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Zukunftsmodell Monografien im Open Access

Aus der Praxis von Bibliotheken, Verlagen, Wissenschaft und Lehre im gemeinsamen Projekt OGeSoMo

Dorothee Graf, Universität Duisburg-Essen, Veronika Burovikhina, Universität Duisburg-Essen
Natalie Leinweber, Universität Duisburg-Essen

Zusammenfassung

Das BMBF-geförderte Projekt OGeSoMo untersucht, wie es um die Open-Access-Praxis in den Geistes- ­und Sozialwissenschaften steht. Dazu arbeitet das an der Universitätsbibliothek Duisburg-Essen angesiedelte Projekt eng mit allen Personengruppen zusammen, die am Publikations- und Rezeptionsprozess beteiligt sind. OGeSoMo kooperiert nicht nur mit Verlagen, auch Wissenschaftler, Autoren und Lehrende sind einbezogen. Die vom Projekt untersuchten Fragen zielen zunächst darauf ab zu analysieren, wie Open Access (OA) in der Praxis funktioniert und welche Rolle OA am Markt spielt, darüber hinaus entsteht im Rahmen von OGeSoMo eine Nutzungs- und Potenzialanalyse: Welche Publikationen aus der Universitätsallianz Ruhr kommen für OA in Frage, wie läuft die Umsetzung konkret ab? Welche Kosten entstehen? Wie gut verkaufen sich OA-Publikationen als gedruckte Ausgaben? Welches Potenzial bieten OA-Texte in der Lehre, werden sie in Forschungsliteratur zitiert?

Diese quantitativen und qualitativen Untersuchungen werden von zahlreichen Aufklärungsmaßnahmen begleitet, die Autorinnen und Autoren Wissen in Bezug auf OA-Publikationsmodelle vermitteln sowie in Handreichungen rund um Rechte und Lizenzen konkrete Hilfestellung für die Vorbereitung eigener OA-Publikationen geben.

Summary

OGeSoMo is a project sponsored by the German Federal Ministry of Education and Research. It examines the status of Open Access publishing in the Humanities and Social Studies. As the initiating institution, the University Library of Duisburg-Essen involves all participants of the publication process in its survey: Cooperating partners include representatives of publishing houses, researchers and lecturers. Employing a hands-on method and relying on the power of open dialogue, OGeSoMo explores how Open Access publishing is approached in everyday practice. Detailed data analysis is conducted in order to describe the significance of Open Access for researchers, lecturers and the publishing market: Which texts written by authors within the University Alliance Ruhr are suitable to be published in Open Access and what does the publishing process entail? Which costs arise? How many print copies does an Open Access publication sell? What is the potential of Open Access in teaching, and to what extent are Open Access texts cited in scientific literature?
OGeSoMo does not only aim to answer these questions, but also strives to educate scientists as authors on all aspects of Open Access publishing. As part of the project, leaflets are prepared about legal issues, licensing practices and financing in order to support authors to realize their own Open Access endeavors in the long run.

Zitierfähiger Link (DOI): https://doi.org/10.5282/o-bib/2019H4S164-177
Autorenidentifikation: Dorothee Graf: GND 184132606, ORCID 0000-0002-0158-324X, ­Veronika Burovikhina: GND 1199297798, Natalie Leinweber: GND 1198706341
Schlagwörter: Open Access Monografien, Verlagskooperation, Open Access-Gebühr, BMBF-Projekt, Praxistest

1. Projektidee und -organisation

Die Idee für das Projekt OGeSoMo „Förderung von Open-Access-Publikationen in den Geistes- und Sozialwissenschaften mit dem Schwerpunkt Monografien“ (s. Abb. 1) entstand aus der Wahrnehmung, dass viele Geistes- und Sozialwissenschaftler/inne/n je nach Rolle unterschiedliche Haltungen gegenüber Open Access (OA) zeigen: Als Autor/inn/en zögern sie vor der eigenen Veröffentlichung im Open Access, sie haben Aufklärungsbedarf zu Lizenzen und Urheberrecht und wünschen sich „ein Buch in Händen”. Als Lesende und Lehrende nutzen sie digitale Ressourcen für ihre eigenen Zwecke in Forschung und Lehre, ohne sich Gedanken über kostenpflichtige Lizenzen oder Einschränkungen in der Nutzung durch urheberrechtliche Bestimmungen zu machen. Aus ihrer Sicht als Leser- und Nutzer/innen ist der Unterschied zwischen frei verfügbaren und Paywall-Inhalten nicht erkennbar oder, falls bekannt, vermeiden sie in der Autor/inn/enrolle die Auseinandersetzung mit der komplexen Thematik. Mit der Manuskriptabgabe und der Unterschrift unter dem Autorenvertrag wird häufig die Beschäftigung mit dem Thema „Einräumung von Nutzungs- und Verwertungsrechten“ vertrauensvoll an den Verlag abgegeben, irgendwie der geforderte Druckkostenzuschuss aufgebracht, und ansonsten die Frage nach Kosten und Erlösen ebenso wie die Auseinandersetzung mit den eigenen Rechten gescheut. Der Verlag wird nicht nur als Garant für Qualität, sondern auch als guter und notwendiger Partner angesehen, und es bestehen langjährige gute, vielleicht manchmal blind-vertrauende Kooperationen, bei denen die wirtschaftliche Verwertung abseits der Hoffnung auf Tantiemen ausgeklammert bleibt.

Aus dieser Konstellation, die sich in Gesprächen mit romanistischen und germanistischen Sprach- und Literaturwissenschaftler/inne/n sowie einigen Sozialwissenschaftler/inne/n an der Universität Duisburg-Essen (UDE) im Sommer 2017 herauskristallisierte, entstand die Projektidee: Zur Förderung von OA in den Buchfächern bringen wir alle am Publikationsprozess Beteiligten ins Gespräch – ­Wissenschaftler/innen, Bibliotheken und Verlage. Dieser Ansatz überzeugte das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), das in seiner „Förderrichtlinie des freien Informationsflusses in der Wissenschaft – Open Access“1 „auf die nachhaltige Etablierung von Open Access als einem Standard des wissenschaftlichen Publizierens in der deutschen Wissenschaft“ abzielte und zur Einreichung von Vorhaben aufforderte, die sich der Verbreitung und Akzeptanz, somit der Durchsetzung von mehr OA-Publikationen, widmen. Durch die Mittel des BMBF konnten in der UDE für die Projektlaufzeit von 24 Monaten eine volle wissenschaftliche Mitarbeiterstelle an der Universitätsbibliothek und eine 50%-Stelle am beteiligten Lehrstuhl in der Germanistik finanziert werden; Projektbeginn war einstellungsbedingt März 2018. Darüber hinaus ist der Hochschulverbund Universitätsallianz Ruhr (UAR) über die OA-Beauftragten der drei in diesem Verbund zusammengeschlossenen Hochschulen (Bochum, Dortmund, Duisburg-Essen) ins Projekt eingebunden, um die Übertragbarkeit des geplanten Awareness-Konzepts innerhalb des Verbunds zu erproben.2

Im Rahmen des OGeSoMo-Projektes wurde die Kooperation mit Verlagen vorausgesetzt, um innerhalb des bestehenden und akzeptierten Publikationsmodells der sog. Buchfächer Möglichkeiten zur Förderung von OA auszuloten und zu erproben. Bei Antragstellung bestanden bereits Kontakte zu den Verlagen transcript und Barbara Budrich, da in diesen bereits aus Mitteln des Publikationsfonds der UDE einige OA-Publikationen realisiert worden waren; die Kooperation mit dem Peter Lang Verlag wurde zu Projektbeginn vereinbart, da dieser von UDE-Autor/inn/en gerne gewählt wird.3 Gerade die kleineren, mit OA noch wenig vertrauten Verlage sollten adressiert werden, um diese für OA und dessen Realisierungsmöglichkeiten zu sensibilisieren, nicht die großen Verlagshäuser, in denen bereits feste Geschäftsmodelle und technische Lösungen existieren. Auch alternative OA-Modelle wie Universitätsverlage oder die Selbstpublikation wurden ausgeklammert, da sie in der als exemplarisch betrachteten Realität der UDE-Fachwissenschaftler/innen so gut wie keine Rolle spielen.

2. Projektinhalte und -ziele

Das Projekt verfolgt das Hauptziel, die Bekanntheit von OA in den Buchfächern zu steigern und die Autor/inn/en für OA zu sensibilisieren, um mehr OA-Publikationen zu realisieren. Um dies zu erreichen, werden mehr Monografien und Sammelwerke der UAR durch konkrete finanzielle Förderung im Open Access veröffentlicht, indem die von den beteiligten Verlagen erhobenen OA-Gebühren zu 100% übernommen werden. Hierfür wurde eine Anschubfinanzierung beantragt.

Durch die praktische Überführung von konkreten Büchern in den OA entstehen Erfahrungen auf Seiten aller Beteiligten, die im Projektverlauf wie im vorliegenden Text stets perspektivisch für die Zukunft des wissenschaftlichen Publizierens in den Geistes- und Sozialwissenschaften mitbedacht werden: Was kostet eine an fachspezifischen Maßstäben orientierte Buchpublikation als OA in den Geistes- und Sozialwissenschaften? Wie sehen die derzeitigen Geschäftsmodelle dafür aus? Wie sind die geforderten Kosten zusammengesetzt, für welche Leistungen entstehen sie? Welche Standards soll eine wissenschaftliche Publikation im OA erfüllen? Wie funktionieren diese in bibliothekarischen Systemen?

Außerdem wird angestrebt, verschiedene Aspekte von OA durch exemplarische Datenanalysen zu beleuchten. Diese beziehen sich auf die fachwissenschaftliche Arbeitsweise bei Zitationen und in der Lehre, außerdem beziehen sie den Buchhandel im Rahmen einer Verkaufsanalyse ein.

Darüber hinaus sieht der Projektantrag vor, Informationen u.a. zu den rechtlichen Themen in Handreichungen zusammenzustellen und in verschiedenen Veranstaltungen zu verbreiten. Mit diesen Maßnahmen wird Wissen in Bezug auf OA-Publikationsmodelle vermittelt und Autor/inn/en konkrete Handreichungen für die Vorbereitung eigener OA-Publikationen an die Hand gegeben.

Anhand dieser Inhalte und Ziele werden im Folgenden einige Arbeitspakete des Projekts dargestellt.

2.1. OA-Förderung

Um zu identifizieren und auszuwählen, welche Titel für eine Umsetzung in den OA infrage kommen, wurden von den drei Verlagen Listen zur Verfügung gestellt mit seit 2015 realisierten und bis 2019 projektierten Titeln von Autor/inn/en der UAR. Die so identifizierten 165 Titel fallen in verschiedene formale Kategorien: (s. Abb. 2)

Für diese potenziell förderbaren Titel wurden Bedingungen festgelegt. Sie umfassen die Affiliation an eine der UAR-Universitäten, die Zugehörigkeit zu einem Fach der geistes- oder sozialwissenschaftlichen Fakultäten, den Publikationstyp Monografie oder Sammelband, die Zustimmung zur Auswertung in den geplanten Analysen sowie die Veröffentlichung in einem der kooperierenden Verlage.4

Die Affiliation eindeutig festzustellen, hat sich als problematisch herausgestellt. Da ORCIDs fast völlig unbekannt unter den Autor/inn/en sind, pflegen die Verlage ggf. eigene Systeme und sind von Meldungen der Autor/inn/en über ihre institutionelle Anbindung abhängig. Diese sind folglich nicht immer aktuell. Insbesondere aufstrebende Nachwuchswissenschaftler/innen wechseln häufig die Universität, sodass die Institutionszugehörigkeit zur UAR nicht dauerhaft gegeben ist. Diese war aber ein zentrales Förderkriterium für das Projekt, ähnlich wie in derzeitigen universitären Publika­tionsfonds. So wurden insbesondere einige Dissertationen identifiziert, die an anderen als den UAR-Universitäten eingereicht wurden, obwohl die Autor/inn/en zum Kontaktzeitpunkt an der UAR beschäftigt waren (in Abb. 2 als „externe Dissertation“ bezeichnet).

Bei den beteiligten Verlagen erscheinen viele Dissertationen, die nach geltenden Promotionsordnungen­ kostenlos und im Open Access in einem der UAR-Repositorien veröffentlicht werden könnten, also in DuE-Publico an der UDE5, Eldorado der TU Dortmund6 oder im Dokumentenrepositorium der RUB Bochum7. Diese sollten nicht finanziell gefördert werden, da bereits infrastrukturelle Förderung in den Hochschulen stattfindet; auch dieses Kriterium wird in derzeit laufenden Publikationsfonds verwendet. Der Vorschlag, im Verlag nur eine Print-Version zu produzieren und eine identische ­Veröffentlichung im Repositorium als die zugehörige OA-Fassung anzusehen, wurde von den Verlags­vertreter/inne/n abgelehnt; die eingereichte Fassung im Repositorium online zu stellen und im Verlag eine überarbeitete Fassung zu produzieren und zu vermarkten, wurde von allen Projektbeteiligten kritisch gesehen.

Um nicht nur nachträgliche OA-Veröffentlichungen zu fördern, sollten möglichst kurzfristig möglichst viele Titel identifiziert werden, die zu Projektstart realisiert werden und somit parallel gedruckt und digital im OA erscheinen könnten. Die in den Verlagslisten als projektiert geführten Titel wiesen aber eine große Varianz in Bezug auf ihre Realisierung auf; manche erschienen deutlich später als geplant, andere kamen nicht zustande. Außerdem kann nach Auskunft einer Verlagsvertreterin ein in den Marketing- und Vertriebskanälen bereits angekündigter E-Book-Preis aufgrund der Preisbindung ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr zurückgenommen werden. Als projektbedingt notwendig wurde der letztmögliche Erscheinungstermin auf den 30.06.2019 gelegt, um die Generierung von Auswertungszahlen innerhalb des Projektzeitraums sicherzustellen.

Alle beteiligten Verlage sehen in ihren Autorenverträgen (wie allgemein üblich) die Übertragung der ausschließlichen Nutzungsrechte vor. Für die OA-Ausgabe muss aber durch den/die Urheber/in eine CC-Lizenz vergeben werden. Deshalb wurde für die potenziell förderbaren Titel Kontakt zu den Autor/inn/en oder Herausgeber/inne/n aufgenommen und die Zustimmung zur OA-Stellung explizit eingeholt und schriftlich in einer Zusatzvereinbarung festgehalten.8 Nicht alle Herausgeber(teams) oder Autor/inn/en konnten für OA gewonnen werden.

Aus den o. g. 165 Titeln wurde vor allem bei den Dissertationen reduziert, sodass im Endeffekt insge­samt 40 Titel gefördert werden bzw. wurden (s. Abb. 3).

In diesen sind auch Titel enthalten, die im Projektverlauf noch hinzugekommen sind (und nicht Anfang 2018 bereits projektiert waren), weil die Herstellung des publikationsreifen Verlagsprodukts von Manuskriptabgabe bis Veröffentlichung mit 3-6 Monaten Durchlaufzeit in den beteiligten Verlagen recht kurz ist. Außerdem schuf die Fördermöglichkeit einen Anreiz für die (ggf. zügigere) Fertigstellung von geplanten Publikationen und bot einen Anlass für Autorenkontakt durch die Bibliothek.

Über die Hälfte der für die Förderung ausgewählten Titel sind Sammelbände. Neun Monografien und sieben Dissertationen wurden ausgewählt und sind fristgerecht im Open Access veröffentlicht worden.

Alle geförderten Titel sind Hybrid-Publikationen, erscheinen also sowohl digital als auch gedruckt. Unterschieden wird zwischen „Grün“ für OA-Stellung nach mindestens sechs Monaten auf dem Markt und „Gold“ für die zeitgleiche Parallelpublikation in Print und mit einem kostenlosen E-Book. Etwas mehr als die Hälfte der Titel sind Parallelpublikationen (s. Abb. 4).

Einige perspektivische Fragen für die zukünftige Kooperation zwischen den Akteur/inn/en im Publikationsprozess lauten in diesem Zusammenhang: Wie und wann erhält die Bibliothek Kenntnis von geplanten Publikationen durch Wissenschaftler/innen ihrer Universität, um ggf. finanziell unterstützen zu können? Wie kann die Finanzierungsbeteiligung durch die Bibliothek geregelt werden? Diese muss viel früher festgelegt werden als im klassischen Modell des Erwerbs bereits erschienener Bücher, nämlich am besten noch vor Vertragsabschluss oder gar vor Beantragung eines Drittmittelprojektes. Welche Finanzierungsmöglichkeiten für OA-Monografien gibt es abseits eines universitären Publikationsfonds? Kann oder soll außerhalb des klassischen Verlagswesens publiziert werden? Diese Kommunikations- und Kooperationswege sind weder für Universitätsbibliotheken noch für Verlage etabliert, auch Autor/inn/en denken bei Publikationsvorhaben noch nicht unbedingt als erstes an ihre Bibliothek, und längst nicht jede Bibliothek oder Universität verfügt über einen Publikationsfonds.

Im Projekt konnten Mittel in Höhe von 75.000 € als Anschub für die OA-Umsetzung eingeworben werden, die weitgehend verausgabt sind. Die Preiskalkulation und die Abwicklung für die geförderten Titel setzt sich aus folgenden Aspekten zusammen: Die drei kooperierenden Verlage arbeiten mit einem Ko-Finanzierungsmodell aus Druckkosten plus Zusatzkosten der OA-Ausgabe, der sog. OA-Fee, OA-Gebühr oder Book Processing Charge. Dabei werden schon im Standardproduktionsprozess immer eine Print- und eine E-Book-Ausgabe im PDF-Format hergestellt. Die Gebühr wird in den Verlagen mit Einnahmeausfällen bei den E-Book-Verkäufen, Mehraufwand für OA bei Distribution und Metadatendissemination, Mitarbeiterschulung und strategische Arbeit bspw. in diesem, aber auch in anderen Projekten,9 begründet. Die OA-Gebühr lag für einzelne Titel zwischen 350 € und 5.000 € je nach Publikationsart (Grün oder Gold) und Verlag. Bezahlt wurde teilweise einzeln, teilweise nach Mischkalkulation aus Backlist- und Frontlist-Titeln.

Bewusst wurden im Projekt nur komplette Sammelbände für die OA-Publikation gefördert, vor allem, weil die teilweise sehr teure Förderung von einzelnen Beiträgen das Budget weit überschritten hätte.

2.2. OA-Qualitätsstandards

Für die im Projektrahmen OA gestellten Titel wurde in den Gesprächen mit den Verlagen und den Autor/inn/en eine Art Leistungs- und Anforderungskatalog entwickelt.10 Mit ähnlichen Grundsätzen, aber dem Anspruch für OA-Bücher allgemein zu gelten, wurden 2018 auch vom Bielefelder Nationalen Open-Access-Kontaktpunkt (NOAK) und der AG Universitätsverlage entsprechende Papiere veröffentlicht:11

Format der Veröffentlichung: Realisiert wird die parallele oder nachträgliche OA-Stellung mit Verlags-PDF mit navigierbaren Inhaltsverzeichnissen.12 EPUB ist für den wissenschaftlichen Markt aufgrund der Formatstruktur und der nicht dargestellten Seitenzahlen (noch?) nicht relevant. Das Impressum muss grundsätzlich einen Fördervermerk und den Hinweis auf die vergebene CC-Lizenz enthalten.

Distribution und Archivierung: Die Verbreitung soll mindestens über die Verlagswebsite, die UAR-Repositorien und die Plattform Open Access Publishing in European Networks, OAPEN13, geschehen. Der Verlag Budrich beliefert zusätzlich die Fachrepositorien SSOAR14, GenderOpen15 und PeDocs16. Alle Verlage haben eigene Standards zur Archivierung und sorgen damit für die Langzeitverfügbarkeit; dasselbe gilt für die universitären Repositorien.

Publikationsmodell: Die Titel durchlaufen ein Begutachtungsverfahren. Nach Vorgabe bei OAPEN war dies für die Registrierung als Peer Review-Verfahren zu gewährleisten; das in den Verlagen übliche­ Verfahren als Editorial Review der (Reihen-)Herausgeber/innen wurde von OAPEN im Zuge der Registrierung der kooperierenden Verlage anerkannt.

Metadaten: Die Verlage liefern die zugehörigen Metadaten an die DNB und die Plattform OAPEN. Die Katalogisierung erfolgt in den UAR-Bibliotheken. Die Verzeichnung im HBZ-Verbundsystem ist derzeit noch nicht eindeutig gelöst oder festgelegt. Insbesondere der nachträgliche Wechsel zu OA nach Embargozeit stellt ein Problem für die Zusammenführung der verschiedenen Ausgaben dar.

CC-Lizenzen und Rechte: Im Rahmen des Projektes wird die CC-BY-Lizenz (Namensnennung) empfohlen, gängig sind aber auch die Zusätze SA (Weitergabe unter gleichen Bedingungen) und NC-ND (nicht kommerziell, keine Bearbeitung). Die Nennung einer freien Lizenz ist unabdingbar für „echten“ Open Access.

Nutzungsanalyse und Statistiken: Die Nutzung sollte mithilfe von vierteljährlichen Statistiken festgehalten werden. Die Handhabung erwies sich in der Praxis aufgrund von festgelegten Lieferterminen, Vorlaufzeiten und Verzögerungen als problematisch, da auch die beteiligten Verlage auf den Bezug von Nutzungszahlen von belieferten Plattformen angewiesen sind. Außerdem zeigten sich hier Unterschiede in der technischen Aufstellung bei den Verlagen wie auch in den Repositorien.

Der Workflow für die Umsetzung ist bislang nicht standardisiert. Weder Verlage noch Bibliotheken haben hier Routinen entwickelt. Insbesondere die nachträgliche OA-Stellung wirft die Frage auf, wie das kostenlose E-Book gut in den gängigen bibliothekarischen und buchhändlerischen Verzeichnissen sichtbar wird. In der Praxis bedeutet das, dass in den beteiligten Verlagen irrtümliche E-Book-Käufe nach OA-Stellung rückabgewickelt werden müssen.

2.3. Datenanalysen

Die in verschiedenen Arbeitspaketen vorgesehenen Analysen kreisen um Aspekte von OA-Texten in Forschung und Lehre sowie um Verkauf und Nutzung:

Rezeption von OA-Literatur: Wie häufig werden in germanistischen Dissertationen der UDE OA- und kostenpflichtige digitale Publikationen im Verhältnis zu klassisch veröffentlichten Texten zitiert? Sind OA-Publikationen als solche überhaupt erkennbar für Nutzer- und Leser/innen?

Einsatz in der Lehre: Wie werden digitale Texte in der universitären Lehre eingesetzt, welches Zusatzpotenzial bietet die OA-Verfügbarkeit?

Verkauf und Nutzung der geförderten Titel: Welche Rolle spielt Open Access am Markt? Wie gut verkaufen sich die gedruckten Ausgaben von Texten, die als E-Book auch OA verfügbar sind? Auf welchen Wegen werden OA-Titel aufgerufen?

OGeSoMo verfolgt den Weg einzelner Publikationen, untersucht deren Online-Nutzung exemplarisch und nimmt die reale Verlagspraxis bei der Umsetzung konkreter Publikationen im kollegialen Austausch in den Blick.17 Um die Nutzungsdaten aus den zahlreichen Distributionskanälen zusammenzuführen, wurden die Open Services von Knowledge Unlatched18 als kostenpflichtige Dienstleistung in Anspruch genommen. Die Verkaufsanalyse soll Print- und E-Book-Verkäufe zählen und den Verkauf von Print-Exemplaren vor, nach und bei gleichzeitiger OA-Stellung vergleichen. Interessant ist eine Antwort auf die Frage, ob die nachträgliche OA-Verfügbarkeit (grüner Weg) einen erneuten Verkaufsimpuls setzt. Der Betrachtungszeitraum ist allerdings unter anderem durch die erst jüngst erfolgten Veröffentlichungen sehr kurz. Sowohl Verkaufs- als auch Nutzungszeit sind in den betrachteten Fächern deutlich länger als die gesamte Projektlaufzeit: Die Verlagsvertreter/innen berichten übereinstimmend von mindestens sechs bis 24 Monaten als der relevanten Zeit, um Einnahmen aus Buchverkäufen zu erzielen.

2.3.1. Datenanalyse Dissertationen: Zitation von OA-Texten?

Im Germanistik-Teilprojekt wurde die Verarbeitung und Nutzung von digitaler im Vergleich zu Print-Literatur analysiert. Die Auswertung von 55 germanistischen Dissertationen, die in der UDE in den letzten 10 Jahre eingereicht wurden,19 ergab Folgendes: Zum einen konnten OA-Quellen in den Literaturangaben nur schwer identifiziert werden, zum anderen wies die Analyse auf einen generellen Mangel an Online-Quellen hin. Diese wurden durch Nennung einer URL identifiziert; DOIs tauchen überhaupt nicht auf. Von insgesamt 16.354 in den Literaturverzeichnissen enthaltenen Literaturangaben handelte es sich bei lediglich 1.015 Quellenangaben (etwa 6 %) um Online-Quellen, 29 davon waren fehlerhaft und nicht mehr abrufbar. Im Umkehrschluss wurden sicher mehr Texte digital genutzt; sie sind aber nicht als Paywall- oder OA-Inhalte erkennbar. Die Zitierkonvention im Untersuchungszeitraum ist also noch völlig dem Paradigma gedruckter Publikationen verhaftet.

2.3.2. OA in der Lehre: OA-Publikationen als Ressourcen im E-Learning

Im Rahmen des germanistischen Arbeitspakets „OA in Lehre und Forschung“ wurde ein mediendidaktisches Konzept entwickelt, das den Titel „TEXTLABOR - Texterschließung kooperativ gestalten mit digitalen Lese- und Annotationswerkzeugen“ trägt. In Anlehnung an das Inverted-Classroom-Modell verfolgt das Konzept das Ziel, die Studierenden bei der Erschließung von Fachtexten und bei der textbasierten Erarbeitung von Ausschnitten aus dem wissenschaftlichen Diskurs zu unterstützen.20 Der Text wird individuell und vorstrukturiert anhand einer Aufgabenstellung gelesen; anschließend erarbeiten die Studierenden kooperativ in kleinen „Lektüregruppen“ in einer digitalen Lese- und Annotationsumgebung direkt am Text und schriftlich dessen zentrale Aussagen. Dabei verständigen sie sich über unbekannte Fachtermini und Konzepte und unterstützen und korrigieren sich wechsel­seitig beim Aufbau eines grundlegenden Textverständnisses. Eine ausführliche Begründung des didaktischen Konzepts geben Beißwenger und Burovikhina an anderer Stelle.21

Die technische Grundlage für die Online-Phasen in dem Textlabor-Konzept bildet eine entsprechende technische Funktion, die die kooperative Annotation von digitalen Dokumenten in Moodle-Kursräumen unterstützt. Die Grundlage für die Entwicklung bildet ein Prototyp der RWTH Aachen. Die neue Funktion steht seit Beginn des Sommersemesters 2019 UDE-weit in Moodle zur Verfügung und kann in allen Moodle-Lernräumen genutzt werden. Die verwendeten Texte müssen nicht zwingend im OA vorliegen (s.u.), das Tool an sich ist durch die Nachnutzbarkeit auch für die Moodle-Öffentlichkeit frei zugänglich.

Das Konzept wurde im Sommersemester 2018 und Wintersemester 2018/19 in zwölf Seminareinheiten in acht Seminaren (Linguistik, Sprachdidaktik, Literaturwissenschaft / Bachelor- und Masterphase) erprobt und evaluiert. Der beigegebene Screenshot (s. Abb. 5) vermittelt einen Eindruck, wie sich die Arbeit im TEXTLABOR während der Online-Phase für die Studierenden praktisch gestaltet.

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Das Konzept dient als Beispiel für innovative Lehr-/Lernformate, die durch digital verfügbare Texte ermöglicht werden. Sind diese zudem auch noch OA, können sie zum einen in voller Bandbreite (statt der restriktiven Digitalisierung von 15 % des Gesamtumfangs) von Lehrenden im Rahmen eines solchen­ ­­Konzepts genutzt und von Studierenden gelesen bzw. kommentiert und diskutiert werden. Zum anderen böte dieser Umstand Möglichkeiten für die Gestaltung von offenen (also nicht nur versteckt in Moodle oder in Semesterapparaten) bzw. hochschulübergreifenden Settings, und nicht zuletzt auch für auf Nachhaltigkeit angelegte Settings, in denen man nicht befürchten muss, dass die Texte wieder aus dem Netz genommen werden, wenn sich die rechtliche Lage ändert.

2.3.3. Verkauf und Nutzung

Zum Zeitpunkt des Bibliothekartags 2019 in Leipzig lagen noch keine Auswertungen aus Verkaufs- und Nutzungszahlen vor. Die Lieferung und Aggregation dauerte deutlich länger als bei Antragstellung geplant und im Projektverlauf erwartet. Die ersten, vorläufigen Daten wurden beim Workshop am 26. September 2019 in Essen präsentiert22 und zeigen erwartungsgemäß hohe Verkaufszahlen bei Print- und E-Book-Verkäufen in den ersten Monaten nach Erscheinen und fortdauerndem Verkauf von Print trotz gleichzeitiger OA-Verfügbarkeit. Bei den Nutzungszahlen zeigt sich große Varianz in Bezug auf die einzelnen Quellen; über alle Titel gemittelt entstehen die höchsten Downloadzahlen auf der Verlagswebsite gefolgt von Aggregatorplattformen wie www.degruyter.com, die als Dienstleister den Vertrieb für verschiedene Verlage leisten. In etwa gleichauf liegt die Nutzung über die institutionellen Repositorien und JSTOR, etwas niedriger über Google Books und am geringsten bei den fachlichen Repositorien und OAPEN.

2.4. Informations- und Wissensvermittlung

Das wichtigste Arbeitspaket des Jahres 2019 ist die Konzeption von Informationsmaterialien, bei denen es sich um Handreichungen für Autor/inn/en zu CC-Lizenzen, Rechten und Vertragskonditionen handelt. So wurde ein Poster zum Urheberrecht und den damit zusammenhängenden Verwertungs- und Nutzungsrechten in klassischen Print- und Open Access-Publikationen zusammen mit Folien für einen das Poster erläuternden Vortrag entwickelt und veröffentlicht. Auch ein Flyer mit Einstiegsinformationen zu CC-Lizenzierungsmodellen und ihren Implikationen für Autor/inn/en und Nutzer/innen wurde produziert. Diese Materialien wurden Anfang April in einer kleinen Expertenrunde aus Projekt- und Verlagsmitarbeiterinnen sowie projektgeförderten Wissenschaftlerinnen evaluiert und anschließend auf der Projekt-Homepage veröffentlicht.23

Im Juni organisierten die Projektmitglieder von OGeSoMo in den Universitätsbibliotheken Duisburg-Essen, Bochum und Dortmund jeweils zweistündige Informationsveranstaltungen zum Thema „Howto & Know-How für Open Access-Bücher“ für Nachwuchswissenschaftler/innen und bereits publikationserfahrene Wissenschaftler/innen. In deren Rahmen wurden die o.g. Handreichungen zunächst in einem Vortrag erläutert und als Printmaterial ausgehändigt. Im Anschluss standen je zwei Repräsentanten der Verlage als direkte Ansprechpartner/innen aus der Branche und der Praxis für Fragen aus dem Publikum und die gemeinsame Diskussion zur Verfügung. Es nahmen überwiegend junge Forscher/innen, aber auch einzelne Professor/inn/en teil. Die Diskussionen kreisten um Bildrechte im OA sowie die Nutzungsmöglichkeiten je nach CC-Lizenz. Auch das Problem der hohen Kosten, durch die sich gerade Nachwuchswissenschaftler/innen keine verlagsgebundene OA-Ausgabe ihrer Dissertation leisten können, wurde an allen drei Orten diskutiert. Das geläufige Argument, aus Karrieregründen lieber im Verlag statt im kostenlosen Repositorium zu veröffentlichen, wurde auch hier angeführt.

Das gewählte Veranstaltungsformat hat sich als attraktiv und gewinnbringend herausgestellt, sowohl für die wissenschaftlichen wie für die bibliothekarischen Teilnehmer/innen, wie der rege Austausch und das positive Feedback zeigten. Zusätzlich unterstützten die verständlich aufgearbeiteten Informationen und nachnutzbaren Materialien bei Wissenslücken rund um rechtliche Grundlagen.

Die Bibliothek positioniert sich durch derartige Veranstaltungen als Intermediär und fördert den aktiven Dialog zwischen Autor/inn/en und Verlagen. Dabei wurde erreicht, dass sich die Verlagsvertreter/innen weniger als Repräsentant/inn/en ihres jeweiligen Arbeitgebers verstanden und in der Veranstaltung ein Instrument zur Akquise neuer Autor/inn/en sahen. Sie traten vielmehr als Sprecher/innen der vielen und insbesondere kleineren Verlage auf, denen an Kooperation mit Autor/inn/en und Bibliotheken sowie an Aufklärung über ihre Leistungen und deren Kosten liegt. Gleichwohl wird durch eine derartige Veranstaltung der Verlagsname des/der jeweiligen Vertreter/s/in mit ihrem/dessen Engagement für OA verbunden.

Insgesamt ist das Vorgehen – Entwicklung, Evaluation und Präsentation von Informationsmaterialien­ im aktiven Dialog – als erfolgreich einzustufen. Es ist anzustreben, die Veranstaltungen in einer vergleichbaren Form und ggf. in einem regelmäßigen Zyklus auch an anderen Institutionen oder im Rahmen von Doktorandenkolloquien, Arbeitsgruppen o. ä. anzubieten und zu organisieren.

3. Ausblick

Den Höhepunkt des OGeSoMo-Projektes bildete ein Workshop mit Vertreter/inne/n aus allen Rollen­ des Publikationsprozesses unter dem Titel „Monografien im Open Access – Chance oder Risiko?“ Die Veranstaltung richtete sich an Autorinnen und Autoren, Universitätsbibliotheken, Verlage und ­Förderinstitutionen, und fand am 26. September 2019 in Essen statt. Im Rahmen dieser Veranstaltung beleuchteten Akteur/innen des wissenschaftlichen Publikationssystems zahlreiche Facetten und Aspekte rund um das OA-Publizieren in Vorträgen und der abschließenden Podiumsdiskussion.24 Besonders die Problematik rund um Dissertationen, die Rolle der Repositorien und das zunehmend in Frage gestellte Verlagsrenommee wurden thematisiert. Auch die Frage nach der Höhe und der Rechtfertigung der Kosten bei OA-Verlagsveröffentlichungen und die Rolle von Universitätsverlagen kamen zur Sprache.

Die weitere Verbreitung der Projektergebnisse und damit die weitere Steigerung von Awareness in den angesprochenen Wissenschaften bleibt nicht nur für den Projektabschluss, sondern generell bei der nachhaltigen Verankerung von OA in den Buchfächern die Herausforderung der kommenden Monate und Jahre.

Literaturverzeichnis

Beißwenger, Michael; Burovikhina, Veronika: Von der Black Box in den Inverted Classroom. Texterschließung kooperativ gestalten mit digitalen Lese- und Annotationswerkzeugen, in: Führer, Felician-Michael; Führer, Carolin (Hg.): Dissonanzen in der Lehrerbildung, Münster 2019 (im Druck).

Collins, Ellen: Summary. A landscape study on open access (OA) and monographs. Policies, funding and publishing in eight European countries, Knowledge Exchange, März 2018, ­https://zenodo.org/record/815932.

Ferwerda, Eelco et al.: OAPEN-CH – Auswirkungen von Open Access auf wissenschaftliche Monographien in der Schweiz. Ein Projekt des Schweizerischen Nationalfonds (SNF), Bern 2018, https://doi.org/10.5281/zenodo.1219172.

Ferwerda, Eelco; Snijder, Ronald; Adema, Janneke: OAPEN-NL – A project exploring Open Access monograph publishing in the Netherlands. Final Report, OAPEN Foundation, October 2013.

1 Bekanntmachung der Förderrichtlinie vom 26.05.2017 im Bundesanzeiger am 01.06.2017, Online: <https://www.bmbf.de/foerderungen/bekanntmachung-1369.html>, Stand: 08.10.19.

2 Ausführliche Informationen zum Projekt OGeSoMo finden Sie unter <https://www.uni-due.de/ogesomo/>, Stand: 14.10.19. Dort besteht auch die Möglichkeit, sich für den Newsletter anzumelden, um über aktuelle Neuigkeiten informiert zu werden.

3 Der insbesondere für Germanist/innen der UDE relevante Universitätsverlag Rhein-Ruhr (UVRR) wurde ebenfalls angefragt, die Geschäftsführerin hat zwar Interesse signalisiert, die Zusammenarbeit aber aus Kapazitätsgründen nicht realisieren können.

4 Die Bedingungen sind auch unter <https://www.uni-due.de/ogesomo/foerderbedingungen>, Stand: 27.10.19, genannt. Versuchsweise wurden auch Kontakte zu weiteren Autor/inn/en und anderen Verlagen aufgenommen, um diese als Einzelfälle ebenfalls einzubeziehen, dabei wurden sowohl Heterogenität wie Unerfahrenheit im Umgang mit OA-Buchpublikationen in Bezug auf Distribution und Vertrieb sowie CC-Lizenzen und deren Implikationen deutlich; auch die Zustimmung zur Datenanalyse und die Offenlegung der Zugriffe oder der Verlagsleistungen war nicht immer zu bekommen.

8 Am Projekt sind keine Jurist/innen beteiligt, sodass der hier skizzierte Widerspruch zwischen der Übertragung sämtlicher Rechte bei gleichzeitiger Einräumung bestimmter Rechte am elektronischen Text nicht näher analysiert oder erläutert werden kann.

9 So entwickelte der transcript Verlag bspw. zusammen mit dem Nationalen Open-Access-Kontaktpunkt in Bielefeld und Knowledge Unlatched das sehr erfolgreich umgesetzte konsortiale Modell zur Veröffentlichung des kompletten politikwissenschaftlichen Verlagsprogramms im Open Access, vgl. <https://oa2020-de.org/pages/transcriptopen librarypowi/> Stand: 14.10.19. Das Modell wurde vom Peter Lang Verlag für den Bereich Rechtswissenschaften ­wiederholt, vgl. <https://oa2020-de.org/pages/oaitlaw/>, Stand: 14.10.19.

10 Vgl. die Qualitätsstandards auf der Projektwebseite, <https://www.uni-due.de/ogesomo/qualitaetsstandards>, Stand: 27.10.19.

11 Vgl. den Blogbeitrag von NOAK unter <https://oa2020-de.org/blog/2018/07/31/empfehlungen_qualitätsstandards_oabücher/>, Stand: 14.10.19, zuerst veröffentlicht im Mai 2018, Update November 2018, und den Blogbeitrag der AG Universitätsverlage vom September 2018, <http://blog.bibliothek.kit.edu/ag_univerlage/?p=1974>, Stand: 14.10.19.

12 Weitere Details, etwa ein kapitelweiser Download, die Verlinkung interner Verweise oder die Skalierbarkeit von ­Grafiken wurden nicht festgelegt.

13 Die Plattform OAPEN, <https://www.oapen.org/content/oapen-services>, Stand: 14.10.19, wurde von den Projektbeteiligten als das zentrale Verzeichnis für OA-Veröffentlichungen angesehen, die über die Verbindung zum Directory of Open Access Books, DOAB, <https://www.doabooks.org/>, Stand: 12.10.19, Volltexte mit dem zugehörigen Katalog verknüpft.

14 Social Science Open Access Repository SSOAR, <https://www.gesis.org/ssoar/home>, Stand: 14.10.19.

15 GenderOpen verzeichnet und sammelt „wissenschaftlichen Publikationen aus dem Feld der Geschlechterforschung“, <https://www.genderopen.de/>, Stand: 14.10.19.

16 „Das am DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation aufgebaute und gepflegte Repositorium pedocs [pedagogical documents] bündelt elektronische Volltexte der Bildungsforschung und Erziehungswissenschaft und stellt diese entsprechend der Berliner Erklärung für kostenfreien Zugang zu wissenschaftlicher Information zur Verfügung“, <https://www.pedocs.de/info_pedocs.php?la=de>, Stand: 14.10.19.

17 Quantitative Untersuchungen mit hohen Fallzahlen und statistischer Relevanz waren zu Projektbeginn veröffentlicht worden, vgl.: Ferwerda, Eelco et al.: OAPEN-CH – Auswirkungen von Open Access auf wissenschaftliche Monographien in der Schweiz. Ein Projekt des Schweizerischen Nationalfonds (SNF), Bern 2018, <https://doi.org/10.5281/zenodo.1219172>, für den Schweizer Publikationsraum, für den niederländischen vgl. Ferwerda, Eelco; Snijder, Ronald; Adema, Janneke: OAPEN-NL – A project exploring Open Access monograph publishing in the Netherlands. Final Report, OAPEN Foundation, October 2013. Die Situation in Deutschland wurde inzwischen im europäischen Vergleichsbericht dargestellt, vgl. Collins, Ellen: Summary. A landscape study on open access (OA) and monographs. Policies, funding and publishing in eight European countries, Knowledge Exchange, März 2018, <https://zenodo.org/record/815932>, sowie weitere Publikationen zur Knowledge Exchange Landscape Study unter <http://www.know ledge-exchange.info/event/open-access-monographs>, Stand: 14.10.19.

18 Vgl. den Prospekt von Knowledge Unlatched unter <http://knowledgeunlatched.org/ku-open-services/>, Stand: 14.10.19.

19 Die Auswahl der Stichprobe erfolgte mit Hilfe der Universitätsbibliographie der UDE. Im Rahmen der erweiterten Suche, vgl. <https://bibliographie.ub.uni-due.de/search.xed>, Stand: 07.08.2018, wurden folgende Suchkriterien ­vorgegeben: Fach „Germanistik“; Jahr „> 2006“ und „< 2018“; Publikationsart „Dissertation“. Aus dem Suchergebnis von 62 Dissertationen wurden sieben an einer anderen Universität oder einer anderen Fakultät der UDE eingereicht und aus diesem Grund aus der Stichprobe entfernt. Somit bilden insgesamt 55 Dissertationen die Stichprobe der Untersuchung.

20 Im Inverted-Classroom-Modell erfolgt die Lektüre und Erschließung eines Fachtextes außerhalb der Präsenzzeit im Rahmen von Online-Phasen: Die Erarbeitung von Inhalten findet nicht frontal, sondern vorbereitend zur Veranstaltung durch die Lernenden statt, während die wertvolle Präsenzzeit für die Verstehens- und Ergebnissicherung, für Anwendung und Vertiefung sowie für die Diskussion des Erarbeiteten genutzt wird.

21 Vgl. Beißwenger, Michael; Burovikhina, Veronika: Von der Black Box in den Inverted Classroom. Texterschließung kooperativ gestalten mit digitalen Lese- und Annotationswerkzeugen, in: Führer, Felician-Michael; Führer, Carolin (Hg.): Dissonanzen in der Lehrerbildung, Münster 2019 (im Druck).

22 Die Veröffentlichung der Folien bzw. endgültiger Ergebnisse ist mit Stand Oktober 2019 noch nicht erfolgt.

23 Sie stehen unter CC-Lizenz zur Nachnutzung frei: <https://www.uni-due.de/ogesomo/materialien>, Stand: 27.10.19.

24 Das Programm kann auf der Projekthomepage eingesehen werden: <https://www.uni-due.de/ogesomo/ogesomo_chance-risiko>, Stand: 27.10.19.