Zu Artikeldetails zurückkehren Bericht zum Workshop „FID Theologie. Aufgaben und Services eines forschungsnahen Dienstes“
Bericht zum Workshop „FID Theologie. Aufgaben und Services eines forschungsnahen Dienstes“

Bericht zum Workshop „FID Theologie. Aufgaben und Services eines forschungsnahen Dienstes“

Am 02. und 03. Dezember 2019 fand im Historischen Lesesaal der Universitätsbibliothek Tübingen der Workshop „FID Theologie. Aufgaben und Services eines forschungsnahen Dienstes“ statt. Organisiert hatten diese Veranstaltung der Fachinformationsdienst (FID) Theologie der UB Tübingen und die Kommission für Fachreferatsarbeit des Vereins Deutscher Bibliothekarinnen und Bibliothekare (VDB). Zielgruppe waren Fachreferentinnen und Fachreferenten für Theologie aus den sogenannten „Mandanten-Bibliotheken“. Hierbei handelt es sich um eine neue Wortprägung im DFG-Sprachgebrauch.1 Damit sind die Bibliotheken gemeint, deren Nutzer/innen auf die Dienste des FID zurückgreifen und die für die FID-Bibliothek eine bedeutende Multiplikatorenrolle innehaben. Eine Bibliothek kann also in Bezug auf ein oder mehrere Fächer FID-Bibliothek sein, in Bezug auf andere Fächer zugleich Mandanten-Bibliothek.

Der Einladung, die über die bibliotheksspezifischen Kommunikationskanäle bekannt gegeben worden ist, sind insgesamt 26 Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Bibliotheken Deutschlands, etwa Berlin, Gotha, Münster, Wuppertal, Göttingen, Marburg, Würzburg und Freiburg, sowie aus dem benachbarten europäischen Ausland, etwa aus den Niederlanden und Frankreich, gefolgt.

Zwei Ziele hatte der Workshop: Zum einen wollte der FID Theologie sein mit der Fachcommunity abgestimmtes vielfältiges Angebot präsentieren. Zum anderen war es ein wichtiges Anliegen der Organisator/inn/en, mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ins kollegiale Gespräch zu kommen, um die Zukunft, Weiterentwicklung und Kommunikationsstrukturen des FID zu besprechen.

Diesem Zwei-Punkte-Plan folgend wurden am ersten Tag zunächst die Aufgaben und Services des FID vorgestellt. Abwechselnd präsentierten Dr. Martin Faßnacht, Timotheus Chang-Whae Kim und Dr. Alessandro Aprile die Integration freier elektronischer Volltexte in das fachspezifische Nachweissystem Index Theologicus,2 das Open-Access-Angebot (Grün und Gold),3 das international angelegte Erwerbungsprofil sowie die jetzigen und künftig möglichen Kooperationen mit hochspezialisierten nationalen und internationalen bibliographischen Unternehmungen, etwa THEOLDI (Innsbruck),4 DaKaR (Münster)5 und der Augustinus-Forschungsdatenbank (Würzburg).6 Zudem bekamen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen vertieften Einblick nicht nur in zwei sehr innovative Produktionsmethoden wie das Zotero- und ImageWare-Erschließungsverfahren,7 sondern auch in den Digitalen Assistenten (DA-3), ein webbasiertes Tool zur computerunterstützten Sacherschließung.8 Ein gemeinsames Abendessen mit schwäbischen Delikatessen mitten in der Tübinger Innenstadt rundete diesen ersten informativen Tag ab.

Abb. 1: Dr. Martin Faßnacht

Am zweiten Tag starteten die Projektverantwortlichen mit einem regen Austausch mit den Fachreferentinnen und Fachreferenten, der einen sehr partizipativen Charakter hatte.

Zunächst hielten Dr. Agnes Winter (UB HU Berlin), Christina Franke (UB Freiburg) und Björn Gebert (ULB Münster) einen kurzen Impulsvortrag über folgende vier Fragen, die der FID Theologie gestellt hat:

  1. Wie kann der Bekanntheitsgrad des FID Theologie in Ihrer Bibliothek/Campus erhöht werden, damit Ihre Nutzer/innen am besten vom FID Theologie profitieren?
  2. Wie können die Zusammenarbeit und die Kommunikation zwischen uns und den Fachreferent/inn/en in den Mandanten-Bibliotheken verbessert werden?
  3. Wo sehen Sie Handlungsbedarf unsererseits?
  4. Welche Angebote oder Dienste für Ihre Nutzer/innen vermissen Sie?

Die vorgebrachten Statements wurden anschließend in vier kleinen Arbeitsgruppen ausführlich diskutiert und ggf. ergänzt. Anschließend präsentierte jede Gruppe die jeweiligen Ergebnisse, die später in einer großen Abschlussdiskussion aufgriffen worden sind.

Es würde den begrenzten Rahmen dieses kurzen Berichts sprengen, wenn man auf die diversen guten Ideen, Anregungen und Verbesserungsvorschläge der Kolleginnen und Kollegen hier einginge. Zwei Aspekte sind aber dennoch hervorzuheben.

Abb. 2: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops

Erstens waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einhellig der Meinung, dass der FID Theologie auf einem sehr guten Weg und der Übergang von dem früheren SSG voll und ganz gelungen ist. Zweitens wurde angeregt, dass eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit, nicht nur digital, wie es bereits getan wird – etwa mit einer Mailingliste und einem Twitter-Account –, sondern auch ganz analog geboten ist, um der wachsenden Komplexität des theologischen Spezialbedarfs Rechnung zu tragen. Vorgeschlagen wurden zum Beispiel Werbematerial (Flyers und Plakate) in jeder UB, Informationsveranstaltungen in den Fakultäten oder regelmäßige Treffen für Fachreferentinnen und Fachreferenten.

Der FID Theologie wird diese Anregungen aufgreifen und entscheiden, welche Maßnahmen kurz-, mittel- oder langfristig umgesetzt werden können, um nicht nur seinen Bekanntheitsgrad effizienter zu erhöhen, sondern auch seine Dienste und Services forschungsnäher zu gestalten.

Eines steht aber schon fest: Der organisierte Workshop war ein rundum sehr gut gelungener Auftakt zur Vernetzung und zur Verbreitung der Angebote des FID Theologie, die mittlerweile seit 2015 entwickelt werden und immer wieder auf eine positive Resonanz in der nationalen sowie internationalen Fachcommunity stoßen.

Dr. Alessandro Aprile, Universitätsbibliothek Tübingen – Fachinformationsdienst (FID) Theologie –, Kommission für Fachreferatsarbeit des VDB

Literaturverzeichnis

-DFG: Stellungnahme der Kommission zur Evaluierung des Förderprogramms „Fachinformationsdienste für die Wissenschaft“, Mai 2019. <https://www.dfg.de/download/pdf/dfg_im_profil/zahlen_fakten/programm_evaluation/studie_fid_stellungnahme.pdf>. Stand: 20.01.2020

-Beckmann, Regine; Hinrichs Imma; Jansen Melanie; Milmeister, Gérard; Schäble, Peter: Der Digitale Assistent DA-3. Eine Plattform für die Inhaltserschließung, in: o-bib, 6 (2019), S. 1-20. <https://doi.org/10.5282/o-bib/2019H3S1-20>. Stand: 21.01.2020

-Kim, Timotheus Chang-Whae; Zumstein, Philipp: Semiautomatische Katalogisierung und Normdatenverknüpfung mit Zotero im Index Theologicus, in: LIBREAS. Library Ideas, 29 (2016), S. 47-56. <http://dx.doi.org/10.18452/9093>. Stand: 21.01.2020

-Faßnacht, Martin; Gebhard, Winfried: Index Theologicus - neue Produktionsverfahren bei der Bibliographieerstellung, in: b.i.t. online, 19 (2016), S. 511-514. <https://www.b-i-t-online.de/heft/2016-06-nachrichtenbeitrag-fassnacht.pdf>, Stand: 21.01.2020

Zitierfähiger Link (DOI): https://doi.org/10.5282/o-bib/5580

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1 DFG: Stellungnahme der Kommission zur Evaluierung des Förderprogramms „Fachinformationsdienste für die Wissenschaft“, Mai 2019. <https://www.dfg.de/download/pdf/dfg_im_profil/zahlen_fakten/programm_evaluation/studie_fid_stellungnahme.pdf>, Stand: 20.01.2020.

2 Der Index Theologicus (IxTheo) ist eine internationale wissenschaftliche Open-Access Bibliographie für Theologie und Religionswissenschaft. Technische Basis ist das Discovery-System VuFind. Sie weist konfessions-, sprachen- und zeitübergreifend wissenschaftliche Literatur über die christliche Theologie, deren historische Verflechtung sowie wissenschaftlichen Dialog mit anderen Religionen nach. Gegründet wurde dieser internationale wissenschaftliche Dienst 1975 in der UB Tübingen mit dem Namen „Zeitschrifteninhaltsdienst Theologie“. 1997 erfolgte die Umstellung auf eine Datenbank, die 2002 in „Index Theologicus“ umbenannt worden ist und seit 2007 ausschließlich online und kostenlos zur Verfügung steht, siehe: <https://www.ixtheo.de/>, Stand: 21.01.2020.

6 <https://www.augustinus.de/>, Stand: 21.01.2020.

7 Hierzu siehe Kim, Timotheus Chang-Whae; Zumstein, Philipp: Semiautomatische Katalogisierung und Normdatenverknüpfung mit Zotero im Index Theologicus, in: LIBREAS. Library Ideas, 29 (2016), S. 47-56. <http://dx.doi.org/10.18452/9093>. Stand: 21.01.2020. Faßnacht, Martin; Gebhard, Winfried: Index Theologicus - neue Produktionsverfahren bei der Bibliographieerstellung, in: b.i.t. online, 19 (2016), S. 511-514. <https://www.b-i-t-online.de/heft/2016-06-nachrichtenbeitrag-fassnacht.pdf>, Stand: 21.01.2020.

8 Beckmann, Regine; Hinrichs Imma; Jansen Melanie; Milmeister, Gérard; Schäble, Peter: Der Digitale Assistent DA-3. Eine Plattform für die Inhaltserschließung, in o-bib, 6 (2019), S. 1-20. <https://doi.org/10.5282/o-bib/2019H3S1-20>. Stand: 21.01.2020