Zu Artikeldetails zurückkehren Vorbereitung einer D•A•CH-Konferenz und Schnittmengen in der Verbandsarbeit: Vorstände von VDB und BIB trafen sich zu gemeinsamer Vorstandssitzung in Berlin
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Vorbereitung einer D·A·CH-Konferenz und Schnittmengen in der Verbandsarbeit

Vorstände von VDB und BIB trafen sich zu gemeinsamer Vorstandssitzung in Berlin

Am 4. Dezember 2015 tagten die Vorstände der beiden Personalverbände in der Staatsbibliothek zu Berlin im Rahmen einer gemeinsamen Sitzung. Auf die Tagesordnung hatten sie die gemeinsamen Fortbildungsaktivitäten sowie inhaltliche Schnittmengen bei der fachlichen Arbeit gesetzt. Einen Schwerpunkt des Austauschs stellte dabei die Neuauflage einer gemeinsamen D·A·CH-Konferenz dar, die mit den österreichischen und Schweizer Verbänden VÖB und BIS auf dem Bibliothekartag in Wien vereinbart worden war. Die Vorstände von BIB und VDB bestätigten, dass für die gemeinsame Tagung gegenüber der Tagung „Die lernende Bibliothek“, die mehrere Jahre lang gemeinsam durchgeführt worden war, ein inhaltlicher Neuansatz gewählt werden sollte. Eine Veranstaltung mit einem grenzübergreifenden Thema, das Aspekte vergleichend aufgreift (mögliche Themen wären beispielsweise Ausbildung, Weiterbildung und Qualifizierung), soll der Zusammenarbeit der Verbände und dem produktiven Austausch Impulse liefern. Sichtbares Ergebnis einer solchen Tagung könnten aus Sicht der Vorstände von VDB und BIB ein Positionspapier der Verbände und eine Roadmap mit Themen sein, die gemeinsam weiterverfolgt werden sollen. Als Zielgruppen sollen u.a. Führungskräfte sowie Ausbilderinnen und Ausbilder aus Bibliotheken und alle interessierten Mitglieder der Verbände angesprochen werden. Auch ein Nachwuchsforum zum Thema „Barrieren im grenzüberschreitenden Arbeiten“ soll Teil der Veranstaltung sein. Die inhaltliche Vorbereitung der D·A·CH-Konferenz wird im Rahmen eines Treffens mit den österreichischen und Schweizer Verbänden beim Bibliothekskongress in Leipzig fortgesetzt. Dann sollen Zeit und Ort der Veranstaltung fixiert und ein Programmkomitee benannt werden.

Schnittmengen in der fachlichen Arbeit von VDB und BIB konkretisieren sich vor allem auf der Ebene der Kommissionen. Die Vorstände von VDB und BIB vereinbarten daher, auf ihren kommenden Vereinsausschuss-Sitzungen Möglichkeiten einer stärkeren Zusammenarbeit auf Kommissionsebene zu diskutieren. Aber auch das Mentoring-Programm des VDB bietet einen Ansatzpunkt für ein gemeinsames Vorgehen. In einem ersten Schritt hat daher der VDB-Vorstand der Kommission für berufliche Qualifikation vorgeschlagen, das Mentoring-Programm des VDB für BIB-Mitglieder zu öffnen. In einem zweiten Schritt könnte ein gemeinsames Programm entwickelt werden. Auch die Arbeit zum Thema „Tarif und Entgeltordnung zum TV-L“ soll unter Einbeziehung der Kompetenzen der Kommissionen intensiviert werden, starten doch ab Dezember 2016 die Verhandlungen der nächsten Tarifrunde der Länder. Die Vorstände von BIB und VDB stimmten darin überein, dass die Endstufe E 9 für Bachelor-Absolvent/inn/en insbesondere in den Wissenschaftlichen Bibliotheken nun auch in den Ländern endlich fallen muss – so wie zuletzt beim Bund und im Land Hessen. Das Bibliothekswesen ist die einzige Branche, in der Hochschulabsolvent/inn/en über das Einstiegsamt E 9 niemals hinauskommen können – dann nämlich, wenn sie in einer Wissenschaftlichen Bibliothek arbeiten – abgesehen von wenigen außertariflich vereinbarten Sonderfällen.

Die im Sommer letzten Jahres einseitig durch den dbv erfolgte Kündigung der Kooperationsvereinbarung zu den Bibliothekartagen, die 2008 zwischen VDB, BIB und dbv geschlossen worden war, war Anlass für eine Diskussion grundlegender Positionen zu den mit Abstand bedeutendsten gemeinsamen Fortbildungsveranstaltungen von VDB und BIB. Die Vorstände bekräftigten nach eingehender Diskussion einige grundlegende Positionen der veranstaltenden Verbände VDB und BIB: Die Bibliothekartage sind eine Veranstaltung aus der Community für die Community. Sie sollen weiter an wechselnden Orten stattfinden. Voraussetzung für die Auswahl des Tagungsorts sind die Größe des Tagungszentrums, ausreichende Hotelkapazitäten, Bereitschaft der gastgebenden Bibliotheken vor Ort, sich aktiv zu beteiligen, und das ggf. mit einem Professional Congress Organiser (PCO) zu realisierende notwendige Budget. VDB und BIB setzen sich zum Ziel, langfristig eine größere Vielfalt und Qualität der Tagungsbeiträge zu erreichen. Zum begutachteten Programm können kuratierte Beiträge und Sessions treten. Die gemeinsame Vorstandssitzung von BIB und VDB endete mit dem Beschluss, den institutionalisierten Austausch der Personalverbände mit gemeinsamen Vorstandssitzungen weiterzuführen.

Konstanze Söllner, Universitätsbibliothek Erlangen-Nürnberg (Vorsitzende des VDB)

Zitierfähiger Link (DOI): http://dx.doi.org/10.5282/o-bib/2016H1S62-63