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Bericht aus der 73. Sitzung der Arbeitsgemeinschaft der Verbundsysteme am 15. und 16. November 2017 in München

Auf Einladung des Bibliotheksverbunds Bayern (BVB) traf sich die Arbeitsgemeinschaft der Verbundsysteme zu ihrer 73. Sitzung am 15. und 16. November 2017 in München. Der folgende Bericht hat den Stand November 2017.

Alma

Die cloudbasierte Bibliothekssoftware der Firma Ex Libris, mit der alle Abläufe – von der Erwerbung über die Katalogisierung bis hin zur Ausleihverbuchung – verwaltet werden können, wird von der Österreichischen Bibliothekenverbund und Service GmbH (OBVSG) schrittweise implementiert.

Die sechs Bibliotheken, die zur 1. Kohorte gehören, sind am 21. August 2017 mit Alma in Betrieb gegangen. Zurzeit erfolgt die Implementierungsphase für die Kohorte 2 (sieben Bibliotheken und OBVSG). Überführt wurden auch die laufenden zentralen Dienste im OBV. Die Berichtsapplikation WUW der Wirtschaftsuniversität Wien und DISS-DB (Opus) werden mit dem Umstieg auf Alma eingestellt; der Dienst SFX läuft mit Aleph aus. Durch ein Neuladen/Neuindexieren konnten die Vorteile der deutschsprachigen Aleph-GND nach Alma erfolgreich überführt werden.

Mit der Migration der Verbunddatenbank soll das Projekt im März 2018 abgeschlossen sein. Die konkreten Überlegungen und Ressourcenplanungen für den Umstieg weiterer Einrichtungen wurden „eingetaktet“ und weitere Zeitfenster sind bis August 2019 reserviert. Bis Ende 2020/2021 soll das Projekt komplett abgeschlossen sein.

Im Zeitplan sind die beiden im April vom BVB gestarteten Projekte zur Erprobung von Alma und Bibliothekssystemen der nächsten Generation auf Open-Source-Basis. Für das Alma-Erprobungsprojekt hat im Oktober 2017 die zweite Phase begonnen, das von Ex Libris so bezeichnete „Enriched Trial“ in einer nach BVB-spezifischen Anforderungen konfigurierten Alma Sandbox.

Parallel wurden als Alternativen im Bereich Open Source „Koha“ und „Folio“ einer näheren Betrachtung unterzogen.

Bibliotheksmanagementsysteme NRW (BMS NRW)

Das Land Nordrhein-Westfalen plant bis 2021 eine neue bibliothekarische Infrastruktur einzuführen. Dazu stellt das Ministerium für Kultur und Wissenschaft (MKW) eine fünfjährige finanzielle Förderung zur Verfügung, sodass 43 Einrichtungen (Bibliotheken und hbz) auf eine einheitliche Software umsteigen können. Die in diesem Zusammenhang stehenden Arbeiten zum Aufbau eines neuen BMS NRW verlaufen fristgerecht.

Parallel sichtet das Konsortium derzeit die für die Migration noch notwendigen Arbeiten und wird dazu eigene Arbeitsgruppen gründen, die die entsprechenden Fragestellungen im Rahmen der Mi­gration bearbeiten sollen.

BSZ-GBV-Kooperation: K10plus

Ende Juli 2017 wurde die Definition des gemeinsamen Katalogisierungsformates für K10plus, der gemeinsamen Datenbank von BSZ und GBV, abgeschlossen und parallel dazu erfolgte die Konfiguration des Titeldatenformates in der Testdatenbank, die gemeinsam von VZG und BSZ durchgeführt wurde.

An der Konfiguration der Normdaten, die nicht im GND-Format enthalten sind, und der Konfiguration bei Exemplardaten wird derzeit noch gearbeitet. Die Definition des gemeinsamen K10plus-Formates hatte zahlreiche Änderungen gegenüber den bestehenden GBV- und SWB-Formaten zur Folge, sodass für das Laden der Daten in die gemeinsame Anwendung eine Konvertierung beider Formate erforderlich ist. Diese Arbeiten sind ebenfalls weitgehend abgeschlossen.

Nach den Formatabsprachen wurde an den gemeinsamen Vorgaben für die Indexierung gearbeitet und parallel dazu auch die Konfiguration für bestimmte Felder in der Testdatenbank vorgenommen. Die administrativen Daten, also die Daten der Teilnehmerbibliotheken aus beiden Verbundsystemen, wurden in den letzten Monaten einer intensiven Analyse und Bearbeitung unterzogen. Das Ergebnis wurde Anfang Oktober 2017 in einer Testdatenbank implementiert. Die Testdatenbank ist als synchronisiertes System mit einem Primärsystem in der VZG Göttingen und einem Spiegel im BSZ Konstanz aufgesetzt. Diese Struktur dient nicht nur der Ausfallsicherheit, sondern auch dem Andocken der verbundspezifischen Anwendungen.

Mitte Oktober 2017 tagte die gemeinsame AG K10plus Katalogisierung, die sich aus den bestehenden Katalogisierungsarbeitsgruppen zusammensetzt. Themen wie Formatänderungen, -­dokumentation und die kooperativ zu erstellenden Handbücher für K10plus standen dabei im Mittelpunkt. Eine Umsetzung im Produktionssystem ist für Dezember 2017 geplant. Weitere Schritte folgen im ­Frühjahr 2018.

Culturegraph

Das neue Team Datenmanagement in der DNB, das die Culturegraph-Prozesse zukünftig betreuen wird, hat mittlerweile seine Arbeit aufgenommen. Derzeitige Hauptaktivitäten sind die Verbesserung und Tests der bisherigen Vergleichsalgorithmen zum Zusammenfassen einzelner Publikationen zu Werkclustern sowie ein Neuaufsetzen der technischen Infrastruktur für den Import der gelieferten Verbunddatensätze, den Datenhub und die Weboberfläche.

Im Juli konnte den Verbünden zudem eine XML-Datei aller Werkcluster zur Verfügung gestellt werden, die RVK-Notationen enthalten. Diese Ausgabe kann zukünftig, nach Abnahme der Vergleichsalgorithmen, dazu dienen, eigene Titel um Elemente der Inhaltserschließung anzureichern. Insgesamt handelt es sich um 34.201.825 Titel in 10.010.580 Clustern.

Deutsche Digitale Bibliothek (DDB)

Derzeit befinden sich alle Beteiligten in einem engen Austausch, um eine Beschlussfassung zur Verstetigung der DDB und ihrer organisatorischen Verfassung herbeizuführen.

Die Anzahl nachgewiesener Objekte in der DDB liegt aktuell bei 22,75 Mio. und hat sich somit seit April 2017 um ca. 1,75 Mio. erhöht. Ebenfalls erhöht hat sich die Zahl der Datenpartner um 23 Einrichtungen, diese liegt nun bei 358. Neu hinzugekommen sind vor allem Partner aus Archiven und Museen.

DFG-Projekt LAS:eR

Das DFG-Projekt „Electronic Resource Management System“ ist auf die Entwicklung eines bundesweit einsetzbaren, mandantenfähigen Systems unter dem Namen LAS:eR (Lizenz-Administrationssystem für eRessourcen) ausgerichtet, das das Management elektronischer Ressourcen auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene unterstützt und die Bibliotheken von den entsprechenden Verwaltungsaufgaben entlastet. Das Projektteam, bestehend aus hbz, UB Frankfurt, UB Freiburg und VZG, setzt die Entwicklungsaufgaben für den bewilligten Zeitraum von drei Jahren mit den Mitteln der DFG um.

Der Projektplan sieht vor, dass bereits nach 18 Monaten ein Testbetrieb mit ausgewählten Pilotbibliotheken etabliert ist und LAS:eR nach Fertigstellung 2019 deutschlandweit Bibliotheken und Informationseinrichtungen zur Verfügung steht. Bis Oktober 2017 wurden innerhalb der technischen Arbeitspakete definierte Aufgaben für die Pilotversion umgesetzt, wie z.B. die Anbindung von LAS:eR an die GOKb (Global Open Knowledgebase). Daneben wird die Einspielung konsortialer Lizenzen in den Datengrundbestand und ihre Pflege im Rahmen der Eigenleistung der projektbeteiligten Konsortialführer hbz, HeBIS, UB Freiburg und VZG als laufende Aufgabe bearbeitet. Auf der Basis der zentralen Knowledgebase GOKb soll eine einheitliche Nutzung von Daten zur Lizenzverwaltung elektronischer Ressourcen auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene ermöglicht werden.

Mit dem Ziel der Internationalisierung des Systems sollen entsprechend hinterlegte Vokabulare die Mehrsprachigkeit der Oberfläche ermöglichen. Konzeptuell wurden in Abstimmung mit projektexternen Konsortialstellen eine Liste der benötigten Lizenzmerkmale erarbeitet sowie Merkmale für die Integration von E-Books und Open-Access-Publikationen definiert, damit diese technisch in Form von Properties im Datenmodell umgesetzt und komfortabel über die Oberfläche eingetragen werden können.

Auf der kommenden GASCO-Sitzung1 im Januar 2018 werden den dort vertretenen Konsortialstellen die Funktionalitäten der für April 2018 erwarteten Pilotversion vorgestellt.

OLE/Folio

Seit 2015 wird die unter dem Dach der Kuali Foundation erstellte Open-Source-Software OLE (Open Library Environment) in drei Bibliotheken produktiv eingesetzt. In den letzten Monaten wurde sowohl die Entwicklung der Systemplattform OKAPI als auch die der funktionalen Module weiter vorangetrieben.

Auf einer Webseite2 informieren die deutschen Partner hbz und VZG laufend über das FOLIO-­Projekt. „FOLIO“ (The Future of Libraries is Open) ist ein Next Generation Bibliothekssystem, das als Open Source entwickelt wird. Die Vorabversion des gemeinsam erarbeiteten Anforderungskatalogs für Bibliotheksmanagementsysteme der neuen Generation findet man ebenfalls auf der Webseite.

Swiss Library Service Platform (SLSP)

Das Projekt „Swiss Library Service Platform (SLSP)“ befindet sich seit März 2017 in der Aufbauphase. Im Mai 2017 wurde dazu die Aktiengesellschaft „SLSP Swiss Library Service Platform AG“ gegründet.

Auf der ersten Aktionärsversammlung im September 2017 wurde der Verwaltungsrat gewählt und die Geschäftsleitung berufen. Sieben Mitglieder des Verwaltungsrates stammen aus dem Kreis der Aktionäre. Da das achte Mitglied nicht gleichzeitig Aktionärsversammlungsmitglied und Verwaltungsrat sein soll (es soll eine bibliothekarische Fachperson sein, die aktiv in der Bibliothekswelt verankert ist), wurde im Juni 2017 Patrick Furrer zum neuen Präsidenten des Steuerungsgremiums SLSP gewählt, das Vizepräsidium behält weiterhin Susanna Bliggenstorfer. Die Ausschreibung für ein neues Bibliothekssystem ist erfolgt.

Aktuelle Information zu SLSP finden sich auf dem Projektblog unter https://blogs.ethz.ch/slsp/.

Strategische Überlegungen zur Zusammenarbeit der Verbundsysteme

Auf der Herbstsitzung im November 2017 der Sektion 4 (Wissenschaftliche Universalbibliotheken) des Deutschen Bibliotheksverbands e.V. (dbv) in Regensburg wurde der Vortrag von Frau Schomburg „Neue Angebote für die Wissenschaft“ zu strategischen Überlegungen zur Zusammenarbeit der Verbundsysteme mit großem Interesse aufgenommen. Dieser soll auch veröffentlicht werden.3

GVI

Der Gemeinsame Verbünde-Index (GVI) ist ein Projekt der AG Verbundsysteme und wird von allen deutschen Verbünden gemeinsam weiterentwickelt. Er umfasst die Bestände aller sechs Bibliotheksverbünde in Deutschland. Im Juli 2016 haben das BSZ und der KOBV zeitgleich den Beta-Betrieb des Gemeinsamen Verbünde-Index aufgenommen.

Zwischenzeitlich sind auch die Daten der DNB und der ZDB integriert. Die Daten werden regelmäßig aktualisiert. Der technische Betrieb der unterliegenden Solr-Cloud-Anwendung wird derzeit vom BSZ übernommen. Gegenüber den bisher eingesetzten Verfahren (Metasuche über Z39.50) ist die Suche signifikant schneller, außerdem können Benutzerinnen und Benutzer Ergebnisse nun wie gewohnt über Facetten filtern. Mit einer in der HeBIS-Verbundzentrale entwickelten Lösung werden jetzt auch Normdaten ausgewertet.

Standardisierungsarbeit im deutschsprachigen Raum

Committee on Standards

Das Committee on Standards unterstützt das IFLA Governing Board und die hauptamtlich arbeitenden Organe der IFLA in allen Fragen zu den IFLA-Standards.

Durch die neue Organisationsstruktur der IFLA und die veränderte Zuordnung von Arbeitsgruppen z.B. zum Committee on Standards müssen Abläufe neu definiert werden. Hierzu soll in Kürze ein Implementation Plan for Standards in Absprache mit den Chairs der Cataloguing Section und der Review Groups ausgearbeitet werden. Im Rahmen der Global Vision der IFLA wird das Committee on Standards eine Stellungnahme abgeben. Die Gesamtergebnisse sollen im Frühjahr 2018 veröffentlicht werden.

RDA

Das vom RDA Steering Committee (RSC) im November 2016 begonnene Restrukturierungsprojekt des Standards RDA und des RDA Toolkit wurde im Rahmen der Arbeitsplanung fortgeführt. Im Juni 2018 wird das RDA Toolkit ein Relaunch erfahren und mit einer neuen Oberfläche erscheinen.

Parallel zu den Vorbereitungen für die technische Umsetzung wurden erste Entwürfe für die Restrukturierung des Inhalts erstellt, die während des RSC-Meetings im Mai in Chicago diskutiert wurden. Im Laufe der folgenden Monate wurden die Entwürfe neu ausgearbeitet und von den Mitgliedern des RSC kommentiert. Für Europa ist die EURIG und hier speziell das Editorial Committee für die Kommentierung zuständig, aus dem deutschsprachigen Raum erfolgt die Arbeit in der Fachgruppe Erschließung.

Die Anwender in Europa gehen davon aus, dass alle Arbeitsunterlagen und Schulungsmaterialien überprüft und ggf. angepasst werden müssen.

Formal wird sich das RDA Toolkit entscheidend verändern. Anstatt der bislang eher statischen Präsentation, ähnlich einer großen PDF-Datei, wird die neue Anwendung nun eine Web-Anwendung sein. Entscheidendes Instrument für die Arbeit wird die Suchfunktion sein. Folglich wird es auch keine Nummerierung der Abschnitte und kein Inhaltsverzeichnis mehr geben. Ebenso wird auf Anhänge verzichtet; die entsprechenden Inhalte werden beim zutreffenden Sachverhalt eingebracht.

GND

Der GND-Ausschuss hat sich Anfang Januar 2017 konstituiert. Eine Kooperationsvereinbarung für die GND inklusive der zur Vereinbarung gehörenden Leitlinien wurde erarbeitet und im September 2017 von allen Partnern unterzeichnet.

Als planerischer Rahmen für die Modernisierung und Öffnung der GND wurde das GND-Entwicklungs­programm 2017–2021 veröffentlicht, das turnusgemäß aktualisiert und fortgeschrieben wird.

Parallel dazu begannen konzeptionelle Vorarbeiten zum Ausbau der Infrastruktur (Projekte „Arachne“). Weiterhin wurden zahlreiche Aktivitäten gestartet, um tragfähige Kooperationen mit den unterschiedlichen interessierten Sparten zu initiieren – u.a. im Bereich Forschung und Lehre (Projekt ORCID-DE) sowie mit Museen, Archiven, der Verlagsbranche (MVB Marketing und Verlagsservice des Buchhandels GmbH) und der Wikimedia Foundation.

BIBFRAME

Im September 2017 trafen sich in der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt 40 Kolleginnen und Kollegen aus 16 europäischen Ländern und den USA zum „European BIBFRAME Workshop 2017“.

Es wurde aus sehr unterschiedlichen Perspektiven über die Ansätze und Aktivitäten berichtet. Häufig genannt wurde das Spannungsverhältnis zwischen RDA einerseits, mit dem dahinterstehenden FRBR- bzw. jetzt IFLA-Library-Reference-Modell und seiner vierstufigen Aufgliederung von Ressourcen in Werke, Expressionen, Manifestationen und Exemplare, und dem einfacheren Modell von BIBFRAME andererseits, das in der Version 2.0 für bibliografische Entitäten die dreistufige Differenzierung in Work, Instance und Item vorsieht. Hier müssen alle Beteiligten zu Klärungen kommen.

Als Fortsetzung wird es den „European BIBFRAME Workshop 2018“ geben, der voraussichtlich Mitte September 2018 auf Einladung von Casalini Libri in Florenz, Italien, stattfinden wird. Nähere Informationen (inkl. aller Vortrags-Folien, Bilder, Papiere der Hersteller und weiterführender Links) sind im Wiki-Bereich der Deutschen Nationalbibliothek unter https://wiki.dnb.de/display/EBW zu finden.

AG Leihverkehr

Ein Thema der Dezember-Sitzung 2017 der AG Leihverkehr war u.a. das vom Deutschen Bundestag verabschiedete Gesetz zum Urheberrecht (Urheberrechts-Wissenschaftsgesellschafts-Gesetz, ­UrhWissG) vom 30. Juni 2017, das am 1. März 2018 in Kraft treten wird. Es reformiert die Regelungen zur Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke für Bildung und Forschung (sogenannte Schrankenregelungen). Welche Konsequenzen sich daraus für die Bibliotheken ergeben werden, war u. a. ein Gegenstand der Sitzung.

AG Kooperative Verbundanwendung

Die Arbeitsschwerpunkte im Berichtszeitraum waren insbesondere Fragen zur maschinellen Anreicherung von Altdaten mit RDA-Elementen, Culturegraph, Datentausch und Alma.

Bei der maschinellen Anreicherung von Altdaten mit RDA-Elementen sind der Stand der Vorbereitungsarbeiten und die Zeitplanungen in den Verbundsystemen und bei der DNB unterschiedlich, da es derzeit zwei verschiedene Herangehensweisen gibt: Zum einen, die Anreicherungselemente so genau wie möglich aus den Ursprungsdaten abzuleiten und im Zweifelsfall auf die Anreicherung zu verzichten, wenn eine genaue Ableitung nicht möglich ist; zum anderen, die Anreicherungselemente so genau wie möglich aus den Ursprungsdaten abzuleiten, zugleich aber eine flächendeckende Belegung der wichtigsten RDA-Elemente (IMD-Felder, Beziehungskennzeichen) anzustreben und dabei auch Unschärfen in Kauf zu nehmen.

Regelmäßig halbjährlich werden Datenlieferungen der Verbünde für Culturegraph bei der DNB zur Verfügung gestellt. Als mögliches weiteres Projekt neben der Anreicherung von Katalogisaten mit Sacherschließungselementen soll geprüft werden, ob eine Ergänzung von Normdatenverknüpfungen über Culturegraph erzielt werden kann.

Zeitschriftenkatalogisierung

Nach weiteren Arbeiten am neuen ZDB-Katalog wurde dieser im September 2017 in den Echtbetrieb übernommen. Er ist unter https://zdb-katalog.de/index.xhtml erreichbar.

Die zuletzt durchgeführten Arbeiten betrafen vor allem die auf der Syntax der Contextual Query Language basierende Expertensuche, Such- und Präsentationsmöglichkeiten für Titel in nicht-lateinischen Schriften sowie weitere neue und verbesserte Visualisierungen und Recherchemöglichkeiten. Sämtliche Suchergebnisse einschließlich spezifischer Visualisierungen sind im Produktivsystem durch stabile URLs zur weiteren Verlinkung geeignet. Details und Erläuterungen zu den verfügbaren Funktionen sind unter https://zdb-katalog.de/help.xhtml abrufbar. Der ZDB-Katalog wurde für mobile Endgeräte optimiert und kann damit auch „unterwegs“ bequem genutzt werden.

Die nächste Sitzung der Arbeitsgemeinschaft der Verbundsysteme findet Mitte April 2018 auf Einladung des BSZ in Konstanz statt.

Edith Röschlau, Deutsche Nationalbibliothek

Zitierfähiger Link (DOI): https://doi.org/10.5282/o-bib/2018H2S222-228

1 Die GASCO (German, Austrian and Swiss Consortia Organisation) ist die Arbeitsgemeinschaft der Bibliothekskonsortien in der Bundesrepublik Deutschland, in Österreich und in der Schweiz. Durch Absprachen innerhalb der GASCO konnten seit 2002 eine Reihe von überregionalen bzw. bundesweiten Lizenzverträgen abgeschlossen werden.

3 Der Text ist im aktuellen Heft von o-bib veröffentlicht, S. 229–233. https://doi.org/10.5282/o-bib/2018H2S229-233.