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Gemeinsame Kommission Informationskompetenz von VDB und dbv

Jahresbericht 2015

1. Mitglieder

Die zweite Amtszeit der Kommission begann am 1. Juli 2015. Benno Homann (UB Heidelberg) ist aus der Kommission ausgeschieden, die Kommission dankt ihm sehr herzlich für seine vielen kon­struktiven Ideen und sein herausragendes Engagement.1 Neu in der Kommission ist Claudia Martin-Konle2 (UB Gießen).

Der Kommission gehören damit in der Amtszeit 2015–2017 folgende Mitglieder an:

Dr. Fabian Franke (UB Bamberg, Vorsitz)

Belinda Jopp (Staatsbibliothek zu Berlin)

Andreas Klingenberg (Bibliothek der Hochschule für Musik Detmold)

Claudia Martin-Konle (UB Gießen)

Ulrike Scholle (UB Duisburg-Essen)

Medea Seyder (ZLB Berlin)

2. Portal www.informationskompetenz.de

Als vordringlichste Aufgabe sah die Kommission die Sicherung und Weiterentwicklung des Portals www.informationskompetenz.de. Das Portal ist die wichtigste Informations- und Kommunikationsplattform der wissenschaftlichen Bibliotheken in Deutschland zur Informationskompetenz. Hier sind die aktuellen Standards, Positionspapiere und Stellungnahmen zur Informationskompetenz abrufbar, die IK-Statistik wird im Portal gepflegt und ausgewertet, die regionalen Arbeitsgruppen und Netzwerke veröffentlichen ihre Protokolle und Arbeitsergebnisse. Das Portal wird derzeit jedoch noch auf einer technisch veralteten Plattform betrieben, ein Ausfall ist jederzeit möglich. Trotz der Bedeutung für die Präsentation und Dokumentation der bibliothekarischen Arbeit und für die Unterstützung der Aktivitäten der Bibliotheken standen in der bibliothekarischen Community keine finanziellen Mittel oder personellen Ressourcen für ein Versions-Update und ein Redesign zur Verfügung.

Auf Basis eines Werkvertrags hat die Kommission in enger Zusammenarbeit mit der Redaktion des Portals die statischen Inhalte von Typo3 nach Wordpress überführt. Als neuen Partner konnte die Kommission das Leibniz-Zentrum für Psychologische Information und Dokumentation (ZPID) gewinnen. Das ZPID wird das Hosting kostenfrei übernehmen, eine entsprechende Vereinbarung wird derzeit ausgearbeitet. Darüber hinaus wird das ZPID die Datenbank zur Eingabe und Auswertung der IK-Statistik einrichten und pflegen sowie einen eigenen Menüpunkt „Forschung“ betreuen. Das neue Portal soll im März 2016 beim Bibliothekskongress in Leipzig online gehen.

3. Best-Practice-Wettbewerb

Im Jahr 2014 hat die Kommission Informationskompetenz einen jährlichen Best-Practice-Wettbewerb zur Informationskompetenz ins Leben gerufen. Ziel dieses Wettbewerbs ist es, vorbildliche Konzepte und Umsetzungen der Vermittlung von Informationskompetenz zu fördern. Best-Practice-Beispiele sollen bekannt gemacht werden und zum Erfahrungsaustausch und zur Nachahmung anregen. Eine Fachjury – bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern des Deutschen Bibliotheksverbands e.V. (dbv), des Vereins Deutscher Bibliothekarinnen und Bibliothekare (VDB), der Hochschulrektorenkonferenz und weiteren Expertinnen und Experten aus Hochschulen – ermittelt jeweils die besten Wettbewerbsbeiträge. Bewertungskriterien sind die Innovationskraft und der Vorbildcharakter der Konzepte sowie ihre Umsetzung und Nutzung in der Praxis.

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Das Thema des zweiten Best-Practice-Wettbewerbs 2015 war der Einsatz von E-Learning bei der Vermittlung von Informationskompetenz. Eingereicht wurden achtzehn Beiträge (2014: zwölf). Die Jury hat zwei erste und drei zweite Preise vergeben:

1. Preise

Technische Informationsbibliothek (TIB) Hannover für ihr Projekt „CoScience“

Universitäts- und Landesbibliothek Münster für ihr Tutorial „Webquest“

2. Preise

Bibliothek Wirtschaft & Management der Technischen Universität Berlin für ihre Lernvideos in Comic-Form

Universitätsbibliothek Heidelberg für ihr Konzept „TUBLIK (Tutor/inn/en und Blended Learning basierte Vermittlung von Informationskompetenz)“

KIT-Bibliothek Karlsruhe für ihren Online-Kurs „Informationskompetenz - methodisch planen, recherchieren und schreiben“

Die Sieger haben ihre Konzepte in einem Veranstaltungsblock beim Bibliothekartag in Nürnberg am 27. Mai 2015 ausführlich präsentiert. Dort wurden auch die Poster aller Teilnehmenden gezeigt. Die Präsentationen und Poster sind auf der Web-Seite der Kommission veröffentlicht.3

Das Thema des Best-Practice-Wettbewerbs 2016 lautet: „Kooperationen und Infrastrukturen zur Vermittlung von Informationskompetenz“. Die Präsentation der erfolgreichen Konzepte erfolgt beim Bibliothekskongress in Leipzig.

4. Round Table 2015

Zum Informations- und Erfahrungsaustausch der Arbeitsgruppen und Netzwerke Informationskompetenz und zur Diskussion aktueller Themen, Initiativen und Projekte veranstaltet die Kommission einen jährlichen Round Table, der am 18. März 2015 im Weiterbildungszentrum der FU Berlin stattfand. Nach Berichten über die derzeitigen Arbeitsschwerpunkte der Arbeitsgruppen und Netzwerke wurden in Form eines Knowledge Cafés wurden die folgenden Themen diskutiert:

IK für Promovierende

Curriculare Verankerung von IK

IK und Forschungsdaten

IK: Marktstudie und Kundenberatung

IK nach der HRK-Entschließung

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5. Positionspapier „Qualifikationsprofil des Teaching Librarian“

Auf Basis dieser Ergebnisse des Round Table 2014 erarbeitete die Kommission ein Positionspapier „Qualifikationsprofil des Teaching Librarian“, das auf der öffentlichen Sitzung beim Bibliothekartag 2015 in Nürnberg vorgestellt wurde und das diesem Bericht beigefügt ist. In Anlehnung an den Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) werden die fachlichen und persönlichen Kompetenzen benannt, die ein Teaching Librarian benötigt, um den Erwerb von Informationskompetenz an Schulen und Hochschulen, für Recherchen für Beruf und Freizeit sowie im Rahmen des lebenslangen Lernens qualifiziert unterstützen zu können. Die Kommission regt an, das Fachgebiet der Vermittlung von Informationskompetenz bei der Ausbildung von Bibliothekarinnen und Bibliothekaren aller Qualifikationsebenen entsprechend der wachsenden Relevanz dieses Tätigkeitsbereiches auszubauen und eng mit der betrieblichen Praxis zu verzahnen.

Auf Anregung der Kommission hat die Konferenz der informations- und bibliothekswissenschaftlichen Ausbildungs- und Studiengänge (KIBA, Sektion 7 des dbv) in ihrer Herbsttagung 2015 das Qualifikationsprofil behandelt. Als Folge fand bereits am 28. Januar 2016 in der Staatsbibliothek zu Berlin ein Gespräch mit Dozierenden des Lehrgebiets IK der Aus- und Fortbildungseinrichtungen statt. Es ist geplant, das Positionspapier gemeinsam zu konkretisieren.

6. Referenzrahmen Informationskompetenz

Die Kommission hat die bisherigen Teilkompetenzen „Suchen”, „Prüfen”, „Wissen” und „Darstellen“ um den Aspekt „Weitergeben” von Informationen mit ethischen und rechtlichen Indikatoren ergänzt. Der Referenzrahmen soll als Standard für alle Bildungsebenen etabliert werden und die bisherigen Standards der Informationskompetenz für Studierende aufnehmen.4

7. Bibliothekartag 2015

Neben einer Öffentlichen Arbeitssitzung und der Prämierung der Gewinner des Best-Practice-Wettbewerbs 2015 zu E-Learning-Angeboten zur Vermittlung von IK organisierte die Kommission auf dem Bibliothekartag 2015 in Nürnberg eine Invited Session mit dem Thema „Informationskompetenz national und international: vom Referenzrahmen zum Assessment“. Dafür wurden folgende Beiträge gewonnen:

Andreas Klingenberg (Bibliothek der HfM Detmold): Referenzrahmen hoch 5 : Informationskompetenz für alle Bildungsebenen

Cécile Bernasconi (Kantonsschule Büelrain, Winterthur): Ist die Informationskompetenz an Gymnasien angekommen? Ein Praxisbericht aus der Schweiz.

Anne-Kathrin Mayer (ZPID Trier): Systematische Evaluation von Informationskompetenzschulungen durch standardisierte Assessment-Verfahren

Benno Homann (UB Heidelberg): Entwicklung und kompetenzorientierte Evaluation eines adaptiven Schulungskonzepts – das Projekt TUBLIK an der Universitätsbibliothek Heidelberg

Die Veranstaltung hat gezeigt, dass die Entwicklung eines Referenzrahmens Informationskompetenz eine unverzichtbare Voraussetzung für darauf aufbauende standardisierte Assessment-Verfahren zur Erfassung der Informationskompetenz ist.5

Für den Bibliothekskongress 2016 (Gastland USA) ist ein Workshop mit amerikanischen Kolleginnen über das neue Framework for Information Literacy for Higher Education der Association of College and Research Libraries auf Basis von Threshold-Konzepten geplant.

8. Arbeitssitzungen und Protokolle

Die Kommission hat sich 2015 zu der konstituierenden Sitzung am 14. Juli 2015 und zu einer Arbeitssitzung am 2./3. November 2015 in Heidelberg getroffen.

Den Kontakt zu den regionalen Arbeitsgruppen und Netzwerken Informationskompetenz sowie zu allen an diesem Thema Interessierten hält die Kommission insbesondere durch regelmäßige öffentliche Sitzungen bei den Bibliothekartagen und Bibliothekskongressen. In der Sitzung am 27. Mai 2015 in Nürnberg waren Schwerpunktthemen die Anforderungen an das Portal ­www­.­informationskompetenz.­de, das Anforderungsprofil eines Teaching Librarians und der Best-Practice-Wettbewerb.

Alle Protokolle der Kommission sind auf den Web-Seiten des Deutschen Bibliotheksverbands veröffentlicht: http://www.bibliotheksverband.de/fachgruppen/kommissionen/informationskompetenz/

Fabian Franke, Universitätsbibliothek Bamberg (Vorsitzender der Kommission)

Zitierfähiger Link (DOI): http://dx.doi.org/10.5282/o-bib/2016H1S66-70

1 Vgl. o-bib, Nr. 3 (2015), S. 110. URL: http://dx.doi.org/10.5282/o-bib/2015H3S105-111.

2 Vgl. o-bib, Nr. 2 (2015), S. 109. URL: http://dx.doi.org/10.5282/o-bib/2015H2S105-113.

4 Der erweiterte Referenzrahmen wurde auf einer Session beim Nürnberger Bibliothekartag präsentiert; ein Bericht erschien in o-bib, Nr. 2 (2015), S. 110f. URL: http://dx.doi.org/10.5282/o-bib/2015H2S105-113.

5 Ein Bericht hierzu erschien in o-bib, Nr. 2 (2015), S. 110f. URL: http://dx.doi.org/10.5282/o-bib/2015H2S105-113.

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