Zu Artikeldetails zurückkehren Neue Wege in der Informationsversorgung: Das Beispiel Fachinformationsdienst Medien- und Kommunikationswissenschaft
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Neue Wege in der Informationsversorgung

Das Beispiel Fachinformationsdienst Medien- und Kommunikationswissenschaften1

Sebastian Stoppe, Universitätsbibliothek Leipzig

Zusammenfassung:

Der Beitrag greift den aktuellen Diskussionsstand um die Transformation des bisherigen Systems der Sondersammelgebiete (SSG) zur Förderung von Fachinformationsdiensten (FID) auf und skizziert den Übergang am Beispiel des FID Medien- und Kommunikationswissenschaft an der Universitätsbibliothek Leipzig. Es werden die Vorteile der neuen Förderrichtlinie, die Ausgestaltung des FID und die noch zu bewältigenden Problemfelder dargestellt.

Summary:

The current state of discussion about transforming the former Special Subject Fields Programme into a funding of Specialized Information Services is presented. The transition is illustrated using the example of the Information Service for Media and Communication Studies of the Leipzig University Library. The paper explains the advantages of the new funding programme as well as the design of the information service and the problem areas which are yet to be mastered.

Zitierfähiger Link (DOI): http://dx.doi.org/10.5282/o-bib/2015H4S108-118
Autorenidentifikation:
Stoppe, Sebastian: GND 13178076X
Schlagwörter:
Sondersammelgebiet; Virtuelle Fachbibliothek; Fachinformationsdienst; Recherche; Literaturversorgung; Medienwissenschaft; Kommunikationswissenschaft

1. Einleitung

Mit der Überführung der Sondersammelgebiete (SSG) in das Förderprogramm „Fachinformations­dienste für die Wissenschaft“ (FID) läutete die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2013 einen grundlegenden Paradigmenwechsel in der finanziellen Unterstützung der wissenschaftlichen Literaturversorgung ein, obgleich „die SSG-Förderung […], bis zu ihrer kompletten Ablösung durch die FID-Förderung, bereits seit vielen Jahrzehnten fester Bestandteil des DFG-Förderportfolios“2 war. Neben der Deutschen Nationalbibliothek, die Archivfunktion für sämtliche deutschsprachigen Neuerscheinungen besitzt, trugen rund 40 Bibliotheken bundesweit zu einer möglichst vollständigen Erwerbung ausländischer Forschungsliteratur bei.

Über die Umstellung auf das neue System der FID ist eine breite Diskussion entfacht, innerhalb derer das Für und Wider vor allem aus bibliothekarischer Perspektive beleuchtet wird. Dieser Artikel möchte zu dieser Diskussion beitragen, indem er am Beispiel des Fachinformationsdienstes für Medien- und Kommunikationswissenschaften die Umstellung vom SSG-System erläutert und einen nutzerorientierten Standpunkt einnimmt.

2. Diskussionsstand

Der Wechsel vom etablierten Modell der SSG hin zu den FID geht zurück auf eine Evaluierungsstudie, die die DFG in den Jahren 2010 und 2011 durchgeführt hat. Diese Studie ergibt, dass die Versorgung mit Literatur durch die Fachkollegienmitglieder der DFG zwar grundsätzlich als gut eingestuft wurde. Gleichzeitig macht die Studie die Unterschiede zwischen den Geistes- und Sozialwissenschaften einerseits und den Natur- und Lebenswissenschaften andererseits deutlich. Während erstere betonen, dass auch weiterhin Spezialbestände – und hier insbesondere Monografien und Sammelbände – von eminenter Wichtigkeit sein werden, legen letztere den Schwerpunkt auf elektronische Zeitschriften und messen Monografien praktisch keine Bedeutung zu.3 Diese Erkenntnis überrascht keineswegs, wenn man bedenkt, dass in der Forschungspraxis der Geistes- und Sozialwissenschaften immer noch die Monografie als Regelpublikation angesehen ist; auch und gerade unter Nachwuchsforschenden, deren Eintritt in die Forschungsgemeinschaft durch eine monografische Dissertation ermöglicht wird. Die Studie offenbart einen starken Pragmatismus hinsichtlich der von den SSG angestrebten Vollständigkeit eines Bestandes, insofern „der Aufbau eines forschungsrelevanten ‚Reservoirs‘ […] für deutlich mehr als die Hälfte der Befragten aber auch ohne das Bemühen um eine vollständige Abdeckung in der Erwerbung sinnvoll möglich [ist].“4

Auf Basis dieser Erkenntnisse vollzog sich innerhalb der DFG ein Richtungswechsel hin zur Ablösung der SSG durch FID. Auf einheitliche Kriterien für den künftigen Bestandsaufbau wurde hier bewusst verzichtet. Stattdessen soll im Rahmen der FID stärker auf die Bedürfnisse und Interessen der einzelnen Fächer und ihrer Nutzerinnen und Nutzer eingegangen werden, was letztlich mit einer Flexibilisierung des Bestandsaufbaus einhergeht. Nunmehr ist es vom jeweiligen Fach abhängig, inwiefern ein vorsorgender Bestandsaufbau in Zweifel gezogen wird bzw. ob weitergehende Dienstleistungen wie Datenbanken und Suchmaschinen das jeweilige Fach bei der Versorgung mit Informationen effizienter unterstützen können.5 Dabei ist etwa Christoph Kümmel der Ansicht, dass die grundsätzlichen Ziele der Förderung im neuen System sich nur geringfügig von den bisherigen unterscheiden.6

Der Wechsel in das neue System der FID wurde in bibliothekarischen Kreisen bisher überwiegend kritisch betrachtet. Zwar weist Ralf Depping darauf hin, „dass das System in der vorliegenden Form einen deutlichen Reformbedarf hat“7, er bemängelt jedoch, dass mit dem Wechsel zum System der FID die DFG sich von einer Infrastrukturförderung zu einer reinen Projektförderung bewege, die FID mithin sich also wiederholt am Ende der jeweiligen Projektlaufzeit begutachten lassen müssten. Damit sei der Aufbau einer nachhaltigen und langfristigen Informationsinfrastruktur grundlegend in Frage gestellt.8 Auch Rolf Griebel bescheinigt dem alten System der SSG einen Reformbedarf,9 sieht jedoch gerade in der Maxime der Bevorzugung von elektronischen Publikationen und dem selektiven Bestandsaufbau der FID einen Widerspruch zu dem klar artikulierten Bedarf der Geistes- und Sozialwissenschaften, „die einem möglichst vollständigen, langfristig verfügbaren Spezialbestand nach wie vor einen hohen Stellenwert beimessen“10 und kommt zu dem Schluss, „das SSG-System war ein reflektierter und abgestimmter Baustein in einem Wissenssystem, getragen von Bibliotheken, die als Wissenszentren und Gedächtnisinstitutionen der Nachhaltigkeit, dem langen Atem und den großen Linien verpflichtet sind.“11

3. Das bisherige Sondersammelgebiet „Kommunikations- und Medienwissenschaft, Publizistik“ und die Virtuelle Fachbibliothek „medien buehne film“

Die Universitätsbibliothek Leipzig weist keine langjährige Erfahrung im Bereich der SSG auf. Sie betreute erst von 1998 bis zum Ende des Jahres 2013 das SSG 3.5 für die Fachgebiete der Kommunikations- und Medienwissenschaft und Publizistik. Unmittelbare Vorgänger dieses SSG waren die bis 1997 betreuten SSG „Publizistik. Journalismus. Kommunikationswissenschaften. Allgemeines. Theorie und Geschichte des Pressewesens“ in Bremen sowie „Film, Funk, Fernsehen“ in Frankfurt.

Der Aufbau des SSG geschah entsprechend den Förderrichtlinien der DFG vorsorgend.12 Dabei bildete bei der Beschaffung ausländischer Monografien die englischsprachige Literatur aus den USA, Großbritannien sowie aus weiteren europäischen und außereuropäischen Staaten einen besonderen Schwerpunkt. Bis zum Ende des SSG-Systems wuchs der Bestand an Monografien auf etwa 30.000 Bände und 400 Fachzeitschriften, die in Leipzig nachgewiesen werden.

In Ergänzung zum SSG wurde an der UB Leipzig von 2007 bis 2013 die Virtuelle Fachbibliothek (ViFa) „medien buehne film“ zusammen mit der UB Frankfurt am Main entwickelt. Diese ViFa war als ein ergänzendes Element zum SSG-System zu verstehen, das über den eng begrenzten Sammelschwerpunkt des SSG „Kommunikations- und Medienwissenschaft, Publizistik“ hinaus auch die inhaltlichen Schwerpunkte der Frankfurter Universitätsbibliothek (Theater und Filmkunst) berücksichtigte. Aufgabe der ViFa war „die Sammlung und Erschließung von konventionellen Publikationen, freien Internet-Ressourcen und digitalen Verlagsangeboten in einer einheitlichen Umgebung […]. Ziel ist es, die fachlich einschlägigen im Internet verfügbaren Informationsquellen, insbesondere auch die über Publikationsserver und retrospektive Digitalisierung verfügbaren Informationen in gleicher Qualität und Sammlungsdichte wie die konventionellen Medien zur Verfügung zu stellen.“13

Im Falle der ViFa „medien buehne film“ wurden diese Richtlinien mit einem Meta-Suchportal umgesetzt.14 Mittels einer Suchmaske ist es auf dem Portal möglich, eine parallele Suche in mehreren Bibliothekskatalogen gleichzeitig durchzuführen. Metasuchen weisen jedoch mehrere Problematiken auf. So listen Metasuchportale ihre Suchergebnisse nach den einzelnen Quellen getrennt auf. Dies mag in einigen Fällen durchaus hilfreich sein, bei einer fachspezifischen Suche ist diese Funktion jedoch eher hinderlich. Denn aus Nutzersicht ist es nur von sekundärem Interesse, wo und wie oft ein bestimmter Titel verfügbar ist (und genau das zeigt eine Metasuche zunächst), vielmehr interessiert, dass ein Titel vorhanden ist. Zudem werden durch diese Art der Suche mitunter zahlreiche Dubletten angezeigt. Des Weiteren können Metasuchen nicht gerankt werden. Wenn also ein Nutzer relativ unspezifische Suchbegriffe eingibt und nicht dezidiert nach einem genauen Titel sucht, dann erhält er eine Fülle von Suchergebnissen, die er nacheinander (nämlich für jede Quelle getrennt) bewerten muss. Und schließlich ist die Funktionalität eines Metasuchportals immer davon abhängig, dass die benutzten externen Suchkataloge ihre Funktionssyntaxen beibehalten. Wenn ein Suchkatalogbetreiber aber seinen Katalog auf eine andere Software umstellt oder Parameter der Suchsyntax ändert, muss die Metasuche neu programmiert werden und steht bis dahin nicht mehr zur Verfügung.

Ein weiteres Merkmal der ViFa „medien buehne film“ war die Einbeziehung von externen Datenbanken wie etwa der Jahresbibliografie Massenkommunikation. Diese Bibliografie wurde von 1974/75 bis 2003 jährlich durch Wilbert Ubbens erstellt, der bis 1997 an der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen das SSG „Publizistik, Journalismus“ betreute. Die Bibliografie hatte das Ziel, nicht nur den SSG-Erwerb, sondern auch das breite Spektrum an weiterer Literatur zur Massenkommunikation in einem Werk zusammenzuführen und damit möglichst alle national und international im Buchhandel erschienenen Monographien und Sammelwerke sowie Graue Literatur nachzuweisen. Für die ViFa wurde diese Bibliografie digitalisiert und in ein Datenbanksystem integriert.

Im Rahmen des erweiterten Auftrags der ViFa, zunehmend auch digitale Datenquellen für ein Fachgebiet nachzuweisen, entstand zudem eine weitere Datenbank, in der Internetquellen, also vornehmlich frei verfügbare Volltexte und Internetseiten, systematisch nach bibliothekarischen Standards und einem dezidierten Sammelprofil erschlossen wurden.

Die Problematik bei einer Suche in diesen Datenbanken ist in etwa dieselbe wie bei der Metasuche. Zwar ist es möglich, damit fachrelevante Literatur nachzuweisen, allerdings werden Suchergebnisse wiederholt separat und abseits der anderen Suchergebnisse angezeigt. Kataloganreicherungen oder Verknüpfungen mit Standortnachweisen sind somit nicht möglich.

Durch die Implementierung der ViFa entwickelte sich also das SSG-System von einem rein vorsorgenden Bestandsaufbau vor allem im Printbereich zu einem Hybridsystem, das auch Open Access-Materialien und bisher nicht systematisch erfasste Internetquellen mit einschließen sollte. Letztlich offenbarte dieser Hybride aber strukturelle Probleme, so etwa das Ranking von Suchmaschinen oder die Integration von elektronischen Ressourcen in das SSG-System, die nur ansatzweise gelungen ist.15 Die Nutzung der ViFa durch die Forschenden blieb hinter den Erwartungen zurück.16 Zum Ende des SSG 3.5 und der Beendigung des ViFa-Projekts sah sich die UB Leipzig also mehreren Herausforderungen gegenüber.

4. Neue Herausforderungen für fachspezifische Literaturversorgung

Es ist für die erfolgreiche Etablierung eines FID unentbehrlich, die Bedürfnisse der Zielgruppe einschätzen zu können. Nur auf diese Weise können neue Dienstleistungen, die sich abseits des vorsorgenden Bestandsaufbaus bewegen, nutzergerecht eingerichtet werden.17 Gerade die nutzergesteuerte Erwerbung etwa setzt auf eine von Beginn an auf die Zielgruppe abgestimmte Profilierung auf. Für die Medien- und Kommunikationswissenschaft haben wir eine erste Befragung bei den Forschenden durchgeführt, deren Ergebnisse in die weitere FID-Projektentwicklung einflossen.18 Neben den Erkenntnissen zu unseren Fragestellungen hat allein schon die hohe Rücklaufquote von rund 42 Prozent gezeigt, dass die Motivation der Forschenden, sich mit Fragen der Informationsversorgung auseinanderzusetzen, zumindest in diesem Fach gegeben ist; auch wenn Ralf Depping an anderer Stelle zu anderen Ansichten gelangt.19

Der vorhandene SSG-Bestand ist für die Zielgruppe weiterhin relevant und wird auch im Katalog der UBL nachgewiesen. Ein zentraler Nachweis hingegen fehlt. Zugleich werden aktuelle Zeitschriften auch in den Medien- und Kommunikationswissenschaften zunehmend online publiziert und bezogen.20 Durch die Digitalisierung ist es heute möglich und üblich, Metadaten nicht mehr nur auf Titelebene, sondern auf Artikelebene bereitzustellen. Dies ist für die Nutzerinnen und Nutzer eine nicht zu vernachlässigende Rechercheerleichterung.21 Zudem treten neben die klassischen Printpublikationen zunehmend E-Books und Open-Access-Dokumente, die sich entweder auf frei verfügbaren Repositorien oder eigenen E-Book-Portalen befinden. Insbesondere für die Inhalte der Internetquellendatenbank der ViFa ist anzumerken, dass diese Dokumente nicht immer langzeitarchiviert waren und daher mitunter nicht mehr auffindbar sind.

Langfristig gewinnen gerade für die Medien- und Kommunikationswissenschaft audiovisuelle Quellen, ja mitunter sogar Software, Computerspiele und ähnliche Non-Book-Materialien an Bedeutung, die nicht mehr an ein physisches Trägermedium (wie es bei der Videokassette und der DVD noch der Fall war) gebunden sind, trotzdem aber entsprechend nachgewiesen und bereitgestellt werden müssen.

Die Bibliothek der Zukunft muss also eine Vielzahl von unterschiedlichen Medien aus diversen Quellen bereitstellen können, um das Forschungsinteresse der Zielgruppe bedienen zu können. Angesichts der enormen Menge an Informationen, die nicht zuletzt durch das Internet potenziell verfügbar geworden ist, gilt es neue Angebote zur Vermittlung von Informationskompetenz bereitzustellen. Denn das Recherche- und Suchverhalten der Nutzerinnen und Nutzer hat sich in den letzten Jahren fundamental verändert. Die zunehmend flächendeckende Verfügbarkeit des Internets und die breite Nutzung seiner Dienste beförderten in den 1990er-Jahren die Entstehung sogenannter Webkataloge. Mittels ähnlicher Systematiken wie in Bibliothekskatalogen versuchten Anbieter wie etwa Yahoo Webseiten nach Stichworten und Taxonomien zu katalogisieren und dadurch systematisch zugänglich zu machen. Spätestens ab den 2000er-Jahren setzte sich mit Google jedoch die Idee der Suchmaschinen durch: Webseiten wurden nun nicht mehr durch eine Redaktion systematisch erfasst und kategorisiert, sondern Suchanfragen wurden mit einer durch einen Algorithmus gerankten Ergebnisliste beantwortet. Diese Art des Suchens und Findens hat wenig mit traditionellem bibliothekarischen Suchen gemein. Zettelkataloge erlaubten die Suche lediglich in engen vorgegebenen Kategorien wie Autor, Titel oder definierten Schlagworten. Auch mit der Einführung von digitalen Katalogen änderte sich an diesem Verfahren zunächst wenig: Die OPAC-Suche blieb grundsätzlich auf Kategorien begrenzt.

Diese Entwicklung bedeutet nicht, dass Bibliotheken ihre Bestände nun nicht mehr systematisch erfassen sollten – im Gegenteil. Mit wachsender Bedeutung von Open-Access-Repositorien bedarf es weiterhin einer systematischen Erfassung von Publikationen, jedoch ist es mit heutigen Technologien nicht mehr erforderlich, aus Nutzersicht ebenso systematisch zu suchen. So wünschen denn auch die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Medien- und Kommunikationswissenschaften ein zentrales Nachweisinstrument für Literaturrecherchen.22

5. adlr.link: Der Fachinformationsdienst für Medien- und Kommunikationswissenschaft

Die UB Leipzig will mit adlr.link die Brücke vom alten SSG-System zum neuen FID schlagen. Der Name des FID ist ein Akronym aus Advanced Delivery of Library Resources und schließt damit ein zentrales Merkmal des neuen Dienstes ein: Priorität hat die Bereitstellung (Delivery) von Literatur, der bisher vorherrschende vorsorgende Bestandsaufbau steht nicht mehr im Fokus. Dabei sollen sich die neuen Dienstleistungen konsequent an den Bedürfnissen der Zielgruppe orientieren. Dies setzt natürlich einen kontinuierlichen Austausch mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern voraus, sodass die bereits erwähnte Befragung kein Einzelfall bleiben wird.

Für die technische Realisierung setzt die UB Leipzig auf eine Kombination aus bereits erfolgreich eingeführten und neuen Technologien. Der FID ist nicht nur an lokale Bibliotheksnutzer gerichtet, sondern an eine bundesweite Zielgruppe. Dabei wird die Suche im Katalog ohne vorherige Anmeldung möglich sein, bestimmte Dienstleistungen jedoch setzen eine Registrierung voraus, etwa die Nutzung von E-Books, die Beschaffung von Printliteratur oder der Nachweis von Zeitschriften. Die Registrierung ist aus zwei Gründen geboten: Zum einen richtet sich der FID mit seinen Dienstleistungen dezidiert an Forschende, nicht an Studierende,23 was eine Identifikation der Nutzerinnen und Nutzer erforderlich macht. Zum zweiten kann durch eine Registrierung mit den persönlichen Daten eine direkte Auslieferung von Literatur an den Besteller unkompliziert realisiert werden (nutzergesteuerte Erwerbung). Das Registrierungsmodul für den FID wurde an der UB Leipzig von Grund auf neu programmiert. Es dient der Erfassung und Verwaltung von Nutzerkonten. Eine Überprüfung der Zugehörigkeit zu einer Hochschule oder einem Forschungsinstitut wird – soweit die Heimatinstitution dies anbietet – über den Authentifizierungsdienst Shibboleth realisiert.

Seit 2012 ist an der UB Leipzig die Discovery Engine finc im Einsatz, welche die Open Source-Software Vufind mit einem eigenen Katalogindex kombiniert.24 finc ermöglicht eine facettenorientierte Suche über verschiedene Datenquellen hinweg. Dabei werden – im Gegensatz zur Metasuche – die Suchergebnisse in einer Ergebnisliste gerankt dargestellt. Die Facettierung ermöglicht es dann, die Ergebnisse weiter einzuschränken, ohne auf eine hierarchische Struktur Rücksicht nehmen zu müssen: Facetten können problemlos an- und wieder abgewählt werden. Inhaltlich ermöglicht der finc-Index eine breite und zudem flexibel erweiterbare Quellenbasis. Für den FID werden hier sowohl bestehende als auch neue Datenquellen genutzt:

Nicht nur der bisherige SSG-Bestand, sondern alle für das Fach relevante Bestandsliteratur kann mit Standorten nachgewiesen werden. Eine fachliche Eingrenzung wird dabei durch eine geeignete RVK-Profilierung erreicht, wobei auf die Daten des gesamten finc-Indexes zurückgegriffen werden kann, der nicht nur die Bestände der UB Leipzig, sondern des gesamten Südwestdeutschen Bibliotheksverbundes beinhaltet.25 Die Bereitstellung der Literatur kann dann über die Fernleihportale der Verbundsysteme realisiert werden.

Als neue Datenquellen kommen speziell für den FID die laufenden Print-Neuerscheinungen des Faches hinzu. Bei der Beschaffung wird hier konsequent das Modell der nutzergesteuerten Erwerbung angewendet. Hierfür beziehen wir bei unserem Buchhandelsdienstleister Metadaten, die in den finc-Index eingespielt werden. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler suchen somit stets nicht nur im vorhandenen Bestand, sondern auch in der Liste neu erschienener Literatur. Wird ein Medium benötigt, so kann es über den Katalog direkt an die hinterlegte Lieferadresse bestellt werden. Das Medium wird als Leihe direkt an sie geliefert. Nach Ende der Leihfrist wird das Medium an die UB Leipzig zurückgesendet und in den Bestand eingearbeitet. Die nutzergesteuerte Erwerbung berücksichtigt dabei forschungsrelevante Literatur in englischer und deutscher Sprache und löst den vorsorgenden Bestandsaufbau ab. Das bedeutet nicht, dass die frühere Reservoir-Funktion gänzlich aufgegeben wird. Jedoch verschiebt sich die Auswahlkompetenz mehr in Richtung der eigentlichen Zielgruppe und bezieht sich stärker auf die aktuellen Bedürfnisse der Forschenden.26

Soweit Literatur digital verfügbar ist, wird diese Form der Erwerbung bevorzugt. Hierfür greifen wir auf ein fachlich zugeschnittenes E-Book-Portfolio zurück, dessen Metadaten ebenfalls in den Index eingespielt werden. Gibt es ein Buch sowohl in digitaler wie in gedruckter Form, wird die digitale bevorzugt. Für die Nutzerinnen und Nutzer ergibt sich damit der Vorteil, dass die gewünschte Literatur sofort zugänglich ist und keine Wartezeiten in Kauf genommen werden müssen.

Um auch relevante Zeitschriftenliteratur nachweisen zu können, nutzen wir den eigenen Artikelindex. Dieser Index umfasst eine Gesamtmenge von ungefähr 87 Millionen Datensätzen. Im FID werden nur fachrelevante Zeitschriften durchsucht, um die Ergebnismenge sinnvoll zu begrenzen. Auch hier bevorzugen wir die elektronische Form gegenüber der gedruckten, was der Zielgruppe entgegenkommt, die mehrheitlich der Meinung ist, dass elektronische Zeitschriften einfacher zu benutzen sind.27 Die Nutzerinnen und Nutzer werden bei einzelnen Artikeln über die Lizenzsituation ihrer Heimateinrichtung in Echtzeit informiert, d.h. sie sind sofort in der Lage zu erkennen, ob ihre Bibliothek einen Zugang zur jeweiligen Zeitschrift hat. Ist dies der Fall, können sie mittels eines DOI-Links den elektronischen Artikel sofort abrufen. Bei gedruckten Zeitschriften oder bei fehlenden Lizenzen wird der FID als Dokumentenlieferdienst fungieren.

Auch Open-Access-Repositorien werden von der Suche im FID-Katalog erfasst. Eine Reihe an Repositorien oder Verzeichnissen bietet hierfür eine standardisierte Metadatenschnittstelle an, um die erforderlichen Katalogdaten zu erhalten. Der Zugriff auf diese frei verfügbaren Daten erfolgt über einen DOI-Link oder eine stabile URL.

Der finc-Index kann auch andere Datenquellen verarbeiten. Dies ist für den FID dahingehend besonders interessant, um externe Indizes anzubinden. So ist es möglich, weiterhin relevante Inhalte der ViFa in den FID zu überführen, ohne die Nachteile von Metasuchen in Kauf nehmen zu müssen. In Betracht kommen hier etwa die Internetquellendatenbank und die digitalisierte Bibliografie Massenkommunikation, aber auch der OLC-Online Contents-Dienst des GBV. Dieser war für den alten SSG-Zuschnitt bisher aus der ViFa zugänglich und erschließt Inhaltsverzeichnisse von fachrelevanten Zeitschriften. Damit kann diese Quelle unseren eigenen Artikelindex bei Bedarf sinnvoll ergänzen und die nachhaltige Nutzung des vormaligen Systems ist sichergestellt. Eine weitere Möglichkeit ist außerdem die Einbindung von Zeitschriften-Volltextdatenbanken spezialisierter Anbieter.

6. Ausblick

In der ersten Projektphase des FID Medien- und Kommunikationswissenschaften haben wir den Aufbau des FID-Portals konsequent mit dem Bemühen um die Zielgruppe verbunden. Unsere Zielsetzungen erfüllen offensichtlich die Erwartungen der Forschenden an ein leistungsfähiges Rechercheinstrument und bestätigen damit unsere Ansicht, dass die Förderung von FID eine tragfähige Nachfolge der SSG darstellt. Gleichwohl sind wir bei der Entwicklung des Dienstes auch auf Unwägbarkeiten gestoßen, die sich letztlich auf die Förderrichtlinien niederschlagen.

Die DFG gibt in den Richtlinien ausdrücklich digitalen Publikationen den Vorzug vor gedruckten.28 Diese Bevorzugung leuchtet im Hinblick auf die bundesweit verstreute Zielgruppe ein: Ein gedrucktes Buch ist nun einmal nur in einem Exemplar physisch an einem Ort vorhanden, sodass eine parallele Literaturversorgung erschwert ist. Gleichzeitig konnten wir feststellen, dass die Verlage und Datenbankanbieter sehr verhalten auf die neue Förderlinie der FID reagieren.29 Die Anbieter fürchten in erster Linie um Einnahmeverluste durch eine breite Lizenzierung ihrer Produkte. Ihr Argument lautet, dass es sich bei den FID-Lizenzen mehr oder weniger um Nationallizenzen handelt, ihre Produkte also – einmal lizenziert – für die gesamte Forscherschaft in Deutschland zur Verfügung stehen. Wie wir an einigen anderen FID sehen, ist dies offensichtlich für einige Zeitschriftenpakete und E-Books auch gelungen.30 Insofern ist dieses Argument der Verlage nachvollziehbar. Sie befürchten eine großflächige Abbestellung von Produkten von lokalen Bibliotheken, weil der FID in die Versorgungslücke einspringt. Es kann jedoch nicht Sinn und Zweck der FID sein, quasi über die Hintertür Lizenzen zu erwerben, die dann bundesweit ohne Einschränkungen den Hochschulen zur Verfügung stehen. Eine FID-Lizenz ist in unserem Verständnis eben keine Nationallizenz, sondern ein auf eine definierte Nutzerschaft begrenztes Nutzungsrecht, die sich aus den Förderrichtlinien ergibt, wonach ein FID die Literaturversorgung für den Spitzenforschungsbedarf sicherstellen soll. Eine flächendeckende Versorgung für ein gesamtes Campusnetz – wodurch ja auch Studierende und fachfremde Forschende Zugriff erhalten, ist durch die Förderrichtlinie nicht vorgesehen.31 Hier bedarf es noch weiterer Überzeugungsarbeit gegenüber den Publikationsanbietern, aber auch einer dezidierten Präzisierung seitens der FID-Bibliotheken und der DFG, was genau FID-Lizenzen darstellen. Damit eng verbunden stellt sich die Frage nach digitalen Archivrechten. Diese sind für einen nachhaltigen Bestandsaufbau sehr wünschenswert und auch durch die Richtlinien gefordert,32 aber auch hier haben Verlage und Datenbankanbieter starke Vorbehalte. So bleibt „ein ganz entscheidender Punkt, nicht nur für die im FID-System geltende Priorität für die digitale Form, sondern für die Zukunft der Erwerbungskomponente des neuen Programms überhaupt, […] [die] Modalitäten der Lizenzierung von digitalem Content“33.

Mit der Nachhaltigkeit verbunden ist natürlich auch die Frage der langfristigen Finanzierung. Bisher sind die FID-Projektanträge für einen bestimmten Zeitraum (i.d.R. drei Jahre) finanziert, wobei einer Projektverlängerung zunächst nichts entgegensteht. Diese begrenzte Projektförderung ist für die Entwicklung eines FID nicht hinderlich, jedoch sollten wir uns im Klaren darüber sein, dass das Ziel die langfristige und nachhaltige Etablierung der FID in der deutschen Forschungslandschaft ist. Gerade aber bei einer erfolgreichen Etablierung würde sich die Frage nach einer längerfristigen Förderung zumindest für den Erwerb von Literatur stellen. Es ist angesichts der derzeitigen finanziellen Ausstattung von Hochschulen allgemein unwahrscheinlich, dass einzelne Universitäten, an denen ein FID beheimatet ist, Erwerbungsmittel für einen FID jenseits des Eigenanteils bereitstellen werden, dessen primäre Zielgruppe außerhalb der Heimatuniversität liegt.34 Hier müssen also noch Wege und Möglichkeiten gefunden werden, eine langfristige Sicherung von Erwerbungsmitteln bei erfolgreich etablierten FID zu gewährleisten.

FID haben also das Potenzial, auch langfristig das alte System der SSG erfolgreich abzulösen und damit eine Literaturversorgung für die Spitzenforschung in Deutschland zu garantieren. Dabei wird entscheidend sein, dass die Zielgruppen in die zukünftige Entwicklung der Dienstleistungen auch weiterhin eingebunden werden und welche Haltung Verlage und Aggregatoren gegenüber dieser neuen Form der Informationsversorgung einnehmen.

Literaturverzeichnis

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1 Für kritische Anmerkungen und Hinweise bedanke ich mich herzlich bei Ulrich Johannes Schneider.

2 Illig, Steffen: Von den SSG zu den FID – eine kritische Reflexion von Anspruch und Wirklichkeit. In: Perspektive Bibliothek 4 (2015), H. 1, S. 7. http://dx.doi.org/10.11588/pb.2015.1.21644.

3 Vgl. Kümmel, Christoph: Nach den Sondersammelgebieten: Fachinformationen als forschungsnaher Service. In: ZfBB 60 (2013), H. 1, S. 7. http://dx.doi.org/10.3196/1864295013125123.

4 Kümmel (wie Anm. 3), S. 8.

5 Vgl. Deutsche Forschungsgemeinschaft: Richtlinien Fachinformationsdienste für die Wissenschaft. Bonn, 2015, S. 6. http://www.dfg.de/formulare/12_102/12_102_de.pdf (13.10.2015).

6 Vgl. Kümmel (wie Anm. 3), S. 10.

7 Depping, Ralf: Das Ende der Sondersammelgebiete – Ende einer Infrastruktur. In: Bibliothek Forschung und Praxis 38 (2014), H. 3, S. 398. DOI: http://dx.doi.org/10.1515/bfp-2014-0047.

8 Vgl. ebd., S. 399.

9 Vgl. Griebel, Rolf: Ein „folgenreicher“ Paradigmenwechsel. Die Ablösung der Sondersammelgebiete durch die Fachinformationsdienste für die Wissenschaft. In: ZfBB 61 (2014), H. 3, S. 138. http://dx.doi.org/10.3196/186429501461342.

10 Ebd., S. 155.

11 Ebd.

12 Vgl. Deutsche Forschungsgemeinschaft: Richtlinien zur überregionalen Literaturversorgung der Sondersammelgebiete und virtuellen Fachbibliotheken. Bonn, 2015, S. 9. http://www.dfg.de/formulare/12_109/12_109_de.pdf (13.10.2015).

13 Ebd., S. 7.

14 Das Portal der ViFa ist unter www.medien-buehne-film.de verfügbar.

15 Vgl. Illig (wie Anm. 2), S. 10.

16 So gaben in einer durch uns im Januar/Februar 2015 durchgeführten Befragung unter Medien- und Kommunikationswissenschaftlern etwa 45 Prozent der Befragten an, die für sie relevante ViFa „medien buehne film“ gar nicht zu kennen, lediglich 9 Prozent würden sie regelmäßig nutzen. Vgl. Stoppe, Sebastian: Was Kommunikations- und Medienwissenschaftler/innen von einem Fachinformationsdienst erwarten. Design und Ergebnisse einer Fachcommunity-Befragung. In: o-bib. Das offene Bibliotheksjournal 2 (2015), H. 3, S. 49. DOI: http://dx.doi/org/10.5282/o-bib/2015H3S37-62.

17 Vgl. DFG, Richtlinien Fachinformationsdienste (wie Anm. 5), S. 6f.

18 Eine ausführliche Darstellung der Befragung und der Ergebnisse findet sich in Stoppe (wie Anm. 16).

19 Vgl. Depping (wie Anm. 7), S. 400.

20 Vgl. Stoppe (wie Anm. 16), S. 57.

21 Vgl. ebd.

22 Vgl. Stoppe (wie Anm. 16), S. 53.

23 Vgl. DFG, Richtlinien Fachinformationsdienste (wie Anm. 5), S. 4.

24 Vgl. Lazarus, Jens u.a.: Projekt finc. Ein Open Source Discovery System für sächsische Hochschulbibliotheken. In: BIS – Das Magazin der Bibliotheken in Sachsen (2012), H. 2, S. 72–76. http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:14-qucosa-89522.

25 An dieser Stelle sind mögliche Erweiterungsszenarien bereits mit einbezogen. Der GBV und der SWB planen eine zukünftige, umfangreiche Kooperation, sodass sich die Quellenbasis mittelfristig sogar noch erweitern könnte. Vgl. Diedrichs, Reiner; Goebel, Ralf: Kooperation GBV-BSZ, Konferenzveröffentlichung 104. Deutscher Bibliothekartag in Nürnberg 2015. http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0290-opus4-16911.

26 Es sei ergänzend darauf hingewiesen, dass im Fach der Medien- und Kommunikationswissenschaften die Zahl der Neuerscheinungen sehr hoch ist. Dem Approval Plan für das Fachgebiet, aus denen die Forschenden auswählen können, werden wöchentlich zwischen 20 und 50 Titel hinzugefügt. So stellt sich die Frage, ob eine möglichst vollständige Erwerbung wie in den alten Richtlinien vorgesehen überhaupt noch durchführbar ist. Für das ehemalige SSG Theologie wurde dies bereits verneint. Vgl. Dörr, Marianne: Vom Sondersammelgebiet zum Fachinformationsdienst – ein Praxisbericht. In: ZfBB 61 (2014), H. 3, S. 133. http://dx.doi.org/10.3196/186429501461338.

27 Vgl. Stoppe (wie Anm. 16), S. 57. Hingegen bleibt Griebel auf dem Standpunkt bestehen, dass „ein nicht unwesentlicher Teil der Zeitschriften und Monografien in den Geistes- und Sozialwissenschaften nach wie vor ausschließlich in Print erscheint“ (Griebel [wie Anm. 9], S. 152). Dies lässt sich – zumindest im Zeitschriftenbereich – für die Medien- und Kommunikationswissenschaft so nicht bestätigen.

28 Vgl. DFG, Richtlinien Fachinformationsdienste (wie Anm. 5), S. 6.

29 Zur gleichen Erkenntnis gelangt Illig (wie Anm. 2), S. 19.

30 So etwa am Beispiel der FID Mathematik und Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung zu sehen.

31 Vgl. auch Griebel (wie Anm. 9), S. 154.

32 Vgl. DFG, Richtlinien Fachinformationsdienste (wie Anm. 5), S. 8.

33 Dörr (wie Anm. 26), S. 136.

34 So auch Depping (wie Anm. 7), S. 399.