Zu Artikeldetails zurückkehren „Gemeinsam kommen wir weiter“ - Bericht über die 20. GBV-Verbundkonferenz in Rostock
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„Gemeinsam kommen wir weiter“

Bericht über die 20. GBV-Verbundkonferenz in Rostock

Unter dem Motto „Gemeinsam kommen wir weiter“ trafen sich am 31. August und 1. September 2016 die Mitglieder des Gemeinsamen Bibliotheksverbundes zur 20. GBV-Verbundkonferenz im historischen Katharinenkloster in Rostock. Nachdem die letzten drei Verbundkonferenzen als eintägige Veranstaltungen ohne Fortbildungsangebot stattgefunden hatten, war für 2016 wieder eine zweitägige Konferenz mit zahlreichen Vorträgen und Workshops sowie einer gut besetzten Fachausstellung organisiert worden.

In seiner Begrüßungsrede forderte Robert Zepf, Direktor der UB Rostock, die 280 Teilnehmerinnen und Teilnehmer dazu auf, die Herausforderungen durch die disruptive Kraft der digitalen Transformation ernst zu nehmen und sich ihr gemäß dem Motto der Veranstaltung durch gemeinsames Handeln zu stellen. Entsprechend würdigte er die strategische Partnerschaft mit dem Südwestverbund als richtungweisende Entwicklung in der deutschen Verbundlandschaft.

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Keynote

Nach einem formalen Teil mit Berichten aus den Gremien des Verbundes folgte die Keynote von Prof. Matthias Finck von der Nordakademie Elmshorn. Unter dem Titel „Nur gemeinsam sind wir stark – Umsetzungsstrategien für innovative (IT-)Projekte in Bibliotheken“ machte er deutlich, dass die durch den digitalen Wandel hervorgerufene Disruption in den kommenden Jahren alle Branchen und Lebensbereiche erfassen werde und mittlerweile auch in den Bibliotheken angekommen sei. Man könne jedoch aus den Erfahrungen lernen, die in Branchen wie der Musikindustrie oder der Fotografie gemacht wurden, die schon sehr früh vom Wandel betroffen waren. Dort sei zu beobachten, dass bewährte Strukturen zu Hindernissen werden können und langjähriges Mitarbeiter- und Unternehmens-Know-how entwertet werde. Demgegenüber hätten Newcomer in der Branche das Potenzial, den Markt zu revolutionieren und von der Trägheit der Marktführer zu profitieren. Daraus leitete Herr Finck die Forderung ab, dass Bibliotheken ihre Trägheit ablegen und zunehmend innovativ agieren müssten, um der Herausforderung durch den digitalen Wandel gerecht werden zu können.

Im zweiten Teil seiner Rede legte Herr Finck dar, wie Innovation in Bibliotheken organisiert werden könne. Eine wichtige Voraussetzung sei, dass Innovation nicht primär als Aufgabe der IT-Abteilung gesehen werden dürfe sondern in der Verantwortung aller Abteilungen gemeinsam liege. Daher empfahl er die Einrichtung von abteilungsübergreifenden Innovationsteams, die auch als Schnittstelle für Kooperationen außerhalb der Einrichtung dienen sollten.
Als weiteren Innovationsmotor identifizierte Herr Finck die Bevorzugung von Offenheit, sowohl bei der Nutzung als auch bei der Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen. Speziell bei Softwareprojekten böten Open-Source-Entwicklungsmodelle in Kombination mit einer Verteilung auf mehrere Beteiligte und einer agilen Vorgehensweise zahlreiche Vorteile, die es auch kleineren Einrichtungen ermögliche, sich aktiv an der Entwicklung innovativer Lösungen zu beteiligen. Die Verb
ünde sah er dabei primär in der Rolle von Unterstützern, die wichtige Impulse geben können sowie die notwendige Infrastruktur, Support und Know-how bereitstellen sollen, um die Entwicklungsprojekte der Verbundmitglieder zu ermöglichen.

Workshops der Facharbeitsgruppen

Das fachliche Programm der Konferenz wurde zum größten Teil von den unterschiedlichen Facharbeitsgruppen (FAGs) im GBV gestaltet, die damit einen Einblick in ihre Arbeit boten und den partizipativen Aspekt der Verbundorganisation betonten.

Workshop der FAG Lokale Geschäftsgänge

Im Workshop der FAG Lokale Geschäftsgänge berichteten Eva Haas-Betzwieser und Heinz-Jürgen Bove von der Staatsbibliothek zu Berlin über die Erfahrungen, die ihre Einrichtung bei der Einführung eines Prozessmanagements gemacht hatte. Insbesondere wurde dargelegt, wie Prozessmanagement bei der Umsetzung komplexer Projekte wie der Einführung eines neuen Bibliothekssystems unterstützend eingesetzt werden kann. Dem Gewinn an wertvollen Informationen über die Prozessabläufe, die für Planung und Optimierung eingesetzt werden können, stehen auch Herausforderungen wie der Aufwand der Erfassung und die Ermittlung der optimalen Granularität bei der Erfassung gegenüber.

Anschließend stellte Kirstin Kemner-Heek von der Verbundzentrale Göttingen (VZG) den von der VZG und dem Hochschulbibliothekszentrum des Landes Nordrhein-Westfalen (hbz) gemeinsam entwickelten Kriterienkatalog für die Bewertung von Bibliothekssystemen vor. Der Katalog wurde im Rahmen eines DFG-geförderten Projektes zur Evaluation des Bibliothekssystems OLE erstellt und basiert auf der Zusammenführung zahlreicher vorhandener Kriterienkataloge aus dem In- und Ausland, ergänzt durch Know-how von Expertinnen und Experten aus den Verbünden. Er versucht, möglichst viele Nutzungsszenarien abzubilden und kann nicht nur als Entscheidungsgrundlage und Reflexionsbasis bei der Auswahl eines neuen Bibliothekssystems verwendet werden, sondern stellt auch eine wertvolle Informationsbasis für die (Weiter-)Entwicklung neuer Bibliothekssysteme dar. Der Katalog ist auf der Website des deutschen OLE-Projekts www.ole-germany.org abrufbar.

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Workshop der FAG Öffentliche Bibliotheken

Zwar ist der GBV vorrangig für wissenschaftliche Bibliotheken gegründet worden, doch nehmen von Anfang an und mittlerweile zunehmend auch öffentliche Bibliotheken die Dienstleistungen der VZG wahr. Der Facharbeitsgruppe Öffentliche Bibliotheken im GBV war es daher ein besonderes Anliegen, Flagge zu zeigen und den Stellenwert der Verbundteilnahme aus der Perspektive des bibliothekarischen Alltags einer öffentlichen Bibliothek an ausgewählten Beispielen darzustellen.

Inge Emskötter, Leiterin der Erwerbung und Katalogisierung der Stadtbibliothek Bremen, berichtete über ein Projekt zum Einstieg in die Verbundkatalogisierung im GVK des GBV. Zielsetzung war die Erhöhung der Fremddatenübernahme für die Katalogisierungsabteilung und die Kataloganreicherung durch Schlagwörter, Inhaltsverzeichnisse und Rezensionen, die über den GVK zur Verfügung stehen. Nach erfolgreichem Abschluss des Projekts katalogisiert die Stadtbibliothek Bremen seit Juli 2013 via WinIBW in Verbindung mit dem Lokalsystem SISIS-SunRise im GVK.

Oke Simons aus der Leihverkehrs- und Ergänzungsbibliothek in Flensburg erläuterte die funktionalen Zusammenhänge seiner Einrichtung in Bezug auf den wissenschaftlichen Leihverkehr und die Zusammenarbeit mit der VZG zum Nachweis der vorhandenen Ergänzungsbestände für das schleswig-holsteinische Büchereisystem und künftig auch eines umfassenden historischen Altbestands eines bereits 1566 gegründeten Gymnasiums („Altes Gymnasium“ in Flensburg).

Workshop der FAG Technische Infrastruktur

Der Workshop der FAG Technische Infrastruktur widmete sich der Frage, welche Rolle Eigenentwicklungen aus dem Bibliotheksbereich bei der Implementierung eines Discoverysystems spielen können.

Den Auftakt machte Anne Christensen von der Leuphana Universität Lüneburg mit einem Bericht über den Austausch ihres kommerziellen Discovery-Frontends gegen eine Open-Source-Lösung auf Basis von VuFind. Motivation für die Ablösung des bisherigen Frontends der Firma Summon waren vor allem der Wunsch nach mehr Optionen bei Gestaltung und Konfiguration der Oberfläche sowie eine größere Unabhängigkeit bei der Wahl des zugrundeliegenden Index. Die Oberfläche der neuen Suchmaschine Lux 2.0 wurde in Kooperation mit der SUB Hamburg und den Universitätsbibliotheken in Braunschweig und Hildesheim auf Basis von VuFind entwickelt. Dabei wurde der seit 2012 von Hamburger Bibliotheken eingesetzte beluga-Katalog zu beluga-core weiterentwickelt und soweit abstrahiert, dass er einfach an die individuellen Anforderungen der beteiligten Bibliotheken angepasst werden kann. Zu den Herausforderungen eines solchen kooperativen Entwicklungsmodells gehörten u.a. ein erhöhter Zeitaufwand und eine nicht immer reibungsfreie Einbeziehung aller Beteiligten. Dem stünden jedoch wichtige Vorteile wie ein größerer Einfluss auf das Ergebnis, der Aufbau von eigenem Know-how und eine größere Nachhaltigkeit gegenüber.

Auch der zweite Vortragende, René Sprotte von der UB Paderborn, präsentierte den Wechsel von einem kommerziellen Produkt zu einer Eigenentwicklung. Nachdem die UB zunächst ein eigenes Frontend für das von ihr eingesetzte Primo-System implementiert und später auch eigene Lösungen für das Metadatenmanagement entwickelt hatte, war der Schritt zu einer kompletten Eigenentwicklung unter Verwendung der Suchmaschine Elasticsearch nicht mehr groß. Dabei wird weiterhin der Primo-Central-Index verwendet, der in einer Zwei-Reiter-Lösung die Daten der lokalen Bestände ergänzt. Als Vorteile nannte Herr Sprotte neben schnelleren Antwortzeiten und kürzeren Updatezyklen der Metadaten auch mehr Möglichkeiten zur individuellen Anpassung der Suchparameter. Die Komponenten des Systems sind Open Source verfügbar unter www.github.com/ubpb.

Im abschließenden Vortrag des Workshops präsentierte Gerald Steilen von der VZG das von seiner Abteilung entwickelte Discoverysystem Lukida. Motivation für die Entwicklung von Lukida war der Bedarf für ein System, welches möglichst wirtschaftlich betrieben, weiterentwickelt und an die individuellen Bedürfnisse vieler Kunden angepasst werden kann und dabei gleichzeitig hohen Ansprüchen an die Funktionalität genügt. In einem agilen Entwicklungsprozess entstand seit 2015 ein Discoverysystem, bei dem großer Wert auf Performance, Usability und Modularität gelegt wurde. Die Anzeige in Lukida passt sich verschiedenen Displaygrößen an und macht regen Gebrauch von eingeblendeten Overlays, um zusätzliche Informationen ohne Verlust des Kontexts anzeigen zu können. Im produktiven Einsatz ist Lukida derzeit bei der UB Magdeburg, dem Deutschen Historischen Institut in Washington und dem Wissenschaftskolleg zu Berlin. Weitere Informationen bietet die Website www.lukida.org.

Workshop der FAG Fernleihe und Endbenutzer

Der Workshop der FAG Fernleihe und Endbenutzer stand unter dem Motto „E-Medien in der Fernleihe und den Lieferdiensten“. Traute Braun-Gorgon (subito e.V.) berichtete über neue Entwicklungen bei subito. So wurde die Website von subito komplett erneuert und damit ein zeitgemäßer, übersichtlich strukturierter Zugang für die Kunden geschaffen. Mit Freigabe zum 1. September 2016 konnte die Zahl der bestellbaren elektronischen Zeitschriftentitel ganz erheblich ausgeweitet werden. Dazu wertet subito die Lizenzinformationen aus, die die Lieferbibliotheken in der EZB hinterlegen.

Volker Conradt vom Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Württemberg (BSZ) informierte über „E-Books in der Fernleihe – Technik, Lizenzen, Organisation“. Er skizzierte zunächst das Pilotprojekt des bayerischen Verbundes (BVB) zur E-Book-Fernleihe, das dort erfolgreich getestet und in den Routinebetrieb überführt wurde. Aktuell steht nun die technische Anbindung und Adaption des bayerischen Modells für den Südwestdeutschen Bibliotheksverbund (SWB) an. In Kooperation mit dem BSZ wird dies perspektivisch der Weg sein, den auch der GBV beschreitet. Wichtig ist es, bereits jetzt in die Lizenzverträge für E-Book-Pakete Vereinbarungen aufzunehmen, die eine E-Book-Fernleihe erlauben. Dazu hat der BVB Musterformulierungen entwickelt.

Reinhard Harms (SUB Göttingen) stellte in einem Werkstattbericht neue Funktionalitäten der aktuellen Version von MyBib eDoc vor. Am Beispiel der SUB Göttingen wurde die automatisierte Bestellverbuchung für die gebende Fernleihe und die komfortable Bearbeitung von Kopie-Lieferungen aus E-Journals demonstriert.

Die Transformation der Sondersammelgebiete zu den Fachinformationsdiensten (FIDs) hat auch Auswirkungen auf die Fernleihe. Stefan Wulle (UB Braunschweig, Sprecher der FAG) berichtete, dass beim Einholen von Angeboten für FID-Lizenzen die Fernleih-Konditionen vom Kompetenzzentrum für Lizenzierung (KfL) grundsätzlich angefragt und auch verhandelt werden.

Workshop der FAG Erschließung und Informationsvermittlung

Unter dem Titel „Alles Gold, was glänzt? Open Access als Thema für die Verbünde“ beschäftigte sich der Workshop mit der Frage, inwiefern das Thema Open Access die Bibliotheksverbünde strategisch voranbringen könnte.

Dirk Pieper (UB Bielefeld) referierte über das Suchmaschinenportal BASE, bei dem die UB Bielefeld eine Rolle als Service Provider einnimmt. BASE ruft weltweit verfügbare Repositorien über die OAI-PMH-Schnittstelle ab, bewertet die Datensätze im Hinblick auf die Zugangsmöglichkeiten des Volltextes und versucht, eine automatische Klassifizierung der Dokumente durchzuführen. Die hierdurch gewonnenen Daten stehen externen Diensten zur Nachnutzung zur Verfügung. Allerdings wurden die über BASE nachgewiesenen, weltweit verfügbaren Open-Access-Dokumente bisher noch nicht flächendeckend in die Nachweissysteme der Bibliotheken aufgenommen. Entsprechend wünschen sich die Betreiber eine Integration ihrer Daten in Verzeichnisse wie den GVK oder Discovery Services.

Als zweiter Referent berichtete Uwe Müller (Deutsche Nationalbibliothek) über die Neuerungen im DINI-Zertifikat 2016. Die aktuelle Version des Zertifikats vereinfacht den Zertifizierungsprozess für gehostete Repositorien und ermöglicht eine bessere Identifizierung von Open-Access-Dokumenten, in Abgrenzung von den rein bibliografischen Nachweisen.

Schließlich stellte Xenia van Edig vom Copernicus-Verlag die Prozesse vor, die eine Open-Access-Publikation bis zur Veröffentlichung durchläuft. Copernicus gehört zu der Gruppe von Anbietern auf Verlagsseite, die seit einigen Jahren den „grünen“ Weg der Open-Access-Strategie verstärkt unterstützen. Dazu gehört die Integration des Gutachter-Verfahrens in die Publikationsplattform sowie explizite Schnittstellen zur Förderung der Sichtbarkeit in externen Nachweissystemen.

In der Diskussion wurde deutlich, dass eine effektivere Verbreitung des Forschungsoutputs durch eine bessere Sichtbarkeit innerhalb der bibliothekarischen Infrastruktur (Repositories, Discovery Services, Verbundkatalog) zu den strategisch wichtigen Aufgaben des GBV zählt. Dazu gehört auch eine deutliche Verbesserung der Open-Access-Kennzeichnung auf Verbundebene.

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Workshop der AG Informationskompetenz

Dieser Workshop war als öffentliche Arbeitssitzung der AG Informationskompetenz (IK) im GBV angelegt. Im ersten Teil der Sitzung berichtete Jens Ilg über aktuelle IK-Aktivitäten der UB Rostock. Ausgehend von der Beobachtung, dass trotz eines durch Befragungen und Feedback belegten hohen Bedarfs an IK-Inhalten die vorhandenen Angebote nur mäßig nachgefragt werden, experimentiert die UB nun mit neuen niedrigschwelligen IK-Vermittlungsformaten. Ein Baustein dieses Konzeptes ist ein Tutorenqualifikationsprogramm, in dem studentische Tutoren, die bisher komplett unabhängig von der UB Studierende im ersten Semester in die Nutzung der UB eingeführt haben, nun speziell für diese Auskünfte qualifiziert werden. In der Kompakteinführung „UB in 30 Minuten“ erfahren Erstsemester das Wichtigste über die UB aus der Sicht von Studierenden. Die anmeldefreie Veranstaltung wird von erfahrenen Studierenden höherer Semester durchgeführt und hat sich bereits sehr gut bewährt. Weiter produziert die UB Rostock unter dem Titel „Lisa hilft Lisa“ eine Reihe von 1 bis 3 minütigen Videoclips mit Tipps und Hilfestellungen zu typischen Situationen in der UB, die via QR-Code mit dem Smartphone direkt dort abrufbar sind, wo sich die dargestellte Situation abspielt. Die positiven Erfahrungen, die die UB mit der Partizipation der Nutzerinnen und Nutzer in ihrem prämierten Lernraumprojekt gemacht hat, werden derzeit auf die IK-Vermittlung übertragen. Dabei werden Nutzer in Mini-Workshops gebeten, ihr ideales IK-Vermittlungsformat zu beschreiben. Der Einsatz verschiedener Kreativitätsmethoden wie einer Bildassoziation unterstützt den Prozess, dessen Ergebnisse für die Weiterentwicklung des IK-Angebots genutzt werden sollen.

Den zweiten Teil des Workshops bildete eine Diskussion über den „Referenzrahmen Informationskompetenz“, die von Oliver Schönbeck (UB Oldenburg) geleitet wurde. Dabei zeigte sich, dass der Referenzrahmen die IK-Realität besser spiegelt als andere verfügbare Standards der Informationskompetenz. Weitere Schwerpunkte der Diskussion waren der Umgang von Nutzerinnen und Nutzern mit Discovery-Systemen und inwieweit Angebote wie Semesterapparate oder fertige Literaturlisten den Erwerb von Informationskompetenz behindern können.

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Workshop Lehrerbildungsbibliotheken

In dieser Nachmittagssession beschäftigte sich eine kleine Gruppe von Teilnehmerinnen und Teilnehmern mit der Frage, welche Rolle Bibliotheken bei der Unterstützung der Lehrerbildung spielen können. Lisa Adam von der UB Rostock leitete den Workshop und stellte zunächst die dort neu geschaffene Lehrerbildungsbibliothek vor. Anschließend präsentierte sie Ergebnisse einer Umfrage, die den Bedarf von Lehrerinnen und Lehrern im Bereich Digitale Medien in Unterricht und Vorbereitung ermittelte. Gemeinsam wurden Bereiche erarbeitet, bei denen Bibliotheken die Lehrerbildung unterstützen können, insbesondere mit Blick auf den Einsatz digitaler Medien.

Poster-Session

Erstmals fand auf der Verbundkonferenz auch eine Poster-Session statt, der ein Poster-Slam vorausging, in dem die Autorinnen und Autoren in wenige Minuten kurzen Präsentationen Interesse an ihren Postern wecken konnten. Dieses Format fand allgemein großen Zuspruch und sorgte dafür, dass die Poster-Session gut besucht war. Den von den Organisatoren ausgelobten Preis für das beste Poster gewann mit gewissem Heimvorteil Robert Stephan von der UB Rostock mit seiner Vorstellung des Semesterapparatemanagers SAM. Andere Poster behandelten sehr diverse Themen wie ein Konzept für ein Doppel-Login in verschiedene Rechnernetze (UB Osnabrück), das Qualitätsmanagement von Metadaten (ZBW Kiel), die Überführung eines alten Sachkatalogs in Bandform in den Online-Katalog (Staatsbibliothek zu Berlin), den Discovery-Service PubPharm des FID Pharmazie (UB Braunschweig), die Repository-Plattform MyCoRe (VZG Göttingen), die Datenbank kuniweb des Kulturerbeportals Niedersachsen (SUB Göttingen und VZG) sowie die Langzeitarchivierung als Dienstleistung im Verbund (TIB Hannover und VZG Göttingen).

Fazit

Alles in allem hat die 20. GBV Verbundkonferenz einen sehr guten Eindruck hinterlassen, zu dem neben den interessanten und praxisnahen Vorträgen nicht zuletzt die hervorragende Organisation durch die Bibliothek der Hochschule für Musik und Theater Rostock und die Universitätsbibliothek Rostock beigetragen haben. Die große Teilnehmerzahl deutet darauf hin, dass der Bedarf an einem regionalen Forum für den Gedankenaustausch weiterhin hoch ist und lässt hoffen, dass das erfolgreiche Format im Herbst 2017 seine Fortsetzung findet.

Der Autor dankt den Sprechern der FAGs für die freundliche Unterstützung bei der Zusammenstellung der Berichte zu den einzelnen Veranstaltungen. Folien und Video-Mitschnitte der Vorträge können auf der Website der Veranstaltung abgerufen werden (https://verbundkonferenz.gbv.de/).

Jarmo Schrader, Universitätsbibliothek Hildesheim

Zitierfähiger Link (DOI): http://dx.doi.org/10.5282/o-bib/2016H4S302-309