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Bereitschaft zu Open Access in den Geisteswissenschaften Bereitschaft zu Open Access in den Geisteswissenschaften

Ergebnisse einer Umfrage unter geisteswissenschaftlichen Herausgeber*innen im Rahmen des Projekts OLH-DE

Lena Dreher, Universität Konstanz
Ilona Lang, Universität Konstanz
Anja Oberländer, Universität Konstanz

Zusammenfassung

Dieser Artikel liefert die empirische Grundlage für eine Beurteilung der Einstellung geisteswissenschaftlicher Zeitschriftenherausgeber*innen gegenüber Open Access. Im Rahmen des deutschen Open Library of Humanities-Projekts (OLH-DE) wurde an der Universität Konstanz eine Online-Umfrage unter 416 Herausgeber*innen deutschsprachiger geisteswissenschaftlicher Zeitschriften durchgeführt. Dabei wurde nicht nur nach ihren Einstellungen, Befürchtungen und relevanten Aspekten zu Open Access im Allgemeinen gefragt, sondern auch über das konsortiale Open-Access-Modell der Open Library of Humanities (OLH) informiert. Die Ergebnisse zeigen, dass die Einstellungen unter geisteswissenschaftlichen Zeitschriftenherausgeber*innen zu Open Access nicht so negativ sind wie oft befürchtet und sich viele Bedenken durch ihre konkrete Adressierung im Rahmen der Vorstellung von OLH deutlich abschwächen lassen. Der Verlust der Printversion blieb ein signifikanter Open-Access-Hinderungsgrund, wodurch „print on demand“ Open-Access-Geschäftsmodelle vielversprechend wären. Insgesamt konnte nach der Vorstellung des konkreten Modells der OLH eine erhöhte Bereitschaft zur Transformation unter den Herausgeber*innen geisteswissenschaftlicher Zeitschriften beobachtet werden als grundsätzlich zu Open-Access-Modellen angegeben wurde. Dieses Ergebnis unterstreicht die Relevanz von Open-Access-Projekten wie OLH-DE: Nur durch eine gezielte Open-Access-Vermittlung kann eine fortschreitende Open-Access-Transformation unter geisteswissenschaftlichen Herausgeber*innen und deren Zeitschriften gelingen.

Summary

This article provides the empirical basis for an assessment of the attitude of humanities journal editors towards Open Access. Within the framework of the German Open Library of Humanities project OLH-DE at the University of Konstanz, we conducted an online survey among 416 editors of German-language humanities journals. They were not only asked about their attitudes, fears and relevant aspects of Open Access in general, but were also informed about the OLH publishing model. The results show that the attitudes among editors towards Open Access are not as negative as often feared and that many concerns can be significantly mitigated by addressing them specifically when presenting the OLH. The loss of the print version remained a significant obstacle to Open Access, highlighting the need for “print on demand” Open Access publishing models. Overall, receiving information about the OLH went along with an increased willingness to undertake Open Access transformations among the editors of humanities journals compared to their interest in Open Access in general. This result underlines the relevance of Open Access projects such as OLH-DE: A gradual Open Access transformation among editors of humanities journals can only succeed by the means of targeted Open Access promotion.

Zitierfähiger Link: https://doi.org/10.5282/o-bib/5512

Autorenidentifikation:
Dreher, Lena: ORCID: https://orcid.org/0000-0002-4531-9432
Lang, Ilona: GND: 1077825218; ORCID: https://orcid.org/0000-0002-7202-5982
Oberländer, Anja: GND: 130127787; ORCID: https://orcid.org/0000-0003-4388-2552

Schlagwörter: Open Access; Geisteswissenschaften; Zeitschriftentransformation; Umfrage; Open Library of Humanities; OLH; OLH-DE; APC-freie Modelle; Beurteilung

Dieses Werk steht unter der Lizenz Creative Commons Namensnennung 4.0 International.

1. Einleitung

In den vergangenen Jahren hat zwar der Anteil von Open-Access-Publikationen an der Gesamtzahl wissenschaftlicher Publikationen zugenommen,1 die meisten derzeit verfügbaren Analysen und Erhebungen zu Open-Access-Publikationen beziehen sich dabei jedoch auf die sogenannten MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik),2 wohingegen es über die Situation in den Geisteswissenschaften bisher kaum Erhebungen gibt. Eine Studie von 2017 an zwölf Universitäten kam zu dem Ergebnis, dass nur ungefähr die Hälfte der Wissenschaftler*innen aus den Geistes- und Sozialwissenschaften im Gegensatz zu zwei Drittel aus den Naturwissenschaften bereits Open Access publiziert haben, sei es nun Grün oder Gold.3

Damit Geisteswissenschaftler*innen für die Publikation ihrer hochwertigen Arbeiten Open Access in Betracht ziehen, muss unter anderem die Zahl renommierter geisteswissenschaftlicher Open-Access-Zeitschriften erhöht werden. Hierfür ist eine effiziente Maßnahme, bereits bestehende Zeitschriften mit hohem Bekanntheitsgrad und Ansehen (Impact-Faktor) aus dem Closed Access-Bereich in ein Open-Access-Modell zu überführen. Einen solchen Weg verfolgt die Open Library of Humanities (OLH)4, ein gemeinnütziges Non-Profit-Netzwerk aus Bibliotheken und Geisteswissenschaftler*innen. Von dem britischen Literaturwissenschaftler Martin Paul Eve und der britischen Literaturwissenschaftlerin Caroline Edwards 2015 gegründet, bietet sie eine Publikationsplattform für Zeitschriften aus den Geistes- und Sozialwissenschaften. Die OLH verzichtet auf Article Processing Charges (APC) für Autorinnen und Autoren und finanziert sich stattdessen über Konsortialzahlungen von Institutionen. Dieses Konsortium aus derzeit knapp 250 Mitgliedern umfasst Bibliotheken und Universitäten wie Harvard, Yale, Cambridge und King’s College, sowie den österreichischen Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF). Die Zeitschriften können vom bisherigen Verlag zur OLH wechseln und werden mit der Open Source-Software Janeway auf der OLH-Infrastruktur publiziert. Es ist für transformierte Zeitschriften aber auch möglich, bei ihrem bisherigen Verlag zu bleiben und über das OLH-Konsortium finanziert zu werden. Zeitschriften, die an einem Umstieg auf das OLH-Modell interessiert sind, bewerben sich bei der OLH. Nach Prüfung durch ein wissenschaftliches Gremium entscheidet das bibliothekarische Konsortium, welche der Zeitschriften aufgenommen werden. Steigt die Zahl der Zeitschriften, die von der OLH unterstützt werden, erhöhen sich die Beitragszahlungen für die einzelnen Mitglieder.

Neben diesem Modell der OLH sind momentan noch zwei weitere, bekanntere Initiativen zur Umstellung von Zeitschriften auf Open Access zu nennen: Knowledge Unlatched5 und Subscribe-to-Open 6. Beide Modelle sammeln im Voraus Finanzierungen für die Open-Access-Bereitstellung von spezifischen Medienpaketen ein. Bei Knowledge Unlatched, das vor allem im Bereich des Crowdfunding für die Open-Access-Stellung von Monographien tätig ist, werden über dieses Verfahren auch kleinere Zeitschriftenpakete für einen Zeitraum von drei Jahren Open Access gestellt. Die Preise werden vorher mit den Verlagen verhandelt und die Umstellung kann erfolgen, wenn die Mindestsumme durch genügend teilnehmende Einrichtungen erreicht ist. Die von den Verlagen veranschlagten Summen orientieren sich dabei an den Einnahmen des vorherigen Subskriptionsmodells. Eine echte und nachhaltige Transformation der Zeitschriften findet dabei nicht statt. Beim Subscribe-to-Open-Modell, das z.B. von Annual Reviews angeboten wird, sollen die bisherigen Abonnenten die Subskriptionsgebühren auch weiterhin zahlen, bzw. eine etwas geringere Summe, dafür wird die Zeitschrift aber zukünftig auf Open Access umgestellt. Entscheiden sich genügend Einrichtungen dafür, die Zeitschrift auch als Open-Access-Zeitschrift weiterhin zu unterstützen, kann die Transformation erfolgen. Bei beiden Modellen verbleiben die Zeitschriften beim ursprünglichen Verlag, ein Wechsel wie beim OLH-Modell oft üblich findet nicht statt. Die Nachhaltigkeit dieser Transformationen muss sich erst erweisen. Allen Initiativen inklusive der OLH ist gemein, dass mehrere Bibliotheken und Institutionen die Open-Access-Transformation gemeinschaftlich finanzieren und so keine Gebühren für Autorinnen und Autoren anfallen.

Forschungsfragen

Das Projekt OLH-DE, das am Kommunikations-, Informations-, Medienzentrum (KIM) der Universität Konstanz von März 2018 bis Dezember 2020 läuft und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird7, hat zum Ziel die Open Library of Humanities über den anglo-amerikanischen Raum hinaus in Deutschland bekannter zu machen und sowohl die Zahl der deutschsprachigen Zeitschriften unter dem Dach der OLH als auch die Zahl der Mitgliedsinstitutionen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zu erhöhen. Im Rahmen des Projekts wurde daher eine Online-Umfrage unter Herausgeberinnen und Herausgebern deutschsprachiger geisteswissenschaftlicher Zeitschriften durchgeführt, um neben einer Analyse der derzeitigen generellen Situation von Open Access auch wichtige Punkte für eine effektive Bekanntmachung von OLH im deutschsprachigen Raum zu analysieren. Die ersten beiden Forschungsfragen lauteten somit: Wie bekannt ist Open Access unter Herausgeber*innen deutschsprachiger geisteswissenschaftlicher Zeitschriften? Und wie hoch ist die generelle Bereitschaft unter Herausgeber*innen deutschsprachiger geisteswissenschaftlicher Zeitschriften, auf ein Open-Access-Modell umzusteigen?

Des Weiteren waren mögliche Hinderungsgründe und relevante Aspekte für Herausgeber*innen geisteswissenschaftlicher Zeitschriften im Rahmen von Open-Access-Transformationen von Interesse. Die dritte Forschungsfrage lautete somit: Welche Faktoren beeinflussen die Bereitschaft der Herausgeber*innen auf ein Open-Access-Modell generell, bzw. OLH umzusteigen? Beispielsweise konnte eine kürzlich erschienene Studie aus Australien zeigen, dass Vertreter*innen der Geisteswissenschaften gegenüber Open Access häufig eher skeptisch eingestellt sind und ihnen traditionelle Qualitätskriterien wie der Impact Factor wichtiger sind als die breite Auffindbarkeit ihrer Veröffentlichung.8 Das wäre eine schlechte Voraussetzung für die Gewinnung renommierter Zeitschriften für einen Umstieg auf ein Open-Access-Modell.

Die vierte Forschungsfrage befasste sich mit dem Einfluss einer konkreten Beschreibung des OLH-DE Modells auf die Bereitschaft von Herausgeberinnen und Herausgebern auf ein Open-Access-Modell umzusteigen: Ändert sich ihre Haltung zu einer Open-Access-Transformation, wenn ihnen ein konkretes, funktionierendes Open-Access-Modell wie OLH vorgestellt wird? Aus der Beantwortung der vier Forschungsfragen können wertvolle Schlüsse gezogen werden, z.B. wie erfolgreiche Open-Access-Modelle aufgebaut sein müssen, welche Services gegeben sein sollten und ob eine stärkere Förderung von Information und Werbung bei geisteswissenschaftlichen Herausgeber*innen zu einer Erhöhung der Open-Access-Bereitschaft führen kann.

2. Methodik

Die anonyme Online-Umfrage unter Herausgeberinnen und Herausgebern deutschsprachiger geisteswissenschaftlicher Zeitschriften wurde mithilfe der Open-Source-Umfrage-Software LimeSurvey, Version 2.64.69 durchgeführt. Insgesamt wurden 1.413 E-Mails mit einem Link zur Umfrage an Herausgeber*innen versendet, davon 1.258 an individuelle Adressatinnen und Adressaten und 155 an zentrale Adressen. Antworten auf die Online-Umfrage konnten in einem Zeitraum von vier Wochen abgegeben werden und wurden durch LimeSurvey anonymisiert.

Bei der Auswahl geisteswissenschaftlicher Zeitschriften wurden neben deutschsprachigen auch mehrsprachige berücksichtigt, sofern Deutsch zum Zeitpunkt der Umfrage eine der möglichen Publikationssprachen war. Der Schwerpunkt lag dabei auf in Deutschland, Österreich und der Schweiz veröffentlichten Zeitschriften, allerdings war ein anderer Erscheinungsort oder Sitz des Herausgebergremiums kein Ausschlusskriterium. Um möglichst viele Zeitschriften mit diesen Eigenschaften zu erheben, wurden zur Recherche sowohl die Zusammenstellung der Zeitschriften aus der Zeitschriftendatenbank (ZDB), als auch ergänzend die Plattform HSozKult10 genutzt. Bei der Eingruppierung der Fachdisziplinen war die an der Universität Konstanz übliche Eingruppierung der Fächer in die geisteswissenschaftliche Sektion maßgeblich sowie die Selektion in der ZDB nach den DDC-Sachgruppen „Philosophie und Psychologie“; „Theologie, Christentum“; „Sprache“; „Künste und Unterhaltung“; „Literatur“; „Geschichte“ ohne „Geographie, Reisen“ und „Geographie, Reisen (Deutschland)“. Für die konvergierte Zeitschriftenliste aus ZDB und HSozKult wurden über Online-Recherchen die Internetauftritte der Zeitschriften sowie deren offizielle Ansprechpartner*innen herausgesucht. Dies ergab eine Liste mit individuell zuordenbaren E-Mail-Adressen sowie einer Reihe zentraler Funktionsadressen. Die Gruppe mit individuellen E-Mail-Adressen erhielt personalisierte E-Mails mit individuellem Zugangsschlüssel über die E-Mail-Versand-Funktion von LimeSurvey. Wurde innerhalb von zwei Wochen der personalisierte Zugangsschlüssel nicht abgerufen, wurden automatisiert von LimeSurvey Erinnerungs-E-Mails versendet. Für die Adressatengruppe mit zentralen E-Mail-Adressen war dieses Vorgehen nicht geeignet, da die E-Mails innerhalb der Redaktionen weitergeleitet werden könnten und dadurch der personalisierte Zugangsschlüssel verfallen würde. Diese Gruppe erhielt daher E-Mails mit offenen Zugangslinks zur Umfrage ohne weitere Erinnerungs-E-Mails.

2.1. Fragenkatalog

Die Online-Umfrage umfasste 20 Fragen unterschiedlichen Typs (siehe den separat herunterladbaren Fragebogen), die in vier inhaltliche Teile aufgegliedert waren (A-D). Nach einem einleitenden Teil A mit generellen Fragen zur Zeitschrift, wie z.B. Gründungsjahr und Umfang der Zeitschrift (u.a. durchschnittliche Anzahl aller Artikel pro Ausgabe), fragte Teil B des Fragebogens nach dem Verhältnis der Zeitschrift zu ihrem Verlag. Teil C kam dann auf die Haltung der Befragten zum Thema Open Access zu sprechen, woraufhin Teil D direkt auf das spezifische konsortial finanzierte Open-Access-Modell der OLH einging. Die Teilnehmenden konnten pro Frage jeweils nur eine Antwort abgeben und alle Fragen wurden allen Teilnehmenden präsentiert, d.h. es gab im Verlauf des Fragebogens keine Verzweigungen in Abhängigkeit von Antworten. Eine Ausnahme bildete Frage D2, diese wurde nur bei Verneinung der Frage D1 gestellt. Zudem war aufgrund der Hauptfragestellung zum Thema OLH die Frage D1 (s.u.) als einzige eine Pflichtfrage. Am Anfang jedes Teils gab es einen Informationstext als kurze inhaltliche Einleitung in den folgenden Themenkomplex. Für die vier Forschungsfragen waren die fünf Fragen aus Teil C (C1-C4) und die Frage D1 relevant, welche sich mit der Open-Access-Bekanntheit, Open-Access-Einstellung, Bedenken und relevanten Aspekten bzgl. Open Access und der OLH-Umstiegsbereitschaft bei Herausgeberinnen und Herausgebern befassten (Tabelle 1, siehe „Anhang: Tabellen“ auf Seite 18).

2.2. Statistik

Für die statistische Auswertung wurde mit R (Version 3.6.1) und dem R-Paket ordinal11 gearbeitet. Als Signifikanzniveau wurde dabei ein Wert von α=0,05 festgelegt. Im Rahmen der ersten Forschungsfrage zur Bekanntheit von Open Access und der generellen Bereitschaft der Herausgeber*innen deutschsprachiger geisteswissenschaftlicher Zeitschriften tatsächlich auf ein Open-Access-Modell umzusteigen, wurde die deskriptive Verteilung der Antworten zu den Fragen C1 und C2 betrachtet.

Zur Beantwortung der dritten Forschungsfrage (Welche Faktoren beeinflussen die Bereitschaft der Herausgeber*innen auf ein Open-Access-Modell generell, bzw. auf das spezifische Modell der OLH umzusteigen?) wurde ebenfalls zunächst die deskriptive Verteilung der Antworten zu den Fragen C3, C4 und D1 betrachtet. Dabei wurden alle Herausgeber*innen, die auf die Frage C2 mit Die Zeitschrift ist bereits auf ein Open-Access-Modell umgestiegen und Die Zeitschrift wurde als Open-Access-Zeitschrift gegründet geantwortet hatten, nicht eingeschlossen.

Im nächsten Schritt wurde explorativ analysiert, welchen Einfluss die relevanten Aspekte aus Frage C3 und die Bedenken aus Frage C4 auf die Haltung gegenüber einem grundsätzlichen Umstieg auf ein Open-Access-Modell und dem Umstieg auf das OLH-Modell darstellen. Aufgrund der jeweils nur vier relevanten Antwortstufen (keinesfalls, eher nicht, eher schon, ganz sicher) wurden dazu zwei ordinale Regressionen berechnet: Die abhängige Variable war in der ersten Regression die Haltung der Herausgeber*innen zu Open Access generell (Frage C2) und in der zweiten Regression die Vorstellung des Umstiegs auf OLH (Frage D1). Die jeweiligen Antwortwerte zu den relevanten Aspekten (C3) und Bedenken (C4) gegenüber einem Open-Access-Umstieg stellten in beiden Regressionen jeweils die 10 unabhängigen Variablen dar (s. Tabelle 1). Dabei wurden Personen ausgeschlossen, die bei C3 oder C4 keine Antwort angekreuzt haben. Im ersten Regressionsmodell wurden zudem die Antworten auf die Frage C2 Die Zeitschrift ist bereits auf ein Open-Access-Modell umgestiegen und Die Zeitschrift wurde als Open-Access-Zeitschrift gegründet nicht eingeschlossen. Im zweiten Regressionsmodell wurden die Antworten auf die Frage D1 keine Meinung ebenfalls nicht berücksichtigt. Als Link-Funktion wurde probit mit einem flexiblen Grenzwert verwendet, basierend auf der niedrigsten Log-Likelihood Wert (Modell 1=-165,60, Modell 2=-251,84).

Im Rahmen der vierten Forschungsfrage wurde überprüft, ob sich die Haltung zu einer Open-Access-Transformation, wenn ein konkretes, funktionierendes Modell vorgestellt wird, signifikant ändert. Dazu wurde ein gepaarter Wilcoxon-Rangsummen-Test zwischen der Haltung gegenüber Open Access aus Frage C2 und der Haltung gegenüber dem OLH-Modell aus Frage D1 berechnet. Dabei wurden die Antworten auf die Frage C2 Die Zeitschrift ist bereits auf ein Open-Access-Modell umgestiegen und Die Zeitschrift wurde als Open-Access-Zeitschrift gegründet, sowie die Antworten auf die Frage D1 keine Meinung von der Analyse ausgeschlossen.

3. Ergebnisse

Von den insgesamt 1.413 E-Mail-Einladungen zur Umfrage fielen 76 E-Mails als nicht zustellbar aus. Von den übrigen 1.337 Einladungen haben 699 Personen mit dem Ausfüllen des Fragebogens begonnen. Dadurch ergibt sich eine Rücklaufquote von 0,52. Von den 699 Teilnehmenden haben 416 den Fragebogen abgeschlossen, nur diese werden in der vorliegenden Untersuchung berücksichtigt. Da die Fragen, die hier betrachtet werden, außer D1, keine Pflichtfragen waren und die Teilnehmenden bei C1 und C2 nicht die Möglichkeit hatten, die Antwortoption keine Antwort auszuwählen, sondern einfach weitergeklickt haben, kann die Zahl der Antworten zwischen den Fragen in geringem Umfang variieren. Die absoluten Zahlen der folgenden deskriptiven Ergebnisse sind den zugehörigen Abbildungen zu entnehmen.

3.1. Open Access: Bekanntheit und Umstiegsbereitschaft

Die Frage C1 Ist Ihnen Open Access bekannt? wurde von 415 Personen beantwortet. Von den 415 Personen antworteten 46,3% Open Access sei ihnen gut bekannt, 41,9% antworteten bekannt, 8,9% ungefähr bekannt. 2,7% Personen ist Open Access eher nicht bekannt und einer Person überhaupt nicht bekannt (vgl. Abb. 1).

Abb. 1: Deskriptive Verteilung der Antworten auf Frage C1

Für die Frage C2 Könnten Sie sich einen Umstieg der von Ihnen herausgegebenen Zeitschrift auf ein Open-Access-Modell vorstellen? lagen 413 Antworten der Herausgeber*innen vor. Davon gaben 10,9% an, ihre Zeitschrift sei bereits auf ein Open-Access-Modell umgestiegen, während 6,1% sagten, ihre Zeitschrift sei bereits als Open-Access-Zeitschrift gegründet worden. Von den restlichen Herausgeber*innen gaben 9,2% auf die Frage keinesfalls an, 37,3% eher nicht, 22,8% eher schon und 13,8% ganz sicher an (vgl. Abb. 2).

Abb. 2: Deskriptive Verteilung der Antworten auf Frage C2

3.2. Relevante Aspekte, Bedenken und Umstiegsbereitschaft zum OLH-Modell

Frage C3 zu den relevanten Aspekten bei einem Umstieg auf Open Access bewerteten durchschnittlich 341 von den noch nicht auf Open Access umgestiegenen Herausgeberinnen und Herausgebern (vgl. Abb. 3).

Abb. 3: Deskriptive Verteilung der Antworten auf Frage C3

Interessanterweise fanden die Herausgeber*innen den Aspekt keine Publikationsgebühren für Autor*innen und Autoren mit 77,8% sehr wichtig am relevantesten, gefolgt von professionelle Präsentation mit 70,7% sehr wichtig und dem Vorhandensein von Peer-Review-Verfahren mit 46,3% sehr wichtig. Des Weiteren folgten intensive Vermarktung mit 35,1% und Zeitschrift bleibt bei ihrem Verlag mit 31,8% der Stimmen. Intensive Vermarktung hatte gegenüber dem Peer-Review-Verfahren jedoch in Summe mehr sehr wichtig und eher wichtig Stimmen (230 vs. 220 Stimmen), wodurch sich hierbei keine eindeutige Hierarchie ergibt.

Die darauffolgende Frage C4 stellte eine Reihe an möglichen Bedenken beim Umstieg auf ein Open-Access-Modell vor, die im Durchschnitt von 345 Personen bewertet wurden (Abb. 4). Die größten Bedenken zeigten sich in der Sorge, die Print Version zu verlieren (47,0% trifft völlig zu und 23,8% trifft mehr zu). Die Punkte finanzielle Gründe (34,7%), Konflikt mit dem Verlag (33,5%) und hoher Aufwand (33,7%) zeigten in Summe ähnlich hohe Bedenken in den trifft völlig zu und trifft mehr zu Stimmen. Einen Verlust von wissenschaftlichem Ansehen befürchteten weniger Teilnehmende mit 27,6% trifft völlig zu und trifft mehr zu Stimmen (s. Abb. 4). Beim Punkt kein Gefallen an Open Access fiel auf, dass die Mehrheit trifft überhaupt nicht zu angab, bereits vor der Vorstellung des OLH-Modells. Mit insgesamt 18,6% trifft völlig zu und trifft mehr zu Stimmen war dies zudem der Punkt mit den niedrigsten Bedenken insgesamt.

Abb. 4: Deskriptive Verteilung der Antworten auf Frage C4

Von den insgesamt 450 abgegebenen Antworten zur Frage D1 bezüglich der OLH-Umstiegsbereitschaft entfiel die knappe Mehrheit mit 33,9% auf die Antwortmöglichkeit eher schon, dicht gefolgt von 33,2% für eher nicht. 11,5% der Herausgeber*innen könnten sich einen Wechsel auf das OLH-Modell keinesfalls vorstellen, während 6,5% sich einen solchen Wechsel ganz sicher vorstellen könnten. 14,9% der Herausgeber*innen gaben an, dazu keine Meinung zu haben.

Von den 354 abgegebenen Antworten nur der Herausgeber*innen, die noch nicht auf ein Open-Access-Modell umgestiegen sind, entfiel die knappe Mehrheit mit 35,0% auf die Antwortmöglichkeit eher nicht, dicht gefolgt von 34,2% für eher schon. Hierbei konnten sich 12,4% der Herausgeber*innen einen Wechsel auf das OLH-Modell keinesfalls vorstellen, während 6,5% sich einen solchen Wechsel ganz sicher vorstellen könnten. Somit waren insgesamt 47,2% negativ und 40,7% positiv gegenüber einem Wechsel auf das OLH-Modell eingestellt. 11,9% Herausgeber*innen gaben an, dazu keine Meinung zu haben (s. Abb.5).

Abb. 5: Deskriptive Verteilung der Antworten auf Frage D1

3.3. Einflussfaktoren auf die Umstiegsbereitschaft zu Open Access generell und dem OLH Modell

Zur Beantwortung der dritten Fragestellung wurde explorativ untersucht, welchen Einfluss die relevanten Aspekte bzgl. Open Access (C3) und die Bedenken gegenüber einem Umstieg auf ein Open-Access-Modell (C4) auf die Haltung der Herausgeber*innen zu Open Access generell (C2) und dem OLH-Modell (D1) hatten.

Die erste ordinale Regression zu Open Access im Allgemeinen konnte für 181, die zweite zu OLH für 207 vollständig ausgefüllte Fragen berechnet werden. Dabei ergaben die Regressionsmodelle ein McFadden’s pseudo R² von 0,55 (Open Access) und 0,52 (OLH). Die genauen Werte der Schätzer, Signifikanz und der Konfidenzintervalle sind in der Tabelle 2 für Open Access und Tabelle 3 für OLH zu finden. Zusammengefasst scheinen eine niedrige Relevanz des Peer-Review-Verfahrens sowie hohe Bedenken im Bereich Verlust der Print-Version und kein Gefallen an Open Access mit einer niedrigen Open-Access- und OLH-Umstiegsbereitschaft zusammenzuhängen. Eine hohe Relevanz von Zeitschrift bleibt beim derzeitigen Verlag sowie Verlust des wissenschaftlichen Ansehens hängt nur mit einer generell niedrigen Open-Access-Umstiegsbereitschaft und zu hoher Aufwand nur mit einer niedrigen OLH-Umstiegsbereitschaft zusammen (Tabelle 2 und 3, siehe „Anhang: Tabellen“ auf Seite 18).

Beispielsweise ist bei einer Erhöhung der Peer-Review-Relevanz um eine Einheit (z.B. von wichtig zu sehr wichtig) die Chance für eine hohe Open-Access-/OLH-Haltung (Vorstellung auf Open Access/OLH umzusteigen ganz sicher) gegenüber den anderen Haltungen (Vorstellung umzusteigen eher schon, eher nicht, keinesfalls) bis zu 1,3-mal höher, vorausgesetzt, die anderen Variablen werden im Modell konstant gehalten. Im Gegensatz dazu ist bei einer Erhöhung der Bedenken vor einem Verlust der Print-Version um eine Einheit (z.B. von trifft teilweise zu hin zu trifft zu) die Chance für eine hohe Open-Access-/OLH-Haltung (Vorstellung auf Open Access umzusteigen ganz sicher) gegenüber den anderen Open-Access-/OLH-Haltungen (Vorstellung umzusteigen eher schon, eher nicht, keinesfalls) geringer (OR=0,8), vorausgesetzt, die anderen Variablen werden im Modell konstant gehalten. Wenn das generelle Bedenken kein Gefallen an Open Access nicht ins Modell eingeschlossen wurde, blieben beim ersten Regressionsmodell die Parameter Peer-Review (OR=1,4; p=,01), Zeitschrift bleibt beim derzeitigen Verlag (OR=0,6; p<,001) und den Bedenken Verlust der Print-Version (OR=0,6; p<,001) und Verlust des wissenschaftlichen Ansehens (OR=0,6; p<,001) signifikant, beim zweiten Regressionsmodell die Parameter Peer Review (OR=1,4; p=,009), Bedenken Verlust der Print-Version (OR=0,7; p<,001); und zu hoher Aufwand (OR=0,7; p=,013).

3.4. Veränderbarkeit der Haltung gegenüber Open-Access-Transformation

Die Haltung zu einer Open-Access-Transformation nach der Vorstellung des konkreten, funktionierenden Modells hat sich basierend auf dem Wilcoxon-Rangsummentest zwischen der Haltung gegenüber Open Access aus Frage C2 (Median=1) und der Haltung gegenüber einem OLH Wechsel aus Frage D1 (Median=2) signifikant verändert (N=298, V=4414, p<,001). Demnach waren die Herausgeber*innen, die noch kein Open-Access-Modell verfolgten, signifikant häufiger zu einer Open-Access-Transformation bereit, nachdem Ihnen das konkrete OLH-Modell vorgestellt wurde.

4. Diskussion

Die vorliegende Umfrage zeigt auf, dass Open Access einer Mehrheit von Herausgeberinnen und Herausgebern geisteswissenschaftlicher Zeitschriften bekannt ist und entgegen geläufiger Bedenken die meisten geisteswissenschaftlichen Herausgeber*innen Open Access grundsätzlich positiv gegenüberstehen. Das zeigt auch die Bereitschaft zu einem Open Access-Umstieg von 37%, was überraschend hoch erscheint. Dies konnte durch die Vorstellung des konkreten OLH-Modell sogar signifikant auf ~41% verbessert werden. Als hauptsächliche Hinderungsgründe für einen tatsächlichen Umstieg konnten vor der Information über OLH der Wunsch beim derzeitigen Verlag zu bleiben sowie hohe Bedenken gegenüber dem Verlust der Print-Version und des wissenschaftlichen Ansehens ermittelt werden. Nach der Information über das konkrete OLH-Modell war weiterhin das Bedenken gegenüber dem Verlust der Print-Version ein signifikanter Prädiktor der Ablehnung der Herausgeber*innen von Open Access, hinzu kam hierbei noch die Sorge vor einem zu hohen Transformations-Aufwand.

Die mehrheitliche Bekanntheit von Open Access unter Herausgeber*innen und Herausgebern lässt darauf schließen, dass die Open-Access-Bekanntmachungen z.B. in Forschungseinrichtungen und auf Konferenzen12,13,14 Früchte tragen. Jedoch sollte weiterhin umfassend informiert werden, damit auch die restlichen Herausgeber*innen Open Access besser kennen lernen können. In der Stichprobe gaben zudem 17% der befragten Herausgeber*innen bereits eine deutschsprachige geisteswissenschaftliche Open-Access-Zeitschrift heraus. Dieser Prozentsatz liegt nah an dem 2016 gemessenen Open-Access-Anteil von 18,4% für in Deutschland herausgegebene wissenschaftlichen Zeitschriften.15 Somit bleibt im Bereich der Geisteswissenschaften weiterhin viel Potential zur Open-Access-Transformation, vor allem im Vergleich zu anderen Disziplinen wie Biomedizin oder Mathematik.16,17 Die gezeigte Ablehnung einer Open-Access-Transformation bei etwa der Hälfte der Herausgeber*innen passt zu einer Befragung unter Geisteswissenschaftlerinnen und –wissenschaftlern im Rahmen des DFG-Projekts „Future Publications in den Humanities“18. Diese hatten zwar allgemein den Wunsch nach weitreichender Offenheit und Transparenz, jedoch auch Bedenken, wie einen zweifelhaften Ruf von Open-Access-Veröffentlichungen in den jeweiligen Fach-Communities. Während ca. 50% der Herausgeber*innen Wechselbereitschaft äußerten, missfiel nur 25% der Befragten die Open-Access-Idee generell. Diese nicht eindeutigen Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit der Analyse relevanter Umstiegs-Faktoren, da nur so eine zielgerichtete Verbesserung der Öffentlichkeitsarbeit für Open-Access-Transformationen beispielsweise auf Webseiten19 oder Konferenzen20 erreicht werden kann sowie geeignete Modelle entwickelt werden können.

Die Analyse zeigte, dass eine hohe Relevanz des Peer-Reviews mit einer hohen Bereitschaft der Herausgeber*innen einherging, sowohl auf Open Access generell, als auch zu OLH zu wechseln. Das Peer-Review-Verfahren hat, wie auch bei anderen Disziplinen, eine hohe Bedeutung im Veröffentlichungsprozesses für Geisteswissenschaftler*innen. Zum einen wird es von vielen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern als das wichtigste Kriterium für Qualität und Integrität betrachtet, das von einem oder einer qualifizierten Herausgeber*in überwacht werden soll.21 Zum anderen nehmen in den Geisteswissenschaften die Gutachter*innen für die Herausgeber*innen eine wichtige Vermittlerrolle ein, indem sie den Herausgeberinnen und Herausgebern ein subjektives Verständnis der Arbeit vermitteln.22 Noch 2014, in einer Erhebung im Rahmen des Open AccessPEN-UK-Projekt23 war die Sorge vor der Abschaffung des Peer-Review-Verfahrens während der Umstellung auf Open Access als eines der größten Missverständnisse unter Geisteswissenschaftler*innen.24 Basierend auf den Ergebnissen der Umfrage scheint dieses Missverständnis durch die allgemeinen Open-Access-Bemühungen und ggf. den dargebotenen OLH-Informationstext (Dabei werden ausschließlich solche Zeitschriften aufgenommen, die standardmäßig Peer-Review-Verfahren anbieten.) größtenteils ausgeräumt.

Des Weiteren ging der Wunsch beim derzeitigen Verlag zu bleiben und die Sorge wissenschaftliches Ansehen zu verlieren mit einer niedrigen Open-Access-Transformationsbereitschaft der Herausgeber*innen einher. Dies steht in enger Übereinstimmung mit dem Befund von Kleineberg und Kaden, nach dem Geisteswissenschaftler*innen allgemein der Reputation einschlägiger Verlage höhere Bedeutung beimessen als der Offenheit und Transparenz von Veröffentlichungen.25 Dabei ist die Reputation des Verlages eng mit der Anzahl hochwertiger Einsendungen und somit direkt mit dem wissenschaftlichen Ansehen der jeweiligen Zeitschrift der Herausgeber*innen verbunden.26 Interessanterweise war nach der OLH-Vorstellung mit Betonung der Möglichkeit beim Verlag zu bleiben sowie dem Verweis auf das Renommee der bereits beigetretenen Zeitschriften (Die mittlerweile [beigetretenen] über 20 hochrangigen Zeitschriften (…) [Es] können an einem Umstieg auf das Modell interessierte Zeitschriften auch bei ihrem Verlag bleiben.), der Wunsch beim eigenen Verlag zu bleiben und eine hohe Sorge vor dem Verlust von wissenschaftlichem Ansehen kein Prädiktor mehr für die Open-Access-Wechselbereitschaft. Somit ist das Aufzeigen eines funktionierenden und renommierten Open-Access-Modells mit der Option beim ursprünglichen Verlag zu bleiben ein erster abzuleitender Baustein einer erfolgreichen Werbung für Open-Access-Transformationen bei Herausgeberinnen.

Große Bedenken die Print-Version der eigenen Zeitschrift zu verlieren, waren bei den Herausgeberinnen und Herausgebern sowohl vor als auch nach der Information über das OLH-Modell mit einer negativen Einstellung gegenüber Open Access assoziiert. Da Printversionen in den meisten bisherigen Open-Access-Modellen nicht vorgesehen sind, ist dies ein grundsätzliches Problem, welchem nur durch neue Geschäftsmodelle begegnet werden kann. Open-Access-Modelle, die zum Beispiel eine nachhaltig finanzierte Printversion bzw. eine Printversion „on demand“ anbieten könnten27, wären basierend auf den Ergebnissen sehr attraktiv für die Herausgeber*innen geisteswissenschaftlicher Zeitschriften. Diese Empfehlung ist der zweite abzuleitende Baustein einer erfolgreichen Open-Access-Transformation in den Geisteswissenschaften. Auf lange Sicht müssen jedoch nicht nur Herausgeber*innen sondern auch Verlage ihre aktuelle Publikationskultur hinterfragen, da das Publizieren in wissenschaftlichen Zeitschriften noch heute auf 400-jährigen Drucktraditionen basiert und neue digitale Visualisierungsmöglichkeiten die Artikelqualität signifikant verbessern könnten.28 Ein Beispiel für die Weiterentwicklung der klassischen Publikationskultur ist die Plattform „Edition Open Sources“ deren geisteswissenschaftliche Publikationen nicht nur alle Open Access verfügbar sind sondern die auch digitale Werkzeuge zur Analyse und Kooperation bereitstellt und basierend auf „print on demand“ für jede Ausgabe eine gedruckte Version anbietet.29

Da die Bedenken vor einem zu hohen Transformations-Aufwand einen weiteren Hinderungsgrund gegenüber OLH darstellten, sollte den Herausgeberinnen und Herausgebern als dritter abzuleitender Baustein in Texten und Gesprächen ausdrücklich eine konkrete Unterstützung und engmaschige Begleitung bei der Open-Access-Transformation zum OLH-Modell angeboten werden.

Positiv anzumerken ist, dass, obwohl den Herausgeberinnen und Herausgebern kostenlose Publikationsmöglichkeiten für Autorinnen und Autoren, eine professionelle Präsentation und intensive Vermarktung sehr wichtig waren, diese keinen Einfluss auf ihre Open-Access-Umstiegsbereitschaft hatten. Aufgrund der hohen Bedeutung dieser Aspekte für die Herausgeber*innen sollte weiterhin auf diejenigen Open-Access-Modelle bei der Ermutigung zu einer Open-Access-Transformation hingewiesen werden, die genau diese Faktoren berücksichtigen.

Die Bedenken Der Verlag wird die Zeitschrift aus finanziellen Gründen nicht freigeben und Ich befürchte, dass ein Konflikt mit dem Verlag entstehen könnte hatten ca. ein Drittel der Herausgeber*innen, sie standen jedoch ebenfalls nicht im direkten Zusammenhang mit der Bereitschaft auf ein Open-Access-/OLH-Modell umzusteigen. Dies könnte bedeuten, dass den Herausgeberinnen und Herausgebern zwar das Renommee ihres Verlags wichtig ist, sie sich in der generellen Entscheidung für Open Access jedoch nicht durch den Verlag bestimmen lassen. Diese Einstellung zeigte sich bereits für das Herausgeberteam der geisteswissenschaftlichen Zeitschrift Lingua: Die Herausgeber*innen waren im Oktober 2015 geschlossen zurückgetreten und gründeten die neue OLH-Zeitschrift Glossa, da mit dem Verlag Elsevier keine Einigung zur Umstellung der Zeitschrift auf eine Open-Access-Publikation erreicht werden konnte.30 Abschließend zeigte die vorliegende Studie, dass erstens mehr Herausgeber*innen aus den Geisteswissenschaften einem Open-Access-Umstieg positiv gegenüberstehen, als verbreitet angenommen, und dass zweitens diese Bereitschaft durch die Vorstellung des OLH-Modells noch erhöht werden konnte.

Bei der vorliegenden Studie müssen auch die Limitationen berücksichtigt werden. Da nur die Frage D1 eine Pflichtfrage war, schwankt die Anzahl der gegebenen Antworten zwischen den Fragen und somit auch zwischen den statistischen Analysen. Die Gründe hinter den fehlenden Antworten lassen sich rückwirkend nicht bestimmen, könnten jedoch mit ähnlichen Meinungen, wie z.B. einem generellen Desinteresse gegenüber Open Access konfundiert sein. Somit gelten die hier getroffenen Aussagen nur für diejenigen Herausgeber*innen die von vorneherein grundsätzlich dazu bereit waren, sich mit dem Thema Open Access auseinanderzusetzen. Des Weiteren können natürlich zusätzliche Faktoren und Bedenken für die Herausgeber*innen von Bedeutung sein, die hier nicht abgefragt worden sind, wie z.B. Konflikte innerhalb von Herausgebergremien. Daher bleibt der persönliche Kontakt mit Herausgeberinnen und Herausgebern weiterhin von großer Bedeutung, um ein grundsätzliches Interesse an Open Access zu wecken und individuelle Bedenken direkt adressieren zu können. Zusammengefasst unterstreicht diese Studie somit die Relevanz von Open-Access-Projekten bzw. Initiativen wie OLH-DE: Durch eine gezielte Vermittlung von Informationen zu Open Access, welche sich u.a. an den hier herausgestellten Bausteinen orientiert, kann eine fortschreitende Open-Access-Transformation unter geisteswissenschaftlichen Herausgeberinnen und Herausgebern und deren Zeitschriften gelingen.

Literaturverzeichnis

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Anhang: Tabellen

Tabelle 1. Ergebnisse der ordinalen Regression zur Vorhersage der Haltung gegenüber Open Access (N=181).

Frage

Antwortoptionen

C1

Ist Ihnen Open Access (OA) bekannt?

gut bekannt

bekannt

ungefähr bekannt

eher nicht bekannt

überhaupt nicht bekannt

C2

Könnten Sie sich einen Umstieg der von Ihnen herausgegebenen Zeitschrift auf ein OA-Modell vorstellen?

keinesfalls

eher nicht

eher schon

ganz sicher

Zu OA-Z. gewechselt

Als OA-Z. gegründet

C3

Bei einem Umstieg auf ein OA-Modell wäre mir wichtig, dass ...

die Zeitschrift professionell präsentiert wird.

sehr wichtig

eher wichtig

teilweise wichtig

weniger wichtig

überhaupt nicht wichtig

keine Antwort

die Zeitschrift intensiv vermarktet wird.

die Artikel einem Peer-Review unterliegen.

die Zeitschrift beim jetzigen Verlag bleibt.

die Autoren selbst keine Publikationsgebühren bezahlen müssen.

C4

Bitte geben Sie an, in welchem Maße Sie den Aussagen jeweils zustimmen.

Ich befürchte, dass die Zeitschrift nach einem Umstieg nicht mehr als wissenschaftlich hochwertig angesehen wird.

trifft völlig zu

trifft mehr zu

trifft teilweise zu

trifft weniger zu

trifft überhaupt nicht zu

keine Antwort

Ich möchte, dass die von mir/uns herausgegebene Zeitschrift in gedruckter Form publiziert wird.

Ich befürchte, dass ein Konflikt mit dem Verlag entstehen könnte.

Der Verlag wird die Zeitschrift aus finanziellen Gründen nicht freigeben.

Ich befürchte, dass ein Umstieg mit zu hohem Aufwand verbunden ist.

Mir gefällt das Prinzip von Open Access nicht.

D1

Könnten Sie sich einen Umstieg Ihrer Zeitschrift auf das Open Library of Humanities (OLH) Modell vorstellen?

keinesfalls

eher nicht

eher schon

ganz sicher

Keine Meinung

keinesfalls

Anmerkung. Open Access= Open Access, Z.= Zeitschrift

Tabelle 2. Ergebnisse der ordinalen Regression zur Vorhersage der Haltung gegenüber Open Access (N=181).

Unabhängige Variable

Odds Ratio

Schätzer

Std. Fehler

z

p|z|

[95% Konf. Interval]

Odds Ratio

keine Publikationsgebühren für Autor/innen

1,0

<0,01

0,14

0,00

0,999

0,8

1,3

professionelle Präsentation

1,1

0,10

0,18

0,57

0,570

0,8

1,5

Peer-Review

1,3

0,27

0,08

3,41

<0,001

1,1

1,5

intensive Vermarktung

1,1

0,10

0,10

0,97

0,331

0,9

1,3

Zeitschrift bleibt beim derzeitigen Verlag

0,8

-0,26

0,07

-3,61

<0,001

0,7

0,9

Verlust der Print-Version

0,8

-0,20

0,09

-2,37

0,018

0,7

0,9

finanzielle Gründe

0,9

-0,13

0,10

-1,36

0,173

0,7

1,0

Konflikt mit dem Verlag

1,0

0,02

0,10

0,19

0,849

0,8

1,2

zu hoher Aufwand

1,1

0,12

0,08

1,49

0,136

0,9

1,3

kein Gefallen an Open Access

0,6

-0,51

0,09

-5,39

<0,001

0,5

0,7

Verlust des wissenschaftlichen Ansehens

0,8

-0,19

0,09

-2,13

0,034

0,7

1,0

Anmerkung. Std.= Standard, Konf.= Konfidenz.

Tabelle 3. Ergebnisse der ordinalen Regression zur Vorhersage der Haltung gegenüber Open Library of Humanities (OLH) (N=207).

Unabhängige Variable

Odds Ratio

Schätzer

Std. Fehler

z

p|z|

[95% Konf. Interval]

Odds Ratio

keine Publikationsgebühren für Autor/innen

1,0

0,02

0,14

0,11

0,909

0,8

1,4

professionelle Präsentation

0,9

-0,11

0,15

-0,69

0,494

0,7

1,2

Peer-Review

1,2

0,21

0,07

2,99

0,003

1,1

1,4

intensive Vermarktung

1,0

0,02

0,09

0,26

0,799

0,8

1,2

Zeitschrift bleibt beim derzeitigen Verlag

0,9

-0,05

0,06

-0,87

0,382

0,8

1,1

Verlust der Print-Version

0,8

-0,19

0,07

-2,65

0,008

0,7

1,0

finanzielle Gründe

1,0

0,02

0,09

0,21

0,834

0,9

1,2

Konflikt mit dem Verlag

1,1

0,13

0,09

1,43

0,153

0,9

1,3

zu hoher Aufwand

0,9

-0,13

0,07

-1,89

0,059

0,7

1,0

kein Gefallen an Open Access

0,8

-0,22

0,07

-2,99

0,003

0,7

0,9

Verlust des wissenschaftlichen Ansehens

1,0

<0,01

0,08

0,05

0,961

0,9

1,1

Anmerkung. Std.= Standard, Konf.= Konfidenz.

1 Piwowar, Heather; Priem, Jason; Larivière, Vincent u. a.: The state of Open Access: a large-scale analysis of the prevalence and impact of OA articles, PeerJ, 13.02.2018, <https://peerj.com/articles/4375>, Stand: 06.03.2020. PeerJ, 13.02.2018, <https://peerj.com/articles/4375>, Stand: 06.03.2020.

2 Ebd.

3 Zhu, Yimei: Who support open access publishing? Gender, discipline, seniority and other factors associated with academics’ OA practice, in: Scientometrics 111 (2), 2017, S. 557–579. Online: <https://doi.org/10.1007/s11192-017-2316-z>.

4 The OLH Model, OLH, 04.03.2020, <https://www.openlibhums.org/site/about/the-olh-model/>, Stand: 06.03.2020 ; siehe auch: Eve, Martin Paul; Edwards, Caroline: Opening the Open Library of Humanities, Open Library of Humanities, 28.09.2015, <http://olh.openlibhums.org/articles/10.16995/olh.46/>, Stand: 06.03.2020.

5 Knowledge Unlatched – Free access to scholarly content for every reader across the world, Knowledge Unlatched, <https://www.knowledgeunlatched.org/>, Stand: 06.03.2020.

6 Subscribe-to-Open, LIBRARIA, <http://libraria.cc/program-areas/subscribe-to-open>, Stand: 06.03.2020.

7 Oberländer, Anja; Dreher, Lena: Sind konsortiale Modelle der Weg zu mehr Open Access in den Geisteswissenschaften? – erste Ergebnisse des Projekts OLH-DE, Graz 24.09.2018. Online: <https://doi.org/10.5281/zenodo.1441040>.

8 Narayan, Bhuva, Henry; Luca, Edward J.; Tiffen, Belinda u. a.: Scholarly Communication Practices in Humanities and Social Sciences: A Study of Researchers’ Attitudes and Awareness of Open Access, in: The Open Information Science Journal 2, 17.12.2018, S. 168–180. Online: <https://doi.org/10.1515/opis-2018-0013>.

9 Professionelle Online-Umfragen mit LimeSurvey, LimeSurvey - das kostenlose Open-Source-Umfrage Software Tool, <https://www.limesurvey.org/de/>, Stand: 06.03.2020.

10 H-Soz-Kult. Kommunikation und Fachinformation für die Geschichtswissenschaften, H-Soz-Kult. Kommunikation und Fachinformation für die Geschichtswissenschaften, <https://www.hsozkult.de/>, Stand: 06.03.2020.

11 Christensen, Rune Haubo Bojesen: ordinal: Regression Models for Ordinal Data, Version 2019.12-10, 2019. Online: <https://CRAN.R-project.org/package=ordinal>, Stand: 06.03.2020.

12 Schockey, Nick: All outreach Events, Open ACCESS International Week, 08.12.2019, <http://www.openaccessweek.org/events/event/listByType?type=outreach>, Stand: 06.03.2020.

13 Open Access - BMBF Digitale Zukunft, Bundesministerium für Bildung und Forschung - BMBF Digitale Zukunft, <https://www.bildung-forschung.digital/de/open-access-2471.html>, Stand: 10.03.2020.

14 Open Access: Community, Informationsplattform Open Access, 29.02.2020, <https://open-access.net/en/community>, Stand: 06.03.2020.

15 Wang, Xianwen; Cui, Yunxue; Xu, Shenmeng u. a.: The state and evolution of Gold Open Access: A country level analysis, in: STI 2018 Conference Proceedings, Leiden 2018. Online: <https://pdfs.semanticscholar.org/9301/b0b6d2de552acdc789cf0298c06a101690a5.pdf>, Stand: 10.03.2020.

16 Piwowar u. a.: The state of Open Access, 2018.

17 Martín-Martín, Alberto; Costas, Rodrigo; Leeuwen, Thed van u. a.: Evidence of Open Access of scientific publications in Google Scholar: a large-scale analysis, in: Journal of Informetrics 12 (3), 08.2018, S. 819–841. Online: <https://doi.org/10.1016/J.JOI.2018.06.012>.

18 DFG-Projekt: Future Publications in den Humanities (Fu-PusH), Universitätsbibliothek der HU Berlin, 05.10.2018, <https://www.ub.hu-berlin.de/de/ueber-uns/projekte/fu-push-1>, Stand: 06.03.2020.

19 Open Access: Herausgeber/innen von Zeitschriften, Informationsplattform Open Access, <https://open-access.net/informationen-fuer-verschiedene-zielgruppen/herausgeberinnen-von-zeitschriften>, Stand: 06.03.2020.

20 Open-Access-Tage, Informationsplattform Open Access, <https://open-access.net/community/open-access-tage>, Stand: 06.03.2020.

21 Babor, Thomas F.; O’Reilly, Jean; Stenius, Kerstin u. a. (Hg.): Publishing Addiction Science: A Guide for the Perplexed, 2017. Online: <https://doi.org/10.5334/bbd>, Stand: 10.03.2020.

22 Knöchelmann, Marcel: Open Science in the Humanities, or: Open Humanities?, in: Publications 7 (4), 12.2019, S. 65. Online: <https://doi.org/10.3390/publications7040065>.

23 Welcome to Open AccessPEN, Open AccessPEN, <https://www.oapen.org/home>, Stand: 06.03.2020.

24 Eve, Martin Paul: Open Access and the Humanities: Contexts, Controversies and the Future, Cambridge 2014. Online: <https://doi.org/10.1017/CBO9781316161012>, Stand: 06.03.2020.

25 Kleineberg, Michael; Kaden, Ben: Open Humanities? ExpertInnenmeinungen über Open Access in den Geisteswissenschaften, LIBREAS. Library Ideas, 2017, <https://libreas.eu/ausgabe32/kleineberg/>, Stand: 06.03.2020.

26 Wise, Stephen A.: So, you think you want to be an editor, in: Analytical and Bioanalytical Chemistry 410, 01.02.2018, S. 1407–1408. Online: <https://doi.org/10.1007/s00216-017-0824-6>.

27 Open Access: Geschäftsmodelle, Informationsplattform Open Access, <https://open-access.net/informationen-zu-open-access/geschaeftsmodelle>, Stand: 06.03.2020.

28 Somers, James: The Scientific Paper Is Obsolete, The Atlantic, 05.04.2018, <https://www.theatlantic.com/science/archive/2018/04/the-scientific-paper-is-obsolete/556676/>, Stand: 06.03.2020.

29 About Edition Open Sources, Edition Open Sources, <https://edition-open-sources.org/about-eos.html>, Stand: 06.03.2020.

30 Dobusch, Leonhard: Open-Access-Transition von Lingua zu Glossa: Wider «die gnadenlosen Geschäftspraktiken Elseviers», netzpolitik.org, 06.02.2017, <https://netzpolitik.org/2017/open-access-transition-von-lingua-zu-glossa-wider-die-die-gnadenlosen-geschaeftspraktiken-elseviers/>, Stand: 06.03.2020.