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Diskussionsbeiträge

Wie kommt das Neue in die Bibliothekswelt?

Podiumsdiskussion zu Innovation im Dialog zwischen Forschung und Praxis

Frauke Schade, Vorsitzende der KIBA, Sektion 7 im dbv und Ausbildungskommission der DGI

Die Zukunftsfähigkeit von Bibliotheken hängt heute maßgeblich davon ab, wie es ihnen gelingt, gesellschaftliche, politische, ökonomische und technologische Entwicklungen zu antizipieren und sich dazu im Kontext der Kultur- und Bildungslandschaft mit einem bedarfsorientierten und innovativen Dienstleistungskonzept zu positionieren. Doch: Wie kommt das Neue in die Bibliothekswelt? Welche Möglichkeiten gibt es für BID-Einrichtungen, sich über bestehende Rahmenbedingungen und Wissenshorizonte weiterzuentwickeln und Innovation zu stiften? Wie wirken Bibliotheken und Hochschulen, Theorie und Praxis bei Innovationsprozessen zusammen und welche Infrastruktur wird dazu benötigt?

Auf Einladung von BIB und VDB richtete die Konferenz der informations- und bibliothekswissenschaftlichen Ausbildungs- und Studiengänge (KIBA) am 104. Bibliothekartag in Nürnberg die Invited Session „Eine zündende Idee! Innovation in Bibliotheken als Dialog zwischen Hochschule und Praxis“ aus. Ziel der Podiumsdiskussion war es, den vermeintlichen Gegensatz von Theorie und Praxis im Dialog zwischen Wissenschaftler/inne/n und Bibliothekspraktiker/inne/n auszuloten und zu klären, wie Synergien von Hochschulen und Bibliotheken bei Innovationsprozessen besser genutzt werden können.

Die Panelistinnen und Panelisten legten zunächst in kurzen Statements ihre Perspektive auf die Forschung und Entwicklung in Bibliotheken und Hochschuleinrichtungen dar. Daran anschließend diskutierten Hans-Christoph Hobohm von der Fachhochschule Potsdam, Elke Greifeneder von der Humboldt-Universität zu Berlin, Thomas Stäcker von der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, die Innovationsbeauftragte der Universität Bern, Petra Redmond, Cornelia Vonhof von der HdM Stuttgart sowie Ulla Wimmer von der Humboldt-Universität zu Berlin mit dem Publikum und unter der Moderation von Frauke Schade, HAW Hamburg, die Rahmenbedingungen, Erwartungshaltungen und Perspektiven von Innovationsprozessen im Dialog zwischen Berufspraxis und Hochschulen.

Als Fazit kann festgehalten werden: Im Spannungsfeld von Hochschulpolitik, dem Wettbewerb um Drittmittel und Publikationsleistungen sowie praxisorientierter Dienstleistungen für die Bibliotheken sind der Forschung und Entwicklung enge Grenzen gesetzt. Die Rahmenbedingungen sind dabei in der Berufspraxis, an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften und an Universitäten unterschiedlich. Bei der Entwicklung von Innovation nehmen Berufspraxis und Hochschulen verschiedene Rollen und Funktionen wahr, die sich gegenseitig bedingen, aber auch befruchten können – dann zumindest, wenn die gegenseitigen Erwartungen im Vorfeld explizit geklärt werden und die Lust zur Innovation in der Kooperation zwischen Berufspraxis und Hochschulen nicht verloren geht.

Der vorliegende Beitrag „Es gibt nichts Praktischeres als eine gute Theorie!“ von Ulla Wimmer gibt das Eingangsstatement zur Podiumsdiskussion wieder.

Zitierfähiger Link (DOI): http://dx.doi.org/10.5282/o-bib/2015H3S79-80

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