Zu Artikeldetails zurückkehren Lehre - Lab - Research. Eine Mediathek im Spannungsfeld zwischen Lehre und Forschung
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Lehre − Lab – Research

Eine Mediathek im Spannungsfeld zwischen Lehre und Forschung

Tabea Lurk, Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW
Jürgen Enge, Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW

Zusammenfassung:

Der Beitrag stellt den Laborcharakter der Mediathek der Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW Basel (HGK) vor und verdeutlicht anhand vom „integrierten Katalog“, wie der Einfluss der fortschreitenden Digitalisierung, die spezifischen lokalen und institutionellen Rahmenbedingungen sowie die wissenschaftspolitischen Anforderungen der künstlerischen und der Designforschung zur Profilbildung der Mediathek beitragen. Eine effiziente Kleinststruktur intern und eine grosse Offenheit für externe Anregungen und Kooperationen ermöglichen jene flexiblen und experimentellen Strukturen, die neben dem Normalbetrieb als Verbunds- und Fernleihbibliothek den spezifischen Charakter der Mediathek auszeichnen.

Summary:

The text presents the laboratory character of the Mediathek of the Academy of Art and Design FHNW Basel (HGK) and shows on the basis of the “integrated catalogue” how the ongoing digitization, the specific local and institutional framework and the academic policies, including artistic and design research, influence the profile of the Mediathek. An efficient internal microstructure and a great openness for external stimuli and collaborations enable flexible and experimental structures, which, in addition to the daily business as NEBIS Network library, characterize the typical nature of the Mediathek.

Zitierfähiger Link (DOI): https://doi.org/10.5282/o-bib/2017H4S162-175
Autorenidentifikation: Lurk, Tabea: GND 189263768; Enge, Jürgen: GND 1135197776
Schlagwörter: Katalog, Gestaltung, Digital Curation

1. Mediathek @ HGK

Die Mediathek der Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW Basel (HGK) gehört zur Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) und stellt wissenschaftliche Literatur sowie elektronische Medien aus den Bereichen Bildende Kunst, Design, Innenarchitektur, Szenografie und den zugehörigen Theoriefeldern zur Verfügung. Die historischen Bestände stammen von den ehemals über drei Kantone verteilten Instituten, die 2014 mit Bezug des neuen Campus in einer dynamischen Kistenlandschaft zusammengeführt wurden (vgl. Abb. 1).

Die spezifische Regal- und Raumstruktur reflektiert sowohl die umliegende Landschaft des Standorts als auch das Zusammenwachsen der heterogenen Denktraditionen und dient nun als Ort der Inspiration und des Lernens.

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Neben künstlerisch-gestalterischen Fragestellungen spielen die Vermittlung von Informationskompetenz1 und Fragen des Zugangs zu digitalen Informations- und Wissensangeboten eine grosse Rolle. Dies erscheint umso wichtiger, als durch den Ausbau des Leistungsspektrums von Kunsthochschulen um Aspekte der künstlerischen und der Designforschung neue Anforderungsprofile und Akteure auf den Plan getreten sind, die bestimmte Eigenschaften klassischer Forschungsinfrastrukturen (Literaturversorgung, Dokumentation, Publikationsunterstützung etc.) erforderlich machen.2

Um die Medien mit ihren unterschiedlichen Signatursystematiken und Standorten in den horizontal organisierten Regalformationen auffindbar zu machen, wurde zunächst ein RFID-basiertes Inventursystem (Kistentool) entwickelt, welche den Medien (RFIDs, Strichcodes) beim Erfassen einen Standort (Boxnummer) zuweist und diesen in einem echtzeitgerechneten 3D-Modell verortet. Diese Raumansichten des Modells sind als Vorschaubild auch im NEBIS-Katalog sichtbar und verlinken direkt auf die Detailseiten unseres eigenen Katalogs (https://mediathek.hgk.fhnw.ch).

Dieser „integrierte Katalog“ wurde entwickelt, um neben den im NEBIS verzeichneten Medien auch die FHNW weit lizensierten eRessourcen, wichtige hochschulinterne und externe Spezialsammlungen sowie diverse Open-Access-Inhalte und Quellen über ein gemeinsam durchsuchbares Interface recherchierbar zu machen.

2. Der „integrierte Katalog“ der Mediathek

Ähnlich, wie der künstlerisch gestaltete Raum die physisch aufgestellten Medien in fachliche Bezüge stellt, wird die digitale Repräsentation der Medien im „integrierten Katalog“ auf den Detailseiten in semantische Kontexte eingebettet.3 Neben spezifischen Tags, die zum Teil wie Filter funktionieren, gibt es sammlungs- und gruppenspezifische Darstellungstemplates, welche formale oder thematische Zusammenhänge abbilden.4 So werden bei unseren analogen Buchmedien, Zeitschriften und DVDs auf den Detailseiten alle übrigen analogen Medien der gleichen Kiste referenziert (vgl. Abb. 2). Künftig sollen hier auch die eMedien zugänglich sein.

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Bei Aufsätzen aus Open-Access-Zeitschriften rekonstruieren wir dagegen den gesamten Band einer Ausgabe und verlinken die einzelnen Aufsätze.5 Bei Studien-, Seminar- und Abschlussarbeiten sind neben den direkt eingebetteten Ressourcen, welche Audio- und Videodateien abspielbar und PDFs direkt durchblätterbar machen, die jeweiligen Werkbeschreibungen, sowie die übrigen Resultate der jeweils anderen Studierenden des Kurses oder der Klasse aufgelistet und verlinkt (vgl. Abb.3).

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Die Ressourcen aus Forschungsprojekten werden so geclustert, dass die Interessen, die Projektstruktur und die Forschungskontexte erkenntlich werden. Ausgewählte Ressourcen aus dem Forschungsprojekt „Grenzgang – Künstlerische Untersuchungen zur Wahrnehmung und Vermittlung von Raum im trinationalen Grenzgebiet“ (2014/2015) wurden beispielsweise in sogenannten „Walks“ organisiert, da die Spaziergangwissenschaft (Promenadologie) nach Lucius Burckhardt den Ausgangspunkt und ein zentrales, strukturbildendes Element der künstlerisch-vermittlerischen Untersuchungen bildete. Auf sechs Test- und zehn Projektspaziergängen hat die interdisziplinäre Forschergruppe heterogene Daten generiert und/oder gesammelt, die von GPX-Tracks über schriftliche, audiovisuelle sowie objektbasierte Aufzeichnungen bis hin zu performativen Interventionen vor Ort reichten. Auch Handlungsanweisungen, detailliert kartierende Raumprotokolle und Hörproben existieren, welche nun die Raumwahrnehmung entlang der Grenzlinien im Grossraum Basel erfahrbar und im wörtlichen Sinne nachvollziehbar machen (vgl. Abb. 4).6

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Auch für die Aufbereitung von hochschulinternen Materialsammlungen, Institutspublikationen, Schenkungen und externen Datenkonvoluten werden spezifische Detail-Seiten-Templates entwickelt, welche Entstehungs-, Recherche-, oder Werkzusammenhänge abbilden. Externe Bestände können zumeist aufgrund der persönlichen Kontakte von Hochschulangehörigen erschlossen werden, was der Online-Zugang zur „Performance Chronik Basel“ anschaulich verdeutlicht.7

Die hier erwähnten Gruppierungen unterschieden sich von der klassischen Schlagwortsuche darin, dass sie nicht auf stichwortbasierten Treffern beruhen, sondern manuell zusammengestellt (kuratiert) wurden. So stolpern die Nutzerinnen und Nutzer bei ihrer Suche häufig über Projekte, die sie noch nicht kannten oder über Ressourcen, die sonst vielleicht untergingen, weil ihre Verschlagwortung zu speziell ist. Die kontextualisierende Aufbereitung der Inhalte leitet sich häufig aus der instituts- oder projektgebundenen Ablagelogik, der Kommunikationsstruktur oder anderen, fallspezifischen Gegebenheiten ab, die im Zuge der Aggregation oder der Datenübernahme das implizite Wissen in explizite Metadaten umwandelt (Festschreibung von Semantik).

3. Katalog und „Creative Data Cycle“

Im kommunikativen Austausch zwischen den Instituten/Hochschulangehörigen und ihren Quellen wirkt der „integrierte Katalog“ insofern als integrierendes Element, als er wichtige Datenströme des Wissenskreislaufs modelliert. Um dies möglichst gut abzubilden, haben wir das Modell des „Creative Data Cycle“ entwickelt, welches sowohl den Prinzipien der künstlerischen und der Designforschung folgt als auch die strategischen Ziele der Hochschule unterstützt, die für das Datenmanagement von besonderer Bedeutung sind.8

Der „Creative Data Cycle“ der HGK (vgl. Abb. 5) basiert auf der sogenannten „Media-Disruption-Map“, die 2016 vom Gottlieb Duttweiler Institut (GDI) für Trendforschung publiziert wurde, um die Einflussfaktoren, Entwicklungspotentiale und Trends der öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten in der Schweiz aufzuzeigen.9 Damals war das Thema Broadcast auch Gegenstand der Diskussionen des Bereichs Medien der HGK, dem die Mediathek angehört. Die Anpassung auf HGK-Belange berücksichtigt die vier strategischen Ziele der Hochschule („Poetry of the Real“, „Impact of Culture“, „Next Generation“, „Archive/Future Value“), welche die qualitativen und quantitativen Leistungszielen ergänzen, die mit dem Träger, der FHNW, im Rahmen der Leistungsvereinbarung ausgehandelt und festgeschrieben wurden. Während „Poetry of the Real“ die künstlerisch-gestalterische Sichtweise auf die Realität, ihre Modelle und die Konstruktion von Wirklichkeit wiedergibt, ist „Impact of Culture“ als Aufruf an die kulturellen Akteure und die HGK-Angehörigen gedacht, (gesellschaftlich, politisch aber auch ästhetisch) wirksam zu handeln. „Next Generation“ lautet das Motto der alljährlichen Diplomausstellung und „Archive/Future Value“ erinnert daran, dass zukünftige Werte sich ihrer Vergangenheit bewusst sein sollten. Diese künstlerisch-gestalterischen Leitziele werden immer wieder neu diskutiert, in Tagungen, Projektreihen und Ausstellungen verhandelt, aktualisiert und in den Jahresberichten erläutert.10

Die vier Strategiefelder werden im Modell von den beiden Achsen „Künste/Design/Medien“ und „Informatik/Technologie“ durchkreuzt, welche die Lehr- und Forschungsdomänen sowie die zur Verfügung stehen Werkzeuge repräsentieren. Sie ersetzen die beiden Achsen „technologische Realisierbarkeit“ und „soziale Akzeptanz“ der GDI-Vorlage.

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Am rechten Rand des Modell-Rhombus sind die beiden häufigsten Formen der künstlerischen und der Designforschung vereinfachend schematisiert. Ihr Vorgehen kann nach Henk Borgdorff „manchmal auf Wissen als Fertigkeit und manchmal auf dem Verständnis als einer Form des Wissens [beruhen], bei der sich theoretisches Wissen, praktisches Wissen und Vertrautheit überschneiden können“.11

Lässt sich der theorieorientierte Wissens- bzw. Datenzyklus im oberen Bereich aus klassischen Forschungs- und Prozessmodellen ableiten, orientieren sich die eher praxisorientierten Explorationsphasen im unteren Bereich an Austausch- und Transformationsprozessen, deren gestalterische Potentiale an energetische Abläufe erinnern können.12 Im Unterschied zu klassischen Forschungszyklen wie etwa dem Curation Lifecycle Model des Digital Curation Centre in Edinburgh (UK) werden im Creative Data Cycle einzelne Phasen häufig übersprungen oder in variierender Reihenfolge durchlaufen und stammen selten aus nur einem der beiden „Theorie/Praxis“-Bereiche.13

Die Wertschöpfungsketten, die zu Bedeutungsverschiebungen der Ressourcen innerhalb der unterschiedlichen Arbeitsphasen führen, werden auf Katalogebene mitgeschrieben, wenn Daten eingebracht, Berechtigungen angepasst oder ehemals individuell genutzte Inhalte publiziert werden. Diese Prozesse sind dem Konzept der „Curation Boundaries“ von Treloar et al. entnommen.14 „Curation Boundaries“ beschreiben unter anderem technisch, was operativ passiert und welche Personen in die Freigabeprozessen wie involviert sind. Neben diesen operativen Aspekten kommen bei uns häufig tatsächlich kuratierende Handlungen hinzu, wenn bestimmte Forschungsergebnisse ausgewählt und dann öffentlich ausgestellt werden. Das zirkuläre Spiel des Datensammelns, des Erzeugens von Inhalten, der öffentlichen Präsentation (Ausstellung und Diskussion) und der darauffolgenden Einarbeitung in den Forschungskontext kann exemplarisch anhand des Forschungsprojektes „Times of Waste“ (2015–2017) verdeutlicht werden, das bis heute aktiv ist.15

4. Im Katalog kuratieren

Die Kuratierungsprinzipien der Mediathek sind bisher vor allem auf den Detailseiten des „integrierten Katalogs“ ersichtlich. Sie leiten sich fachlich zum einen aus den lokalen Gegebenheiten und dem Kuratierungsverständnis des Kunst- und Kulturkontexts ab.16 Da es sich um digitale Operationen auf der Datenbasis unseres Katalogs handelt, orientieren sich die Verfahren zum andern aber auch an jenem bibliothekarischen Verständnis, über das Clemens Neudecker und Georg Rehm schreiben: „Das Kuratieren digitaler Informationen, Daten, Meldungen und Medieninhalte hat sich in den vergangenen Jahren als eine grundlegende Tätigkeit mit neuen Anforderungen herauskristallisiert, die von handelsüblichen Content-Management-Systemen schon längst nicht mehr abgedeckt werden“.17 Das Eigenengagement der jeweiligen Institutionen werde, so die Autoren weiter, künftig dazu beitragen, „Wissensspeicher in Bibliotheken in ihrem gesamten Reichtum ins Digitale zu übertragen sowie sie auch tiefergehend zu erschliessen und anzureichern und damit für Wissenschaft, Wirtschaft und die Öffentlichkeit besser und einfacher nutzbar zu machen“.18

Um auf die Strukturbedürfnisse unserer Nutzergruppen eingehen19 und jenen institutionellen Mehrwert erzeugen zu können („adding value throughout life-cycle“), der durch professionelle Kuratierungshandlungen gemäss Choudhury et al. entsteht, wenn die Datenpflege neben „Storage“, „Archiving“ und „Preservation“ auch über „Curation“-Actions verfügt,20 versuchen wir ferner, die „Schwellen zum Archiv“ abzuflachen. So können die Institute/Dozierenden/Forschenden ihre Inhalte mit niederschwelligen Tools, die bereits im Produktionsprozess genutzt werden (zum Beispiel Zotero), zur Übernahme freigeben. Im Anschluss werden die Daten von uns so aufbereitet, dass sie zum einen im „integrierten Katalog“ in der gewünschten Form recherchierbar und darstellbar werden. Zum andern kann eine Einbettung in oder Übertragung auf diverse Websites, Blogs, Spezialinterfaces der HGK etc. erfolgen. Der Katalog wird also nicht nur in der Mediathek verwendet.

Die nutzernahen Übergabeoptionen und die Breite der im Katalog verzeichneten Inhalte erfordern neben inhaltlichem Verständnis technische Kuratierungsroutinen. Mangelt es auf der Ebene der Metadaten häufig an einheitlichen Strukturierungs- und Benennungskonventionen (zum Beispiel Leer-/Sonderzeichen in Filenames), ist auf der Datenebene eine grosse Breite unterschiedlichster aktueller und historischer Speicherformate abzudecken, die auch proprietäre Formate einschliesst. Die unterschiedlichen Inhalte werden über ein robustes Softwarecluster aggregiert, das unterschiedliche Datensilos abgreift und die Daten mithilfe einer Softwarekaskade halbautomatisch indexiert.21 Die so gewonnen Metadaten werden in einem SOLR-Index vereinfacht abgelegt und neben dem Originaldatensatz gespeichert. Während die Suche über den SOLR-Index erfolgt, wird für die Darstellung der Metadaten auf den Originaldatensatz zugegriffen, wenn dieser detaillierter ist.

Künftig sollen kontrollierte Vokabulare, Thesauri sowie fachlich definierte Systematiken dazu beitragen, eine nachhaltige(re) Wissensstruktur zu etablieren, die sich dann im Laufe der Zeit oder je nach Kontext verändern kann.22 Geplant sind individualisierte Sichten auf spezifische Datenbereiche, die von den Nutzerinnen und Nutzern oder von Nutzergruppen mithilfe von vordefinierten Zotero-Workflows realisiert werden. Die aktuellen Tests reichen von der einfachen Gruppierung vorhandener Ressourcen über das Referenzieren beziehungsweise Einbringen von Fremddaten (Rechteprüfung erfolgte sodann) bis zur anreichernden Auszeichnung via Tags & Notes. Bei Annotationen unterscheiden wir dann zwischen „Institutional Tags“ (Mediathek; Institut/Organisationseinheit), „angemeldeten Usern“ (teilanonymisiert) sowie „own tags“. Letzte stehen nur den jeweils eingeloggten Personen individuell zur Verfügung. Für den Massenimport von Altbeständen oder für ganze Sammlungen existieren Zwischenschritte, bei denen die später weiter bearbeiteten Datensets initial bereitgestellt werden. Beide Prozesslinien enden mit der Indexierung durch das System und der Aufbereitung bzw. Anpassung der Darstellungstemplates.

Mit Blick auf die Nachnutzung (Referenzierung, Modifikation, Ergänzung) der Daten unterscheiden wir zwischen der Einbringung von additiven Metadaten und der Weiterbearbeitung der Rohdaten.23 Hier ist das Rechtemanagement zentral, welches den Zugang stufenweise von der handverlesenen Gruppe, über Instituts-, Hochschul- und FHNW-Beschränkungen bis zur Nutzung via Schweizer EDU-Netz (Switch AAI) oder idealerweise ganz frei im Internet ermöglicht.

5. Laborcharakter

Wenn wir also vom „Labcharakter“ der Mediathek sprechen, meint dies zweierlei: Zum einen verfügt die Mediathek sowohl über einen physischen als auch digitalen Raum, in dem „Wissensmedien“ und deren Kontexte sowohl explorativ als auch inhaltlich kuratiert und erfahrbar werden. Beide Räume sind über zentrale Schnittstellen verknüpft und machen die Ressourcen wechselseitig recherchierbar. 24 Explorativ ist die Arbeitsweise dabei insofern, als die experimentellen Settings so angelegt sind, „dass sich darin Neues ereignen kann“.25 So hat die Konzeptkünstlerin Maria Nordman jüngst eine noch nicht realisierte Forschungsausstellung für ihre als Bücher kompilierten Werkauszüge entworfen, in der ca. 12 gleiche Bücher mit unterschiedlich geöffneten Seiten so aufgestellt werden sollten, dass die in Fotografien eingefrorenen Filme als Skulptur erfahrbar und in eine zeitliche Struktur rückübersetzt würden. Berücksichtigt man die hier inhärenten historischen, künstlerischen etc. Parameter, wird dieser Ansatz als fruchtbringend sowohl vor dem Hintergrund der künstlerischen Forschung als auch der an der HGK gelehrten Fächer lesbar: Kunst, Medien, visuelle und integrative Gestaltung treffen auf historische Modelle und setzen neue Kreativität frei. Auch Angehörige der HGK entwickeln immer wieder explorative Settings, die in ihrer Arbeit neben den Wissensmedien der Mediathek auch den Raum oder die digitalen Werkzeuge der Mediathek verwenden und diese im Dialog mit uns weiterentwickeln.

Zum andern erlaubt es die Art und Wiese, wie die Mediathek eigene Softwarelösungen implementiert, an jene IT-Labs zu erinnern, welche neue Technologien entwickeln und im Betastadium testen, wenn Veränderungen und Scheitern noch möglich sind. So erarbeitet die Mediathek ihre digitalen Werkzeuge „bottom up“ aus konkreten Anliegen oder Forschungsfragen und folgt darin jener Charakterisierung von Heller et al., die Bibliothekslabs „as any library program, physical or digital (or a hybrid)“ beschreiben, „in which innovative approaches to library services, tools, or materials are tested in some structured way before being made part of regular workflows, programs, or mission“.26 So wurde neben dem „integrierten Katalog“ bisher eine ganze Palette weiterer Werkzeuge (vgl. Inventursystem, 3D-Modell, Gatekeeper, browserbasierte Videoplayer, Zotero-Workflows, etc.) entwickelt, die den nutzerseitig schwellenlos gedachten Zugang erleichtern, fliessende Recherche-, Forschungs- und Produktionskreisläufe über getrennte Repositorien ermöglichen und künftig die Nachnutzung der verwendeten Daten so dokumentieren, dass sie hochschulintern idealer genutzt und besser nach aussen kommuniziert werden können.

6. Fazit

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Mediathek im Austausch zwischen Lehre und Forschung nicht nur eine Vernetzungsfunktion einnimmt, sondern gelegentlich auch eine explorative Plattform (Labcharakter) zur Verfügung stellt, die vielfältige kommunikative Schnittstellen bietet. Als wichtigstes Werkzeug verlinkt der „integrierte Katalog“ die lokal aufgestellten Medien via Signatur mit dem NEBIS und verweist mithilfe von Personen-, Sach- und Keyword-Links von NEBIS-Ressourcen auf Inhalte der HGK-Spezialsammlungen und vice versa.27 Der „integrierte Katalog“ eröffnet neben dem Überblick zu den Inhalten sowohl disziplinäre als auch interdisziplinäre Sichtweisen und inspiriert kreative Formen des Suchens, bei denen Forschungsfragen, Produktentwicklungen oder Abschlussarbeiten eher aus einer Überfülle (Materialpool) oder der räumlichen Disposition von Inhalten in spezifischen Auf- und Ausstellungssituationen abgeleitet werden, als deduktiv aus einer Fachsystematik.28 Nicht zuletzt wurde mithilfe des „integrierten Katalogs“ eine kommunikative Infrastruktur implementiert, welche die Bedürfnisse der HGK-Angehörigen entlang dem „Creative Data Cycle“ managt und neben der Bereitstellung von Wissensressourcen den hausinternen Daten- und Informationsfluss, inklusive Dokumentation, erleichtert.

Die Mediathek kann sich ihre mitunter unkonventionelle Haltung erlauben, weil sie in ein dichtes, funktionstüchtiges Bibliotheksnetzwerk eingewoben ist, dessen Regeln und Vorgaben die alltägliche Arbeit strukturieren.29 Darüber hinaus ermöglicht die enge Zusammenarbeit mit dem Center for Digital Matter (Campus-IT) die Entwicklung dieser fallspezifischen Lösungen, die dann auch zur Profilbildung und der Entwicklung eigener Forschungsfragen beitragen.

Literaturverzeichnis

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1 Richtungsweisend sind hier die Prinzipien der ACRL (Association of College & Research Libraries, „Framework for Information Literacy for Higher Education,“ zuletzt geprüft am 30.07.2017, http://www.ala.org/acrl/standards/ilframework) sowie der ik (Fachgruppe Informationskompetenz, „Referenzrahmen Informationskompetenz,“ zuletzt geprüft am 30.07.2017, http://www.informationskompetenz.de/index.php/referenzrahmen). Das Serviceangebot der Mediathek ist stufenweise auf unterschiedliche Kompetenzlevel ausgerichtet (vgl. https://mediathek.hgk.fhnw.ch/wordpress/informationskompetenz) und folgt den Grundlagen der Bologna-Reform (CRUS – Rektorenkonferenz der Schweizer Universitäten, Hrsg., „Empfehlungen der CRUS für die Anwendung von ECTS an den universitären Hochschulen der Schweiz,“ zuletzt geprüft am 30.07.2017, https://www.swissuniversities.ch/fileadmin/swissuniversities/Dokumente/Kammern/Kammer_UH/ectsempf_neu.pdf) und der EU (European Union, „ECTS Users’ Guide 2015,“ zuletzt geprüft am 30.07.2017, http://ec.europa.eu/dgs/education_culture/repository/education/library/publications/2015/ects-users-guide_en.pdf).

2 Unter den Überblicken zu Programmen der künstlerischen Forschung sei hervorgehoben: Andrea B. Braidt, Giaco Schiesser, Cecilie Broch-Knudsen et al., „The ‚Florence Principles’ on the Doctorate in the Arts: A Publication by European League of the Institutes of the Arts (ELIA 2016),“ zuletzt geprüft am 30.07.2017, http://www.elia-artschools.org/userfiles/File/customfiles/1-the-florence-principles20161124105336_20161202112511.pdf, denn die HGK ist aktives ELIA Mitglied und hat mehrere Konferenzen ausgetragen. Aus administrativer Perspektive vgl. zudem: Marc-Antoine Camp und Blanka Šiška, „Research Funding in the Arts: A Survey for Switzerland 2010/11,“ zuletzt geprüft am 30.07.2017, https://www.swir.ch/images/stories/pdf/en/kunstbericht_e.pdf.

3 Die Kistenformation der Regallandschaft wird als in-situ Skulptur betrachtet, da sie die Vorstellungen unserer Direktorin, der Bildhauerin Kirsten Meret Langkilde, wiedergibt.

4 Häufig ähnelt die konvolutbasierte Ablage eher archivarischen Erschliessungspraktiken als bibliothekarischen.

6 Das vom Schweizer Nationalfonds geförderte Projekt sollte auch Materialien für die Kunstvermittlung bereitstellen, was gelungen ist. Vgl. Tabea Lurk, Markus Schwander, Daniel Brefin et al., „Grenzgang – When Promenadology Meets Library,“ in UHDL&DECH proceedings 2017, hrsg. Sander Münster et al. (Berlin: Springer, 2018), in Vorbereitung.

7 Vgl. „Online Zugang zur Performance Chronik Basel,“ zuletzt geändert am 01.09.2017, http://mediathek.hgk.fhnw.ch/pcb.

8 Stephan Büttner, Hobohm Hans-Christoph und Lars Müller, Hrsg. Handbuch Forschungsdatenmanagement (Bad Honnef: Bock + Herchen, 2011).

9 Gottlieb Duttweiler Institut, „Media Disruption Map: Innovationskraft von Medien,“ zuletzt geprüft am 30.07.2017, http://www.gdi.ch/de/Think-Tank/Trend-News/Media-Disruption-Map-Innovationskraft-von-Medien.

10 Vgl. hierzu die HGK Jahresberichte: Kirsten M. Langkilde, Hrsg., Ortszeit: Aufzeichnungen der Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW (Basel: Christoph Merian, 2014). Dies., Hrsg., Impact: Aufzeichnungen der Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW (Basel: Christoph Merian, 2015). Dies., Hrsg., Poetry of the Real. Aufzeichnungen der Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW (Basel: Christoph Merian, 2017).

11 Henk Borgdorff, „Künstlerische Forschung und akademische Forschung,“ in Kunstforschung als ästhetische Wissenschaft: Beiträge zur transdisziplinären Hybridisierung von Wissenschaft und Kunst, hrsg. Martin Tröndle (Bielefeld: Transcript, 2012), 69–89, hier: 82.

12 Kreativität mit Energie zu vergleichen, erscheint insofern denkbar, als die Form, in der sie auftritt, so unsichtbar und unvorhersehbar ist, wie jene der Energie. Um Kreativität zu erkennen, muss sie eine wahrnehmbare/speicherbare Form annehmen (z.B. einen Entwurf oder ein Produkt). Diese ist dann zwar immer insofern verlustbehaftet, als nie alle Überlegungen und Zwischenstadien erkennbar/abrufbar erhalten bleiben, aber im Moment der Erinnerung und/oder der gestalterischen Nachnutzung, entfaltet sie neben der impliziten Kreativität neue, explizite Kreativität oder auch Erkenntnisse/Formen/Produkte. Vgl. hierzu Stephan Ott, „A Design Guide to Energy.“ Form, 263 – Design and Energy (2016): 43–53.

13 Digital Curation Centre, „DCC Curation Lifecycle Model,“ zuletzt geprüft am 30.07.2017, http://www.dcc.ac.uk/resources/curation-lifecycle-model.

14 Andrew Treloar und Cathrine Harboe-Ree, „Data Management and the Curation Continuum: How the Monash Experience Is Informing Repository Relationships,“ zuletzt geprüft am 30.07.2017, https://www.vala.org.au/direct-download/vala2008-proceedings/171-vala2008-session-6-treloar-paper/file.

15 Vgl. „Times of Waste,“ zuletzt geändert am 01.09.2017, https://times-of-waste.ch/de/home/.

16 Vgl. Paul O’Neill und Mick Wilson, Hrsg., Curating Research (London: Open Editions, 2015); Michael Birchall, On Artistic and Curatorial Authorship (Zürich: ONCURATING.org, 2013); Beryl Graham, Sarah Cook und Steve Dietz, Hrsg., Rethinking Curating: Art after New Media (Cambridge, London: MIT Press, 2010).

17 Vgl. Clemens Neudecker und Georg Rehm, „Digitale Kuratierungstechnologien für Bibliotheken,“ 027.7 Zeitschrift für Bibliothekskultur / Journal for Library Culture 4, Nr. 2 (2016): 104–116, hier: 104, zuletzt geprüft am 30.07.2017, http://0277.ch/ojs/index.php/cdrs_0277/article/download/158/340.

18 Ebd., 115.

19 Bain & Company haben bereits 2013 ein globales Ordnungsbedürfnis als generellen Trend der digitalen Gesellschaft ausgewiesen (vgl. Laurent Colombani und François Videlaine, „The Age of Curation: From Abundance to Discovery,“ Forum d‘Avignon, zuletzt geprüft am 30.07.2017, http://www.bain.com/publications/articles/the-age-of-curation-from-abundance-to-discovery.aspx).

20 Sayeed G. Choudhury, Carole L. Palmer, Karen S. Baker et al., „Levels of Services and Curation for High Functioning Data“ (University of Illinois), zuletzt geprüft am 30.07.2017, http://cirss.ischool.illinois.edu/Documents/Publications_docs/Choudhury_2013a.pdf.

21 Zur Systembeschreibung des „integrierten Katalogs“ vgl. Tabea Lurk und Jürgen Enge, „Openness in den Künsten – Ein Praxisbericht der Mediathek HGK FHNW Basel,“ Informationspraxis 3, Nr. 1 (2017): 4−7, http://doi.org/10.11588/ip.2017.1.35058.

22 Zum Bedeutungswandel in der Zeit („Semantic Drift“) vgl. Daniel Galarreta, Albert M. Peñuela, Stephanie Roth, et al., „An Overview of Semantic Change: Understanding the Phenomenon, Current Trends and Future Research Roadmap: Community of Practice on Evolving Semantics,“ zuletzt geprüft am 30.07.2017, http://pericles-project.eu/uploads/files/PERICLES_WP8_Evolving_Semantics_CoP_report_2017.pdf. Zur Modellierung des Kontexts vgl. Catherine Moriarty, „Monographs, Archives, and Networks: Representing Designer Relationships,“ Design Issues 32, Nr. 4 (2016): 52–63.

23 Ein Schichtenmodell wahrt bei der Anreicherung von Altbeständen die Konsistenz der Katalogmetadaten.

24 Zur Relevanz der Raumgestaltung für kreative Denkprozesse vgl. Tim Seitz, Design Thinking und der neue Geist des Kapitalismus: Soziologische Betrachtungen einer Innovationskultur (Bielefeld: Transcript, 2017), 61ff.

25 Hans-Jörg Rheinberger, „Über die Kunst, das Unbekannte zu erforschen: Man weiss nicht genau, was man nicht weiss,“ Neue Zürcher Zeitung (05.05.2007), zuletzt geprüft am 30.07.2017, https://www.nzz.ch/articleELG88-1.354487.

26 Margaret Heller, Mackenzie Brooks und Eric Phetteplace, „Library Labs,“ Reference & User Services Quarterly 52, Nr. 3 (2013): 186–190, hier: 186, zuletzt geprüft am 30.07.2017, http://ecommons.luc.edu/lib_facpubs/24.

27 Derzeit wird die Implementierung der Metagrid-Suche (http://www.metagrid.ch/) der Schweizerischen Akademie für Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW) geprüft, welche z.B. eine Verknüpfung der GND-Personendaten mit den Einträgen im SIKART Lexikon zur Kunst in der Schweiz (http://www.sikart.ch/kuenstlerinnen.aspx) ermöglichen könnte.

28 Zur künstlerischen Recherche und den anderen Forschungs- bzw. Suchbewegungen vgl. Uriel Orlow, „Recherchieren,“ in Künstlerische Forschung: Ein Handbuch, hrsg. Jens Badura et al. (Zürich, Berlin: Diaphanes, 2015), 201–4.

29 Neben der administrativen Einbindung in den NEBIS (Netzwerk von Bibliotheken und Informationsstellen in der Schweiz) kommt der Mediathek der kommunikative Austausch mit den anderen Bibliotheken am Standort Basel zugute.