obib_2017-1_tappenbeck

Fit für die Vermittlung von Informationskompetenz? Anforderungen an die Qualifikation von Teaching Librarians in bibliothekarischen Studiengängen und Ausbildungseinrichtungen

Inka Tappenbeck, Technische Hochschule Köln
Anke Wittich, Hochschule Hannover
Maria Gäde, Humboldt-Universität zu Berlin

Zusammenfassung:

Der Beitrag stellt zunächst die Ergebnisse einer Auswertung von Stellenanzeigen aus der Mailingliste InetBib vor, die zeigt, dass die Nachfrage nach Absolventinnen und Absolventen bibliothekarischer Studiengänge mit einer Qualifikation für den Aufgabenbereich der Vermittlung von Informationskompetenz seit dem Jahr 2000 signifikant gestiegen ist. Ergänzend hierzu präsentieren die Autorinnen die Ergebnisse einer Befragung unter Vertreterinnen und Vertretern der bibliothekarischen Berufspraxis zu im Bereich der Vermittlung von Informationskompetenz geforderten Kompetenzen und deren Gewichtung innerhalb der verschiedenen Qualifikationsstufen.

Summary:

First, the article presents the results of an analysis of job advertisements published in the mailing list InetBib, which shows that the demand for graduates of library science courses with a qualification for the task of teaching information literacy has increased significantly since 2000. In addition, the authors present results from a survey among library professionals on competencies required in the field of teaching information literacy and on how these competencies are weighed within the different qualification levels.

Zitierfähiger Link: http://dx.doi.org/10.5282/o-bib/2017H1S32-47

Autorenidentifikation:Tappenbeck, Inka: GND 1097628078
Wittich, Anke: GND 1023092662
Gäde, Maria: GND 1049770501

Schlagwörter: Informationskompetenz, Teaching Librarian, Befragung, Qualifikation

1. Einleitung

Die Vermittlung von Informationskompetenz gehört zu den zentralen Serviceleistungen wissenschaftlicher und öffentlicher Bibliotheken. In vielen Stellenausschreibungen wird dieses Aufgabengebiet – in unterschiedlichen Benennungen − im Profil der zu besetzenden Stellen explizit aufgeführt. Eine entsprechende Qualifikation von Bibliothekarinnen und Bibliothekaren ist daher grundlegend, um diese Bildungsangebote auf professionellem Niveau zu realisieren. Aber wie können die Hochschulen angehende Bibliothekarinnen und Bibliothekare optimal für diesen Aufgabenbereich vorbereiten und welche Kompetenzen sind dabei von besonderer Bedeutung?

Um diese Frage zu beantworten, ist es wichtig, neben einer Auseinandersetzung mit den theoretischen und methodischen Aspekten der Thematik auch den Bedarf der Berufspraxis zu erfassen. Erst auf dieser Grundlage lassen sich die Curricula der bibliothekarischen Studiengänge und Ausbildungseinrichtungen einer kritischen Prüfung unterziehen und Perspektiven für ihre Weiterentwicklung entwerfen, die sowohl die wissenschaftlichen als auch die praxisbezogenen Anforderungen an die Qualifikation für die Vermittlung von Informationskompetenz erfüllen.

2. Konjunktur des Aufgabengebiets „Vermittlung von Informationskompetenz“

Um festzustellen, wie sich die Nachfrage nach Bewerberinnen und Bewerbern mit einer Qualifikation für das Aufgabengebiet der Vermittlung von Informationskompetenz in den vergangenen Jahren entwickelt hat, wurden die Stellenausschreibungen der Mailingliste InetBib1 aus den Jahren 2000 bis 20162 analysiert. Die Auswertung erfolgte durch eine individuelle Sichtung der in der Mailingliste verfügbaren und hinsichtlich des Anteils der Vermittlung von Informationskompetenz aussagekräftigen Stellenausschreibungen. Einbezogen wurden dabei Stellenanzeigen für alle Qualifikationsstufen: für Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste (FAMI), für Diplom- bzw. Bachelor-Bibliothekarinnen und -Bibliothekare sowie für Absolventinnen und Absolventen eines Referendariats bzw. Masterstudiengangs. Bei der Erfassung wurden auch solche Anzeigen berücksichtigt, in denen das Tätigkeitsfeld mit einer alternativen Formulierung benannt wurde. Gerade in den früheren Jahren finden sich anstelle der Bezeichnung „Vermittlung von Informationskompetenz“ häufig Benennungen wie „Schulungen“ bzw. „Benutzerschulungen“, „Katalogschulungen“ oder „Benutzereinführungen“. Ebenfalls einbezogen wurden Stellenausschreibungen, in deren Aufgabenprofil Teilgebiete der Vermittlung von Informationskompetenz aufgeführt waren (v.a. Leseförderung, Vermittlung von Medienkompetenz). Nicht berücksichtigt wurden dagegen Stellenausschreibungen mit nicht erkennbarer Zuordnung zu einer der drei Qualifikationsstufen, was jedoch insgesamt lediglich drei der erfassten Anzeigen betraf. Die Auswertung ergibt bei einer nach dem Erscheinungsjahr der Anzeigen differenzierten Darstellung folgendes Bild:

Abb. 1: Stellenausschreibungen mit Bezug zum Aufgabengebiet der Vermittlung von Informationskompetenz der Jahre 2000 bis 2016 (Gesamtzahl: 278)

Bezüglich der Aussagekraft dieser Auswertung ist einschränkend zu sagen, dass einige im Archiv der Mailingliste InetBib verfügbare Stellenausschreibungen nicht auf ihren Bezug zum Aufgabengebiet der Vermittlung von Informationskompetenz überprüft werden konnten. Dies gilt für die – insgesamt jedoch recht wenigen − Ausschreibungen, bei denen sich in der E-Mail selbst keinerlei Informationen über das Aufgabenprofil der angebotenen Stelle finden, sondern lediglich ein Link auf einen Ausschreibungstext auf einer zum Auswertungszeitpunkt nicht mehr verfügbaren Website angegeben wurde. Es kann daher sein, dass die tatsächliche Anzahl der relevanten Stellenausschreibungen höher ist als in der Untersuchung ermittelt werden konnte.3 Unabhängig davon ist jedoch klar erkennbar, dass die Anzahl der Stellenausschreibungen mit explizitem Bezug zum Aufgabengebiet der Vermittlung von Informationskompetenz seit dem Jahr 2000 deutlich zugenommen hat: Allein in den Monaten Januar bis Oktober waren im Jahr 2016 mehr als siebenmal so viele Stellen dieser Art ausgeschrieben wie zehn Jahre zuvor.

Darüber hinaus kann aber auch eine Aussage über die Art der Stellen getroffen werden, die im Erfassungszeitraum mit einem auf die Vermittlung von Informationskompetenz bezogenen Tätigkeitsprofil ausgeschrieben wurden. Schlüsselt man die Daten nach den verschiedenen Qualifikationsstufen auf, ergibt sich folgendes Bild:

Abb. 2: Stellenausschreibungen mit Bezug zum Aufgabengebiet der Vermittlung von Informationskompetenz der Jahre 2000 bis 2016, differenziert nach Qualifikationsstufen

Hier zeigt sich deutlich, dass der überwiegende Teil der erfassten Stellenausschreibungen für Absolventinnen und Absolventen eines bibliothekarischen Bachelor- bzw. Diplom-Studiengangs ausgeschrieben wurde, während es kaum entsprechende Ausschreibungen für FAMIs gibt. Der Anteil relevanter Stellenausschreibungen für Absolventinnen und Absolventen eines Referendariats bzw. Masterstudiengangs lag im Erfassungszeitraum insgesamt bei einem knappen Drittel der Ausschreibungen für Absolventinnen und Absolventen eines bibliothekarischen Bachelor- bzw. Diplom-Studiengangs. Ein weiterer, inhaltlicher Unterschied liegt ferner darin, dass bei den für Absolventinnen und Absolventen eines bibliothekarischen Bachelor- bzw. Diplomstudiengangs und ebenso bei den (wenigen) für FAMIs ausgeschriebenen Stellen das Aufgabenprofil im Bereich der Vermittlung von Informationskompetenz in der Regel nicht weiter fachlich spezifiziert wurde, während sich in Ausschreibungen für den wissenschaftlichen Dienst − vor allem handelt es sich hier um Fachreferatsstellen − häufig eine fachliche Spezifizierung findet.

Was bedeutet dieses Ergebnis für die bibliothekarische Ausbildung? Zunächst einmal bedeutet es, dass Kenntnisse und Fähigkeiten im Bereich der Vermittlung von Informationskompetenz in der bibliothekarischen Berufspraxis in immer stärkerem Maße benötigt werden. Dies heißt jedoch gleichzeitig, dass die bibliothekarischen Studiengänge und Ausbildungseinrichtungen ihre Absolventinnen und Absolventen in hinreichendem Maße für diesen Aufgabenbereich qualifizieren müssen. Aber welche konkreten Kompetenzen erwarten die Bibliotheken in diesem Bereich von den Absolventinnen und Absolventen? Welche Kenntnisse und Fähigkeiten sind in besonderem Maße relevant, welche eher weniger?

3. Anforderungen der bibliothekarischen Praxis an die Qualifikation von Teaching Librarians

Die vorgestellte Analyse der Stellenausschreibungen gibt keine Antwort auf die aufgeworfenen Fragen, denn die im Bereich der Vermittlung von Informationskompetenz erwarteten Kompetenzen werden in Ausschreibungen in der Regel nicht weiter spezifiziert. Daher haben die Autorinnen die Anforderungen der bibliothekarischen Berufspraxis an die Qualifikation eines Teaching Librarian4 mit Hilfe einer Online-Befragung ermittelt.

Bei der Entwicklung des Fragebogens wurde der Entwurf für die Neukonzeption des Qualifikationsprofils „Teaching Librarian“ zugrunde gelegt, dessen ursprüngliche Version Vertreterinnen und Vertreter aus Bibliotheken und Hochschulen im Jahr 2015 gemeinsam auf einem Workshop erarbeitet haben.5 Dieser Dialog zwischen Hochschulen und Praxis über Anforderungen und Qualifikationsziele im Bereich der Vermittlung von Informationskompetenz wurde im Jahr 2016 mit einem Treffen der Fachgruppe Informationskompetenz der KIBA6 und der Gemeinsamen Kommission Informationskompetenz von VDB und dbv7 fortgesetzt.8 Bei diesem Treffen wurde die ursprüngliche Version des Qualifikationsprofils kritisch diskutiert und eine gemeinsame Neukonzeption beschlossen. Der in der Folge von Lehrenden und Praxisvertreterinnen und -vertretern kooperativ erarbeitete Neuentwurf des Qualifikationsprofils bildete die Grundlage für die Konzeption des Fragebogens, mit dem die Sichtweise der Berufspraxis zur Relevanz verschiedener Kenntnisse und Fähigkeiten für die Tätigkeit eines Teaching Librarian an wissenschaftlichen Bibliotheken ermittelt wurde.9

Die Einladung zur Teilnahme an der Online-Befragung wurde am 27.10.2016 über die Mailingliste InetBib versandt. Der Fragebogen enthielt neben einem Anschreiben und einer kurzen Erläuterung zum Aufbau zwei große Fragenblöcke: einen zu Fachkompetenzen und einen zu personalen Kompetenzen und Persönlichkeitsmerkmalen. Die Befragten wurden aufgefordert, die Relevanz der jeweils aufgeführten Aspekte für alle drei Qualifikationsstufen10 einzeln zu gewichten. Für die Gewichtung standen die Optionen „hoch“, „mittel“, „niedrig“, „keine Relevanz“ sowie die Antwortmöglichkeit „weiß nicht“ zur Auswahl. Ergänzend gab es auf verschiedenen Seiten des Fragebogens die Möglichkeit, in Freitextfeldern eigene Ergänzungen oder Anmerkungen vorzunehmen. Zum Abschluss wurden die Befragten gebeten, einige personenbezogene Fragen zu ihrem Tätigkeitsfeld und ihrer eigenen praktischen Erfahrung in der Vermittlung von Informationskompetenz zu beantworten.

Der Befragungszeitraum erstreckte sich vom 27.10.2016 bis zum 13.11.2016. In dieser Zeit haben insgesamt 384 Personen den Fragebogen ganz oder teilweise ausgefüllt; 256 von ihnen haben die Umfrage vollständig beendet. Rund 90 Prozent der Befragten gaben an, selbst in einer wissenschaftlichen Bibliothek tätig zu sein; ebenfalls rund 90 Prozent sind oder waren laut eigenen Angaben selbst bereits im Bereich der Vermittlung von Informationskompetenz aktiv. Schon die hohe Zahl der Personen, die der Einladung zur Teilnahme an der Befragung gefolgt sind, ist ein deutlicher Beleg für das große Interesse der Vertreterinnen und Vertreter der bibliothekarischen Berufspraxis für diese Thematik. Dieses Engagement kommt auch in einer großen Anzahl ergänzender Freitextkommentare zum Ausdruck.

Im Folgenden werden zentrale Ergebnisse der Befragung vorgestellt, die es ermöglichen, Aussagen über von der Berufspraxis gewünschte Qualifikationsschwerpunkte zu treffen. Da es das Ziel der Erhebung war, die von der Praxis als besonders relevant eingestuften Kompetenzen zu ermitteln, um gewünschte Schwerpunktsetzungen in der Qualifikation zu identifizieren, fokussiert sich die Auswertung auf die von den Antwortenden jeweils als hochrelevant bewerteten Kompetenzen. Dies bedeutet jedoch keinesfalls, dass die lediglich als mittel oder auch nur wenig relevant eingestuften Kompetenzen für die Qualifikation damit als irrelevant zu betrachten wären. Alle ermittelten Relevanzbewertungen werden in der weiteren Diskussion über die Ausrichtung der Qualifikation für das Aufgabengebiet der Vermittlung von Informationskompetenz Berücksichtigung finden. An dieser Stelle sollen jedoch vor allem die Schwerpunktsetzungen der Befragten mit Bezug auf die verschiedenen Qualifikationsstufen zum Ausdruck gebracht werden. Leitend ist daher für die im Folgenden vorgestellte Auswertung die Frage, welche Kenntnisse und Kompetenzen von wie vielen der Befragten mit Bezug zu einer Qualifikationsstufe als hochrelevant bewertet wurden.

Zu berücksichtigen ist bei der Interpretation der Ergebnisse, dass die Antwortzahlen innerhalb des jeweils selben Fragenkomplexes zwischen den drei Qualifikationsstufen leicht variieren. Einige der Befragten haben die in der Einladung zur Teilnahme an der Befragung angebotene Möglichkeit, ihre Angaben nur für eine oder zwei Qualifikationsstufen zu machen, offenbar wahrgenommen und nicht für alle Stufen eine Bewertung getroffen. Ferner differieren auch die Antwortzahlen zu verschiedenen Fragen innerhalb eines Fragekomplexes bei derselben Qualifikationsstufe minimal. Diese geringfügigen Unterschiede haben jedoch keine Auswirkungen auf die generellen Tendenzaussagen und werden in der folgenden Auswertung durch die Angabe der Antwortzahlen zu jeder einzelnen Frage transparent gemacht.

Da die im Fragebogen präsentierte Auflistung von Kenntnissen und Fähigkeiten, deren Relevanz die Befragten bewerten sollten, bereits das Ergebnis eines intensiven Austausches zwischen Lehrenden und Praxisvertreterinnen und -vertretern aus dem Bereich der Informationskompetenz war, bestand die Hypothese, dass die Befragten die genannten Kompetenzen mehrheitlich als hoch relevant bewerten würden. Die Befragten antworteten jedoch sehr viel differenzierter: Die Auswertung der Antworten auf die Fragen des ersten Themenkomplexes zeigt, dass sogar die Relevanz allgemeiner bibliothekarischer Kenntnisse und Fähigkeiten für die einzelnen Qualifikationsstufen sehr unterschiedlich gesehen wird.

Frage 1: Über welche Fachkompetenzen sollte ein Teaching Librarian in besonderem Maße verfügen? 1.1: Allgemeine bibliothekarische Fachkompetenzen

Abb. 3: Prozentualer Anteil der Befragten, die die jeweils genannte allgemeine bibliothekarische Fachkompetenz für eine Qualifikationsstufe als hoch relevant bewertet haben

Die Relevanz der hier aufgeführten Kenntnisse und Fähigkeiten für eine Tätigkeit im Bereich der Vermittlung von Informationskompetenz wurde von den Befragten mit Bezug auf die Qualifikationsstufe FAMI insgesamt deutlich geringer bewertet als für die Qualifikationsstufen des Bachelor und des Referendariats/MALIS. Selbst die Quellenkenntnis und die informationsmethodische Kompetenz wurden nur von einer deutlichen Minderheit für einen Teaching Librarian der Qualifikationsstufe FAMI als hochrelevant bewertet, während das Bild sich bei der Technik- und Medienkompetenz sowie der Beratungskompetenz etwas ausgewogener darstellt. Für die Qualifikationsstufen des Bachelor und Referendariats/MALIS wurden die aufgeführten Kompetenzen dagegen mehrheitlich als hoch relevant eingestuft. Eine Ausnahme bildet die Wissenschaftskompetenz, die nur für die Qualifikationsstufe des Referendariats/MALIS mehrheitlich als hoch bewertet wurde. Innerhalb der Qualifikationsstufe des Bachelor ist die Beratungskompetenz die von den meisten Antwortenden am höchsten bewertete Kompetenz, bei der des Referendariats/MALIS ist es die Quellenkompetenz.

Diese deutlich geringere Bewertung der Relevanz allgemeiner bibliothekarischer Fachkenntnisse für einen Teaching Librarian der Qualifikationsstufe FAMI ist insofern bemerkenswert, als FAMIs in der Praxis durchaus in nennenswerter Zahl an der Durchführung von Schulungen zur Vermittlung von Informationskompetenz beteiligt sind: Der Statistik des Portals Informationskompetenz zufolge waren im Jahr 2014 immerhin 1.747 Bibliothekarinnen und Bibliothekare des mittleren Dienstes als Lehrende an den insgesamt von der Statistik erfassten 14.070 Schulungen beteiligt.11 Warum die in der Befragung genannten allgemeinen bibliothekarischen Fachkenntnisse für einen Teaching Librarian dieser Gruppe dennoch als deutlich weniger relevant bewertet werden als für einen Teaching Librarian der beiden anderen Gruppen und welche Konsequenzen daraus für die Gestaltung der Qualifikation gezogen werden sollen, ist im Dialog zwischen Praxis und Hochschulen bzw. Ausbildungseinrichtungen weiter zu klären.

Die Frage nach der Relevanz von Kenntnissen und Kompetenzen, die einen direkten Bezug zum Aufgabengebiet der Vermittlung von Informationskompetenz haben, beantworteten die Befragten bezogen auf die Qualifikationsstufen ebenfalls sehr differenziert.

Frage 1. Über welche Fachkompetenzen sollte ein Teaching Librarian in besonderem Maße verfügen? 1.2: Informationskompetenz-spezifische Kenntnisse und Kompetenzen

Abb. 4: Prozentualer Anteil der Befragten, die die jeweils genannten Informationskompetenz-spezifischen Kenntnisse und Kompetenzen für eine Qualifikationsstufe als hoch relevant bewertet haben

Auch hier wird die Relevanz der aufgeführten Kenntnisse und Kompetenzen für Teaching Librarians der Qualifikationsstufe FAMI insgesamt signifikant geringer bewertet als für solche der Qualifikationsstufen des Bachelor und des Referendariats/MALIS. In Bezug auf die Bachelor-Absolventinnen und -Absolventen ist gegenüber der vorherigen Frage jedoch eine deutliche Verschiebung der Gewichtungen zu konstatieren: Der Kenntnis des Bildungs- und Wissenschaftssystems, der Standards und Konzepte der Informationskompetenz, des Informationsverhaltens der fachlichen Großgruppen, der Information-Behaviour-Modelle, der Methoden zur Studie von Informationsverhalten, aktuell gängiger Software-Tools im E-Learning-Bereich, effektiver Strategien der Bekanntmachung von Informationskompetenzangeboten sowie der Kenntnis von Möglichkeiten einer Bereitstellung von Lernmaterialien als Open Educational Resources wird von weniger als der Hälfte der Antwortenden hohe Relevanz zugemessen, während Kenntnisse in der Lerntheorie sowie im Bereich der Didaktik und Methodik für diese Qualifikationsstufe mehrheitlich als hoch bewertet werden. Im Unterschied hierzu haben die Befragten die Relevanz fast aller genannten Kenntnisse und Kompetenzen für Teaching Librarians der Qualifikationsstufe des Referendariats/MALIS mit großer Mehrheit als hoch bewertet. Lediglich die Kenntnis von Information-Behaviour-Modellen und von Methoden zur Studie von Informationsverhalten bewerteten etwas weniger als die Hälfte für diese Stufe als hoch relevant. Diese unterschiedliche Relevanzbewertung der Kompetenzen mit Bezug auf die verschiedenen Qualifikationsstufen zeigt, dass wissenschaftliche Grundlagen- und Methodenkenntnisse sowie forschungsbezogene Kompetenzen vor allem für Teaching Librarians der Qualifikationsstufe des Referendariats/MALIS als hochrelevant angesehen werden, während Grundlagenwissen und anwendungsbezogenen Kompetenzen im Bereich der Didaktik und Methodik in beiden Qualifika­tionsstufen hohe Relevanz zugeschrieben werden.

Die Relevanz von Kenntnissen in ausgewählten aktuellen Themenfeldern für einen Teaching Librarian bewerteten die Befragten wie folgt.

Frage 1. Über welche Fachkompetenzen sollte ein Teaching Librarian in besonderem Maße verfügen? 1.3: Kenntnisse in folgenden aktuellen Themenfeldern

Abb. 5: Prozentualer Anteil der Befragten, die Kenntnisse in den jeweils genannten aktuellen Themenfeldern für eine Qualifikationsstufe als hoch relevant bewertet haben

Während Kenntnisse im Bereich der Literaturverwaltung immerhin von rund 10 Prozent der Antwortenden auch für einen Teaching Librarian der Qualifikationsstufe FAMI als hoch relevant angesehen wurden, schrieben sie den anderen unter dieser Frage aufgeführten Kenntnissen und Kompetenzen für diesen Personenkreis mehrheitlich geringe oder sogar keine Relevanz zu. Mit Bezug auf die Qualifikationsstufe des Bachelor zeigt sich ebenfalls ein sehr klares Ergebnis: Von einer deutlichen Mehrheit als hochrelevant bewertet wurden hier nur Kenntnisse im Bereich der Literaturverwaltung, wohingegen Kenntnissen im Bereich des wissenschaftlichen Publizierens, des Forschungsdatenmanagements, der digitalen Tools für das wissenschaftliche Arbeiten und der disziplinspezifischen Wissenschaftskommunikation von mehr als der Hälfte der Antwortenden keine hohe Relevanz zugesprochen wurde. Alle genannten Bereiche werden dagegen wiederum für einen Teaching Librarian der Qualifikationsstufe des Referendariats/MALIS von einer deutlichen Mehrheit als hochrelevant eingestuft.

Man könnte auf der Grundlage der bisher vorgestellten Ergebnisse meinen, die Befragten seien generell der Ansicht, dass die für einen Teaching Librarian relevanten Kenntnisse in Übereinstimmung mit seiner Qualifikationsstufe anstiegen. Dieses Bild ändert sich jedoch, sobald man den Blick auf die Relevanzbewertung der personalen Kompetenzen und Persönlichkeitsmerkmale richtet.

Frage 2. Welche personalen Kompetenzen und Persönlichkeitsmerkmale sollte ein Teaching Librarian haben? 2.1: Personale Kompetenzen

Abb. 6: Prozentualer Anteil der Befragten, die die jeweils genannte personale Kompetenz für eine Qualifikationsstufe als hoch relevant bewertet haben

Mehr als die Hälfte der Antwortenden bewerteten die Relevanz der sozialen, der kommunikativen und der Dienstleistungskompetenz für einen Teaching Librarian der Qualifikationsstufe FAMI als hoch. Auch die Relevanz der interkulturellen Kompetenz wird von knapp der Hälfte als hoch angesehen. Darüber hinaus werden für die Qualifikationsstufen des Bachelor und des Referendariats/MALIS sogar alle der aufgeführten personalen Kompetenzen von einer überwiegenden Mehrheit der Antwortenden als hochrelevant eingestuft. Ein sehr ähnliches Bild zeigt sich bei der Frage nach der Relevanz von bestimmten Persönlichkeitsmerkmalen.

Frage 2. Welche personalen Kompetenzen und Persönlichkeitsmerkmale sollte ein Teaching Librarian haben? 2.2: Persönlichkeitsmerkmale

Abb. 7: Prozentualer Anteil der Befragten, die das jeweils genannte Persönlichkeitsmerkmal für eine Qualifikationsstufe als hoch relevant bewertet haben

Die Relevanz fast aller genannten Persönlichkeitsmerkmale wird von jeweils mehr als der Hälfte der Antwortenden über alle drei Qualifikationsstufen hinweg als hoch bewertet. Eine Ausnahme machen lediglich die Aspekte Innovationsfreude und Motivationsvermögen, deren Relevanz für einen Teaching Librarian der Qualifikationsstufe FAMI nur von etwas weniger als der Hälfte der Befragten als hoch relevant eingeschätzt wird. Auffällig ist jedoch die Tatsache, dass die Relevanz von bestimmten personalen Kompetenzen und Persönlichkeitsmerkmalen für Teaching Librarians aller Qualifikationsstufen nicht nur insgesamt als sehr hoch angesehen wird, sondern sich dieses Bild – anderes als im Bereich der Fachkompetenzen – auch über die Qualifikationsstufen hinweg ähnlich darstellt.

Da Persönlichkeitsmerkmale weder Gegenstand einer beruflichen Qualifikation noch eines Hochschulstudiums sind, mag man sich fragen welchen Sinn es hat, im Rahmen einer auf Qualifikationsziele ausgerichteten Umfrage nach der Relevanz dieser Aspekte zu fragen. Die dahinterliegende Idee ist es, bereits in der Qualifikation zu kommunizieren, dass bestimmte Persönlichkeitsmerkmale für die Wahrnehmung von Aufgaben im Bereich der Vermittlung von Informationskompetenz grundlegend sind, und auch Lehrveranstaltungen in diesem Bereich so zu gestalten, dass dies für die Studierenden selbst erkennbar wird. Dies gelingt u.a. mit praxisorientierten Veranstaltungsformaten, in denen die Studierenden nicht nur Schulungen konzipieren, sondern diese auch durchführen.12 Hier zeigt sich schnell, wer den organisatorischen Herausforderungen der Planung einer Schulung gewachsen ist, wer auch dann die Nerven behält, wenn etwas nicht nach Plan läuft, wer Neues ausprobiert und in der Lage ist eine Gruppe zu motivieren. Wenn also, wie die Untersuchung zeigt, bestimmte personale Kompetenzen und Persönlichkeitsmerkmale von der Praxis als hochrelevant für eine Tätigkeit im Bereich der Vermittlung von Informationskompetenz bewertet werden, kann dies zum Anlass genommen werden, neu über die Eignung von Lehrveranstaltungsformaten nachzudenken und zu überlegen, welche Formate den Erwerb dieser Kompetenzen unterstützen bzw. den Studierenden die Möglichkeit geben, ihre persönliche Eignung für dieses Aufgabengebiet realistisch einzuschätzen.

Insgesamt zeigt die Auswertung der Relevanzbewertungen, dass die befragten Vertreterinnen und Vertreter der Berufspraxis die Relevanz personaler Kompetenzen und Persönlichkeitsmerkmale für Teaching Librarians aller Qualifikationsstufen mehrheitlich als hochrelevant bewerten, während die Bedeutung allgemeiner und spezifischer fachlicher Kompetenzen mit Bezug auf die verschiedenen Qualifikationsstufen durchaus unterschiedlich gesehen wird. Am stärksten differieren die Bewertungen zwischen allen drei Qualifikationsstufen im Bereich der Fachkenntnisse mit einem direkten Bezug zum Thema Informationskompetenz sowie im Bereich der aufgeführten aktuellen Themen.

Viele der Befragten haben ihre Relevanzbewertungen durch Freitextkommentare ergänzt. Diese sollen im Folgenden in Auswahl präsentiert werden, wobei der Fokus auf Aussagen liegt, die von mehreren Personen zu einem bestimmten Aspekt formuliert wurden, ferner auf solchen, die das bisher gezeichnete Bild um neue Aspekte und Sichtweisen ergänzen, sowie schließlich auf von verschiedenen Antwortenden kontrovers formulierten Positionen.

In Übereinstimmung mit den Ergebnissen der Relevanzbewertungen wurde von vielen Befragten auch in den Freitextkommentaren insbesondere die Bedeutung sozialer und kommunikativer sowie didaktischer Kompetenzen für einen Teaching Librarian betont, und zwar unabhängig von seiner Qualifikationsstufe. „Mitreißende Vorträge“ solle er halten können und dabei flexibel, service- und zielgruppenorientiert sowie situationsbezogen agieren. Aber auch eine hohe Technikkompetenz wurde in mehreren Freitextkommentaren als wichtig bewertet. Ebenso hoben viele Antwortende die Bedeutung bestimmter Persönlichkeitsmerkmale hervor: Ein Teaching Librarian solle aufgeschlossen und von seiner Sache begeistert sein und dies auch ausstrahlen. Er müsse belastbar sein und benötige eine hohe Frustrationstoleranz. Eine der befragten Personen fasste ihre Sichtweise mit den Worten zusammen: „In der Praxis wird v.a. benötigt: Geduld bzw. gute Nerven, ein Pokerface und etwas Allgemeinbildung.“ Eine andere Person antwortete auf die Frage nach weiteren im Informationskompetenzbereich wichtigen Kenntnissen und Fähigkeiten mit Bezug auf alle drei Qualifikationsstufen mit derselben Aussage: „ein Lächeln“. Auch hierin kommt zum Ausdruck, welche Bedeutung außerfachlichen Kompetenzen und persönlichen Eigenschaften für die Wahrnehmung von Aufgaben im Bereich der Vermittlung von Informationskompetenz zugemessen wird. Diese Angaben decken sich stark mit den in den Relevanzbewertungen zuvor quantitativ ermittelten Resultaten und stärken damit deren Aussagekraft.

Ergänzend zu den im Fragebogen bereits aufgeführten Aspekten betonen mehrere Befragte die Relevanz guter Englischkenntnisse in Kombination mit einer ausgeprägten interkulturellen Kompetenz. So schrieb eine der befragten Personen: „Ich habe in den letzten Jahren festgestellt, dass ein erheblicher Teil der hier ansässigen Bibliothekare des Englischen nicht oder nur spärlich mächtig ist. Das ist in multikulturellen Umgebungen wie Universitäten unerlässlich, d.h. es sollte generell viel Wert darauf gelegt werden.“ Ähnliche Aussagen wurden auch von anderen Antwortenden formuliert. Ein weiterer von mehreren genannter Aspekt liegt in der Fähigkeit des Umgangs mit steigendem Stress. Angesichts kontinuierlich wachsender Aufgaben im Bereich der Vermittlung von Informa­tionskompetenz sei es wichtig, gesundheits- und sozialverträgliche Umgangsweisen mit dieser Herausforderung zu entwickeln.

Kontroverse Aussagen wurden von den Befragten in Bezug auf die Rolle des FAMI im Kontext der Vermittlung von Informationskompetenz gemacht. Die Spannbreite reicht dabei von der Aussage „FAMI ist m.E. nicht für den Teaching Librarian im akademischen Bereich geeignet“ über die Sichtweise „Ich finde es schade, nach Qualifikationsebenen zu unterteilen. Gerade im Bereich Informa­tionskompetenz kommt es sehr auf die Persönlichkeit der IK-Person an. Es gibt Personen, die − egal mit welcher Qualifikation − wie geschaffen sind für diesen Bereich und andere, auch aus allen Ebenen, die sich überhaupt nicht eignen und die lieber ruhigere ‚Hintergrundarbeiten‘ machen“, bis hin zu der Position „Ich halte es für sehr relevant, von einer/einem Fachangestellten genauso eine Qualifikation erwarten zu dürfen wie von einer diplomierten Bibliothekarin.“ Tatsache ist, dass eine große Zahl von FAMIs als Dozentinnen bzw. Dozenten in der Vermittlung von Informationskompetenz (auch) an wissenschaftlichen Bibliotheken aktiv sind. Angesichts dessen sollten auch diese kontroversen Sichtweisen in weiteren Diskussionen über Qualifikationsziele unbedingt thematisiert werden.

Hinsichtlich der Kompetenzen von Teaching Librarians der Qualifikationsstufe des Referendariats/MALIS betonten viele der Befragten insbesondere die Bedeutung fach- und wissenschaftsbezogener Kenntnisse. Aber auch eine gute Kenntnis der fachlichen Zielgruppe wird von Vielen als wichtig erachtet. Das Aufbauen und Pflegen von Netzwerken, sowohl innerhalb der eigenen Fächer als auch im Bereich der Hochschule und darüber hinaus, wird als wichtige Aufgabe angesehen. Ergänzt wird dieses Bild erwünschter Kenntnisse und Fähigkeiten durch Führungskompetenzen sowie Spezialkenntnisse wie etwa im Bereich des Urheberrechts, der Ethik und des Umgangs mit Daten (u.a. Datenschutz, Datensicherheit, Datenstrukturen, Statistik). Dabei solle der Teaching Librarian dieser Qualifikationsstufe das Thema Informationskompetenz aber nicht nur aus einer wissenschaftlichen, sondern auch aus einer gesellschaftlichen Perspektive wahrnehmen und behandeln: Die „Reflexion darüber, was IK im gesamtgesellschaftlichen und politischen Kontext sein kann und soll“, gehört nach Sichtweise der Befragten eindeutig zu seinen Aufgaben.

Jenseits konkreter Aussagen zur Wichtigkeit einzelner Kompetenzen haben viele Befragte in ihren Freitextkommentaren die Auffassung geäußert, die Relevanz von Fachkenntnissen sei nur schwer allgemein zu bewerten, da es auf das jeweilige Aufgaben- und Verantwortungsgebiet eines Teaching Librarian ankomme, welche Kenntnisse und Fähigkeiten er benötige. Niemand könne alles können und Spezialisierungen seien angesichts der steigenden Fülle von Themen (u.a. Forschungsdatenmanagement, wissenschaftliches Publizieren) sinnvoll. Diesen Aussagen ist vorbehaltlos zuzustimmen, dennoch zeigen die Ergebnisse der Relevanzbewertungen, dass eine Mehrheit der Befragten bestimmte Kompetenzen – v.a. im Bereich der Didaktik und Methodik – für eine Qualifikationsstufe auch unabhängig von konkreten Kontexten als hochrelevant bewertet. Diese sollten in der Qualifikation der Bibliothekarinnen und Bibliothekare folglich eine entsprechende Berücksichtigung finden. Andere, eher kontextspezifische Kenntnisse und Fähigkeiten, lassen sich gegebenenfalls besser in Weiterbildungsangeboten platzieren, die je nach jeweiligem beruflichem Kontext „on demand“ wahrgenommen werden können.

4. Fazit

Die eingangs vorgestellte Auswertung der Stellenausschreibungen aus der Mailingliste InetBib hat gezeigt, dass seit dem Jahr 2000 ein starker Anstieg von Stellenausschreibungen mit Bezug zum Aufgabengebiet der Vermittlung von Informationskompetenz zu verzeichnen ist. Darüber hinaus konnte anhand einer Befragung unter Vertreterinnen und Vertretern der Berufspraxis ermittelt werden, welche fachlichen und personalen Kompetenzen und welche Persönlichkeitsmerkmale ein Teaching Librarian aus Sicht der bibliothekarischen Praxis in besonderem Maße haben sollte. Ein erkennbarer Unterschied hat sich dabei zwischen der Bewertung der fachlichen Kenntnisse und Kompetenzen auf der einen und der Bewertung der personalen Kompetenzen und Persönlichkeitsmerkmale auf der anderen Seite gezeigt: Während die Befragten die Relevanz der aufgeführten fachlichen Kompetenzen für die verschiedenen Qualifikationsstufen sogar im Bereich der allgemeinen bibliothekarischen Fachkenntnisse sehr unterschiedlich bewertet haben, wurden die aufgeführten personalen Kompetenzen und Persönlichkeitsmerkmale über alle Qualifikationsstufen hinweg relativ einheitlich mit hoher Relevanz bewertet. Dieses Bild deckt sich mit den in zahlreichen Freitextkommentaren zum Ausdruck gebrachten Auffassungen. Fachliche Basics, eine ausgeprägte Serviceorientierung, didaktisch-methodische Kenntnisse und Fähigkeiten sowie eine hohe Sozialkompetenz sind nach Auffassung der Mehrheit der Befragten in Kombination mit einer Persönlichkeitsstruktur, die Aufgeschlossenheit, Flexibilität und Lernbereitschaft in sich vereint, für Teaching Librarians aller Qualifikationsstufen wichtig. Die Relevanz spezifischer fachlicher Kenntnisse und Kompetenzen ist dagegen für die verschiedenen Qualifikationsstufen unterschiedlich hoch; diese sollten daher in jeweils entsprechendem Maße in der jeweiligen Qualifikation Berücksichtigung finden.

Welche Konsequenzen die verschiedenen Studiengänge und Ausbildungseinrichtungen aus den vorgestellten Ergebnissen für die Gestaltung ihrer Curricula ziehen können oder sollten, wird im weiteren Dialog zwischen Lehrenden und Praxisvertreterinnen und -vertretern diskutiert werden. Wichtig ist es dabei vor allem, diesen konstruktiven Austausch weiter zu befördern, denn nur gemeinsam lässt sich die Zukunft der Qualifikation für dieses immer wichtiger werdende Aufgabengebiet erfolgreich gestalten. Hier führt der Weg nur über den Dialog aller Beteiligten, zu dem der vorliegende Beitrag einige Anregungen und Impulse liefern möchte.

Literaturverzeichnis

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Schönbeck , Oliver. „Informationskompetenz als Gestaltungsaufgabe.“ Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie 62, Nr. 2 (2015): 85-93, http://dx.doi.org/10.3196/186429501562241.

Scholle, Ulrike. „Qualifikationsprofil des Teaching Librarian: Positionspapier der Gemeinsamen Kommission Informationskompetenz von VDB und dbv.“ o-bib. Das offene Bibliotheksjournal 3, Nr. 1 (2016): 71-73, http://dx.doi.org/10.5282/o-bib/2016H1S71-73.

Tappenbeck, Inka. „Hochschule und Bibliothek im Dialog: Erstes Treffen der KIBA-Fachgruppe Informationskompetenz mit der gemeinsamen Kommission Informationskompetenz von VDB und dbv.“ Zuletzt geprüft am 10.11.2016. http://www.bibliotheksverband.de/fileadmin/user_upload/Sektionen/sektion7/2016_03_03_PM_Treffen_Informationskompetenz.pdf.

Tappenbeck, Inka. „‘Vermittlung von Informationskompetenz‘ im bibliothekarischen Studium: Herausforderungen und Möglichkeiten.“ BUB. Forum Bibliothek und Information 68 (2016): 126-129.


1 InetBib, zuletzt geprüft am 10.11.2016, http://www.inetbib.de.

2 Für das Jahr 2016 konnten nur Ausschreibungen bis zum 31.10.2016 berücksichtigt werden.

3 Ferner ist zu berücksichtigen, dass die Gesamtzahl der via InetBib veröffentlichten Stellenausschreibungen im Erfassungszeitraum kontinuierlich angestiegen ist.

4 Die Bezeichnung „Teaching Librarian“ steht im Folgenden für das Aufgabengebiet der Konzeption und Durchführung von Bildungsangeboten zur Vermittlung von Informationskompetenz an Bibliotheken, wobei es keine Rolle spielt, ob diese in Form von Präsenzveranstaltungen, als E-Learning-Angebote oder in Form eines Blended-Learning-Szenarios realisiert werden. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Vermittlung von Informationskompetenz an Bibliotheken auf entsprechende Schulungsangebote zu reduzieren wäre. Vgl. hierzu: Oliver Schönbeck, „Informationskompetenz als Gestaltungsaufgabe,“ Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie 62, Nr. 2 (2015): 85-93, http://dx.doi.org/10.3196/186429501562241.

5 Vgl. Ulrike Scholle, „Qualifikationsprofil des Teaching Librarian: Positionspapier der Gemeinsamen Kommission Informationskompetenz von VDB und dbv,“ o-bib. Das offene Bibliotheksjournal 3, Nr. 1 (2016): 71-73, http://dx.doi.org/10.5282/o-bib/2016H1S71-73.

6 „Konferenz der informations- und bibliothekswissenschaftlichen Ausbildungs- und Studiengänge,“ dbv, zuletzt geprüft am 10.11.2016, http://www.bibliotheksverband.de/fachgruppen/sektionen/sektion-7-kiba.html.

7 „Gemeinsame Kommission Informationskompetenz von VDB und dbv,“ dbv, zuletzt geprüft am 10.11.2016, http://www.bibliotheksverband.de/fachgruppen/kommissionen/informationskompetenz.html.

8 Vgl.: Inka Tappenbeck, „Hochschule und Bibliothek im Dialog: Erstes Treffen der KIBA-Fachgruppe Informationskompetenz mit der gemeinsamen Kommission Informationskompetenz von VDB und dbv,“ Pressemitteilung KIBA, vom 03.03.2016, zuletzt geprüft am 10.11.2016, http://www.bibliotheksverband.de/fileadmin/user_upload/Sektionen/sektion7/2016_03_03_PM_Treffen_Informationskompetenz.pdf.

9 Im Zuge der Arbeit an der Neukonzeption des Qualifikationsprofils stellte sich heraus, dass die an öffentlichen und wissenschaftlichen Bibliotheken in diesem Bereich geforderten Kompetenzen zu heterogen sind, als dass sie sich in einem gemeinsamen Qualifikationsprofil abbilden ließen. Es wurde daher beschlossen, die Neukonzeption zunächst für dieses Aufgabengebiet an wissenschaftlichen Bibliotheken vorzunehmen und an späterer Stelle eine Diskussion über ein analoges Konzept für öffentliche Bibliotheken zu führen.

10 Diese Qualifikationsstufen sind: FAMI, Bachelor Bibliothekswissenschaft, Bibliotheksreferendariat bzw. MALIS (Master in Library and Information Science).

11 Vgl.: „Statistik der Schulungen 2014,“ Informationskompetenz, zuletzt geprüft am 10.11.2016, http://zpidlx54.zpid.de/wp-content/uploads/2015/02/IKStatistk2014Ueberblick.pdf.

12 Vgl. Inka Tappenbeck, „‘Vermittlung von Informationskompetenz‘ im bibliothekarischen Studium: Herausforderungen und Möglichkeiten,“ BUB. Forum Bibliothek und Information 68 (2016): 126-129.

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