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TK6-Seifert

Herausforderungen bei der Abbildung von Regionalstudien in der Regensburger Verbundklassifikation

Wolfgang Seifert, Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel / Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz

Zusammenfassung:

Die Querschnittlichkeit von regionalwissenschaftlicher Forschung verschiedenster Ausprägung stellt hierarchische Klassifikationssysteme vor besondere Herausforderungen. Zu ihnen gehören die disziplinäre Fragmentierung von Beständen, Doppelstellenproblematiken, zu große oder zu geringe Granularität oder schlicht ein begrifflich zu westlich geprägter Blick. Hinzu treten neuere Forschungskonjunkturen, welche transregionale Vernetztheit betonen oder ganz unterschiedlich dimensionierte Räumliche Einheiten jenseits des Nationalstaats zum Ausgangspunkt haben, nicht zuletzt aber auch Anforderungen virtueller interdisziplinärer Zentren. Neben einem Ausblick auf die Vorgehensweise anderer Klassifikationssysteme und auf die Praxis ausgewählter Leuchtturminstitutionen gilt der Blick der Regensburger Verbundklassifikation. Es werden eine Reihe von Lösungsansätzen vorgestellt und miteinander verglichen: Wo die eine Bibliothek auf Veränderungen der RVK setzt, praktiziert die andere Hauslösungen, wieder anderswo gibt es offizielle „Sonderwege“, es werden Bestände mittels Lokalkennzeichen separiert – oder sich der RVK konsequent angepasst. Der Beitrag strebt einen Überblick über die beteiligte Faktorenvielfalt eines komplexen Tätigkeitsfeldes an.

Summary:

The interdisciplinary and cross-sectional nature of area studies confronts hierarchical classification systems with particular challenges. These challenges include the disciplinary fragmentation of holdings, the ample use of equivalent classes, too much or too little granularity, or simply a too Western perspective. Also, there are newer research trends that emphasize transregional exchange processes or have spatial units other than the nation state as a vantage point. Moreover, the requirements of virtual interdisciplinary centers need to be taken into consideration. Apart from a brief outlook on the practice of other classification systems and of selected renowned institutions, the focus is on the Regensburg Classification Scheme (RVK): A number of solutions are presented and compared with each other. While some libraries choose to initiate changes in the RVK, others have in-house solutions or approved local deviances from the official scheme; furthermore, holdings can be separated by means of so-called local codes – or the RVK can be consistently adapted. This article aims to provide an overview of the involved factors in a complex field of activity.

Zitierfähiger Link (DOI): https://doi.org/10.5282/o-bib/2018H4S154-165

Autorenidentifikation: Seifert, Wolfgang: GND 117113827X; ORCID: https://orcid.org/0000-0002-4391-8546

Schlagwörter: Regionalstudien; Regensburger Verbundklassifikation

1. Regionalstudien: Kontroversen, Strömungen, Benennungen

Wer Regionalstudien klassifikatorisch abbilden möchte, ist mit einer Vielzahl widersprüchlicher Anforderungen konfrontiert. Dieser Aufsatz bündelt die Erkenntnisse meiner Masterarbeit1 und will betroffenen Bibliotheken vorhersehbare Schwierigkeiten und Handlungsoptionen aufzeigen.

Der Wissenschaftsrat identifizierte 2006 einen globalisierungsbedingt angestiegenen Bedarf an Expertise zu Regionen der Welt, zu denen ein kultureller Abstand besteht.2 Entgegen landläufiger Vorstellungen, so führt der Wissenschaftsrat aus, handle es sich bei den Regionalstudien nicht um Disziplinen mit eigener Methodik, sondern um regionalbezogen gebündelte disziplinäre Forschung.3 Dabei ist diese Forschung seit jeher von konzeptionellen Kontroversen durchzogen, aus denen sich weitreichende Konsequenzen für ihre Erschließung ableiten. Bereits die Benennung des Forschungsgebietes erweist sich als problematisch.

So besteht der Vorwurf mangelnden methodischen Reflexionsniveaus, und Wissenschaftler/innen werden polemisch mit Marco Polo verglichen.4 Andererseits wird vielen Forscher/inne/n, teils aufgrund unflexibler institutioneller Strukturen, vorgehalten, sie betrieben disziplinär oder räumlich isolierte Forschung, ohne auf den breiteren Kontext einzugehen. Erkenntnisse zu Teilgebieten würden nicht zu einem Ganzen zusammengefügt.5 Wo dies doch unternommen wird, zielen Vorwürfe umgekehrt oft auf die Unterstellung überpauschalisierender Aussagen ab. So sieht Harry Harootunian schon im Konstrukt von Asien als einem einheitlichen Gebilde ein westliches Phantom.6

Der Wissenschaftsrat bevorzugt den Terminus Regionalstudien – eine Bezeichnung, die sich mehr und mehr auch in der Namensgebung von Zentren niederschlägt, deren Gründung er anregt, um die Situation vereinzelter Kleininstitute zu überwinden.7 Der Begriff ist Vorzugsbenennung in der GND, und der Wissenschaftsrat sieht ihn namentlich als bessere Alternative zu den weitverbreiteten Regionalwissenschaften an, weil er die Rolle der beteiligten Fachdisziplinen betone.8 Allerdings scheint mir der Regionalstudienbegriff nicht weniger problematisierbar – etwa vor dem erwähnten Fragmentierungshintergrund oder mit Blick auf das gewachsene Selbstverständnis mancher Institutionen. Auch ließen sich Einwände gegen die diskussionslose terminologische Gleichsetzung der Regionalstudien mit den area studies US-amerikanischer Prägung durch den Wissenschaftsrat erheben.9 Die Verwendung des Begriffs Regionalstudien erfolgt in diesem Artikel aus Konvention, da sich eine gänzlich konsensfähige Benennung nicht finden lässt. Unbedingt zu vermeiden ist der terminologisch anderweitig konnotierte Begriff Regionalforschung.

Mit derlei Kontroversen nicht genug, spalten sich die Wissenschaften, die regionenbezogen forschen, weiter in teils disparate Strömungen auf, aus deren Unterschieden sich sehr greifbare Folgen für die Sacherschließung ergeben. Beispielsweise wird darüber diskutiert, ob die Geschichtswissenschaft Teil der Regionalstudien ist. – Muss ein Klassifikationssystem Epocheneinstiege bereitstellen, natürlich differenziert nach unterschiedlichsten Landesgeschichten? Der Wissenschaftsrat verneint das tendentiell, gliedert insbesondere die Altertumswissenschaften aus dem Spektrum aus und spricht von einer „vorrangigen Orientierung der Regionalstudien an aus der Gegenwart hergeleiteten Fragestellungen“.10 Was aber soll das sein, entgegnet u.a. Birgit Schäbler, Vertreterin einer Richtung, die sich als neue Globalgeschichte bezeichnet.11 In ihrem Sammelband liefert Schäbler eine Vielzahl von Beispielen für die unmittelbare historische Determiniertheit der Gegenwart. In den USA sieht sie die Geschichtswissenschaft sogar als die führende Disziplin innerhalb der dortigen area studies an.12 Und: Etablierte Zentren veröffentlichen in ihren hauseigenen Schriftenreihen ganz selbstverständlich auch altertumswissenschaftliche Titel.13 Bibliothekarisch ist darauf einzugehen. Dann also Landeseinstiege für Epochen schaffen?

Nicht weniger kompliziert sind zeitgemäße Antworten auf die Frage: Welche räumliche Bezugsgröße kann im globalisierten Zeitalter Ausgangspunkt von Forschung und damit ihrer Erschließung sein? Autor/inn/en wie Ulrich Beck und Edgar Grande wollen den „nationalen Container“ hinter sich lassen und stattdessen transregionale Austauschprozesse in den Blick nehmen.14 Eine der Richtungen, die sich programmatisch auf solche Austauschprozesse fokussieren, sind die global studies.15 Die global local studies wiederum interessieren sich speziell für das, was sie mit einem Kofferwort als Glokalisierungsdynamiken bezeichnen – für Phänomene, die sich trotz oberflächlicher Ähnlichkeit an verschiedenen Orten unterschiedlich niederschlagen. Ein Beispiel aus Schäblers Band ist diasporischer Nationalismus der chinesischen Haka-Minderheit: Verschiedene politische Rahmenbedingungen veranlassen ausgewanderte Hakka zu ganz unterschiedlichen Strategien der Identitätsbehauptung.16 Wie würde man dem mit einem Hierarchiebaum Rechnung tragen?

Bei aller Heterogenität der Richtungen gibt es zwischen den neueren Strömungen auch Übereinstimmungen. Die Devise „forschen mit statt forschen über“,17 das Interesse an individuellen Dynamiken und Wechselwirkungen und die Beschreibung von Phänomenen in kulturneutralen Begriffen gehören dazu. In ihrer Tendenz zur Differenzierung und Entpauschalisierung sowie zur Überschreitung etablierter Grenzen erwachsen aber aus diesen Paradigmen besondere Herausforderungen an die Erschließung.

2. Dilemmata und Herangehensweisen

Dabei hat die Erschließung von Forschung zu kulturellen Unterschieden die Techniken der Wissenssystematisierung schon früh beflügelt – einmal ihrer Komplexität wegen, nicht weniger aber aufgrund der Wichtigkeit dieser Forschung für die menschliche Zivilisation. Paul Otlet, Gründer der Dokumentationslehre, und Henri La Fontaine, Friedensnobelpreisträger von 1913, entwickelten ihre Universelle Dezimalklassifikation (UDK) im Umfeld des Völkerbundes: Nie wieder sollten Völker aus Unwissenheit und gegenseitigem Unverständnis Krieg führen müssen – die gut erschlossene Weltbibliothek als Schlüssel zum Frieden.18 Mit ihrem breiten Anwendungsbereich wundert es nicht, dass die UDK unter den großen monohierarchischen Klassifikationssystemen das mit den weitreichendsten polyhierarchischen Einsprengseln, nämlich ihrer Anhängezahlen, ist. Tatsächlich legen viele der Probleme der Regionalstudien den Eindruck nah, Facettenklassifikationen seien geradezu für sie geschaffen – Systeme also, in denen ein Dokument unter mehreren voneinander unabhängigen Gesichtspunkten zugleich beschrieben werden kann.19

Eine Systematik wie die Regensburger Verbundklassifikation (RVK) steht solchen Anforderungen zunächst wie ein starrer Block gegenüber: Sie ist ein monohierarchischer Baum, und das heißt unweigerlich: Sie fächert ihrer Natur nach Wissen auf, anstatt zusammenhängende Sachverhalte zu bündeln. Mit ihren derzeit knapp eine Million Klassen und ihrer ausgeprägten Tendenz, Doppelstellen auszubilden (also denselben Sachverhalt in zwei Fächer einzuordnen), ist sie zwar differenziert, dafür aber wenig übersichtlich. Ihre historische Gewachsenheit ist berüchtigt und auch oft an ihrer Struktur und ihren Klassenbenennungen20 abzulesen. Erklärtes Programm war, den Fächerkanon abzubilden.

Andererseits wächst sich die RVK mehr und mehr zu jenem De-facto-Standard aus, zu dem das deutschen Bibliothekswesen in dem Ringen um eine Einheitsklassifikation nicht gefunden hat.21 Zu ihrem Aufschwung trägt auch die nicht mehr gegebene Unterstützung der Aufstellungssystematik der Gesamthochschulbibliotheken des Landes Nordrhein-Westfalen (GHB) und der Universellen Dezimalklassifikation (DK) als Alternativen bei. Mit der Anwenderzahl der RVK steigt auch ihre Lebhaftigkeit und Flexibilität, und es wächst mit der Expertise für neue Forschungsbereiche die Bereitschaft zu umfänglicheren Änderungen. Die RVK ist durch Konkordanzen22 und die RVK-Online23 gut erschlossen; die Möglichkeit der Fremddatenübernahme macht einen Einsteig für immer mehr Bibliotheken attraktiv – wenngleich viele der im Folgenden vorstellten Lösungen so individuell sind, dass über die Übernahme von Fremddaten im Einzelfall entschieden werden muss. Außerdem: Mit ihrer Vielzahl an integrierten Schlüsseln verfügt auch die RVK über ein leistungsfähiges polyhierarchisches Element.24 Ziel dieses Artikels ist keine abschließende Pro- oder Contra-Bewertung der RVK-Verwendung – nicht selten wird diese schlicht vorgegeben sein. Vielmehr geht es darum zu zeigen, mit welchen Strategien Bibliotheken sich dem Thema nähern und wie – oder auch nur: inwieweit – ein RVK-Einsatz im Regionalstudienkontext gelingen kann. Exkurse zu renomierten Institutionen, die nicht die RVK anwenden, dienen als breiterer Kontext.

2.1. Der Kosmos in den Grenzen der Baumstruktur

Den Kosmos an Weltwissen in monohierarchische Schubladen aufzuteilen, führt unversehens zu einer Ansammlung von Problemen. Über sie gilt es sich zunächst einen Überblick zu verschaffen. Aufgrund der Interdisziplinarität ist da erstens das für jedes Klassifikationssystem fundamentale Problem des Auseinanderreißens von Zusammengehörigem. In den Regionalstudien trifft dies umso mehr zu, als sie ihre eigene disziplinäre Zerrissenheit problematisieren. Die RVK hat nicht zuletzt durch ihre programmatische Doppelstellenverwendung die starke Tendenz, Querschnittsthemen auseinanderzureißen – Literatur zur Traditionellen Chinesischen Medizin ist unter mehr als einem disziplinären Gesichtspunkt interessant. Für das Problem des Zergliederns, das im Fall der Regionalstudien außer an disziplinären natürlich auch an räumlichen oder kulturellen Grenzen stattfinden kann, herrscht ein Bewusstsein. So schreibt Bernd Lorenz im RVK-Handbuch mit Bezug auf transnationale Ansätze: „Den Regionalstudien, die Länder und Sprachen übergreifen […], trägt die Praxis der RVK noch zu wenig Rechnung: Es gibt nur wenige Möglichkeiten eines Einbaus in die Klassifikation, wenige geeignete ‚übergreifende‘ Systemstellen. […] Doppel- und Mehrfachstellen sind somit in verschiedenen Bereichen und Themen quasi vorprogrammiert!“25

Zweitens befindet sich eine westlich geprägte Universalklassifikation in dem Konflikt, dass das Erkenntnisziel von Regionalstudien gerade in begrifflich-kategorialen Unterschieden zwischen Kulturen besteht. Ein Klassifikationssystem ist auch ein Weltaneignungswerkzeug und spiegelt mit seinem Kategorienraster eine Sicht auf die Welt wider.26 Der Begriff Aneignung kann dabei handfeste symbolische Gewalt suggerieren, wenn man sich etwa den Imperialismus und sein Streben nach kultureller Hegemonie vor Augen hält. Selbst wenn man es schafft, differenziert auf sein Material einzugehen – wie verhält man sich als Bibliothekar/in, wenn die Forschung selbst uneins ist, wie ein Gegenstand zu bezeichnen ist?

Drittens ist es, um Bestände zusammenzuhalten, wichtig, das angebrachte Maß an Differenziertheit zu finden. Sind die Bestände differenzierter als das Klassifikationssystem, sind sie innerhalb einer zu breiten Klasse ohne sinnvolle Ordnung nur umständlich aufzufinden. Sind sie allgemeiner als die zur Verfügung stehende Systematisierung, wird es spätestens beim Onlineretrieval mühselig, die genau passende Literatur zu lokalisieren. Ideal wäre für den hier in Frage stehenden Zweck eine Regulierbarkeit wie man sie aus Dezimalklassifikationen kennt, bei denen man so viele Stellen nutzt, wie es jeweils zweckdienlich ist.

Wenn viertens der Nationalstaat vom unhinterfragt gegebenen Ausgangspunkt von Forschung zu einer Variablen wird, geraten supra- und subnationale Gebilde in den Fokus. Das Beispiel der genannten Glokalisierungsfragestellungen zeigt ja, dass Gebilde unterschiedlicher Größenordnung wichtig werden können. Hier steht also die räumliche Skala in Frage. Bei der Entscheidung für ein Territorium, welcher Art auch immer, muss man sich, generell und nicht nur in den Regionalstudien, auch mit der Möglichkeit seiner Veränderlichkeit auseinandersetzen. Die deutsche Geschichte oder jüngst der Brexit illustrieren dies. An transregionalen Austauschbeziehungen stellt die RVK vor allem Außen- und Wirtschaftspolitik sowie Staatenverbünde und Migration dar, wobei zum Beispiel die Darstellung von Migrationsbewegungen über das Mittelmeer ein Desideratum ist.

Schwierigkeiten beim Klassifizieren kann ganz allgemein die zeitliche Untergliederung, etwa in Epochen, bereiten – sei es wegen unterschiedlicher Kalender, wegen Expertendiskussionen um beispielsweise den Beginn der viktorianischen Ära oder schlicht aufgrund bislang noch fehlender Epocheneinstiege. Lokale Einstiege nach nicht-westlichen Epochenbzeichnungen in der N-Systematik (Geschichte) sind zwar in Arbeit, aber bisher noch nicht realisiert. Und: Inwiefern ist eine Zeitbezeichnung an das historische Territorium gebunden, dem sie entspringt? Soll man die Geschichte der heutigen japanische Nordinsel Hokkaido stets mit Periodisierungen der japanischen Geschichte gliedern – auch für Zeiten, in denen sie noch gar nicht zum offiziellen Staatsterritorium gehörte?

Ein aus theoretischer Sicht sehr spannendes Thema ist das Aufeinandertreffen mehrerer gleichrangiger Untergliederungskriterien, etwa Zeit, Ort und Thema. In der Praxis mag man in einem Teil der Fälle auf pragmatische Lösungen zurückgreifen – dies können Doppelstellen sein, wo ein Thema in mehreren Disziplinen relavant ist, oder gesonderte Notationen für Themen mit hohem Publikationsaufkommen, etwa für bestimmte Migrationsbewegungen. Faszinierend und erwähnenswert ist allerdings auch die Lösung der Kunstgeschichtssystematik der RVK, Kriterienhierarchien festzulegen – sie gilt es den Nutzer/inne/n dann freilich auch zu vermitteln.27 So hat man für Glasfenster die Möglichkeit, nach Epochen und Formen einzusteigen – in der Buchmalerei besteht eine Auswahl zwischen dem Zugang nach Epochen, Buchformen oder Motiven. Als Analysegesichtspunkt ist abschließend auch der Aufwand zu berücksichtigen: Sacherschließung – hier ist sich die Literatur einig – kann nur in einer gesunden Balance zwischen der korrekten Abbildung des Gegenstandsbereichs und den in der täglichen Arbeit zur Verfügung stehenden Ressourcen gelingen.28

3. Exkurs: Wie klassifizieren Leuchtturminstitutionen?

Kontrastiv zum Vorgehen der RVK soll an dieser Stelle in einem kurzen Exkurs das Vorgehen von ausgewiesenen Leuchtturmbibliotheken der Regionalstudien betrachtet werden. Dabei ist aus meiner Sicht vor allem die Frage von Interesse, inwiefern diese sich zum Einsatz von Facettenklassifikationen oder anderen besonderen Werkzeugen veranlasst sehen, oder ob und wenn ja mit welcher Strategie sie monohierarchische Bäume nutzen.

Das German Institute of Global Area Studies (GIGA), vormals Deutsches Überseeinstitut (DÜI) in Hamburg, betreibt Deutschlands größte Spezialbibliothek zum Thema.29 Sein Literaturversorgungssystem teilt sich auf in vier regionale Bibliotheken zuzüglich eines überregionalen und komparativen Bestands. Die Recherche erfolgt im Opac, und zwar zunächst nach 333 regionalen Entitäten, in denen die subnationale Ebene nicht repräsentiert ist. Zum Vergleich: Länderschlüssel der RVK sind mitunter wesentlich granularer. Optional ist die Suche kombinierbar mit dem European Thesaurus of International Relations and Area Studies30 mit etwa 8.250 thematischen Deskriptoren. Im Effekt ähnelt eine solche Suche also einer einfachen Facettenklassifikation mit den Facetten „Ort“ und „Thema“.

Anders geht die Bibliothek der School of Oriental and African Studies (SOAS) in London vor, Großbritanniens führende Institution in diesem Bereich:31 Sie ordnet Medien zum einen in regionalen Sammlungen nach Dewey Decimal Classification (DDC 21), den Japanbestand nach der in Japan verbreiteten Nippon Decimal Classification (NDC), wobei bewusst möglichst wenige Stellen zum Einsatz kommen, um Unübersichtlichkeit zu vermeiden. Eine thematische und allgemeine Sammlung nimmt u.a. auch Titel auf, die nicht eindeutig einer einzelnen Region zuzuordnen sind, also etwa transregionale Untersuchungen. Bei gleichrangigen Kriterien wird mit der jeweils aktuellen, dem Bibliothekspersonal eng vertrauten Klientel vor Augen entschieden, wem das Buch am ehesten zu empfehlen ist. Dass sich dies ändert, wird in Kauf genommen. Bei meinen Recherchen wurde das Beispiel von US-Luftwaffenstützpunkten auf der japanischen Inselgruppe Okinawa genannt.32 Es ist spannend zu beobachten, wie hier erst grob regional, dann grob inhaltlich gegliedert wird und ein gewisser Pragmatismus das System überschaubar und vorhersehbar zu halten scheint.

4. Praktizierte Lösungswege in der RVK-Community

4.1. Änderung der RVK

Der nächste Blick soll Lösungsansätzen für den RVK-Einsatz gelten. Bei der Zusammenlegung von 24 Fachbibliotheken zur Campusbibliohek der Freien Universität Berlin sah sich Helen Younansardaroud dem Problem gegenüber, dass mit der RVK-Umstellung ganze Bestandsgruppen der Islamwissenschaften nicht mehr sachgerecht untergebracht werden konnten. Sie entschied sich, einen offiziellen Veränderungsantrag zu entwickeln, indem sie mit ihren Bestands- und Fachkenntnissen Lücken identifizierte und neue Systemstellen bei der RVK beantragte bzw. vorhandene umwidmete.33 Dies machte beispielsweise arabische Dialekte, die Stellung der Frau im Islam, Säkularisierung oder Festtage abbildbar. Die Systemstellen befinden sich in verschiedenen Fachsystematiken – es werden keine zusätzlichen Doppelstellen geschaffen. Der Hauptvorteil besteht vor allem in einem Gewinn an Differenziertheit und sachgerechtem Eingehen auf das Fach. Auf Verbundebene profitieren alle, obwohl die Notwendigkeit zu Umsignierungsaktionen resultieren kann. Es lohnt sich, die geänderten Bereiche auch später zu beobachten, um zu verhindern, dass die dem eigenen Antrag zugrundeliegenden Prinzipien später aus Unkenntnis wieder rückgängig gemacht werden.

4.2. Der Sonderweg

Genau entgegengesetzt verhielten sich die Japanologie der UB Würzburg und die Orientalistik der UB Bamberg, die seinerzeit verbundweit einzigartige Bestände in großem Umfang zu erschließen hatten: Sie wandelten die RVK hausintern ab, koordinierten dies aber mit der Verbundzentrale, damit die betreffenden Kontingente gesperrt und nicht anderweitig vergeben werden würden. Der so zustande gekommene Würzburger Sonderweg umfasst 239 Stellen auf drei Ebenen, die vor allem dazu dienen, Bestände sachgerecht zusammenzuhalten.34 Diese verteilen sich auf Religionen, gesellschaftliche Gruppen/Minderheiten; Notationen zu Staat, Verwaltung, Recht sind auf die Zeit vor und nach der Öffnung gegenüber dem Westen aufgeteilt. Interessanterweise – und wohl einer gewissen Notationsenge geschuldet – nimmt sich der Sonderweg keineswegs ausufernd differenziert aus: So teilen sich Kleidung, Nahrung, Wohnen eine Klasse. Eine eigene Stelle haben Schulbücher.

Dementgegen fällt die Bamberger Orientalistik mit 950 Stellen auf vier Ebenen (darunter 305 Autorenstellen) weitaus umfangreicher aus, ist aber viel enzyklopädisch-aufzählender: Hier ging es darum, eine Masse an Sprachen, Dialekten und Literaturen überhaupt unter ihrem eigenen Namen auffindbar zu machen und zu bündeln.35 Die Literaturgattung der Diwane ist nun ebenso zu finden wie iranische Lokaldynastien, ethnische Gruppen im Osmanischen Reich, türkische Migranten, das Verhältnis zwischen Islam und Christentum oder Islamunterricht in der westlichen Welt. Bei der Sonderwegslösung bleibt der Aufwand lokal, sieht man von Kontingentsperrungen ab – der Nutzen aber auch. Ein Nachteil ist, dass die betreffenden Notationen nicht über die RVK-Online auffindbar sind.

4.3. Separierung mittels Lokalkennzeichen

Ein weiterer Weg, sehr großer Bestände Herr zu werden, wird in der Campusbibliothek der Freien Universität Berlin praktiziert und besteht darin, diese regionalspezifisch mittels des Lokalkennzeichens, welches einer RVK-Notation vorangehen kann, zu separieren.36 Im vorliegenden Fall wird es damit gleichsam zum Länderkennzeichnen und nimmt Bestände auf, die thematisch eindeutig jeweils China, Japan oder Korea zuzuordnen sind. Da die RVK für jedes Lokalkennzeichen neu aufgespannt zur Verfügung steht, erreicht man im Idealfall (und wenn man sich über eurozentrische Begriffe hinwegsetzt) maximale Feingliedrigkeit. Eine Herausforderung besteht genau deshalb im benötigten Personaleinsatz und in der Gewährleistung von Inter-Encoder-Reliabilität, also Einheitlichkeit in der Klassierungspraxis. Eine Nutzung von Fremddaten scheint mit dieser Lösung sowohl für die betroffene Bibliothek als auch für den Verbund nur im Einzelfall sinnvoll. Um der hier maximal ausgeprägten Fragmentierungstendenz entgegenzuwirken, wurden elaborierte Kriterienhierarchien entwickelt, welche die Bibliothek mir freundlicherweise zur Verfügung stellte. So wird Literatur über Zwangsprostitution in Korea unter japanischer Herrschaft nach einer Art Tatortprinzip dem Korea-Bestand zugeordnet und mit einer Schlüsselung für politische Verbrechen versehen. Eskimo-Archäologie schlägt man auch im russischen Teil des Beringmeers Nordamerika zu, und für antike Völker mit wechselndem Territorium gibt es eine Kerngebietsregel. Zum optimalen Nutzen erwächst aus diesen mühsam erarbeiten Regeln sicherlich die Aufgabe, Nutzer/innen optimal im Umgang mit ihnen zu schulen. Denn wie Holger Nohr es treffend ausdrückt: Ein Klassifikationssystem ist ein Kommunikationsinstrument.37 Dessen Potential sollte man nutzen.

4.4. Die Hauslösung

Eine weitere denkbare Vorgehensweise wäre, die RVK ohne Koordination mit der Verbundzentrale hausintern abzuwandeln. Dem Vorteil sehr sachgerechter Erschließung stehen hier die Nachteile der verbundweiten Isoliertheit, der mangelnden Nutzung von Fremddaten sowie der Verfälschung von Klassen gegenüber, wenn lokale Daten in Verbunddatensätze einwandern. Weitere Möglichkeiten bestehen in individuellen Eingriffen am Notationssystem, um der zunehmend zum Problem werden Notationsenge zu begegnen – etwa Erweiterungen mit Punkten oder mnemotechnischen Anhängseln.

4.5. Anpassung ans Klassifikationssystem

Wer sich mit all diesen Optionen nicht anfreunden kann, dem bleibt übrig, sich der RVK konsequent anzupassen, was man freilich ein Stück weit immer tut. Wer allerdings überhaupt nicht auf seinen eigenen Bestand und dessen Erfordernisse eingeht, zertrennt ihn willkürlich und trifft im schlimmsten Fall ständig intransparente Zweifelsfallentscheidungen. Diese sollten dokumentiert und idealerweise kommuniziert werden. Eine solche Lösung, naheliegend wie sie scheinen mag, sollte meines Erachtens wohlüberlegt und mit konkreten Korrektiven vor Augen gewählt werden – anderenfalls riskiert man Unübersichtlichkeit.

Über die beschriebenen Lösungen hinaus ist das Zusammenspiel zwischen klassifikatorischer und verbaler Sacherschließung ein wesentlicher Punkt, den man bei der Konzeption bewusst einplanen sollte: Schlagwörter, die ja auch Geographika beinhalten, können der Bestandszertrennung, die infolge von Beschränkungen des Klassifikationssystems eintritt, effektiv entgegenwirken – und sie haben das Potential zu eigenen Serendipitätseffekten. Hier sind Visualisierungsmöglichkeiten im Recherchewerkzeug, die auf beiden Ebenen möglichst viel Überblick bieten, von großem Nutzen. Wünschenswert wären neben vielem anderen die Option einer Klartextanzeige der Klassenbenennung sowie zur Orientierung die (übersichtlich dargestellte) Position einer Notation im Hierarchiebaum; weiterhin wichtig wären korrellierte Notationen oder Schlagwörter (bei denen Geographika eine besondere Bedeutung zukommen kann; sie könnten von anderen Schlagwörter separiert angezeigt werden), Facettierungen und durch sie die Möglichkeit, Schnittmengen rasch einzuschätzen. Das überaus spannende und vielseitige Thema kann hier nur angerissen werden und wäre eine eigene Untersuchung wert.

5. Fazit

Am Ende dieser Überlegungen steht keine einfache Zuordnung, welche Lösung bei welchem Problem angezeigt ist – zu komplex und individuell ist hierfür das Zusammenspiel der beteiligten Faktoren. Wichtig erscheint aber, dass betroffene Bibliotheken vor dem dargestellten Hintergrund ihr eigenes Anforderungsprofil identifizieren, um so zu maßgeschneiderten Lösungen zu finden. Wer neben den besonderen sachlichen Erfordernissen der Forschung die Ressourcen nicht aus den Augen verliert und dem kommunikativen Mehrwert für die Nutzer/innen konsequent Priorität einräumt, ist hierzu auf einem guten Weg.

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1 Publikation folgt unter: Seifert, Wolfgang: Herausforderungen bei der Abbildung von Regionalstudien in der Regensburger Verbundklassifikation, Berlin 2018 (Berliner Handreichungen zur Bibliotheks- und Informationswissenschaft) <http://www.ib.hu-berlin.de/inf/handrei.htm>.

2 Wissenschaftsrat (Hg.): Empfehlungen zu den Regionalstudien (area studies) in den Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen, 07.07.2006, <https://www.wissenschaftsrat.de/download/archiv/7381-06.pdf>, Stand: 06.08.2018.

3 Ebd., S. 8.

4 Kuijper, Hans: Area Studies vs. Disciplines. Towards an Interdisciplinary, Systematic Country Approach, in: The International Journal of Interdisciplinary Social Sciences 3 (7), 2008, S. 205-216.

5 Schäfer, Wolf: Reconfiguring Area Studies for the Global Age, in: Globality Studies Journal 22, 2010, Absatz 7, <https://gsj.stonybrook.edu/article/reconfiguring-area-studies-for-the-global-age/>, Stand: 06.08.2018. Ebenso Miyoshi, Masao; Harootunian, Harry: Introduction, in: Miyoshi, Masao; Harootunian, Harry (Hg.): Learning Places. The Afterlives of Area Studies, Durham 2002, S. 1-18.

6 Harootunian, Harry: Tracking the Dinosaur. Area Studies in a Time of ‘Globalism’, in: Harootunian, Harry (Hg.): History’s Disquiet. Modernity, Cultural Practice, and the Question of Everyday Life, New York 2000, S. 25-58, hier S. 25.

7 Wissenschaftsrat: Empfehlungen, S. 12 und S. 19f.

8 Ebd., S. 8: „Der vielfach benutzte Terminus ‚Regionalwissenschaft(en)‘, oft auch in der Verbindung ‚Regional- und Kulturwissenschaften‘, wird hier bewusst vermieden, da er einen Widerspruch zwischen den ‚eigentlichen’ Wissenschaften (den Disziplinen) und regionalbezogenen Varianten nahe legen könnte, den es nicht gibt.“

9 Zu deren Einführung Szanton, David: Introduction, in: Szanton, David (Hg.): The Politics of Knowledge. Area Studies and the Disciplines, Berkeley 2004, S. 1-33.

10 Wissenschaftsrat: Empfehlungen, S. 9.

11 Schäbler, Birgit: Einleitung, in: Schäbler, Birgit (Hg.): Area Studies und die Welt. Weltregionen und neue Globalgeschichte, Wien 2007 (Globalgeschichte und Entwicklungspolitik 5), S. 11-44.

12 Ebd., S. 35.

13 Beispielsweise in den Orientwissenschaftlichen Heften des Zentrums für Interdisziplinäre Regionalstudien (ZIRS) an der Martin-Luther-Universität Halle Wittenberg.

14 Beck, Ulrich; Grande, Edgar: Jenseits des Methodologischen Nationalismus. Außereuropäische und europäische Variationen der Zweiten Moderne, in: Soziale Welt 61, 2010, S. 187-216.

15 Zu den insgesamt fünf Qualitätsmerkmalen der global studies – Transnationalität, Interdisziplinarität, Historizität, Multikulturalität und ethische Verantwortlichkeit – siehe Juergensmeyer, Mark: Preface. A Friendly Introduction to Global Studies, in: Juergensmeyer, Mark (Hg.): Thinking Globally. A Global Studies Reader, Berkeley 2014, S. XIII-XVII.

16 Klein, Thoralf: ‘Local Goes Global’. Wie die Hakka Südchinas eine Weltgemeinschaft wurden, in: Schäbler, Birgit (Hg.): Area Studies und die Welt. Weltregionen und neue Globalgeschichte, Wien 2007 (Globalgeschichte und Entwicklungspolitik 5), S. 178-193.

17 Wissenschaftsrat: Empfehlungen, S. 9.

18 Wright, Alex: Cataloging the World. Paul Otlet and the Birth of the Information Age, New York 2014.

19 In polyhierarchischen oder Facettenklassifikationen wird ein Inhalt in verschiedene Untergliederungsgesichtspunkte zerlegt, die ihm gleichrangig zugewiesen werden. Bertram, Jutta: Einführung in die Inhaltliche Erschließung. Grundlagen, Methoden, Instrumente, Würzburg 2005 (Content and Communication 2), S. 173-183.

20 Franke, Michael: SN 600. Seltsame und verschrobene RVK-Benennungen. Impulse für die Verbundarbeit. 29.11.2012, <https://epub.uni-regensburg.de/34059/1/Anwendertreffen2012_seltsameBenennungen_final_edoc.pdf>, Stand: 06.08.2018.

21 Lorenz, Bernd (Hg.): Handbuch zur Regensburger Verbundklassifikation. Materialien zur Einführung, Wiesbaden 20173, S. 6f.

22 Ebd., S. 59f.

23 RVK-Online, Universitätsbibliothek Regensburg <https://rvk.uni-regensburg.de/regensburger-verbundklassifikation-online>, Stand: 06.08.2018.

24 Universitätsbibliothek Regensburg: Regeln für die Signaturvergabe, Februar 2012, <https://rvk.uni-regensburg.de/images/stories/fruit/sigreg/regeln_fr_die_signaturvergabe_version_2012_02_17.pdf>, Stand: 06.08.2018.

25 Lorenz: Handbuch, S. 61.

26 Zum Wesen des Klassifizierens aus anthropologischer Sicht: Bowker, Geoffrey C.; Star, Susan Leigh: Sorting Things Out. Classification and Its Consquences, Cambridge (Mass.) 1999.

27 Lorenz: Handbuch, S. 145f.

28 Bertram: Inhaltliche Erschließung, S. 28.

29 GIGA Informationszentrum, GIGA German Institute of Global and Area Studies <https://www.giga-hamburg.de/de/giga-informationszentrum>, Stand: 06.08.2018.

30 European Thesaurus on International Relations and Area Studies, World Affairs Online <http://www.fiv-iblk.de/ip/ip_thesaurus.htm>, Stand: 06.08.2018.

31 SOAS Library, School of Oriental and African Studies <https://www.soas.ac.uk/library/>, Stand: 06.08.2018.

32 So die freundliche Auskunft der subject specialist für Japanologie, Frau Karen Kobayashi, 18.02.1016.

33 Younansardaroud, Helen: Inhaltliche Anpassungen der RVK als Aufstellungsklassifikation. Projekt Bibliotheksneubau kleine Fächer der FU Berlin, Islamwissenschaft, Berlin 2010 (Berliner Handreichungen zur Bibliotheks- und Informationswissenschaft 287). Online: <https://doi.org/10.18452/2029>.

34 Neufassung der Fachsystematik ‚Japanologie‘ der RVK, Universitätsbibliothek Würzburg, Mai 2009, <https://rvk.uni-regensburg.de/images/stories/RVKO_Informationen/Sonderwege/japanologie_wuerzburg.pdf>, Stand: 06.08.2018.

35 Systematik Orientalistik, Universitätsbibliothek Bamberg, 08.03.2016, <https://www.uni-bamberg.de/teilbibliothek4/systematik-orientalistik/>, Stand: 06.08.2018.

36 Siehe den Vortrag Kahana, Amir: Anwendung der Regensburger Verbundklassifikation für Regionalstudienfächer am Beispiel Chinastudien, 107. Deutscher Bibliothekartag, Vortragsfolien, 12.06.2018, <https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:0290-opus4-36258>.

37 Nohr, Holger: Systematische Erschließung in deutschen öffentlichen Bibliotheken, Wiesbaden 1996 (Beiträge zum Buch- und Bibliothekswesen 37), S. 78ff.