsbeiträgen erfolgte.

Veranstaltungen

7. Bibliothekskongress in Leipzig – zugleich 108. Deutscher Bibliothekartag

Der 7. Bibliothekskongress, zugleich 108. Deutscher Bibliothekartag, fand unter dem Motto „Bibliotheken verändern“ wiederum in der Leipziger Messe statt. Im Programmkomitee wirkten Anke Berghaus-Sprengel, Konstanze Söllner und Ewald Brahms mit. Der VDB bot wie in jedem Jahr Mitgliedern in Ausbildung sowie arbeitslosen Mitgliedern eine Reisebeihilfe an. Erneut standen Fachsessions der Fachreferatskommission, außerdem ein Angebot der Kommission für Rechtsfragen zur Stellenbewertung im Öffentlichen Dienst als Einstimmung zu weiteren Fortbildungsveranstaltungen zu diesem Themengebiet sowie Veranstaltungen von Managementkommission, Kommission für Informationskompetenz sowie Kommission für forschungsnahe Dienste auf dem Programm.

Pandemiebedingte Absage des Deutschen Bibliothekartags in Hannover

Der Deutsche Bibliothekartag in Hannover musste durch den von BIB und VDB beauftragten Veranstalter, die K.I.T. Group, in Abstimmung mit den Verbänden aufgrund der Pandemiesituation abgesagt werden, die durch das neuartige Coronavirus verursacht wurde. Die amtlichen Vorgaben ließen es nicht zu, im Mai 2020 Großveranstaltungen durchzuführen. Eine Verschiebung wurde ausgeschlossen, da keine Sicherheit bestand, wann die Restriktionen durch die Gesundheitsbehörden wieder aufgehoben werden könnten. Der Bibliothekartag wurde in der Folge unter dem Vorzeichen höherer Gewalt durch die K.I.T. Group abgewickelt. Erstmals seit den Weltkriegen konnte somit kein Bibliothekartag stattfinden, ein Ausnahmegeschehen für die Beteiligten. Auch die Abwicklung stellte Veranstalter und Verbände vor eine nie dagewesene und äußerst komplexe Aufgabe. Nachdem die Absage des Bibliothekartags in Hannover unumgänglich geworden war, zogen BIB und VDB vorübergehend eine virtuelle Durchführung des Bibliothekartags in Betracht. Ein Teil der Vorträge und Podiumsdiskussionen aus Hannover hätte ohnehin gestreamt werden sollen. Ein paar Tage nach der Absage des Bibliothekartags erhielten BIB und VDB das Angebot der TIB – Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften und Universitätsbibliothek Hannover, den Bibliothekartag als Reihe von WebEx-Vorträgen durchzuführen. Die TIB hätte dafür einen großen Teil der Organisation und die technische Bereitstellung übernommen, die Verbände hätten sich organisatorisch, inhaltlich und mit einem fairen Finanzierungsbeitrag eingebracht. Grundgedanke des Vorgehens war es, die Referentinnen und Referenten des Bibliothekartags anzuschreiben und den Bibliothekartag somit quasi nachzubilden. In einem der vielen Gespräche von BIB und VDB mit der K.I.T. Group über die Abwicklung des Bibliothekartags stellte sich heraus, dass die beiden Anliegen „virtuelles Ersatzangebot“ und „reibungslose und schnelle Abwicklung“ aus Sicht des VDB-Vorstands nicht ohne Weiteres in Übereinstimmung zu bringen waren. Die Abwicklung des Bibliothekartags durch die K.I.T. Group nach dem Grundsatz der „höheren Gewalt“ betraf insbesondere die Erstattung von Kosten an die registrierten Teilnehmenden und die ausstellenden Firmen, aber auch die Weitergabe von bis zur Absage entstandenen Aufwänden der K.I.T. Group an die Verbände. Der VDB-Vorstand kam nach intensiver Diskussion zu der Überzeugung, dass aus vertraglichen Gründen die Veranstaltung einer Ersatzkonferenz in dieser Situation und vor dem Hintergrund der nicht einfachen Abwicklung und der ausstehenden Rücküberweisungen an eine Vielzahl von registrierten Teilnehmenden und Firmen nicht angezeigt sein könnte. Der VDB-Vorstand votierte deshalb dafür, jede Handlung zu vermeiden, die sich negativ auf den Abwicklungsprozess von Hannover hätte auswirken können. BIB-Vorstand und VDB-Vorstand sind in der Einschätzung, ob es zum ursprünglichen Zeitpunkt des Bibliothekartags und noch vor dem Beginn der Abwicklung ein virtuelles Ersatzangebot für den Bibliothekartag in Hannover geben sollte, leider nicht zu einer Übereinstimmung gelangt. Der BIB entschied in Eigenregie zusammen mit der TIB einen virtuellen Kongress unter dem Namen vBIB durchzuführen.

Die Abwicklung des Bibliothekartags hat zwischenzeitlich begonnen. Der VDB hat Mitgliedern in Ausbildung sowie arbeitslosen Mitgliedern eine Reisebeihilfe für nicht stornierbare Fahrkarten angeboten. Außerdem erhalten alle VDB-Mitglieder auf Wunsch die Differenz zwischen der Registrierungsgebühr und der von der K.I.T. Group vorgenommenen Rückzahlung erstattet. Einige Mitglieder entschieden sich, auf die Erstattung der Registrierungsgebühr zugunsten des Bibliothekartags in Bremen 2021 zu verzichten. Dafür möchte der Vorstand besonders herzlich danken. Mit der K.I.T. Group und den Bibliotheken in Hannover befinden sich beide Verbände derzeit im Gespräch über eine mögliche Durchführung eines Bibliothekartags in Hannover zu einem späteren Zeitpunkt.

109. Deutscher Bibliothekartag 2021 in Bremen

Aufgrund der notwendig gewordenen Absage des geplanten Bibliothekartags 2020 wird der Bibliothekartag in Bremen 2021 der 109. Deutsche Bibliothekartag sein. Bremen ist ein hervorragender Kongressort mit einer sehr guten Infrastruktur und zog bereits 2014 mehr als 4.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an. Die Vorbereitungen des Bibliothekartags in Bremen sind zum Zeitpunkt dieses Berichts bereits angelaufen, und der Bibliothekartag soll planmäßig vom 15. bis 18. Juni 2021 stattfinden. Aufgrund der noch immer anhaltenden Pandemiesituation und der bestehenden Abstands- und Hygieneregeln müssen Veranstalter und Verbände besondere Sorgfalt auf die Vorbereitung des Bibliothekartags verwenden, um diesen zu einem sicheren und einladenden Event für die Bibliothekscommunity zu machen. Dazu gehören auch Überlegungen zu einer entsprechenden Umgestaltung der Programmstruktur, um die Kongressräume entsprechend der geltenden Hygienekonzepte bestmöglich zu nutzen. Bremen bietet ein ausreichend großes Kongresszentrum und erlaubt damit viel Flexibilität. Dass die Situation im Juni 2021 noch schwer vorhersehbar ist, macht die Vorbereitungen nicht einfach, bietet aber auch Chancen zur vielfach gewünschten Straffung und Fokussierung von Programmteilen.

Weitere Fortbildungsveranstaltungen

Die Kommissionen und Landes- und Regionalverbände des VDB boten wiederum eine Reihe von hochwertigen Fortbildungen an, im Berichtszeitraum waren es insgesamt 24 Termine. Einen Schwerpunkt bildeten Veranstaltungen der Kommission für Rechtsfragen zur Stellenbewertung. Leider konnte eine dieser Veranstaltungen aufgrund der Pandemie-Restriktionen nicht stattfinden. Fortbildungen der Fachreferatskommission sowie Workshops zum Thema „Library Carpentry“, die von der Kommission für berufliche Qualifikation sowie verschiedenen Landesverbänden verantwortet wurden, setzten weitere Schwerpunkte.

Kommissionen

Der VDB unterhält sieben ständige Kommissionen: die Kommission für Fachreferatsarbeit, die Kommission für berufliche Qualifikation, die Kommission für Rechtsfragen, die Kommission für forschungsnahe Dienste, die 2018 gegründet wurde, sowie gemeinsam mit dem dbv die Bau- und die Managementkommission sowie die Kommission Informationskompetenz.

Die Kommission für Fachreferatsarbeit trug im Berichtszeitraum insgesamt drei Veranstaltungen zum Fortbildungsangebot des VDB bei: Anglistik/Amerikanistik, Theologie und Psychologie/Bildungswissenschaften.

Die Kommission für berufliche Qualifikation startete beim Leipziger Bibliothekskongress den inzwischen dritten Durchgang des stark nachgefragten VDB-Mentoring-Programms. Die Abschlussveranstaltung musste pandemiebedingt allerdings leider ausfallen. Der Mentoring-Durchgang wurde inzwischen mit einer Kurzbefragung abgeschlossen. Besonders zu danken ist ein weiteres Mal den Mentorinnen und Mentoren, die sich für diese Aufgabe zur Verfügung stellen und junge Kolleginnen und Kollegen in der ersten Führungssituation unterstützen.

Außerdem zeichnet die Kommission für berufliche Qualifikation für die Gewinnung von Instruktorinnen und Instruktoren für das Programm Library Carpentry verantwortlich. Der VDB hatte zu diesem Zweck seine Mitgliedschaft bei The Carpentries im Mai 2020 um ein Jahr verlängert.

Die Kommission für Rechtsfragen bot mehrere rasch ausgebuchte Fortbildungen mit Schwerpunkt auf der Stellenbewertung im Öffentlichen Dienst an – ein Thema, dass nach der Tarifeinigung zum TV-L und dem Wegfall der speziellen Tätigkeitsmerkmale der Entgeltordnung weiterhin von besonders hohem Interesse ist.

Der für den 25. bis 26. Juni 2020 geplante 3. Informationskompetenz-Tag Deutschland/Österreich/Schweiz in Luzern, der von der gemeinsamen Kommission Informationskompetenz von VDB und dbv, der Kommission Informationskompetenz der VÖB und der Arbeitsgruppe Informationskompetenz an Schweizer Hochschulen verantwortet wurde, musste pandemiebedingt leider ausfallen. Am 5. Dezember 2019 fand erneut der bundesweite „Round Table Informationskompetenz“ erstmalig nicht in Berlin, sondern in Oldenburg statt. Der 2020 von der Kommission Informationskompetenz ausgeschriebene Best-Practice-Wettbewerb hatte zum Ziel, die Potentiale der Informationskompetenzförderung bei der Gestaltung von Recherchemöglichkeiten und Informationsumgebungen in den Blick zu nehmen. Einreichungen zur kompetenzförderlichen, niedrigschwelligen und nutzerfreundlichen Gestaltung von Onlinetools und Webseiten waren dabei genauso erwünscht wie Beiträge zur innovativen Gestaltung der Bibliotheksservices vor Ort. Eingereicht wurden insgesamt fünf Beiträge, wobei das Spektrum trotz der vergleichsweise geringen Beteiligung von einer Schulbibliothek über Universitätsbibliotheken bis hin zur Forschungsbibliothek reichte. Platz 1 wurde gleichberechtigt an zwei Einrichtungen verliehen: an die Staats- und Universitätsbibliothek Bremen und die Universitätsbibliothek der TU Dortmund. Die Kommission verantwortet auch weiterhin die zentrale Seite informationskompetenz.de inhaltlich und administrativ.

Die gemeinsame Managementkommission von VDB und dbv führte am 2. September 2019 in Kooperation mit der HdM Stuttgart in Stuttgart das Round Table „Agil arbeiten: Einstieg in eine neue Arbeitswelt“ durch. Am 27./28. November 2019 fand in Berlin in Kooperation mit der UB der Freien Universität Berlin das Forum „Führung und agiles Arbeiten“ statt. Mit einem Meet-Up auf dem Bibliothekskongress 2019 und den beiden Veranstaltungen setzte die Kommission im Berichtszeitraum somit einen Schwerpunkt auf Themen des agilen Managements.

Die gemeinsame Baukommission von VDB und dbv bot vom 8. bis 10. Oktober 2019 eine attraktive Exkursion in die Niederlande mit dem Thema „Neubauten von und Umbaumaßnahmen in Bibliotheken“ an. Mit vielen Neubauten und Umbaumaßnahmen haben die Niederlande ihre Bibliothekslandschaft in den letzten 15 Jahren erheblich modernisiert und räumlich neu aufgestellt. Dabei sind zum Teil beispielhafte und international beachtete Lösungen gefunden worden. In Führungen und Gesprächen lernten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ausgewählte Projekte sowohl in Öffentlichen als auch in Wissenschaftlichen Bibliotheken kennen.

Die Kommission für forschungsnahe Dienste existiert seit 2018 und ist damit die jüngste Kommission des VDB. Kolleginnen und Kollegen, die stark in die Erstellung von forschungsnahen Dienstleistungen eingebunden sind, sollen durch entsprechende Fortbildungs- und Vernetzungsangebote der Kommission für forschungsnahe Dienste besser unterstützt werden. Die Kommission führte am 13./14. November 2019 eine sehr gut besuchte Fortbildung zum Thema „Was ist Forschung?“ durch. In diesem Workshop wurde der Frage nachgegangen, wie sich Forschungsprozesse in einzelnen Disziplinen konkret gestalten. Forschende unterschiedlicher Disziplinen gaben den Workshop-Teilnehmenden in kurzen Impulsvorträgen Einblicke in die datengetriebenen Arbeitsweisen ihrer Fachdisziplinen. Im Mittelpunkt des Workshops standen folgende Fragen: Wo sehen Forschende die großen Herausforderungen während des Forschungsprozesses? Wo würde den Forschenden eine stärkere Unterstützung im Forschungsprozess helfen? Wie und durch wen könnte diese realisiert werden? Sind Standardisierungen vorhanden oder wären sie nützlich? Der gemeinsame Blick von Bibliothekarinnen und Bibliothekaren und Forschenden auf den Forschungsprozess soll die Basis dafür legen, diese Fragen sehr konkret anhand von fachspezifischen Abläufen zu diskutieren und ggf. neue forschungsnahe Dienstleistungen zu entwickeln.

Für die Fachreferatskommission verlief die Ausschreibung zweier Plätze erfolgreich. Die neuen Mitglieder sind Merle Marie Schütte (BLB Karlsruhe) und Alessandro Aprile (UB Tübingen). Aus der Kommission für forschungsnahe Dienste schied Timo Glaser aus, der freie Platz wurde mit Sibylle Hermann (IZUS Stuttgart) nachbesetzt. Aus der Kommission für Rechtsfragen schied Kathrin Schwärzel (Bibliothek des Bundesministeriums der Justiz) aus, der Platz wurde mit Anette Müller (UB Johann Christian Senckenberg Frankfurt/M.) nachbesetzt.

Allen ausscheidenden Mitgliedern dankt der VDB für ihr ehrenamtliches Engagement und wünscht den neuberufenen Mitgliedern viel Freude an der Kommissionsarbeit.

Regional- und Landesverbände

Im VDB gibt es insgesamt sieben aktive Landes- und Regionalverbände in 15 Bundesländern als regionale Gliederung des VDB. In Nordrhein-Westfalen ruht die Arbeit des VDB-Landesverbands.

Aus den einzelnen Landes- und Regionalverbänden ist zu berichten:

Bayern: Der Landesverband profitierte im Berichtszeitraum von neun Neueintritten vornehmlich junger Kolleginnen und Kollegen, die zum Berufseinstieg auch dem VDB beitraten. Eine ganztägige Fortbildung fand am 25.September 2019 in der Hochschule Ingolstadt statt. Unter dem Thema „Servicequalität im Informations- und Benutzungsbereich – Innovative Angebote und Personaleinsatz“ bot der Landesverband mit sieben Vorträgen sowohl einen Einblick in aktuelle und innovative Konzepte der Informationsvermittlung im Infobereich als auch einen Überblick über aktuelle rechtliche Probleme beim Einsatz von Hilfskräften und die Ausschreibung von Dienstleistungen im Bereich Wach- und Sicherheitsdienst an externe Dienstleister. Der Vorsitzende vertrat weiterhin den Landesverband des VDB im Rahmen der Beiratsmitgliedschaft im Bibliotheksverband Bayern. Ein wesentlicher Schwerpunkt der Arbeit innerhalb des Beirates war die Vorbereitung des Mitgliederforums 2019.

Berlin – Brandenburg: Der VDB-Regionalverband Berlin – Brandenburg hatte per 31. Dezember 2019 insgesamt 285 Mitglieder, davon 13 im Laufe des Jahres 2019 neu eingetretene Mitglieder. Im Vorstand des Regionalverbands gab es im Berichtszeitraum mehrere Veränderungen: Janin Präßler hatte die Vorstandsarbeit aus privaten Gründen im Frühjahr 2019 niedergelegt, und Medea Seyder und Melanie Surkau teilten sich zunächst den Vorsitz kommissarisch. Als neuer kommissarischer stellvertretender Vorsitzender konnte Christoph Müller (Bibliothek des Ibero-Amerikanischen Instituts – Preußischer Kulturbesitz) gewonnen werden. Nachdem Ende des Jahres 2019 Melanie Surkau aufgrund eines mit einem Umzug verbundenen Arbeitsplatzwechsels den Vorstand verließ, folgte Julia Roeder (UB der Humboldt-Universität) als kommissarische Stellvertretende Vorsitzende nach. Janin Präßler und Melanie Surkau sei an dieser Stelle herzlich für die engagierte Vorstandsarbeit gedankt.

Die Aktivitäten des Regionalverbands Berlin – Brandenburg umfassten auch im Jahr 2019 wieder ein breites Spektrum: Der VDB-Regionalverband war wiederum an der Vorbereitung des Tags der Bibliotheken 2019 beteiligt, der am 14. September 2019 im Architekturgebäude der TU Berlin stattfand. Außerdem beteiligte er sich erneut an der Vorbereitung des Innovationspreises 2019 und war auch in der Jury vertreten. Die Veranstaltung fand am 23. Oktober 2019 im historischen Gewölbe des Hauses der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte in Potsdam statt. Den Preis erhielt die Schulbibliothek der Sternberg-Grundschule in Berlin-Schöneberg für ihr innovatives digital-analoges Leseförderprojekt. Im Fortbildungsbereich konnte der Regionalverband gemeinsam mit dem Weiterbildungszentrum der FU Berlin die Fortbildung „Library Carpentry“ anbieten. Auf Grund des Erfolgs der Veranstaltung wird im Jahr 2020 eine „Library Carpentry“-Fortbildung für Fortgeschrittene angeboten. Im Rahmen der Mitgliederversammlung stellten Maxi Kindling (IBI HU Berlin) und Laura Rothfritz (FH Potsdam) in einem Vortrag den neuen Master-Studiengang „Digitales Datenmanagement“ (DDM) vor: „Data Literacy für die Datenexpert*innen der Zukunft – Der neue weiterbildende Masterstudiengang Digitales Datenmanagement“.

Hessen: Die Mitgliederversammlung 2019 wurde im Rahmen einer Fortbildungsveranstaltung zum Thema „Im Fokus: Inhaltserschließung“ im Auditorium Maximum der Theologischen Fakultät Fulda abgehalten. Die Fortbildungsveranstaltung war sehr praxisbezogen und orientierte sich sowohl an der aktuellen Situation der (intellektuellen) Inhaltserschließung als auch an den zukünftigen Bedarfen, Fragen und Wünschen derjenigen, die in ihren jeweiligen Institutionen mit Inhaltserschließung betraut sind. Die Veranstaltung war gut besucht, auch von Kolleginnen und Kollegen aus anderen Bundesländern.

Die ehemalige Vorsitzende Claudia Martin-Konle, die den Landesverband im Jahr 2015 mit neugegründet und wiederbelebt hat, wechselte 2019 von der UB Gießen an die Staatsbibliothek zu Berlin und gehört daher nicht mehr dem Landesverband Hessen an. Alessandra Sorbello Staub, die bislang als stellvertretende Vorsitzende fungierte, stand nach zwei Amtsperioden nicht mehr für die Vorstandsarbeit zur Verfügung. Simon Streib (ULB Darmstadt) wurde zum neuen Vorsitzenden des Landesverbands Hessen gewählt; er übernimmt auch weiterhin die Aufgaben als Kassenwart. Dr. Julijana Nadj-Guttandin (DNB Frankfurt am Main), die bisher das Amt der Schriftführerin innehatte, wurde zur neuen stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. In Abwesenheit wurde Agnes Brauer (UB J. C. Senckenberg Frankfurt am Main) zur Schriftführerin gewählt. Den ausgeschiedenen Kolleginnen sei für ihr herausragendes Engagement in den letzten Jahren besonders gedankt.

Aufgrund der großen Nachfrage organisierte der Landesverband Hessen am 18. und 19. November 2019 eine weitere Library-Carpentry-Veranstaltung, diesmal in den Räumlichkeiten der UB J. C. Senckenberg Frankfurt am Main. Wie schon in Marburg wurde auch die diesjährige Veranstaltung in den Ausbildungsplan der hessischen Bibliotheks-Referendarinnen und Referendare integriert, so dass diese an der Veranstaltung teilnehmen konnten. Innerhalb von nur zwei Tagen nach Bekanntgabe der Veranstaltung waren bereits alle Plätze ausgebucht. Neben Teilnehmenden aus Hessen gab es zahlreiche Teilnehmende aus nahezu allen deutschen Bundesländern. Diese hohe Nachfrage unterstreicht die hohe Bedeutung und Aktualität dieses Fortbildungsformats sowie der vermittelten Inhalte für die bibliothekarische Community. Der Landesverband Hessen plant daher, auch zukünftig weitere Library-Carpentry-Veranstaltungen durchzuführen.

Mecklenburg-Vorpommern: Im Berichtszeitraum fand keine Veranstaltung des Landesverbands statt.

Nordwest: Im Berichtszeitraum fand keine Veranstaltung des Landesverbands statt.

Sachsen – Sachsen-Anhalt – Thüringen: Der Regionalverband Sachsen – Sachsen-Anhalt – Thüringen führte am 4. und 5. November 2019 in Leipzig einen sehr stark nachgefragten Library-Carpentry und Hands-on-Workshop mit Unterstützung von Library-Carpentry-Instruktor*innen des VDB zur Vermittlung von IT-Werkzeugen für den Berufsalltag in Bibliotheken durch.

Südwest: Der VDB-Regionalverband Südwest lud zur Jahresversammlung 2019 am 17. Mai 2019 nach Tübingen ein. Gastgebende Institution war die Universitätsbibliothek Tübingen, in deren Historischem Lesesaal im Bonatzbau die Fortbildungsveranstaltung zum Thema „Bibliographien heute“ stattfand. Die rund 30 Teilnehmenden wurden durch den Vorsitzenden des Regionalverbands Dr. Robert Scheuble und die Direktorin der Universitätsbibliothek Dr. Marianne Dörr begrüßt. Die Jahresversammlung war schon mehrfach zu Gast an der UB Tübingen gewesen, das letzte Mal lag aber nun schon 16 Jahre zurück. Frau Dörr ging kurz auf aktuelle Projekte der UB Tübingen im Bereich OER und FIDs ein und gab einen ersten Überblick über die bauliche Situation. Anschließend wurden die Besucherinnen und Besucher in zwei Gruppen vom Leiter der Abteilung Benutzung, Dr. Renke Siems, und von der stellvertretenden Leiterin des Ausleihzentrums, Simone Seefeldt, durch die Gebäude der Universitätsbibliothek geführt. Nach einem Mittagsimbiss im benachbarten Seminarraum fand im „Historischen Lesesaal“ der eigentliche Fortbildungsteil der Jahresversammlung statt. Er war dem Thema „Bibliographien heute“ gewidmet und wurde von Imma Hinrichs moderiert. Im Anschluss trafen sich die Mitglieder des Regionalverbands zur Mitgliederversammlung. Anlässlich einer Befragung der Mitglieder des Regionalverbands sprach sich eine große Mehrheit für die Weiterführung des bekannten Südwest-Info in der bisherigen Form aus. Kurz vor dem Jahresende 2019 erschien wieder eine neue Ausgabe mit hochwertigen Beiträgen.

Weitere Angebote des VDB

Unterstützung von OpenBiblioJobs

Der VDB unterstützt weiterhin das offene Angebot OpenBiblioJobs durch Übernahme der Betriebskosten. Bei OpenBiblioJobs gab es im Berichtszeitraum verschiedene Neuerungen: Seit dem 8. September 2019 werden auf Nutzendenwunsch die Stellen nach den Typen Öffentliche, Wissenschaftliche sowie Spezialbibliothek unterschieden. Entsprechende RSS-Feeds bzw. Suchfacetten wurden eingerichtet. Außerdem werden in der Kartenfunktion von OpenBiblioJobs zukünftig die Stellen geclustert angezeigt. Ziel ist es, Suchenden schneller zu ermöglichen, Stellen nach regionalen Gesichtspunkten zu finden. Idealerweise erkennt das verwendete PlugIn automatisiert aus den Angaben, die über das Feld „Einrichtung” gemeldet werden, die geografische Lokalisation. Ist dies nicht der Fall, können die ehrenamtlichen Redakteur*innen während des Freischaltprozesses die automatische Erkennung erneut auslösen. Der VDB stellte seine eigene Sammlung von Ausschreibungen von Ausbildungsstellen im Referendariat und Volontariat auf einen von OpenBiblioJobs gespeisten RSS-Feed um.

Offenes Bibliotheks-Journal o-bib

Die 2014 gegründete Open-Access-Zeitschrift des VDB erscheint bereits im siebten Jahr. Veröffentlichungen in o-bib erscheinen nach Aufgabe der blockweisen Veröffentlichung jeweils eines ganzes Heftes zum Jahresbeginn 2020 weitgehend kontinuierlich; nahezu im Wochenrhythmus werden neue Beiträge freigeschaltet. Damit hat sich der Veröffentlichungsprozess im Interesse der Autorinnen und Autoren sowie Leserinnen und Leser deutlich beschleunigt. Zusätzlich zu den schon früher vorhandenen RSS-Feeds werden neue Beiträge nunmehr auch getwittert; die Tweets von @obibJournal wurden nicht nur auf der Website von o-bib, sondern auch in die VDB-Website eingebunden, so dass man sich auch hier über neue Publikationen informieren kann. Zum zweiten Quartal 2020 wurden die Vorgaben für das Gendering aktualisiert; seitdem wird die „Sternchenmethode“ verwendet.

Da der Bibliothekartag 2020 nicht stattfinden konnte, gibt es auch kein o-bib-Sonderheft dafür. Heft 4/2020 wird stattdessen eine reguläre Ausgabe sein. Referentinnen und Referenten des Bibliothekartags wurden eingeladen, ihre für den Bibliothekartag vorbereiteten Beiträge in o-bib zu veröffentlichen.

Auf Anregung und in Zusammenarbeit mit der Gemeinsamen Kommission Informationskompetenz des VDB – Verein Deutscher Bibliothekarinnen und Bibliothekare und des Deutschen Bibliotheksverbands planen die Herausgeberinnen und Herausgeber von o-bib einen Themenschwerpunkt zum „Framework for Information Literacy for Higher Education“. Das „Framework for Information Literacy for Higher Education“ wurde 2015 vom Vorstand der ALA/ACRL angenommen und ist seit 2016 in US-amerikanischen Hochschulen im praktischen Einsatz. Die Resonanz im deutschsprachigen Raum ist bisher jedoch – bis auf wenige Ausnahmen – eher verhalten. Ein Grund dafür mag die Sprachbarriere sein, ein anderer das angeblich hohe Abstraktionsniveau des „Framework“ (das allerdings genau dies nicht sein möchte, sondern dezidiert aus der Praxis für die Praxis konzipiert wurde). Neben einer vollständigen Übersetzung des „Framework for Information Literacy for Higher Education” ins Deutsche soll der Themenschwerpunkt vor allem Best-Practice-Beispiele aus dem deutschsprachigen Raum versammeln und die unterschiedlichen Facetten des „Framework“ durch praxisbezogene, innovative, aber auch provokative Beiträge beleuchten.

Das o-bib-Team freut sich über weitere Mitstreiterinnen und Mitstreiter in der Redaktion. Bei Interesse an einer Mitarbeit nehmen Sie bitte Kontakt zur geschäftsführenden Herausgeberin oder zum geschäftsführenden Herausgeber auf (Heidrun Wiesenmüller: wiesenmueller@hdm-stuttgart.de; Achim Oßwald: achim.osswald@th-koeln.de).

library-training.de

Die vom VDB-Webmaster Burkard Rosenberger entwickelte Plattform library-training.de bewährt sich als zuverlässige Fortbildungsdatenbank. Veränderungen in der Datenstruktur einzelner Anbieter werden von Burkard Rosenberger regelmäßig nachgeführt.

Verbandspolitische Aktivitäten

Zusammenarbeit mit dem BIB

Im Ergebnis einer gemeinsamen Vorstandssitzung am 21. Februar 2019 wurde durch die beiden Vorstände festgelegt, an welchen Themen bis zur gemeinsamen Vereinsausschusssitzung am 10./11. Januar 2020 gearbeitet werden sollte. Dazu gehörten die Frage nach einer Annäherung beim Grundsatz der Openness, die Frage nach der Unabhängigkeit der Verbände und ihrer inhaltlichen Arbeit von Zuwendungen von Wirtschaftsunternehmen, das Verhältnis von Hauptamt und Ehrenamt in der Organisationsstruktur, das Identifizieren von aktuell noch getrennt betriebenen Angeboten, bei welchen noch intensiver kooperiert werden kann, sowie der Wunsch nach einem verbesserten Angebot für berufliche Quereinsteiger*innen. Die gemeinsame Vereinsausschusssitzung verlief in einer sehr guten und kollegialen Atmosphäre, bei den gemeinsam vereinbarten Kernthemen war die Arbeit aber nur wenig vorangekommen. Beide Verbände verfolgen unterschiedliche Grundsätze der Verbandsarbeit, ohne dass es bei diesen Kernthemen zu einer Annäherung gekommen ist. Die Gründe dafür sind unterschiedlich. Für den VDB kann festgestellt werden, dass Grundsätze wie Openness und die inhaltliche Unabhängigkeit der Verbandsarbeit so tief im Verband verankert sind, dass sie letztlich auch nicht zugunsten eines engeren Zusammengehens mit dem BIB aufgegeben werden könnten. Dies muss einer erfolgreichen Kooperation der beiden Verbände in vielen anderen Feldern nicht im Wege stehen, insbesondere natürlich bei der gemeinsamen Ausrichtung des Bibliothekartags.

Zusammenarbeit mit dem dbv und im Rahmen der BID

Mit dem Institutionenverband dbv besteht eine erfolgreiche Zusammenarbeit, die ihren Ausdruck derzeit vor allem in der Arbeit der drei gemeinsamen Kommissionen und der Kooperation beim Publizistenpreis findet. Im Januar 2020 trat eine neue Rahmengeschäftsordnung für die gemeinsamen Kommissionen von VDB und dbv in Kraft, die die Vereinbarkeit mit den jeweiligen Verbandssatzungen besser gewährleistet. BIB, VDB und dbv kooperierten auch zum wiederholten Male bei der Verleihung des Publizistenpreises. Bis einschließlich 2018 wurde der Publizistenpreis der Deutschen Bibliotheken vom dbv in Kooperation mit der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft (WBG) vergeben. Die WBG hat diese Kooperation zum Jahresende 2018 beendet. Der dbv hat daraufhin neue Kooperationspartner gesucht und angeregt, dass der Preis künftig von den drei bibliothekarischen Verbänden VDB, BIB und dbv gemeinsam vergeben wird. In der Jury waren auch vorher schon jeweils ein*e Vertreter*in des VDB und des BIB beteiligt. Das Preisgeld wurde anlässlich der erweiterten Zusammenarbeit von 5.000 EUR auf 7.500 EUR aufgestockt, wobei jeder Verband 2.500 EUR trägt. Die Jury tagte am 18. März 2020. Seitens des VDB nahm die Vorsitzende Konstanze Söllner teil. Die Wahl fiel in diesem Jahr auf die Reportage „Obdach Stadtbibliothek“ des freien Journalisten Johannes Nichelmann. Johannes Nichelmann thematisiert in dieser Reportage die positive Rolle, aber auch Überlastung von Bibliotheken als Anlaufstelle für obdachlose Menschen.

Die Zusammenarbeit der bibliothekarischen Verbände im Dachverband BID verläuft in einer guten und kollegialen Atmosphäre. Sandra Simon und Sophia Manns-Süßbrich von der Kommission für berufliche Qualifikation sowie Wolfgang Stille von der Kommission für forschungsnahe Dienste arbeiten in der AG Personalgewinnung der BID mit. Anke Quast wurde vom VDB wiederum als Mitglied der Jury zur Verleihung der Karl-Preusker-Medaille bestätigt. Fabian Franke und Ewald Brahms sind weiterhin als Delegierte des VDB bei Bibliothek & Information International (BII), der ständigen Kommission von BID, tätig. Die Fachausschüsse des Deutschen Kulturrats wurden im März 2019 neu besetzt, so dass auch durch die BID entsprechende Personen für die Plätze der Literaturkonferenz nachbenannt werden konnten. Als Nachfolgerin von Thomas Bürger wurde Konstanze Söllner in den Fachausschuss Kulturelles Erbe entsandt. Alle von BID entsandten Mitglieder der Fachausschüsse beim Deutschen Kulturrat trafen sich am 15. Januar 2020 auf Initiative der Präsidentin von BID, Sabine Homilius, zu einem Austausch über die Arbeit in den Ausschüssen mit dem Ziel der besseren Abstimmung bei ausschussübergreifenden Themen.

Internationale Kooperation

Der VDB hat Gespräche mit der Vereinigung Österreichischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare (VÖB) aufgenommen mit dem Ziel einer Fortsetzung der international besetzten Tagungsreihe im DACHS-Kontext.

Berufspolitische Aktivitäten

Wegfall der besonderen Tätigkeitsmerkmale für Beschäftigte in Bibliothekek der Länder

Mit dem 1. Januar 2020 erfolgte die Streichung des Teils II Abs. 1 der Entgeltordnung zum TV-L – ein Meilenstein bei der Gleichstellung der Beschäftigten in den Bibliotheken der Länder – überwiegend sind dies Wissenschaftliche Bibliotheken – mit den anderen Beschäftigte des Öffentlichen Dienstes. Die Kommission für Rechtsfragen des VDB reagierte darauf mit einer Reihe von vier Workshops zur Stellenwertung. Die Anzahl der Plätze war leider bei jeder Veranstaltung auf 25 limitiert, außerdem musste der vierte Workshop wegen der Pandemie-Einschränkungen ausfallen, so dass eine Fortführung der Workshops sehr erwünscht ist. Der Referent, der als Dozent an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften tätig ist, ist wegen der Durchführung von Online-Lehre aber derzeit leider nur eingeschränkt buchbar.

VDB-Dialogpapier „Digitale Infrastrukturkompetenzen – dringend gesucht!“

Der VDB brachte sich mit einem eigenen Dialogpapier „Digitale Infrastrukturkompetenzen – dringend gesucht!“ in die Diskussion rund um Berufs- und Ausbildungsperspektiven im Bereich forschungsnahe Dienste ein. Der Rat für Informationsinfrastrukturen (RFII) hat unlängst in seinen Empfehlungen „Digitale Kompetenzen – dringend gesucht!“ die Transformation von Aufgaben, Arbeitsorganisation, Qualifikationserfordernissen und Personalbedarf in wissenschaftlichen Einrichtungen dargestellt. Dabei wurde durch den RFII auch eine Analyse der Berufs- und Ausbildungsperspektiven in wissenschaftlichen Bibliotheken vorgenommen.

Der VDB begrüßte in seinem Papier, dass der RFII das Thema digitale Kompetenzen auf die Tagesordnung gesetzt hat und vorantreibt. Er unterstützt den professionellen Umgang mit Forschungsdaten und Forschungsergebnissen und bietet seine Mitwirkung bei der Identifizierung der Handlungsfelder und der weiteren Ausgestaltung der Qualifizierungs- und Karrierewege der dringend benötigten Expertinnen und Experten an. Die Herausforderungen beim Personalbedarf lassen sich aus Sicht des VDB jedoch nur ursächlich und nicht durch eine Statusänderung der in Bibliotheken beschäftigten Expertinnen und Experten angehen.

Unterstützung einer vergleichenden Studie zum Berufsfeld

Der VDB unterstützte Stefan Kramer bei der Durchführung einer Studie unter dem Titel „Attitudes and beliefs of academic librarians in Germany and the USA: a comparative study“. Zahlreiche Kolleginnen und Kollegen beteiligten sich an dieser Umfrage. Die Studie ist in LIBER Quarterly erschienen: Kramer, S. and Horstmann, W., 2020. Perceptions and beliefs of academic librarians in Germany and the USA: a comparative study. LIBER Quarterly, 29(1), pp.1–18. DOI: http://doi.org/10.18352/lq.10314.

Urheberrecht

Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) hat einen Diskussionsentwurf für ein Erstes Gesetz zur Anpassung des Urheberrechts an die Erfordernisse des digitalen Binnenmarkts vorgelegt. Der Entwurf sieht vor, einige besonders dringliche Aspekte der Richtlinie über das Urheberrecht am digitalen Binnenmarkt (DSM-RL) in einem gesonderten Gesetzgebungsverfahren beschleunigt umzusetzen. Der VDB hat zu diesem Entwurf eine Stellungnahme abgeben. Der VDB regt in seiner Stellungnahme u.a. an, die Befristung in § 142 UrhG aufzuheben und bei Text und Data Mining eine dauerhafte Speicherung des Korpus gem. § 60d Abs. 3 Satz 2 UrhG zu regeln. Alle Stellungnahmen zum Gesetzesentwurf wurden vom BMJV auf seiner Website veröffentlicht.

Im Zuge der Verabschiedung des Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetz (UrhWissG) wurde vom Deutschen Bundestag die Durchführung eines Stakeholder-Dialoges zur Etablierung einer zentralen Lizenzierungsplattform beschlossen, der im Berichtszeitraum fortgeführt wurde. An der Veranstaltung am 27. Mai 2019 in Ilmenau nahm Thomas Witzgall von der Kommission für Rechtsfragen teil.

Konstanze Söllner, Vorsitzende des VDB, 9. Juni 2020

Zitierfähiger Link (DOI): https://doi.org/10.5282/o-bib/5615

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